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wiener prater, wiener klischees

Wiener Klischees

Mythos oder Realität

was erwartet sich der Wien-Besucher von den WienerInnen, wie werden sie gesehen oder wie möchten sie die Wien-BesucherInnen sehen? Zu diesem Thema gibt es viele Meinungen und Erwartungshaltungen, eines ist aber sicher, die WienerInnen lassen sich nicht in eine Schablone pressen und sind so individuell wie auch der Rest der Menschheit.

Kommen wir jetzt zu den typischen Klischees, es mag wohl etwas überzogen klingen aber so ähnlich habe ich es tatsächlich schon gehört;-):
Die Wiener beginnen den Morgen ganz gemütlich mit einer Melange (Milchkaffee) im Cafehaus, nachher begeben sie sich zum Würstelstand und bestellen sich ein Paar Würsteln mit einem Bier, anschließend lassen sie sich mit dem Fiaker in die Arbeit bringen um dort notgedrungen einige Zeit zu verbringen, in der Mittagspause begeben sie sich in eines der Wiener Beisl um dort das obligate Wiener Schnitzel zu verspeisen. Nach der Arbeit führt sie der nächste Weg wieder in ein Cafehaus, um dort wieder eine Melange und eine Sachertorte, oder eine andere Mehlspeise, zu bestellen, danach treffen sie sich mit Freunden beim Heurigen um dort bei herzzerreißenden, todessehnsüchtigen Heurigenliedern ein paar Vierterl Wein zu trinken und um die Wiener Gemütlichkeit zu zelebrieren oder sie gehen in eines der vielen Museen, in den Wiener Prater oder auf den Friedhof. Den Abend verbringen sie in der Oper oder schwingen zu Schanis (Johann Strauß) Walzerklängen das Tanzbein.

Ist das nicht ein herrliches Leben? Arbeit wird zur Nebensache und das Vergnügen wird zur Hauptbeschäftigung, allerdings sollten dann wöchentliche Arztbesuche einkalkuliert werden, da die vielen Mehlspeisen, das tägliche Wiener Schnitzel und der Wein sicher gewisse körperliche Defizite hinterlassen.

die Realität sieht anders aus

Wiener Cafehaus und Sachertorte

Wien hat eine sehr große Cafehaus-Tradition, Peter Altenberg der Cafehaus-Literat chakterisierte „das Kaffeehaus als nicht zu Hause und doch nicht an der frischen Luft“. Ja es stimmt, die WienerInnen gehen gerne in das Cafehaus (jedoch nicht täglich) und der Cafe schmeckt auf Grund des weichen Wiener Wassers sehr gut. Wien hat noch sehr viele Cafehäuser, so sie nicht auf Grund der unternehmensfeindlichen Bestimmungen zusperren müßen, und können mit einer großen Kaffeevielfalt aufwarten wie z. B. den kleinen Mokka, Espresso oder auch „kleiner Schwarzer“, „großer Schwarzer“ genannt, großer Mokka, Wiener Melange, Cappuccino, türkischer Kaffee, Einspänner, Fiaker und einige mehr.
Wiener Mehlspeisen sind in keiner Konditorei und keinem Cafehaus wegzudenken, auf Grund des Vielvölkerstaates finden sich sehr viele süße Schmankerln aus Tschechien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei auf den Speisekarten. Ob warme Mehlspeisen wie den Kaiserschmarrn, Palatschinken, Buchteln oder kalte Mehlspeisen wie Torten, Strudel, Rouladen oder Petit Fours, diese süßen Herrlichkeiten sind ein Genuß für jeden Mehlspeistiger und die, die es in Wien noch werden. Die Sachertorte ist also nicht die einzige Mehlspeise, die (auch nicht täglich) gerne gegessen wird, gerade sie ist bei Wien-Besuchern sehr beliebt und wird in die ganze Welt versand.

Demnächst mehr über die Wiener Cafehaus-Tradition und Wiener Mehlspeisen

Würstelstand

von diesen gibt es nicht mehr sehr viele, heute essen die WienerInnen einen Fast Food Mix wie Falafel, Hotdogs, Würstel, Kebab, Noodles, Pizzen und Sandwiches. Der bekannteste Würstelstand ist der Bitzinger bei der Albertina mit einer großen Auswahl an verschiedenen Würsteln, hier muß ich leider auch wieder mit einem Klischee aufräumen: die Bestellung der WienerInnen erfolgt bei einem Würstelstand nicht mit dem überstrapazierten Satz im Wiener Dialekt „a Eitrige mit an Schoafn, an Buckl und an 16er-Blech“ (Käsekrainer mit scharfem Senf, einem Scherzel Brot und einer Dose Ottakringer Bier) wenn Du diese Bestellung aufgibst, weiß jeder dass Du ein Tourist bist:-)

Fiaker

sind eine Touristenattraktion die für mich allerdings mehr als fragwürdig ist (außer am Zentralfriedhof und in Schönbrunn), kaum ein/e WienerIn läßt sich mit einem Fiaker durch Wien kutschieren um Sisi und Franz Joseph I. zu spielen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen…

Wiener Beisl und Wiener Schnitzel

„echte“ Wiener Beisl gibt es nur mehr wenige und sie sind daher wieder sehr beliebt bei den WienerInnen, aber auch hier sind die „Eingeborenen“ nicht täglich zu finden und sie essen nicht jeden Tag ein Wiener Schnitzel. Das Original Wiener Schnitzel wird aus Kalbfleisch gemacht, heute besteht es oft aus Hühner- oder Putenfleisch oder aus Soja für Veganer oder Vegetarier.
Also wieder eine herbe Enttäuschung *gg*

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Heuriger und Wein

und nun die nächste Enttäuschung, die WienerInnen gehen nicht sooft zum Heurigen wie immer behauptet wird, wieder sind es sehr viele Wien-Besucher die einen Heurigen besuchen. WienerInnen trinken zwar gerne Wein, aber das geschieht auch nur ein paar mal im Monat und somit wurde auch dieses Klischee etwas entzaubert. Eine besondere Empfehlung ist der Wiener Wein, in Wien gibt es in etwa 612 Hektar Rebfläche, was für eine Großstadt einzigartig und ebenso einzigartig ist der kleinste Weingarten Wiens, er befindet sich im ersten Bezirk am Schwarzenbergplatz.

Demnächst mehr über den Wiener Wein

Freizeitvergnügungen

Auch hier sind es wieder nur Klischees, auch wenn nicht abzustreiten ist dass die WienerInnen Vergnügungen lieben, aber wer nicht? Diese Vergnügungen sind so vielfältig wie in jeder Großstadt, daher gehören Museen, Oper und Theater genauso dazu wie Vernissagen, Events und Musikveranstaltungen. Wien hat sehr viele traditionelle Ballveranstaltungen und trotzdem kann nicht jede/r WienerInnen Walzer tanzen, manche tun aber so wie wenn sie es könnten:-) Natürlich wird der Wiener Prater besucht, aber er zählt ebenso wenig zum Lebensinhalt der WienerInnen wie die anderen Klischees, ich bevorzuge lieber den grünen Prater, aber Geschmäcker sind bekanntlich sehr unterschiedlich. WienerInnen und der Tod sind ein eigenes Kapitel, es ist demnächst auf diesem Wien-Blog zu lesen.

Also sehr viel ist von den typischen Klischees nicht übrig geblieben, manche WienerInnen leben vieleicht diese Klischees oder sind schon selbst eines *gg*, aber das ist sicher eine Minderheit, der Rest sind Sagen und Legenden aus Wien. Wir WienerInnen sind, bis auf ein paar Eigenheiten, also nicht soo viel anders als viele meinen. Was meint Ihr dazu, schreibt mir Eure Erfahrungen.

Fotos

© http://www.sacher.com/

© http://www.wienerwein.at/

wiener prater, wiener klischees

Wiener Klischees

Mythos oder Realität

was erwartet sich der Wien-Besucher von den WienerInnen, wie werden sie gesehen oder wie möchten sie die Wien-BesucherInnen sehen? Zu diesem Thema gibt es viele Meinungen und Erwartungshaltungen, eines ist aber sicher, die WienerInnen lassen sich nicht in eine Schablone pressen und sind so individuell wie auch der Rest der Menschheit.

Kommen wir jetzt zu den typischen Klischees, es mag wohl etwas überzogen klingen aber so ähnlich habe ich es tatsächlich schon gehört;-):
Die Wiener beginnen den Morgen ganz gemütlich mit einer Melange (Milchkaffee) im Cafehaus, nachher begeben sie sich zum Würstelstand und bestellen sich ein Paar Würsteln mit einem Bier, anschließend lassen sie sich mit dem Fiaker in die Arbeit bringen um dort notgedrungen einige Zeit zu verbringen, in der Mittagspause begeben sie sich in eines der Wiener Beisl um dort das obligate Wiener Schnitzel zu verspeisen. Nach der Arbeit führt sie der nächste Weg wieder in ein Cafehaus, um dort wieder eine Melange und eine Sachertorte, oder eine andere Mehlspeise, zu bestellen, danach treffen sie sich mit Freunden beim Heurigen um dort bei herzzerreißenden, todessehnsüchtigen Heurigenliedern ein paar Vierterl Wein zu trinken und um die Wiener Gemütlichkeit zu zelebrieren oder sie gehen in eines der vielen Museen, in den Wiener Prater oder auf den Friedhof. Den Abend verbringen sie in der Oper oder schwingen zu Schanis (Johann Strauß) Walzerklängen das Tanzbein.

Ist das nicht ein herrliches Leben? Arbeit wird zur Nebensache und das Vergnügen wird zur Hauptbeschäftigung, allerdings sollten dann wöchentliche Arztbesuche einkalkuliert werden, da die vielen Mehlspeisen, das tägliche Wiener Schnitzel und der Wein sicher gewisse körperliche Defizite hinterlassen.

die Realität sieht anders aus

Wiener Cafehaus und Sachertorte

Wien hat eine sehr große Cafehaus-Tradition, Peter Altenberg der Cafehaus-Literat chakterisierte „das Kaffeehaus als nicht zu Hause und doch nicht an der frischen Luft“. Ja es stimmt, die WienerInnen gehen gerne in das Cafehaus (jedoch nicht täglich) und der Cafe schmeckt auf Grund des weichen Wiener Wassers sehr gut. Wien hat noch sehr viele Cafehäuser, so sie nicht auf Grund der unternehmensfeindlichen Bestimmungen zusperren müßen, und können mit einer großen Kaffeevielfalt aufwarten wie z. B. den kleinen Mokka, Espresso oder auch „kleiner Schwarzer“, „großer Schwarzer“ genannt, großer Mokka, Wiener Melange, Cappuccino, türkischer Kaffee, Einspänner, Fiaker und einige mehr.
Wiener Mehlspeisen sind in keiner Konditorei und keinem Cafehaus wegzudenken, auf Grund des Vielvölkerstaates finden sich sehr viele süße Schmankerln aus Tschechien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei auf den Speisekarten. Ob warme Mehlspeisen wie den Kaiserschmarrn, Palatschinken, Buchteln oder kalte Mehlspeisen wie Torten, Strudel, Rouladen oder Petit Fours, diese süßen Herrlichkeiten sind ein Genuß für jeden Mehlspeistiger und die, die es in Wien noch werden. Die Sachertorte ist also nicht die einzige Mehlspeise, die (auch nicht täglich) gerne gegessen wird, gerade sie ist bei Wien-Besuchern sehr beliebt und wird in die ganze Welt versand.

Demnächst mehr über die Wiener Cafehaus-Tradition und Wiener Mehlspeisen

Würstelstand

von diesen gibt es nicht mehr sehr viele, heute essen die WienerInnen einen Fast Food Mix wie Falafel, Hotdogs, Würstel, Kebab, Noodles, Pizzen und Sandwiches. Der bekannteste Würstelstand ist der Bitzinger bei der Albertina mit einer großen Auswahl an verschiedenen Würsteln, hier muß ich leider auch wieder mit einem Klischee aufräumen: die Bestellung der WienerInnen erfolgt bei einem Würstelstand nicht mit dem überstrapazierten Satz im Wiener Dialekt „a Eitrige mit an Schoafn, an Buckl und an 16er-Blech“ (Käsekrainer mit scharfem Senf, einem Scherzel Brot und einer Dose Ottakringer Bier) wenn Du diese Bestellung aufgibst, weiß jeder dass Du ein Tourist bist:-)

Fiaker

sind eine Touristenattraktion die für mich allerdings mehr als fragwürdig ist (außer am Zentralfriedhof und in Schönbrunn), kaum ein/e WienerIn läßt sich mit einem Fiaker durch Wien kutschieren um Sisi und Franz Joseph I. zu spielen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen…

Wiener Beisl und Wiener Schnitzel

„echte“ Wiener Beisl gibt es nur mehr wenige und sie sind daher wieder sehr beliebt bei den WienerInnen, aber auch hier sind die „Eingeborenen“ nicht täglich zu finden und sie essen nicht jeden Tag ein Wiener Schnitzel. Das Original Wiener Schnitzel wird aus Kalbfleisch gemacht, heute besteht es oft aus Hühner- oder Putenfleisch oder aus Soja für Veganer oder Vegetarier.
Also wieder eine herbe Enttäuschung *gg*

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Heuriger und Wein

und nun die nächste Enttäuschung, die WienerInnen gehen nicht sooft zum Heurigen wie immer behauptet wird, wieder sind es sehr viele Wien-Besucher die einen Heurigen besuchen. WienerInnen trinken zwar gerne Wein, aber das geschieht auch nur ein paar mal im Monat und somit wurde auch dieses Klischee etwas entzaubert. Eine besondere Empfehlung ist der Wiener Wein, in Wien gibt es in etwa 612 Hektar Rebfläche, was für eine Großstadt einzigartig und ebenso einzigartig ist der kleinste Weingarten Wiens, er befindet sich im ersten Bezirk am Schwarzenbergplatz.

Demnächst mehr über den Wiener Wein

Freizeitvergnügungen

Auch hier sind es wieder nur Klischees, auch wenn nicht abzustreiten ist dass die WienerInnen Vergnügungen lieben, aber wer nicht? Diese Vergnügungen sind so vielfältig wie in jeder Großstadt, daher gehören Museen, Oper und Theater genauso dazu wie Vernissagen, Events und Musikveranstaltungen. Wien hat sehr viele traditionelle Ballveranstaltungen und trotzdem kann nicht jede/r WienerInnen Walzer tanzen, manche tun aber so wie wenn sie es könnten:-) Natürlich wird der Wiener Prater besucht, aber er zählt ebenso wenig zum Lebensinhalt der WienerInnen wie die anderen Klischees, ich bevorzuge lieber den grünen Prater, aber Geschmäcker sind bekanntlich sehr unterschiedlich. WienerInnen und der Tod sind ein eigenes Kapitel, es ist demnächst auf diesem Wien-Blog zu lesen.

Also sehr viel ist von den typischen Klischees nicht übrig geblieben, manche WienerInnen leben vieleicht diese Klischees oder sind schon selbst eines *gg*, aber das ist sicher eine Minderheit, der Rest sind Sagen und Legenden aus Wien. Wir WienerInnen sind, bis auf ein paar Eigenheiten, also nicht soo viel anders als viele meinen. Was meint Ihr dazu, schreibt mir Eure Erfahrungen.

Fotos

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wiener seelen,carsharing drivenow,wien-bilder

Wiener Seelen

was macht sie aus

Hier versuche ich als Wienerin die Wiener Seele halbwegs objektiv zu beschreiben, ob es mir als „Betroffene“ gelingt werden eure Reaktionen zeigen:-)

Den Wienern werden viele ihnen typische Eigenschaften zugeordnet, manche sind positiv und manche wieder sind negativ, aber gibt es wirklich einen so großen Unterschied zu den anderen Bundeslandbewohnern?
Ich denke dass es ihn gibt, da das Leben in der größten Stadt Österreichs mit ca 1,8 Millionen Einwohnern anders verläuft als in einem idyllischen Dorf mit 700 Einwohnern (nicht negativ gemeint), durch den großen Zuzug aus den Kronländern während der Monarchie erhielt Wien eine kulturelle Prägung, die bis heute in der Sprache, in der Küche und der Lebenseinstellung zu finden ist.

wie tickt die Wiener Seele

Die Wiener Seele ist gutmütig, etwas fatalistisch, lebenslustig, bequemlichkeitsliebend und läßt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen, Ruhe ist eine sehr wichtige Eigenschaft für die WienerInnen und daher wollen sie sich auch meist nicht mit Veränderungen anfreunden. Das Raunzen (nörgeln, jammern) hat in Wien Tradition und wird auch dementsprechend gepflegt;-), schon um die Jahrhundertwende waren die WienerInnen etwa mit architektonischen Veränderungen nicht zu begeistern, wie etwa das schnörkellose Looshaus am Michaelerplatz, es wurde „Haus ohne Augenbrauen“ genannt oder die Wiener Secession, diese wurde „Krauthappel“ (Kohlkopf) genannt. Eine der letzten großen Aufreger waren die Veränderungen der Mariahilferstraße zur Begegnungszone oder die Ampelpärchen in diesem Jahr, letztendlich wurden und werden jedoch die meisten Veränderungen vom Großteil der Wiener Bevölkerung doch angenommen und oft gefallen sie später sogar sehr gut.
Eine typische Eigenheit der Wiener Seele ist der Schmäh, einer der vielen Charakteristika der WienerInnen sind Humor, Lebenslust, Selbstironie, sich selbst und viele Situationen nicht als allzu wichtig zu betrachten. In gewisser Weise ist er ein Lebenskünstler, das zeigt sich in dem oft verwendeten Satz „schau ma mal“ und zeigt die Leichtigkeit des Seins, also ein gewisses Savoir-vivre;-)

Die WienerInnen sind im Grunde sehr friedliebend und gemütlich, da ihnen, wie schon oben erwähnt, ihre Ruhe sehr wichtig ist, aber die kleinen Unannehmlichkeiten des Alltags sorgen doch oft für kurzfristige Aufregungen. Die meisten lieben ihre Traditionen und sind auch sehr stolz daruf, diese ist aber nicht mit den üblichen Klischees zu verwechseln wie die der täglich Schnitzel essenden, Wein trinkenden und Walzer tanzenden WienerInnen.

Der Tod ist zwar ein Tabuthema, doch in keiner anderen Stadt wird so geliebäugelt mit ihm wie in Wien, aber keine Sorge, Ihr müßt das Thema nicht aufgreifen wenn Ihr mit WienerInnen ins Gespräch kommt.
Mehr zu diesem Thema in einem anderen Beitrag.

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Wiener Seelen lieben ihre Theater, Oper und Ihre Künstler (entweder hassen sie den Künstler oder sie lieben ihn), im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert war es fast schon eine kultische Verehrung, die heute zwar nicht mehr kultisch ist, aber eine gewisse Verehrung gibt es bis heute.

das goldene Wienerherz

manchesmal ist es sehr rasch zu finden oder macht sich gleich bemerkbar, manchesmal ist es etwas verborgen und es muß zuerst die rauhe Schale aufgekratzt werden bis es zum Vorschein kommt. Sehr oft ist bei den grantigen (schlecht gelaunt, mürrisch) und raunzenden Wienern sehr viel vom goldenen Herzen zu finden, daher lohnt es sich den Menschen hinter seiner raunzenden Schale oder seiner grantigen Fassade etwas besser kennenzulernen. Ihr werdet erstaunt sein, welch interessante und humorvolle Persönlichkeiten bei dem Grantler zum Vorschein kommen. Also lasst euch von der grantelnden Fassade nicht beirren, es steckt oft viel mehr Herzlichkeit dahinter als in der oberflächlich, vordergründigen Freundlichkeit mit dem aufgesetzten Dauergrinser.

Zitate über Wien

Karl Kraus „Der Wiener geht nicht unter.« Hoffnung oder Drohung? Vielleicht nur eine Höflichkeit, für »Unkraut verdirbt nicht“

Arthur Schnitzler „Die Kennworte des Wieners: Wie komm denn i dazu? Es zahlt sich ja net aus! Tun S‘ Ihnen nix an!“

Georg Kreisler „Wien bleibt Wien, das ist grad das Schöne dran. Wien bleibt Wien, daß man sich dran g’wöhnen kann“

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wiener schmäh, wienerisches

Wiener Schmäh

Was macht den Wiener Schmäh aus?

Der Wiener Schmäh charakteristiert den Wiener Humor und kann in jeder Art der Kommunikation verwendet werden. Er ist schwer zu definieren, da im typischen Wiener Schmäh viel Humor, Sarkasmus, Arglist, Melancholie und Boshaftigkeit zu finden ist, das ganze gibt es in freundlich, morbiden, grantelnden ( schlecht gelaunt), raunzenden und charmanten Versionen, oder auch alles in Einem.

Wisst Ihr jetzt was gemeint ist?;-)

Lachen ist eine sehr wichtige Eigenschaft der Österreicher und besonders der Wiener, daher hat Wien hat eine große Kabarett-Tradition und viele Kleinkunstbühnen mit großartigen Komödianten und Satirikern. Häufig wird der Wiener Schmäh mit dem Wiener Charme verwechselt, charmantes ist zwar dabei, aber der Schmäh setzt eine ironisch-zynische Distanz voraus. Ebenso wird er mit der Wiener Gemütlichkeit assoziiert, diese ist auch im Wiener Schmäh zu finden, aber es zeichnet ihn auch eine gewisse Unfreundlichkeit, Hintergründigkeit, Übertreibung und Schlitzohrigkeit aus. Bei geselligen Zusammensein „läuft“ oft der Schmäh als derb-liebenswerte und meist nicht ganz ernst gemeinte Form der Unterhaltung, was oft für Aussenstehende den Anschein des oberflächlichen und des nichts Ernst nehmen hat.

Sehr viele WienerInnen glauben einen Wiener Schmäh zu haben und viele haben ihn tatsächlich. Hinter diesem Schmäh steckt oft das lustig machen über andere, aber auch sehr viel Selbstironie und Situationskomik.

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Für die meisten Nichtwiener ist der Wiener Schmäh nicht einfach zu erklären, da es die Summe von vielen Eigenschaften ist. Ich nenne Euch einige typische Vertreter des Wiener Schmäh, die ihn etwas verständlicher machen.

Wiener Schmähtandler (Sprücheklopfer)

Hans Moser, jede/r kennt ihn wie er in den Filmen nuschelt (nuscheln ist nicht typisch für den Wiener Schmäh;-)) jammert, raunzt (lamentieren, nörgeln) und einer widrigen Situation trotzdem eine komische Seite abgewinnen kann.

Johann Nestroy führte die Tradition des Wiener Volkstheaters fort, aber er entwickelte auch Satiren wie „Zu ebener Erde und erster Stock“ die unterschiedliche soziale und sprachliche Welten aufzeigt.

Karl Farkas hatte in den 20er Jahren gemeinsam mit Fritz Grünbaum die Doppelconférence etabliert, nach dem Krieg war Ernst Waldbrunn sein neuer Partner, später Maxi Böhm, in den Doppelconferencen, an dessen Ende oft Farkas der „Dumme“ war.

Helmut Qualtinger der 1959 mit Carl Merz den Herrn Karl, den Opportunisten, schuf und der zur Personifikation vieler Österreicher und ihren Umgang mit dem Nationalsozialismus wurde.

Falco der den Wiener Schmäh mit Arroganz und Exaltiertheit, in seinen Liedern und als öffentliche Person, bis zur Perfektion verkörperte und leider viel zu früh starb.

Werner Schneyder, der Intellektuelle der Wort und Witz als Waffe geschickt einzusetzen weiß und sich auch einen Namen als Autor, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter und Sportkommentator gemacht hat.

Lukas Resetarits, der als grantelnder Kottan bekannt wurde, ist als Satiriker mit seinem Spott und Humor aus der Kabarettszene nicht mehr wegzudenken. Sein neuestes Kabarettstück heißt „Schmäh“.

Michael Niavarani, der Paradeperser der Nation (Vater Perser und Mutter Wienerin) macht „Richard III.“ von Shakespeare zu einer Komödie und die ist zur Zeit in der Globe Wien Marx Halle zu sehen.

Roland Neuwirth & Extremschrammeln sind der Inbegriff des entkitschten neuen Wienerliedes, mit etwas Blues, eine Prise etwas Rock´n´Roll, eine Hauch Funk und Jazz bringen sie den Menschen das Wiener Lied virtuos näher.

Raimund Korner war Wiens bekanntester U-Bahnfahrer (er ist seit 2012 in Pension) und beherrschte den Wiener Schmäh perfekt, er hatte mit seinen launigen Sprüchen die Gäste der U4 zum Lächeln und Lachen gebracht. Ich vermisse seine unterhaltsamen Durchsagen und es ist schade das es keinen „Nachfolger“in Sachen Schmäh gibt.

Versteht Du jetzt den Wiener Schmäh?:-)
Ich hoffe ich konnte das Geheimnis des Wiener Schmähs den Nichtwienern etwas näher bringen und er ist jetzt etwas verständlicher.

Literatur

„Wenn man trotzdem lacht“ Geschichten und Geschichte des österreichischen Humors, Georg Markus, Wien 2011 ISBN 978-3852188911

„Ich bleib noch ein bissl“ Flüssiges und Überflüssiges, , Wien 2014 ISBN 978-3850028806

Weblinks

Raimund Korners Ansagen auf Soundcloud

Werner Schneyder

Lukas Resetarits

Roland Neuwirth & Extremschrammeln

Michael Niavarani

wiener dialekt, wienerisch

Wiener Dialekt

Habidere – verstehst Du noch Wienerisch?

Das Wienerische wird in Wien und Umgebung gesprochen. Es wird zwischen dem bekannten Meidlinger Dialekt, das ist der mit dem betonten L, dem näselnden Schönbrunner Deutsch, dem Häfn Slang (Häfn= Gefängnis) oder Rotwelsch (wird heute fast nicht mehr gesprochen) und den unterschiedlichen Dialekten der 23. Bezirke. Das Wienerische ist ein weicher, melodischer Dialekt, der zu Verniedlichungen sowie Übertreibungen neigt und bei dem manche Begriffe zwei Eigenschaften besitzen.

Ich finde es schade das immer mehr Menschen nur ein Deutsch sprechen das an Fernsehen und Film angepasst ist, es gehört zu unserer Identität und sollte neben dem Hochdeutsch gesprochen und verstanden werden. Der Wiener Dialekt bringt manches mit einem oder wenigen Worten auf den Punkt, das im Hochdeutsch oft einiger Sätze bedarf.

Wien ist seit dem Spätmittelalter eine Stadt vieler Völker, die die Wiener Sprache geprägt haben. Die Alemannen, Baiern, Italiener, Franken, Slawen, Magyaren,Franzosen, die zwei Türkenbelagerungen trugen zur Bereicherung des Wiener Sprache bei. Sehr großen Einfluss hatte die Einführung der Schulpflicht, sie wurde von Maria Thersia eingeführt, sie bereicherte die Sprache mit lateinischen und französischen Ausdrücken. Auch das jiddische und die Erweiterung des Habsburg`schen Reiches prägte diese Sprache.

Die englische Sprache spielte ab der Industrialisierung im 19. Jahrhundert eine Rolle und Anglizismen sind heute aus der Sprache nicht mehr wegzudenken und wurden teilweise „verdeutscht“ wie z. B. „downloaden“ oder „einloggen“.

Die Französische Sprache spielte sehr lange eine grosse Rolle, sie wurde neben dem Schönbrunner Deutsch am Hof gesprochen. Heute werden oft noch Begriffe wie „Plafond“ (Zimmerdecke), „Trottoir“ (Gehsteig) oder „entrisch“ (im Deutschen ist „unheimlich“ oder „schaurig“ gemeint, es wurde vom französischen Wort „entre“= herein in „entrisch“ umgewandelt), verstanden und verwendet.

Sprichst Du noch Wienerisch?

Trotz des verschwindenten spezifischen Wortschatz, wird ein/e erfahrene/r WienerIn unterscheiden welchen sozialen Stand das Gegenüber hat und zwischen Hochdeutsch und dem Wiener Dialekt wählen. Es ist anzunehmen, das der Wiener Dialekt sich der deutschen Standard Umgangssprache anpassen und letztendlich leider verschwinden wird.

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Es gibt aber ein Entgegenwirken von Wiener Musikern, Kabarettisten und Schauspielern, damit das melodische Wienerische nicht in Vergessenheit gerät.

Hier ein paar typische Worte aus dem Wortschatz des Wienerischen:

  • Gschisti Gschasti= viel Aufheben oder Umstände machen
  • Gschmackig= wohlschmeckend (Neudeutsch: lecker) oder unterhaltsam
  • Pompfüneberer= Bediensteter der Leichenbestattung ( aus dem französischen: Pompes funèbres)
  • Pitzeln= heikel oder pedantisch sein
  • Pamperletsch= kleines Kind, das auch als Schmähwort eingesetzt werden kann
  • Seicherl= Kaffeesieb, Teesieb oder Feigling, geistig minderbemittelter Mensch
  • Schwips oder Schwipserl= leichter Rausch
  • Lamlåckad= faul, träge
  • Liesl, Lisl, Lieserl= Koseform für Elisabeth, Wiener Polizeigefangenhaus auf der Rossauerlände
  • Strizzi= Zuhälter
  • Schwarzkappler= Fahrscheinkontrollor bei den Öffis
  • Kiberer= Polizist
  • Gräuln,gräulen, kräulen= kriechen
  • oida Krautara= alter Mann, alter Nörgler

Pfiat eich, baba und foits net;-)

Literatur

Wörterbuch des Wienerischen, Robert Sedlaczek, Wien 2011

ISBN 978-3852188911

Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs, und Robert Sedlaczek, Wien 2012

ISBN 978-3866477346

Weblinks

Echt Wien