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monumentaler dampfschornstein parlament,wien-bilder

Dampfschornsteine

die vergoldeten Dampfschornsteine des Wiener Parlaments

Sie sind nur sehr wenig bekannt, obwohl die 32m hohen Dampfschornsteine von vielen Blickwinkeln prachtvoll (besonders bei strahlenden Sonnenschein) entgegenblitzen. Seit dem Jahr 2006 glänzen die beiden Dampfschornsteine, auf Grunde der Renovierung und Herstellung in den vergoldeten Originalzustand, wieder in voller Pracht und Herrlichkeit. Zuvor sind sie kaum jemanden aufgefallen, da sie leider grau übermalen waren.

Der Baumeister und Architekt Theophil Hansen erhielt 1873 den Auftrag für den Bau des Parlaments im griechisch-klassischen Stil, er entwarf auch die Dampfschornsteine, die gusseisernen Zieraufsätze wurden 1881 vom Bildhauer Hugo Härdtl modelliert und anschließend in der Fürst Salmschen Eisengießerei Blansko in Mähren gegossen.
Dampfschornsteine in der herkömmlichen Form hätten die Ästhetik des Gesamtkunstwerk Parlament gestört, sie waren aber für die Heizungsanlage sehr wichtig, daher war es für Theophil Hansen ein Anliegen ihnen eine prachtvolle elegante Gestaltung angedeihen zu lassen.
Jeder Zieraufsatz hat ein Gesamtgewicht von etwa 10 Tonnen, er besteht aus über einhundert Gusseisenteilen und besitzt einen Funkenfänger aus Schmiedeeisen.

Hephaistos und seine Gesellen

Theophil Hansen gestaltete die beiden Dampfschornsteine in Form von ionischen Säulen, auf die er monumentale gusseiserne, vegoldete 5,8m hohe Zieraufsätze in Form von Blattornamenten, Muscheln, Löwenköpfen und je vier vollplastische „Gesellen des Hephaistos“ setzte.
Hephaistos war der griechische Gott des Feuers und der Metallurgie, er war ein geschickter Schmied und der einzige Handarbeiter unter den griechischen Göttern, sein Arbeitsplatz lag direkt unter dem Krater des Vulkans Aetna in Italien, seine Symbole waren das Feuer, Axt, Zange und Hammer. Da die Zieraufsätze aus Metall angefertigt wurden, scheint es kein Zufall zu sein das Hephaistos und seine Gesellen auf den Eisenaufsätzen zu bewundern sind.
In seiner Schmiede entstanden so berühmte Werke wie der Zepter und Donnerkeil des Zeus, der Wagen des Helios, die Gestalt der Pandora oder die Waffen und das Schild des Achilles.

die Dampfschornsteine erstrahlen wieder in voller Pracht

wie schon oben geschrieben, wurden die Dampfschornsteine von dem Architekt Hansen mit einer Vergoldung entworfen und auch so ausgeführt. Dies ist einem Offert des Maler- und Anstreichermeisters Frankenstein aus dem Jahr 1882 zu entnehmen: „Sämtliche Gusseisenarbeiten an den beiden Dampfrauchfängen … 3-mal mit in gutem Ölfirnis geriebenen Minium, 2-mal mit gelber Oelfarbe streichen und echt Vergolden“.
Im Laufe der Zeit wurden aber bei den verschiedenen Renovierungsarbeiten viele Gusseisenteile mehrfach übermalen, Verschraubungen oft unsachgemäß und außen sichtbar monitert, Gussteile verkittet, ein fehlendes Abdeckblech am Rücken einer der Figuren ganz einfach mit Zement abgedeckt und ähnliche Fehler begangen, ohne Rücksicht auf sachgemäße Restaurierung wurde schnell und billig „gepfuscht“.
Auf einem Aquarell des Malers Hans Ranzoni aus dem Jahr 1942 sind die Dampfschornsteine vergoldet und ohne Funkenkörbe, diese wurden, wie der mausgraue Anstrich, wahrscheinlich erst in der Nachkriegszeit angebracht, ein zweites Mal wurden sie in den 1980er Jahren übermalen.
Im Jahr 2006 war es soweit, bei dieser Sanierung wurde das Bundesdenkmalamtes eingebunden und während der Renovierung kamen tatsächlich noch Reste der Blattvergoldung zum Vorschein. Es war eine sehr aufwendige, langwierige und kostspielige Renovierung um die beiden Dampfschornsteine wieder in ihren prächtigen Originalzustand glänzen zu lassen, für diese Pracht wurden 20.000 Blättern Dukaten-Doppelgold verwendet.

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Die Dampfschornsteine haben auch jetzt noch eine Funktion, einer der beiden ist ein Teil des Reservekesselhauses und der andere dient als Auspuff für das Notstromaggregat.
Zum Glück verstärken sich in den letzten Jahren die Bemühungen in Sachen Denkmalpflege und Sanierung, viel zu viel wurde entweder demoliert und unsachgemäß „restauriert“.
Theophil Hansen hätte heute seine Freude an den beiden prächtigen Gold-Riesen.

Adresse

Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Wiener Linien: U2 bis Station Rathaus, U3 bis Station Volkstheater, Straßenbahnen 1, 2, 71 und D bis Station Stadiongasse/ Parlament

Öffi-App

Weblink

http://www.bda.at/

Literatur

Gabriela Krist: Metallrestaurierung – Metallkonservierung: Geschichte, Methode und Praxis (Konservierungswissenschaft. Restaurierung…, 2009
ISBN-13: 978-3205781967

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Dampfschornsteine

die vergoldeten Dampfschornsteine des Wiener Parlaments

Sie sind nur sehr wenig bekannt, obwohl die 32m hohen Dampfschornsteine von vielen Blickwinkeln prachtvoll (besonders bei strahlenden Sonnenschein) entgegenblitzen. Seit dem Jahr 2006 glänzen die beiden Dampfschornsteine, auf Grunde der Renovierung und Herstellung in den vergoldeten Originalzustand, wieder in voller Pracht und Herrlichkeit. Zuvor sind sie kaum jemanden aufgefallen, da sie leider grau übermalen waren.

Der Baumeister und Architekt Theophil Hansen erhielt 1873 den Auftrag für den Bau des Parlaments im griechisch-klassischen Stil, er entwarf auch die Dampfschornsteine, die gusseisernen Zieraufsätze wurden 1881 vom Bildhauer Hugo Härdtl modelliert und anschließend in der Fürst Salmschen Eisengießerei Blansko in Mähren gegossen.
Dampfschornsteine in der herkömmlichen Form hätten die Ästhetik des Gesamtkunstwerk Parlament gestört, sie waren aber für die Heizungsanlage sehr wichtig, daher war es für Theophil Hansen ein Anliegen ihnen eine prachtvolle elegante Gestaltung angedeihen zu lassen.
Jeder Zieraufsatz hat ein Gesamtgewicht von etwa 10 Tonnen, er besteht aus über einhundert Gusseisenteilen und besitzt einen Funkenfänger aus Schmiedeeisen.

Hephaistos und seine Gesellen

Theophil Hansen gestaltete die beiden Dampfschornsteine in Form von ionischen Säulen, auf die er monumentale gusseiserne, vegoldete 5,8m hohe Zieraufsätze in Form von Blattornamenten, Muscheln, Löwenköpfen und je vier vollplastische „Gesellen des Hephaistos“ setzte.
Hephaistos war der griechische Gott des Feuers und der Metallurgie, er war ein geschickter Schmied und der einzige Handarbeiter unter den griechischen Göttern, sein Arbeitsplatz lag direkt unter dem Krater des Vulkans Aetna in Italien, seine Symbole waren das Feuer, Axt, Zange und Hammer. Da die Zieraufsätze aus Metall angefertigt wurden, scheint es kein Zufall zu sein das Hephaistos und seine Gesellen auf den Eisenaufsätzen zu bewundern sind.
In seiner Schmiede entstanden so berühmte Werke wie der Zepter und Donnerkeil des Zeus, der Wagen des Helios, die Gestalt der Pandora oder die Waffen und das Schild des Achilles.

die Dampfschornsteine erstrahlen wieder in voller Pracht

wie schon oben geschrieben, wurden die Dampfschornsteine von dem Architekt Hansen mit einer Vergoldung entworfen und auch so ausgeführt. Dies ist einem Offert des Maler- und Anstreichermeisters Frankenstein aus dem Jahr 1882 zu entnehmen: „Sämtliche Gusseisenarbeiten an den beiden Dampfrauchfängen … 3-mal mit in gutem Ölfirnis geriebenen Minium, 2-mal mit gelber Oelfarbe streichen und echt Vergolden“.
Im Laufe der Zeit wurden aber bei den verschiedenen Renovierungsarbeiten viele Gusseisenteile mehrfach übermalen, Verschraubungen oft unsachgemäß und außen sichtbar monitert, Gussteile verkittet, ein fehlendes Abdeckblech am Rücken einer der Figuren ganz einfach mit Zement abgedeckt und ähnliche Fehler begangen, ohne Rücksicht auf sachgemäße Restaurierung wurde schnell und billig „gepfuscht“.
Auf einem Aquarell des Malers Hans Ranzoni aus dem Jahr 1942 sind die Dampfschornsteine vergoldet und ohne Funkenkörbe, diese wurden, wie der mausgraue Anstrich, wahrscheinlich erst in der Nachkriegszeit angebracht, ein zweites Mal wurden sie in den 1980er Jahren übermalen.
Im Jahr 2006 war es soweit, bei dieser Sanierung wurde das Bundesdenkmalamtes eingebunden und während der Renovierung kamen tatsächlich noch Reste der Blattvergoldung zum Vorschein. Es war eine sehr aufwendige, langwierige und kostspielige Renovierung um die beiden Dampfschornsteine wieder in ihren prächtigen Originalzustand glänzen zu lassen, für diese Pracht wurden 20.000 Blättern Dukaten-Doppelgold verwendet.

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Die Dampfschornsteine haben auch jetzt noch eine Funktion, einer der beiden ist ein Teil des Reservekesselhauses und der andere dient als Auspuff für das Notstromaggregat.
Zum Glück verstärken sich in den letzten Jahren die Bemühungen in Sachen Denkmalpflege und Sanierung, viel zu viel wurde entweder demoliert und unsachgemäß „restauriert“.
Theophil Hansen hätte heute seine Freude an den beiden prächtigen Gold-Riesen.

Adresse

Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Wiener Linien: U2 bis Station Rathaus, U3 bis Station Volkstheater, Straßenbahnen 1, 2, 71 und D bis Station Stadiongasse/ Parlament

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Gabriela Krist: Metallrestaurierung – Metallkonservierung: Geschichte, Methode und Praxis (Konservierungswissenschaft. Restaurierung…, 2009
ISBN-13: 978-3205781967

heiligenkreuzerhof wien,denkmalgeschützt

Heiligenkreuzerhof

befindet sich in einem der ältesten Stadtteile von Wien

Der denkmalgeschützte Heiligenkreuzerhof ist eines der schönsten und verborgensten barocken Innenhofensembles Wiens und besteht aus dem Stiftshof mit Prälatur und Kapelle sowie einem Zinshaus, der Hof liegt in der Inneren Stadt und die Zugänge befinden sich in der Grashofgasse und Schönlaterngasse. In der Grashofgasse befindet sich an der rechten Hausfront ein Wandbild mit einer Darstellung vieler kleinerer Inschriften des Stiftes Heiligenkreuz, sie stammen aus dem Jahr 1953, zu dieser Zeit wurde der Heiligenkreuzerhof renoviert.
Seine Geschichte führt weit zurück ins Mittelalter, das genaue Alter ist bis heute nicht geklärt, es wird vermutet das Teile des Hofes, die an das Haus Schönlaterngasse 7 angrenzen sogar bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Die ersten Aufzeichnungen gibt es ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert, der Heiligenkreuzerhof dürfte damals wahrscheinlich aus mehreren Häusern bestanden haben. Zu dieser Zeit erwarb das Zisterzienserstift Heiligenkreuz den Hof, dem er bis heute gehört, sie vereinigten ihn im 16. Jahrhundert zu einem großen Gebäude.

virtuelle Führung durch den Heiligenkreuzerhof

barockes Innenhofensemble und Bernhardikapelle

So wie Klöster wie z. B. in Zwettl oder Mailberg verfügte nun auch Heiligenkreuz über einen Ort in Wien an dem es seine wirtschaftlichen Produkte verkaufen konnte, gleichzeitig diente die Niederlassung den Äbten und anderen Stiftsangehörigen als Quartier während ihrer Wien-Aufenthalte. Seit 1221 besaß Wien mit dem Stadtrecht auch das Stapelrecht, das bedeutet dass jeder Kaufmann, der Waren nach Wien brachte, diese zum Verkauf anbieten mußte. Diese Güter wurden in den Besitzungen des Stiftes in tiefen Kellern gelagert, die im Laufe der Jahrhunderte riesige Ausmaße annahmen, unter dem Heiligenkreuzerhof befindet sich bis heute ein riesiges 5 Etagen umfassendes Kellernetz.

Die Bernhardskapelle liegt neben der Prälatur an der Schönlaterngasse und ist wegen ihrem hochbarocken Interieur bekannt. Abt Klemens Schäffer ließ von 1659 bis 1676 einen ausgedehnten Umbau durchführen und die seit langem bestehende „Kapelle zum heiligen Bernhard von“ neu erbauen, zu dieser Zeit wurde auch der „Prälathof“ durch eine niedrige Gartenmauer vom restlichen Hof abgetrennt und im Jahr 1730 wurde sie durch Abt Robert Leeb mit einem Hochaltarbild von Martino Altomonte geschmückt. Die Kapelle liegt ein wenig versteckt, aber ein Besuch des prachtvoll gestalteten Raums ist sehenswert (leider wird die Kapelle nur für mehr für Führungen geöffnet), in der Sakristei befindet sich der Basiliskenbrunnen, über den es eine bekannte Wiener Sage gibt. Das Portal mit der Büste des Heiligen und die geschnitzten Seitenaltäre stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurden von Giovanni Giuliani geschaffen. Der berühmte Künstler lebte als Familiar im Klosterverband und schuf dort das prachtvolle Chorgestühl der Kirche, sein bekanntester Schüler war Georg Rafael Donner (Donnerbrunnen am Hohen Markt). Die barocke Anlage wurde 1769/1770 und die Kapelle im Jahr 1780 nochmals erneuert und der im Innenhof befindliche Brunnen besitzt ein Wappen des Stiftes mit der Inschrift „ACSH 1670“.
Seit dieser letzten Erneuerung hat der Heiligenkreuzerhof sein heutiges Aussehen und die Häuser sind die ältesten Zinshäuser in Wien.

Künstler im Heiligenkreuzerhof

hier wohnten unter anderem Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, der Gründer der PanEuropa Bewegung und Vater der Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, der österreichische Schauspieler Helmut Qualtinger (beide haben eine Gedenktafel im Hof), Martino Altomonte, er war wie Giovanni Giuliani Familiar der Zisterzienser und starb in seiner Wohnung im Heiligenkreuzerhof. Bischof Kollonitsch, in seinen Jugendjahren als Malteserritter im Kampf gegen die Türken an vorderster Front aktiv, Ignaz Franz Castelli, der Gründer des Wiener Tierschutzvereins und Eduard Pötzl, österreichischer Journalist und Feuilletonist.

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Im Heiligenkreuzerhof befindet sich das Ausstellungszentrum der Universität für angewandte Kunst, es steht für seine Absolventen und Absolventinnen mietkostenfrei für Ausstellungen zur Verfügung.

Die barocke Schönheit des Hofes wird leider durch die Anrainerparkplätze ein wenig getrübt, wie in vielen Gassen des ersten Bezirkes, jedoch ist eines der vielen verborgenen Juwele in der Wiener Innenstadt.

Adresse

1.Grashofgasse 3 / Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

Wiener Linien: U1 und U4 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Weblinks

https://bernardikapelle.wordpress.com/
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Heiligenkreuzer_Hof

Literatur

Georg Hamann: Wien-Lexikon, 2007
ISBN-13: 978-3800071166

sisi-kapelle,am himmel,freiherr von sothen

Sisi-Kapelle

die eigentlich Elisabethkapelle heißt

ist eine Waldkapelle im neugotischen Stil im und befindet sich auf dem Pfaffenberg „am Himmel“ in der Nähe des Cobenzl und der Bellevuehöhe.

Johann Carl Freiherr von Sothen gab die Kapelle anläßlich der Hochzeit des Kaisers Franz Joseph I. mit Elisabeth, Herzogin von Bayern im Jahre 1854 in Auftrag und sie diente der Huldigung des frisch vermählten Kaiserpaares, weiers war sie auch als Grabstätte für den Freiherr von Sothen und seiner Gattin Franziska gedacht. Da Kaiserin Elisabeth im Volksmund „Sisi“ genannt wurde, hieß die Elisabethkapelle sehr rasch Sisi-Kapelle.

Sie wurde nach Plänen von Johann Garben und Stadtbaumeister Josef Kastan errichtet, sie war damals ein absolutes Novum, da es in Wien bis dahin keine neugotischen Gebäude gab. Weitere architektonische Werke des Johann Garben sind der Kursalon im Wiener Stadtpark, das Gittertor für den Wiener Stadtpark und etliche Miethäuser im ersten und neunten Wiener Bezirk.

Wer war Johann Carl Freiherr von Sothen?

Er war ein sehr widersprüchlicher Mensch, da er einerseits als Wohltäter bekannt war, aber andererseits seine Bediensteten ausbeutete. Er besaß einen kleinen Laden im ersten Bezirk, in dem er Lose verkaufte und mit dem von ihm in Wien eingeführten, fragwürdigen Promessenspielen Millionen verdiente.
Auszug: Allgemeine Zeitung, J.G. Cotta’schen, Buchhandlung 1838
„Dieses Promessenspiel, oder das Verheuern und Vermiethen von Staatsanlehens -Loosen ist vielmehr, weil es zu den gröbsten Betrügereien Gelegenheit und Veranlassung gibt“.

Nach dem Bau der Sisikapelle protzte er damit, das durch seine Stiftung 15.000 Jahre lang Messen für sein Seelenheil gelesen werden könnten. Solche Angeber kennen wir auch heute, diese Typen sterben wohl nie aus.

Johann Carl Freiherr von Sothen starb keinen friedlichen Tod, er wurde 1881 von seinem Förster erschossen und in der Sisi-Kapelle beigesetzt. Seine Ehefrau, Franziska Freiin von Sothen starb 1903 und wurde neben ihm beigesetzt.

die Geschichte der Sisi-Kapelle

Im Jahr 1911 erbte der Nonnenorden “Zum armen Kinde Jesu” den Familienbesitz der von Sothens und renovierte anschließend die Elisabethkapelle. Im 2. Weltkrieg wurde auch die Sisikapelle schwer beschädigt und war dann jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben.
Im Jahr 1975 entging dieses Juwel nur knapp dem Abriss, in dieser Zeit und in den Jahren zuvor war man nicht sehr zimperlich beim demolieren und abreißen historischer Gebäude, um dann so profane Architektur, wie z.B. die von Carl Appel, hinzuklotzen.

Tatsächlich rettete nur der Beschluss des Bundesdenkmalamtes die Sisi-Kapelle 1975 vor dem Abbruch, da jedoch etliche Rettungsversuche am nötigen Geld scheiterten, verfiel das Gebäude immer mehr und Vandalen trugen das ihre dazu bei, bis es fast zu gänzlichen Zerstörung kam. Die einzige Maßnahme war die Zumauerung des Eingangs und der Fenster.

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Die sakralen Einrichtungsgegenstände waren längst „verschwunden“ bzw. in Sicherheit gebracht worden. Das bemerkenswerte Altarbild von Leopold Kupelwieser („Maria als Himmelskönigin mit drei Heiligen“) wurde bereits zu Kriegsbeginn in Sicherheit gebracht, es ist heute restauriert und befindet sich im Wiener Diözesanmuseum.

Rettung fünf Minuten vor zwölf

Der gemeinnützige Verein „Kuratorium Wald“ erwirbt 2002 das Gebäude sowie das Grundstück und stellte sich bis zum 150. Geburtstag der Kapelle das Ziel, das dieses neugotische Juwel komplett saniert wird und rein äußerlich den strengen Maßstäben der Denkmalschützer entspricht. Der Wiener Altstadtsanierungsfonds stellte dafür 475.000 Euro bei, die restlichen 300.000 Euro kamen über eine organisierte Spendenaktion des „Kuratorium“, die von vielen Firmen und privaten Spendern unterstützt wurde.
Die sterblichen Überreste der von Sothens wurden 2003 in der neugebauten Gruft an der Südseite der Sisi-Kapelle beigesetzt.

Die Restaurierung wurde mit viel Liebe und detaillierter Kleinarbeit umgesetzt und am 8. Juli 2006 wurde die Sisikapelle in neuer Konzeption mit der Auftragskomposition “Kryptomnesie” von O.M. Zykan in der Lichtinszenierung von Hans Hoffer feierlich eröffnet.

Innen erinnert fast nichts mehr an den ursprünglichen sakralen Zweck der Elisabeth-Kapelle, sie ist jetzt ein Ort an dem sich Natur und Kunst durchdringen sollen. Ein “Kreuzweg der Natur” wird auf vierzehn in die Wand eingelassenen Flachbildschirmen gezeigt.

Die Sisi-Kapelle steht für eine Vielzahl an kulturellen oder privaten Verwendungen wie Konzerte, Lesungen, Firmen- und Privatfeiern, Hochzeiten, Seminare uvm. zur Verfügung, sie ist auch technisch sehr gut mit einer Multisoundanlage (Innen- und Außenbeschallung), 14 Flatscreens, Ledscheinwerfer und optionaler Breitband-Internetanschluss ausgestattet.

Ein Sommerfest oder eine Trauung in der Sisi-Kapelle, die mitten im schönen Wienerwald steht, und dem angrenzende Café Restaurant Oktogon am Himmel zu veranstalten bzw. zu vollziehen ist doch eine sehr schöne und romantische Idee, findet ihr nicht auch?

Adresse
1190 Wien, Himmelstraße Ecke Höhenstraße

Wiener Linien: 38A bis zum Cobenzl

Öffi-App

Öffnungszeiten Oktogon und Kontakt
ganzjährig geöffnet
März bis Oktober:
Mittwoch bis Freitag: 12.00 bis 22.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 11.00 bis 22.00 Uhr
Montag, Dienstag Ruhetag

November bis Februar:
Donnerstag, Freitag: 12.00 bis 22.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 11.00 bis 22.00 Uhr
Montag, Dienstag, Mittwoch Ruhetag
Küche durchgehend bis 20.30 Uhr

himmel@himmel.at

Weblinks

https://www.falter.at/web/ffiw/detail.php?id=4396

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtleben/301385_Von-der-Ruine-zum-Kleinod-Sisi-Kapelle-am-Himmel.html

http://www.himmel.at

http://www.himmel.at/sisi-kapelle/

http://www.himmel.at/oktogon/cafe-restaurant/

villa-vojcsik-front

Villa Vojcsik

Secessionistische Architektur von Otto Schönthal

Die Villa Vojcsik wurde 1901 in Hütteldorf, das damals ein Teil des 13. Bezirks Hietzing war, von dem 23 jährigen Otto Schönthal im secessionistischen Stil für Dr. Ladislaus Vojcsik entworfen, dieser war der Hausarzt Otto Wagners.

Otto Schönthal besuchte die Meisterschule Otto Wagners und war nach Abschluss des Studiums einige Jahre im Atelier von Wagner tätig und an Projekten wie der prominenten Kirche am Steinhof und dem Baujuwel der Wiener Moderne, der Postsparkassa, tätig.

Die Villa Vojcsik wurde 2005 nach historischen Fotos restauriert und fehlende Fassadenstrukturen wurden ersetzt, diese Villa ist ein positives Beispiel für eine behutsame Restaurierung, diese sollte öfters bei den vielen historischen Gebäuden in Wien angewendet werden.

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Beim Anblick der prächtigen Villa fällt mir die zweite (kleine) Villa Wagner in der Hüttelberstrasse ein, die eine gewisse Ähnlickeit mit der Villa Vojcsik aufweist. Das architektonische Prachstück ist eines der wenigen realisierten Objekte der couragierten Entwürfe der Wagnerschule um.

Das Haus befindet sich in 1140 Wien und ist noch heute im Besitz der Familie Vojcsik.

Adresse

Linzer Straße 375, 1140 Wien

Wiener Linien: Linie 49 oder 47 B bis Bahnhofstraße

Öffi-App

Villa Vojcsik auf Google Maps

ruedigerhof,wien,jugendstil

Ruedigerhof

Eines der schönsten Jugenstilhäuser

Jugendstil Architektur findet sich in fast allen Wiener Bezirken, ein kompaktes Viertel gibt es in Wien nicht. Es hat den Vorteil, das fast jeder Bezirk einige Jugendstil Prunkstücke aufweisen kann, daher erlebt der Wien-Besucher auch ausserhalb der City so manche Überraschung.


Einer der schönsten Jugendstil Bauten wurde von Oskar Marmorek 1902 in der Hamburgerstrasse 20 erbaut und ist als Rüdigerhof bekannt. Das heute unter Denkmalschutz stehende Haus wurde inzwischen prachtvoll restauriert, der in Weiß, Blau und Gold gehaltene Baukörper und die verschiedene Putzformen, wie etwa ein Wellenputz im Sockelbereich beeindrucken ebenso, wie das auf der Höhe eines Halbstocks befindliche Kaffeehaus.

Im Rüdigerhof wohnte der überaus beliebte Operettensänger und Operettenbuffo, Kabarettist und Komponist Ernst Arnold.

Dem Architekt Oskar Marmorek verdankt Wien etliche beachtliche Bauten, wie z. B. den Nestroyhof am Nestroyplatz 1, die Wohnhäuser Lindengasse 4 oder Windmühlgasse Nr30 und 32. Er gestaltete zahlreiche große Ausstellungen im Prater, wie die berühmte Schau „Venedig in Wien“, die am 18. Mai 1895 im Wiener Prater eröffnet wurde.

Wie schon oben geschrieben, ist es für mich eines der schönsten Jugendstilhäuser in Wien.

Café Rüdigerhof


Die Einrichtung des Kaffeehauses ist ein gelungener Mix aus Jugendstil und 50er Jahre, was den  Charme dieses Kaffehauses ausmacht. Teilweise ist die Originaleinrichtung noch erhalten.

Sehr originell finde ich die außen gepolsterten Toilettentüren und die Telefonkabine aus den 50ern. Der Gastgarten zählt zu einen der schönsten in Wien, mit Blick auf die rechte und linke Wienzeile, Wienfluss und dem prachtvollen Jugendstilhaus.

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Seit den 50er Jahren befindet sich das Café Rüdigerhof im Besitz der Fam. Halper, es wurde vor ca 3 Jahren restauriert und erstrahlt wieder in voller Pracht.

Das Café weist eine Besonderheit auf, im Gastgarten können laue Sommernächte bis 2h genossen werden, das ist sicher einmalig in Wien.

Adresse

Hamburgerstrasse 20, 1050 Wien

Wiener Linien: U4 bis Kettenbrückengasse

Öffi-App

Literatur

Unbekanntes Wien: Verborgene Schönheit. Schimmernde Pracht, Wien 2010, ISBN 978-3854315131

 

hofburgzaun,wien,burggarten

Hofburgzaun

Zaun der Hofburg


Der Hofburgzaun erstrahlt seit etlichen Jahren, zumindest beim Burgtor, wieder in den Originalfarben rot-gold und nicht im simplen Schwarz.

Schön das man sich hier auf den Ursprung besonnen hat, ich finde das an historischen Gebäuden nicht experimentiert werden soll.

Der Hofburgzaun ist ein repräsentativer historischer Eisenzaun mit Steinsockel im Stil des Neo-Barocks, der den Burggarten, Heldenplatz und Volksgarten gegen die Ringstrasse eingrenzt.

Er wurde im Zuge des Ringstrassenbaus und der Erweiterung der Hofburg in Auftrag gegeben und nach dem Entwurf von Moritz Löhr in der Fürst Salmschen Eisengießerei in Südmähren hergestellt.

Der historische Zaun führt vom Burggartentor beim Palmenhaus durchgängig am Heldenplatz entlang und um den Volksgarten, daher gehören diese Anlagen des Burggarten, Heldenplatzes und Volksgarten zum Ensemble der Hofburg.

Historischer Hofburgzaun im Neo-Barock


Die ursprüngliche Farbe des Zaun war in roter und goldener Farbe gehalten, aber im Laufe der Zeit wurde der Zaun schwarz gestrichen. Nach Restaurierungsarbeiten in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Teil im Bereich des Burgtores wieder in die ursprünglichen Farben zurückversetzt und erstrahlt im neuen Glanz der rot-goldenen Farben.

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Der Hofburgzaun sieht in den Originalfarben weitaus schöner aus als der restliche schwarze Zaun. Die Restaurierungsarbeiten sind jedoch sehr zeitaufwendig, da der Zaun komplett bis auf die Fundamente zerlegt wird, die Sandsteinbasis wieder instand gesetzt und fehlende Teile ersetzt werden müssen. Der Zahn der Zeit hat auch vor Rost nicht halt gemacht und die Rostentfernung ist ebenfalls sehr aufwendig.