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monumentaler dampfschornstein parlament,wien-bilder

Dampfschornsteine

die vergoldeten Dampfschornsteine des Wiener Parlaments

Sie sind nur sehr wenig bekannt, obwohl die 32m hohen Dampfschornsteine von vielen Blickwinkeln prachtvoll (besonders bei strahlenden Sonnenschein) entgegenblitzen. Seit dem Jahr 2006 glänzen die beiden Dampfschornsteine, auf Grunde der Renovierung und Herstellung in den vergoldeten Originalzustand, wieder in voller Pracht und Herrlichkeit. Zuvor sind sie kaum jemanden aufgefallen, da sie leider grau übermalen waren.

Der Baumeister und Architekt Theophil Hansen erhielt 1873 den Auftrag für den Bau des Parlaments im griechisch-klassischen Stil, er entwarf auch die Dampfschornsteine, die gusseisernen Zieraufsätze wurden 1881 vom Bildhauer Hugo Härdtl modelliert und anschließend in der Fürst Salmschen Eisengießerei Blansko in Mähren gegossen.
Dampfschornsteine in der herkömmlichen Form hätten die Ästhetik des Gesamtkunstwerk Parlament gestört, sie waren aber für die Heizungsanlage sehr wichtig, daher war es für Theophil Hansen ein Anliegen ihnen eine prachtvolle elegante Gestaltung angedeihen zu lassen.
Jeder Zieraufsatz hat ein Gesamtgewicht von etwa 10 Tonnen, er besteht aus über einhundert Gusseisenteilen und besitzt einen Funkenfänger aus Schmiedeeisen.

Hephaistos und seine Gesellen

Theophil Hansen gestaltete die beiden Dampfschornsteine in Form von ionischen Säulen, auf die er monumentale gusseiserne, vegoldete 5,8m hohe Zieraufsätze in Form von Blattornamenten, Muscheln, Löwenköpfen und je vier vollplastische „Gesellen des Hephaistos“ setzte.
Hephaistos war der griechische Gott des Feuers und der Metallurgie, er war ein geschickter Schmied und der einzige Handarbeiter unter den griechischen Göttern, sein Arbeitsplatz lag direkt unter dem Krater des Vulkans Aetna in Italien, seine Symbole waren das Feuer, Axt, Zange und Hammer. Da die Zieraufsätze aus Metall angefertigt wurden, scheint es kein Zufall zu sein das Hephaistos und seine Gesellen auf den Eisenaufsätzen zu bewundern sind.
In seiner Schmiede entstanden so berühmte Werke wie der Zepter und Donnerkeil des Zeus, der Wagen des Helios, die Gestalt der Pandora oder die Waffen und das Schild des Achilles.

die Dampfschornsteine erstrahlen wieder in voller Pracht

wie schon oben geschrieben, wurden die Dampfschornsteine von dem Architekt Hansen mit einer Vergoldung entworfen und auch so ausgeführt. Dies ist einem Offert des Maler- und Anstreichermeisters Frankenstein aus dem Jahr 1882 zu entnehmen: „Sämtliche Gusseisenarbeiten an den beiden Dampfrauchfängen … 3-mal mit in gutem Ölfirnis geriebenen Minium, 2-mal mit gelber Oelfarbe streichen und echt Vergolden“.
Im Laufe der Zeit wurden aber bei den verschiedenen Renovierungsarbeiten viele Gusseisenteile mehrfach übermalen, Verschraubungen oft unsachgemäß und außen sichtbar monitert, Gussteile verkittet, ein fehlendes Abdeckblech am Rücken einer der Figuren ganz einfach mit Zement abgedeckt und ähnliche Fehler begangen, ohne Rücksicht auf sachgemäße Restaurierung wurde schnell und billig „gepfuscht“.
Auf einem Aquarell des Malers Hans Ranzoni aus dem Jahr 1942 sind die Dampfschornsteine vergoldet und ohne Funkenkörbe, diese wurden, wie der mausgraue Anstrich, wahrscheinlich erst in der Nachkriegszeit angebracht, ein zweites Mal wurden sie in den 1980er Jahren übermalen.
Im Jahr 2006 war es soweit, bei dieser Sanierung wurde das Bundesdenkmalamtes eingebunden und während der Renovierung kamen tatsächlich noch Reste der Blattvergoldung zum Vorschein. Es war eine sehr aufwendige, langwierige und kostspielige Renovierung um die beiden Dampfschornsteine wieder in ihren prächtigen Originalzustand glänzen zu lassen, für diese Pracht wurden 20.000 Blättern Dukaten-Doppelgold verwendet.

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Die Dampfschornsteine haben auch jetzt noch eine Funktion, einer der beiden ist ein Teil des Reservekesselhauses und der andere dient als Auspuff für das Notstromaggregat.
Zum Glück verstärken sich in den letzten Jahren die Bemühungen in Sachen Denkmalpflege und Sanierung, viel zu viel wurde entweder demoliert und unsachgemäß „restauriert“.
Theophil Hansen hätte heute seine Freude an den beiden prächtigen Gold-Riesen.

Adresse

Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Wiener Linien: U2 bis Station Rathaus, U3 bis Station Volkstheater, Straßenbahnen 1, 2, 71 und D bis Station Stadiongasse/ Parlament

Öffi-App

Weblink

http://www.bda.at/

Literatur

Gabriela Krist: Metallrestaurierung – Metallkonservierung: Geschichte, Methode und Praxis (Konservierungswissenschaft. Restaurierung…, 2009
ISBN-13: 978-3205781967

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Dampfschornsteine

die vergoldeten Dampfschornsteine des Wiener Parlaments

Sie sind nur sehr wenig bekannt, obwohl die 32m hohen Dampfschornsteine von vielen Blickwinkeln prachtvoll (besonders bei strahlenden Sonnenschein) entgegenblitzen. Seit dem Jahr 2006 glänzen die beiden Dampfschornsteine, auf Grunde der Renovierung und Herstellung in den vergoldeten Originalzustand, wieder in voller Pracht und Herrlichkeit. Zuvor sind sie kaum jemanden aufgefallen, da sie leider grau übermalen waren.

Der Baumeister und Architekt Theophil Hansen erhielt 1873 den Auftrag für den Bau des Parlaments im griechisch-klassischen Stil, er entwarf auch die Dampfschornsteine, die gusseisernen Zieraufsätze wurden 1881 vom Bildhauer Hugo Härdtl modelliert und anschließend in der Fürst Salmschen Eisengießerei Blansko in Mähren gegossen.
Dampfschornsteine in der herkömmlichen Form hätten die Ästhetik des Gesamtkunstwerk Parlament gestört, sie waren aber für die Heizungsanlage sehr wichtig, daher war es für Theophil Hansen ein Anliegen ihnen eine prachtvolle elegante Gestaltung angedeihen zu lassen.
Jeder Zieraufsatz hat ein Gesamtgewicht von etwa 10 Tonnen, er besteht aus über einhundert Gusseisenteilen und besitzt einen Funkenfänger aus Schmiedeeisen.

Hephaistos und seine Gesellen

Theophil Hansen gestaltete die beiden Dampfschornsteine in Form von ionischen Säulen, auf die er monumentale gusseiserne, vegoldete 5,8m hohe Zieraufsätze in Form von Blattornamenten, Muscheln, Löwenköpfen und je vier vollplastische „Gesellen des Hephaistos“ setzte.
Hephaistos war der griechische Gott des Feuers und der Metallurgie, er war ein geschickter Schmied und der einzige Handarbeiter unter den griechischen Göttern, sein Arbeitsplatz lag direkt unter dem Krater des Vulkans Aetna in Italien, seine Symbole waren das Feuer, Axt, Zange und Hammer. Da die Zieraufsätze aus Metall angefertigt wurden, scheint es kein Zufall zu sein das Hephaistos und seine Gesellen auf den Eisenaufsätzen zu bewundern sind.
In seiner Schmiede entstanden so berühmte Werke wie der Zepter und Donnerkeil des Zeus, der Wagen des Helios, die Gestalt der Pandora oder die Waffen und das Schild des Achilles.

die Dampfschornsteine erstrahlen wieder in voller Pracht

wie schon oben geschrieben, wurden die Dampfschornsteine von dem Architekt Hansen mit einer Vergoldung entworfen und auch so ausgeführt. Dies ist einem Offert des Maler- und Anstreichermeisters Frankenstein aus dem Jahr 1882 zu entnehmen: „Sämtliche Gusseisenarbeiten an den beiden Dampfrauchfängen … 3-mal mit in gutem Ölfirnis geriebenen Minium, 2-mal mit gelber Oelfarbe streichen und echt Vergolden“.
Im Laufe der Zeit wurden aber bei den verschiedenen Renovierungsarbeiten viele Gusseisenteile mehrfach übermalen, Verschraubungen oft unsachgemäß und außen sichtbar monitert, Gussteile verkittet, ein fehlendes Abdeckblech am Rücken einer der Figuren ganz einfach mit Zement abgedeckt und ähnliche Fehler begangen, ohne Rücksicht auf sachgemäße Restaurierung wurde schnell und billig „gepfuscht“.
Auf einem Aquarell des Malers Hans Ranzoni aus dem Jahr 1942 sind die Dampfschornsteine vergoldet und ohne Funkenkörbe, diese wurden, wie der mausgraue Anstrich, wahrscheinlich erst in der Nachkriegszeit angebracht, ein zweites Mal wurden sie in den 1980er Jahren übermalen.
Im Jahr 2006 war es soweit, bei dieser Sanierung wurde das Bundesdenkmalamtes eingebunden und während der Renovierung kamen tatsächlich noch Reste der Blattvergoldung zum Vorschein. Es war eine sehr aufwendige, langwierige und kostspielige Renovierung um die beiden Dampfschornsteine wieder in ihren prächtigen Originalzustand glänzen zu lassen, für diese Pracht wurden 20.000 Blättern Dukaten-Doppelgold verwendet.

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Die Dampfschornsteine haben auch jetzt noch eine Funktion, einer der beiden ist ein Teil des Reservekesselhauses und der andere dient als Auspuff für das Notstromaggregat.
Zum Glück verstärken sich in den letzten Jahren die Bemühungen in Sachen Denkmalpflege und Sanierung, viel zu viel wurde entweder demoliert und unsachgemäß „restauriert“.
Theophil Hansen hätte heute seine Freude an den beiden prächtigen Gold-Riesen.

Adresse

Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Wiener Linien: U2 bis Station Rathaus, U3 bis Station Volkstheater, Straßenbahnen 1, 2, 71 und D bis Station Stadiongasse/ Parlament

Öffi-App

Weblink

http://www.bda.at/

Literatur

Gabriela Krist: Metallrestaurierung – Metallkonservierung: Geschichte, Methode und Praxis (Konservierungswissenschaft. Restaurierung…, 2009
ISBN-13: 978-3205781967

hofburgzaun,wien,burggarten

Hofburgzaun

Zaun der Hofburg


Der Hofburgzaun erstrahlt seit etlichen Jahren, zumindest beim Burgtor, wieder in den Originalfarben rot-gold und nicht im simplen Schwarz.

Schön das man sich hier auf den Ursprung besonnen hat, ich finde das an historischen Gebäuden nicht experimentiert werden soll.

Der Hofburgzaun ist ein repräsentativer historischer Eisenzaun mit Steinsockel im Stil des Neo-Barocks, der den Burggarten, Heldenplatz und Volksgarten gegen die Ringstrasse eingrenzt.

Er wurde im Zuge des Ringstrassenbaus und der Erweiterung der Hofburg in Auftrag gegeben und nach dem Entwurf von Moritz Löhr in der Fürst Salmschen Eisengießerei in Südmähren hergestellt.

Der historische Zaun führt vom Burggartentor beim Palmenhaus durchgängig am Heldenplatz entlang und um den Volksgarten, daher gehören diese Anlagen des Burggarten, Heldenplatzes und Volksgarten zum Ensemble der Hofburg.

Historischer Hofburgzaun im Neo-Barock


Die ursprüngliche Farbe des Zaun war in roter und goldener Farbe gehalten, aber im Laufe der Zeit wurde der Zaun schwarz gestrichen. Nach Restaurierungsarbeiten in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Teil im Bereich des Burgtores wieder in die ursprünglichen Farben zurückversetzt und erstrahlt im neuen Glanz der rot-goldenen Farben.

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Der Hofburgzaun sieht in den Originalfarben weitaus schöner aus als der restliche schwarze Zaun. Die Restaurierungsarbeiten sind jedoch sehr zeitaufwendig, da der Zaun komplett bis auf die Fundamente zerlegt wird, die Sandsteinbasis wieder instand gesetzt und fehlende Teile ersetzt werden müssen. Der Zahn der Zeit hat auch vor Rost nicht halt gemacht und die Rostentfernung ist ebenfalls sehr aufwendig.