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wiener schmäh, wienerisches

Wiener Schmäh

Was macht den Wiener Schmäh aus?

Der Wiener Schmäh charakteristiert den Wiener Humor und kann in jeder Art der Kommunikation verwendet werden. Er ist schwer zu definieren, da im typischen Wiener Schmäh viel Humor, Sarkasmus, Arglist, Melancholie und Boshaftigkeit zu finden ist, das ganze gibt es in freundlich, morbiden, grantelnden ( schlecht gelaunt), raunzenden und charmanten Versionen, oder auch alles in Einem.

Wisst Ihr jetzt was gemeint ist?;-)

Lachen ist eine sehr wichtige Eigenschaft der Österreicher und besonders der Wiener, daher hat Wien hat eine große Kabarett-Tradition und viele Kleinkunstbühnen mit großartigen Komödianten und Satirikern. Häufig wird der Wiener Schmäh mit dem Wiener Charme verwechselt, charmantes ist zwar dabei, aber der Schmäh setzt eine ironisch-zynische Distanz voraus. Ebenso wird er mit der Wiener Gemütlichkeit assoziiert, diese ist auch im Wiener Schmäh zu finden, aber es zeichnet ihn auch eine gewisse Unfreundlichkeit, Hintergründigkeit, Übertreibung und Schlitzohrigkeit aus. Bei geselligen Zusammensein „läuft“ oft der Schmäh als derb-liebenswerte und meist nicht ganz ernst gemeinte Form der Unterhaltung, was oft für Aussenstehende den Anschein des oberflächlichen und des nichts Ernst nehmen hat.

Sehr viele WienerInnen glauben einen Wiener Schmäh zu haben und viele haben ihn tatsächlich. Hinter diesem Schmäh steckt oft das lustig machen über andere, aber auch sehr viel Selbstironie und Situationskomik.

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Für die meisten Nichtwiener ist der Wiener Schmäh nicht einfach zu erklären, da es die Summe von vielen Eigenschaften ist. Ich nenne Euch einige typische Vertreter des Wiener Schmäh, die ihn etwas verständlicher machen.

Wiener Schmähtandler (Sprücheklopfer)

Hans Moser, jede/r kennt ihn wie er in den Filmen nuschelt (nuscheln ist nicht typisch für den Wiener Schmäh;-)) jammert, raunzt (lamentieren, nörgeln) und einer widrigen Situation trotzdem eine komische Seite abgewinnen kann.

Johann Nestroy führte die Tradition des Wiener Volkstheaters fort, aber er entwickelte auch Satiren wie „Zu ebener Erde und erster Stock“ die unterschiedliche soziale und sprachliche Welten aufzeigt.

Karl Farkas hatte in den 20er Jahren gemeinsam mit Fritz Grünbaum die Doppelconférence etabliert, nach dem Krieg war Ernst Waldbrunn sein neuer Partner, später Maxi Böhm, in den Doppelconferencen, an dessen Ende oft Farkas der „Dumme“ war.

Helmut Qualtinger der 1959 mit Carl Merz den Herrn Karl, den Opportunisten, schuf und der zur Personifikation vieler Österreicher und ihren Umgang mit dem Nationalsozialismus wurde.

Falco der den Wiener Schmäh mit Arroganz und Exaltiertheit, in seinen Liedern und als öffentliche Person, bis zur Perfektion verkörperte und leider viel zu früh starb.

Werner Schneyder, der Intellektuelle der Wort und Witz als Waffe geschickt einzusetzen weiß und sich auch einen Namen als Autor, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter und Sportkommentator gemacht hat.

Lukas Resetarits, der als grantelnder Kottan bekannt wurde, ist als Satiriker mit seinem Spott und Humor aus der Kabarettszene nicht mehr wegzudenken. Sein neuestes Kabarettstück heißt „Schmäh“.

Michael Niavarani, der Paradeperser der Nation (Vater Perser und Mutter Wienerin) macht „Richard III.“ von Shakespeare zu einer Komödie und die ist zur Zeit in der Globe Wien Marx Halle zu sehen.

Roland Neuwirth & Extremschrammeln sind der Inbegriff des entkitschten neuen Wienerliedes, mit etwas Blues, eine Prise etwas Rock´n´Roll, eine Hauch Funk und Jazz bringen sie den Menschen das Wiener Lied virtuos näher.

Raimund Korner war Wiens bekanntester U-Bahnfahrer (er ist seit 2012 in Pension) und beherrschte den Wiener Schmäh perfekt, er hatte mit seinen launigen Sprüchen die Gäste der U4 zum Lächeln und Lachen gebracht. Ich vermisse seine unterhaltsamen Durchsagen und es ist schade das es keinen „Nachfolger“in Sachen Schmäh gibt.

Versteht Du jetzt den Wiener Schmäh?:-)
Ich hoffe ich konnte das Geheimnis des Wiener Schmähs den Nichtwienern etwas näher bringen und er ist jetzt etwas verständlicher.

Literatur

„Wenn man trotzdem lacht“ Geschichten und Geschichte des österreichischen Humors, Georg Markus, Wien 2011 ISBN 978-3852188911

„Ich bleib noch ein bissl“ Flüssiges und Überflüssiges, , Wien 2014 ISBN 978-3850028806

Weblinks

Raimund Korners Ansagen auf Soundcloud

Werner Schneyder

Lukas Resetarits

Roland Neuwirth & Extremschrammeln

Michael Niavarani

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Wiener Schmäh

Was macht den Wiener Schmäh aus?

Der Wiener Schmäh charakteristiert den Wiener Humor und kann in jeder Art der Kommunikation verwendet werden. Er ist schwer zu definieren, da im typischen Wiener Schmäh viel Humor, Sarkasmus, Arglist, Melancholie und Boshaftigkeit zu finden ist, das ganze gibt es in freundlich, morbiden, grantelnden ( schlecht gelaunt), raunzenden und charmanten Versionen, oder auch alles in Einem.

Wisst Ihr jetzt was gemeint ist?;-)

Lachen ist eine sehr wichtige Eigenschaft der Österreicher und besonders der Wiener, daher hat Wien hat eine große Kabarett-Tradition und viele Kleinkunstbühnen mit großartigen Komödianten und Satirikern. Häufig wird der Wiener Schmäh mit dem Wiener Charme verwechselt, charmantes ist zwar dabei, aber der Schmäh setzt eine ironisch-zynische Distanz voraus. Ebenso wird er mit der Wiener Gemütlichkeit assoziiert, diese ist auch im Wiener Schmäh zu finden, aber es zeichnet ihn auch eine gewisse Unfreundlichkeit, Hintergründigkeit, Übertreibung und Schlitzohrigkeit aus. Bei geselligen Zusammensein „läuft“ oft der Schmäh als derb-liebenswerte und meist nicht ganz ernst gemeinte Form der Unterhaltung, was oft für Aussenstehende den Anschein des oberflächlichen und des nichts Ernst nehmen hat.

Sehr viele WienerInnen glauben einen Wiener Schmäh zu haben und viele haben ihn tatsächlich. Hinter diesem Schmäh steckt oft das lustig machen über andere, aber auch sehr viel Selbstironie und Situationskomik.

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Für die meisten Nichtwiener ist der Wiener Schmäh nicht einfach zu erklären, da es die Summe von vielen Eigenschaften ist. Ich nenne Euch einige typische Vertreter des Wiener Schmäh, die ihn etwas verständlicher machen.

Wiener Schmähtandler (Sprücheklopfer)

Hans Moser, jede/r kennt ihn wie er in den Filmen nuschelt (nuscheln ist nicht typisch für den Wiener Schmäh;-)) jammert, raunzt (lamentieren, nörgeln) und einer widrigen Situation trotzdem eine komische Seite abgewinnen kann.

Johann Nestroy führte die Tradition des Wiener Volkstheaters fort, aber er entwickelte auch Satiren wie „Zu ebener Erde und erster Stock“ die unterschiedliche soziale und sprachliche Welten aufzeigt.

Karl Farkas hatte in den 20er Jahren gemeinsam mit Fritz Grünbaum die Doppelconférence etabliert, nach dem Krieg war Ernst Waldbrunn sein neuer Partner, später Maxi Böhm, in den Doppelconferencen, an dessen Ende oft Farkas der „Dumme“ war.

Helmut Qualtinger der 1959 mit Carl Merz den Herrn Karl, den Opportunisten, schuf und der zur Personifikation vieler Österreicher und ihren Umgang mit dem Nationalsozialismus wurde.

Falco der den Wiener Schmäh mit Arroganz und Exaltiertheit, in seinen Liedern und als öffentliche Person, bis zur Perfektion verkörperte und leider viel zu früh starb.

Werner Schneyder, der Intellektuelle der Wort und Witz als Waffe geschickt einzusetzen weiß und sich auch einen Namen als Autor, Schauspieler, Regisseur, Boxkampfrichter und Sportkommentator gemacht hat.

Lukas Resetarits, der als grantelnder Kottan bekannt wurde, ist als Satiriker mit seinem Spott und Humor aus der Kabarettszene nicht mehr wegzudenken. Sein neuestes Kabarettstück heißt „Schmäh“.

Michael Niavarani, der Paradeperser der Nation (Vater Perser und Mutter Wienerin) macht „Richard III.“ von Shakespeare zu einer Komödie und die ist zur Zeit in der Globe Wien Marx Halle zu sehen.

Roland Neuwirth & Extremschrammeln sind der Inbegriff des entkitschten neuen Wienerliedes, mit etwas Blues, eine Prise etwas Rock´n´Roll, eine Hauch Funk und Jazz bringen sie den Menschen das Wiener Lied virtuos näher.

Raimund Korner war Wiens bekanntester U-Bahnfahrer (er ist seit 2012 in Pension) und beherrschte den Wiener Schmäh perfekt, er hatte mit seinen launigen Sprüchen die Gäste der U4 zum Lächeln und Lachen gebracht. Ich vermisse seine unterhaltsamen Durchsagen und es ist schade das es keinen „Nachfolger“in Sachen Schmäh gibt.

Versteht Du jetzt den Wiener Schmäh?:-)
Ich hoffe ich konnte das Geheimnis des Wiener Schmähs den Nichtwienern etwas näher bringen und er ist jetzt etwas verständlicher.

Literatur

„Wenn man trotzdem lacht“ Geschichten und Geschichte des österreichischen Humors, Georg Markus, Wien 2011 ISBN 978-3852188911

„Ich bleib noch ein bissl“ Flüssiges und Überflüssiges, , Wien 2014 ISBN 978-3850028806

Weblinks

Raimund Korners Ansagen auf Soundcloud

Werner Schneyder

Lukas Resetarits

Roland Neuwirth & Extremschrammeln

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wiener dialekt, wienerisch

Wiener Dialekt

Habidere – verstehst Du noch Wienerisch?

Das Wienerische wird in Wien und Umgebung gesprochen. Es wird zwischen dem bekannten Meidlinger Dialekt, das ist der mit dem betonten L, dem näselnden Schönbrunner Deutsch, dem Häfn Slang (Häfn= Gefängnis) oder Rotwelsch (wird heute fast nicht mehr gesprochen) und den unterschiedlichen Dialekten der 23. Bezirke. Das Wienerische ist ein weicher, melodischer Dialekt, der zu Verniedlichungen sowie Übertreibungen neigt und bei dem manche Begriffe zwei Eigenschaften besitzen.

Ich finde es schade das immer mehr Menschen nur ein Deutsch sprechen das an Fernsehen und Film angepasst ist, es gehört zu unserer Identität und sollte neben dem Hochdeutsch gesprochen und verstanden werden. Der Wiener Dialekt bringt manches mit einem oder wenigen Worten auf den Punkt, das im Hochdeutsch oft einiger Sätze bedarf.

Wien ist seit dem Spätmittelalter eine Stadt vieler Völker, die die Wiener Sprache geprägt haben. Die Alemannen, Baiern, Italiener, Franken, Slawen, Magyaren,Franzosen, die zwei Türkenbelagerungen trugen zur Bereicherung des Wiener Sprache bei. Sehr großen Einfluss hatte die Einführung der Schulpflicht, sie wurde von Maria Thersia eingeführt, sie bereicherte die Sprache mit lateinischen und französischen Ausdrücken. Auch das jiddische und die Erweiterung des Habsburg`schen Reiches prägte diese Sprache.

Die englische Sprache spielte ab der Industrialisierung im 19. Jahrhundert eine Rolle und Anglizismen sind heute aus der Sprache nicht mehr wegzudenken und wurden teilweise „verdeutscht“ wie z. B. „downloaden“ oder „einloggen“.

Die Französische Sprache spielte sehr lange eine grosse Rolle, sie wurde neben dem Schönbrunner Deutsch am Hof gesprochen. Heute werden oft noch Begriffe wie „Plafond“ (Zimmerdecke), „Trottoir“ (Gehsteig) oder „entrisch“ (im Deutschen ist „unheimlich“ oder „schaurig“ gemeint, es wurde vom französischen Wort „entre“= herein in „entrisch“ umgewandelt), verstanden und verwendet.

Sprichst Du noch Wienerisch?

Trotz des verschwindenten spezifischen Wortschatz, wird ein/e erfahrene/r WienerIn unterscheiden welchen sozialen Stand das Gegenüber hat und zwischen Hochdeutsch und dem Wiener Dialekt wählen. Es ist anzunehmen, das der Wiener Dialekt sich der deutschen Standard Umgangssprache anpassen und letztendlich leider verschwinden wird.

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Es gibt aber ein Entgegenwirken von Wiener Musikern, Kabarettisten und Schauspielern, damit das melodische Wienerische nicht in Vergessenheit gerät.

Hier ein paar typische Worte aus dem Wortschatz des Wienerischen:

  • Gschisti Gschasti= viel Aufheben oder Umstände machen
  • Gschmackig= wohlschmeckend (Neudeutsch: lecker) oder unterhaltsam
  • Pompfüneberer= Bediensteter der Leichenbestattung ( aus dem französischen: Pompes funèbres)
  • Pitzeln= heikel oder pedantisch sein
  • Pamperletsch= kleines Kind, das auch als Schmähwort eingesetzt werden kann
  • Seicherl= Kaffeesieb, Teesieb oder Feigling, geistig minderbemittelter Mensch
  • Schwips oder Schwipserl= leichter Rausch
  • Lamlåckad= faul, träge
  • Liesl, Lisl, Lieserl= Koseform für Elisabeth, Wiener Polizeigefangenhaus auf der Rossauerlände
  • Strizzi= Zuhälter
  • Schwarzkappler= Fahrscheinkontrollor bei den Öffis
  • Kiberer= Polizist
  • Gräuln,gräulen, kräulen= kriechen
  • oida Krautara= alter Mann, alter Nörgler

Pfiat eich, baba und foits net;-)

Literatur

Wörterbuch des Wienerischen, Robert Sedlaczek, Wien 2011

ISBN 978-3852188911

Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs, und Robert Sedlaczek, Wien 2012

ISBN 978-3866477346

Weblinks

Echt Wien