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art nouveau französische botschaftschwarzenbergplatz

französische Botschaft in Wien

Art Nouveau am Schwarzenbergplatz

Das Gebäude der französischen Botschaft hat mich schon als Kind fasziniert, jedes Mal wenn wir vorbei spazierten fragte ich meine Eltern warum wir hier nicht wohnen;-) zu Hause zeichnete ich immer das Palais nach, es gehörte zu meinen frühkindlichen Werken wie das Parlament und Rathaus.
Heute wohne ich noch immer nicht in dem Art Nouveau Palais, aber ich finde es nach wie vor sehr faszinierend:-).

Im Jahr 1909 wurde die neue französische Botschaft am Schwarzenbergplatz 12 eröffnet wurde, Gespräche über einen Neubau einer französischen Botschaft gingen auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück, die französischen Diplomaten hatten immer in angemieteten Häusern logiert und bis 1909 keine eigenständige Residenz besessen. Das letzte angemietete Haus war das Palais Lobkowitz, der Botschafter Agénor de Gramont beschwerte sich in Paris, dass er das französische Kaiserpaar im angemieteten Palais Lobkowitz nicht würdig empfangen könne, da die öffentlichen Pferdefuhrwerke ihren Standplatz vor der Botschaft hätten und die Geruchsbelästigung zu groß sei.


Anlässlich der Stadterweiterung verkaufte die Stadt Wien im Mai 1901, nach zähen Verhandlungen mit dem Wiener Stadterweiterungsfonds, der Republik Frankreich drei Parzellen. Im Mai dieses Jahres wurde der Kaufvertrag unterfertigt und vom Wiener Bürgermeister Karl Lueger gegengezeichnet.
Den Bauauftrag erhielt der Architekt O. Carre gemeinsam mit der Wiener Baufirma Bauque & Pio, im Jahr 1901 wurden die Arbeiten aus unbekannten Gründen dem jungen französische Architekt Georges-Paul Chédanne, der bei der Weltausstellung 1899 einen Grand Prix gewonnen und in Paris die legendären Galeries Lafayette erbaut hatte, übertragen.

die Legenden um die französische Botschaft

In dieser Zeit begann auch die Gerüchteküche um das im Art Nouveau erbauten Gebäude zu brodeln. Ein anderes Gerücht verbreitete sich, dass die Architekturpläne mit den Plänen für Konstantinopel vertauscht worden wären oder sogar in Kairo, was sehr merkwürdig ist, da es zu dieser Zeit keine Botschaft in Ägypten gab. Die Legende der vertauschten Pläne könnten daher kommen, dass der Verwalter im Jahr 1912 mit der Möblierung der Botschaften in Wien sowie für Konstantinopel beauftragt wurde.

Das Palais im französischen Jugendstil

ist ein prächtiges dreistöckiges Gebäude, dass Parallelen zur französischen Palastarchitektur des 18.Jahrunderts aufweist. Auffallend ist das Fehlen eines Portales an der Hauptfassade, der Haupteingang befindet sich mit seiner geschwungenen Marquise auf der Rückseite, auf seinem Giebel befinden sich die stolzen Initialen der République Française – R.F., diese sind von drei weiblichen Figuren umgeben und versinnbildlichen die Liberté, Égalité und Fraternité. Der Blickfang an der Hauptfassade sind die, als zwei große Reliefs dargestellten, weiblichen Figuren aus vergoldeter Bronze, sie stellen die französisch-österreichische Freundschaft durch die Allegorien der „Austria“ und der „France“ dar, die einander die Ehre erweisen.

Die „Austria“ stammt vom Bildhauers Paul Gasq, die „France“ wurde vom Bildhauer François Sicard entworfen. Das Gebäude und die Innenräume präsentieren den französischen Jugendstil, die Möbel, Stoffe, Geschirr, Beleuchtungskörper uvm. wurden von den bedeutendsten Künstler Frankreichs entworfen, der aufwendige Aufzug wurde von der Wiener Firma Freissler und Füglister hergestellt. Der französische Möbeldesigner Louis Majorelle fertigte in seinem Kunsthandwerksatelier in Nancy unter anderem die geschwungenen Fenster- und Balkongeländer entlang der Fassaden an oder die prunkvollen Geländers entlang der Ehrentreppe.

das Art Nouveau Gebäude wurde als Affront empfunden

und traf nicht den Geschmack der WienerInnen, sie fanden den Stil als fremdartig und auch „orientalisch“, obwohl sich die meisten schon an die exotische, im Jahr 1890, erbaute Zacherlfabrik gewöhnt hatten. Die Wiener hatten sehr oft Vorbehalte gegen Neues, diese konservative Einstellung ist manchesmal auch heute noch zu finden.

Das „Illustrierte Extrablatt“ schrieb damals von dem „im Barockstil gehaltenen Palais..“, M. Paul meinte im Jahr 1910 in seinem Buch „Technischer Führer durch Wien“: „als ein Fremdling im architektonischen Bilde unserer Stadt“. Der Inspektor des französischen Außenministeriums für Immobilien hingegen meinte, „daß es Frankreich zu Ehren gereicht“.

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Die Gestaltungsweise im französischen Art Nouveau konnte in Wien jedenfalls nicht Fuß fassen, denn das Gebäude „verrät sofort, dass sein Architekt kein Wiener war“, wie selbst Ákos Moravánszky, Professor für Architekturtheorie, in seinem Buch „Die Architektur der Donaumonarchie“ aus dem Jahr 1988 formuliert.

Anfang der zwanziger Jahre, als sich die österreichisch-französischen Beziehungen wieder einmal auf einem Tiefstand befanden, lehnten auch die Franzosen den Baustil als entsetzlich ab. Der damaliger Botschafter verurteilte den zweifelhaften Geschmack und den fehlenden Einklang mit dem Stil des Hauses Habsburg, nach Ende des ersten Weltkrieges wurde sogar der Verkauf, des als unproportioniert befundenen Gebäudes, erwogen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus beschädigt, und der neue französische Hochkommissar Antoine Bethouart nahm lieber in Hütteldorf Quartier, als in der Nähe der Russen. Fast wäre die französische Botschaft abgerissen worden, zum Glück hatte sich der damalige französische Kulturminister und bedeutende Literat Andre Malraux für ihren Erhalt eingesetzt.

Die Umbauarbeiten waren nicht mit gutem Geschmack gesegnet, aber umso mehr mit Zerstörung, es wurde die prächtige Ornamentik massiv zerstört und die großen Empfangsräume wurden zum Teil in Büros umgewandelt.

Aber trotz allem ist das Palais am Schwarzenbergplatz 12 ein Prunkstück seiner Epoche.

Adresse

Technikerstraße 2, 1040 Wien

Wiener Linien: Linie 71 oder D bis Schwarzenbergplatz

Öffi-App

Literatur

Architektur der Diplomatie: Repräsentation in europäischen Botschaftsbauten, 1800-1920 von Jakob Hort, 2014
ISBN-13: 978-3525101339

Weblinks

http://www.ambafrance-at.org/-Deutsch-

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Franz%C3%B6sische_Botschaft

http://www.architektenlexikon.at/de/76.htm

art nouveau französische botschaftschwarzenbergplatz

französische Botschaft in Wien

Art Nouveau am Schwarzenbergplatz

Das Gebäude der französischen Botschaft hat mich schon als Kind fasziniert, jedes Mal wenn wir vorbei spazierten fragte ich meine Eltern warum wir hier nicht wohnen;-) zu Hause zeichnete ich immer das Palais nach, es gehörte zu meinen frühkindlichen Werken wie das Parlament und Rathaus.
Heute wohne ich noch immer nicht in dem Art Nouveau Palais, aber ich finde es nach wie vor sehr faszinierend:-).

Im Jahr 1909 wurde die neue französische Botschaft am Schwarzenbergplatz 12 eröffnet wurde, Gespräche über einen Neubau einer französischen Botschaft gingen auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück, die französischen Diplomaten hatten immer in angemieteten Häusern logiert und bis 1909 keine eigenständige Residenz besessen. Das letzte angemietete Haus war das Palais Lobkowitz, der Botschafter Agénor de Gramont beschwerte sich in Paris, dass er das französische Kaiserpaar im angemieteten Palais Lobkowitz nicht würdig empfangen könne, da die öffentlichen Pferdefuhrwerke ihren Standplatz vor der Botschaft hätten und die Geruchsbelästigung zu groß sei.


Anlässlich der Stadterweiterung verkaufte die Stadt Wien im Mai 1901, nach zähen Verhandlungen mit dem Wiener Stadterweiterungsfonds, der Republik Frankreich drei Parzellen. Im Mai dieses Jahres wurde der Kaufvertrag unterfertigt und vom Wiener Bürgermeister Karl Lueger gegengezeichnet.
Den Bauauftrag erhielt der Architekt O. Carre gemeinsam mit der Wiener Baufirma Bauque & Pio, im Jahr 1901 wurden die Arbeiten aus unbekannten Gründen dem jungen französische Architekt Georges-Paul Chédanne, der bei der Weltausstellung 1899 einen Grand Prix gewonnen und in Paris die legendären Galeries Lafayette erbaut hatte, übertragen.

die Legenden um die französische Botschaft

In dieser Zeit begann auch die Gerüchteküche um das im Art Nouveau erbauten Gebäude zu brodeln. Ein anderes Gerücht verbreitete sich, dass die Architekturpläne mit den Plänen für Konstantinopel vertauscht worden wären oder sogar in Kairo, was sehr merkwürdig ist, da es zu dieser Zeit keine Botschaft in Ägypten gab. Die Legende der vertauschten Pläne könnten daher kommen, dass der Verwalter im Jahr 1912 mit der Möblierung der Botschaften in Wien sowie für Konstantinopel beauftragt wurde.

Das Palais im französischen Jugendstil

ist ein prächtiges dreistöckiges Gebäude, dass Parallelen zur französischen Palastarchitektur des 18.Jahrunderts aufweist. Auffallend ist das Fehlen eines Portales an der Hauptfassade, der Haupteingang befindet sich mit seiner geschwungenen Marquise auf der Rückseite, auf seinem Giebel befinden sich die stolzen Initialen der République Française – R.F., diese sind von drei weiblichen Figuren umgeben und versinnbildlichen die Liberté, Égalité und Fraternité. Der Blickfang an der Hauptfassade sind die, als zwei große Reliefs dargestellten, weiblichen Figuren aus vergoldeter Bronze, sie stellen die französisch-österreichische Freundschaft durch die Allegorien der „Austria“ und der „France“ dar, die einander die Ehre erweisen.

Die „Austria“ stammt vom Bildhauers Paul Gasq, die „France“ wurde vom Bildhauer François Sicard entworfen. Das Gebäude und die Innenräume präsentieren den französischen Jugendstil, die Möbel, Stoffe, Geschirr, Beleuchtungskörper uvm. wurden von den bedeutendsten Künstler Frankreichs entworfen, der aufwendige Aufzug wurde von der Wiener Firma Freissler und Füglister hergestellt. Der französische Möbeldesigner Louis Majorelle fertigte in seinem Kunsthandwerksatelier in Nancy unter anderem die geschwungenen Fenster- und Balkongeländer entlang der Fassaden an oder die prunkvollen Geländers entlang der Ehrentreppe.

das Art Nouveau Gebäude wurde als Affront empfunden

und traf nicht den Geschmack der WienerInnen, sie fanden den Stil als fremdartig und auch „orientalisch“, obwohl sich die meisten schon an die exotische, im Jahr 1890, erbaute Zacherlfabrik gewöhnt hatten. Die Wiener hatten sehr oft Vorbehalte gegen Neues, diese konservative Einstellung ist manchesmal auch heute noch zu finden.

Das „Illustrierte Extrablatt“ schrieb damals von dem „im Barockstil gehaltenen Palais..“, M. Paul meinte im Jahr 1910 in seinem Buch „Technischer Führer durch Wien“: „als ein Fremdling im architektonischen Bilde unserer Stadt“. Der Inspektor des französischen Außenministeriums für Immobilien hingegen meinte, „daß es Frankreich zu Ehren gereicht“.

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Die Gestaltungsweise im französischen Art Nouveau konnte in Wien jedenfalls nicht Fuß fassen, denn das Gebäude „verrät sofort, dass sein Architekt kein Wiener war“, wie selbst Ákos Moravánszky, Professor für Architekturtheorie, in seinem Buch „Die Architektur der Donaumonarchie“ aus dem Jahr 1988 formuliert.

Anfang der zwanziger Jahre, als sich die österreichisch-französischen Beziehungen wieder einmal auf einem Tiefstand befanden, lehnten auch die Franzosen den Baustil als entsetzlich ab. Der damaliger Botschafter verurteilte den zweifelhaften Geschmack und den fehlenden Einklang mit dem Stil des Hauses Habsburg, nach Ende des ersten Weltkrieges wurde sogar der Verkauf, des als unproportioniert befundenen Gebäudes, erwogen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus beschädigt, und der neue französische Hochkommissar Antoine Bethouart nahm lieber in Hütteldorf Quartier, als in der Nähe der Russen. Fast wäre die französische Botschaft abgerissen worden, zum Glück hatte sich der damalige französische Kulturminister und bedeutende Literat Andre Malraux für ihren Erhalt eingesetzt.

Die Umbauarbeiten waren nicht mit gutem Geschmack gesegnet, aber umso mehr mit Zerstörung, es wurde die prächtige Ornamentik massiv zerstört und die großen Empfangsräume wurden zum Teil in Büros umgewandelt.

Aber trotz allem ist das Palais am Schwarzenbergplatz 12 ein Prunkstück seiner Epoche.

Adresse

Technikerstraße 2, 1040 Wien

Wiener Linien: Linie 71 oder D bis Schwarzenbergplatz

Öffi-App

Literatur

Architektur der Diplomatie: Repräsentation in europäischen Botschaftsbauten, 1800-1920 von Jakob Hort, 2014
ISBN-13: 978-3525101339

Weblinks

http://www.ambafrance-at.org/-Deutsch-

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Franz%C3%B6sische_Botschaft

http://www.architektenlexikon.at/de/76.htm

kleinster weingarten wien schwarzenbergplatz

kleinste Wiener Weingarten

der kleine Weingarten in der Wiener Innenstadt

Mit nur 100 m2 ist der Weingarten am Schwarzenbergplatz 2 der kleinste in Wien, er befindet sich neben dem repräsentativen Palais Erzherzog Ludwig Viktor in einem kleinen, von einer prunkvollen Steinbalustrade eingefaßten Vorgarten des Palais Wiener von Welten. Er ist letzte noch existierende Weingarten im Stadtzentrum Wiens.

Der kleine Stadt-Weingarten ist einem Hr. Gerdenitsch zu verdanken, er betreute das Haus am Schwarzenbergplatz Nummer 2 und setzte im Jahr 1924 erfolgreich den ersten Rebstock. Da dieser bald saftige Trauben trug, nannte er ihn „Ehrenstock der Stadt Wien“, dass auf dem Platz mitten in der Stadt etwas ungewöhnliches wuchs, blieb nicht unbemerkt und so kamen durch einen Inhaber mehrerer Weinrebschulen zwanzig Rebstöcke dazu. Sie gediehen ebenfalls prächtig und im Laufe der Zeit kamen immer mehr Weinbaustöcke dazu und so enstand in der Wiener Innenstadt ein kleiner aber feiner Weingarten, der in einem sehr guten Jahr bis zu 160 Kilogramm Trauben Ertrag oder etwa 50 bis 60 Flaschen Wein einbringt.

der älteste Weingarten in Wien

Der historische Weingarten am Wiener Schwarzenbergplatz wird durch das Weingut Mayer am Pfarrplatz betreut. Die Bedingungen im Stadtzentrum sind nicht mit jenen vom Nussberg zu vergleichen, da durch Temperaturen, Wasserhaushalt und dem Boden die Vegetationsphase der Reben völlig anders verläuft und die Sorten der 60 Rebstöcke, auf Grund ihres Alters, nicht bekannt sind. Das Endprodukt kann sich aber sehen lassen, oder in diesem Fall besser „schmecken“:-), es ist ein qualitativer, wunderbarer „Wiener Gemischten Satz“.

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In Wien sind ca 30 Prozent der Wiener Weißweinflächen mit dem „Wiener Gemischtem Satz“ bepflanzt. Etwas 30 Prozent des ältesten Wiener Weingartens bestehen aus der Sorte „Grüner Veltliner“der Rest besteht aus verschiedenen, früher üblichen Weinsorten.

Bei der jährlichen Weinlese legt seit dem Jahr 1999 Wiens Bürgermeister Michael Häupl, mit Unterstützung prominenter Helfer, Hand an, der Wein aus dem kleinsten Weingarten von Wien wird dann nach einjähriger Reife für wohltätige Zweck versteigert.

Adresse

Schwarzenbergplatz 2, 1010 Wien

Wiener Linien: Linie 2, D oder 71 bis Schwarzenbergplatz

Öffi-App

Weblinks

http://weinclub.verlagfranz.com/Weinclub/Weinclub-Web/Wein-News/Wien-Lese-im-kleinsten-Wiener-Weingarten

http://www.wienerwein.at/index.php?id=418&tx_ttnews[tt_news]=68&cHash=6d0587ec920a97dcdc38ef037e8d9556

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19370905&seite=8