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steinhof-verbauung,otto-wagner-spital

Steinhof Wien

Die unendliche Geschichte der Steinhof-Verbauung

oder

die dunklen Flecke der Stadtregierung

Das Otto Wagner Ensemble wurde bis in das kleinste Detail durchdacht, geplant und ausgeführt – was von manchen Objekten der Gegenwart nicht gesagt werden kann.

Im Jahr 1907 wurde die Niederösterreichische (Wien gehörte damals zu Niederösterreich) Landes- Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke ‚Am Steinhof‘ mit ihren 60 Pavillons der Spitalsbehandlung von psychiatrischen Patienten aus Wien gewidmet. Sie war die modernste Anlage in Europa und wurde, wie die Kirche vom Steinhof, von Otto Wagner konzipiert. Sein Ziel war ein Ensemble als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Gewerbe und Kunsthandwerk, das Resultat war eine einzigartige, durchdachte, humane Anlage im Jugendstil. Psychisch kranke Menschen wurden vorher oft menschenunwürdig untergebracht und vernachläßigt.

Otto-Wagner-Spital

Sämtliche Verzierungen an Fenstern, Türen und Geländer wurden in der Werkstatt von Otto Wagner hergestellt. Sein Ziel war ein Ensemble als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Gewerbe und Kunsthandwerk, seine Bedingungen waren eine Lage an einem Südhang und die Ausrichtung der Pavillons in Ost-West-Richtung am Rand des Wienerwaldes. Es entstand eine Mittelachse mit Gemeinschaftseinrichtungen, links und rechts ein System an Pavillons, ein Sanatorium für Privatpatienten im Westen, Wirtschaftsgebäude im Osten und eine Landwirtschaft im Norden, diese befand sich südlich der Feuerwehr, am heutigen Erholungsgebiet, auf denen Obstbäume, Getreide, Kartoffeln und viels mehr gezogen wurde.

Es gab auch Ställe, in denen Schweine, Hühner, Hasen und Kühe gehalten wurden. Das Sanatorium im Westen war luxuriös ausgestattet, die Einnahmen aus diesem Teil des Krankenhauses trugen in erheblichen Summen zum Betrieb der Hauptanlage im östlichen Teil bei. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Sanatorium geschlossen und eine Lungenheilstätte eingerichtet.

Die Bepflanzung außerhalb der Mauer ist ebenfalls nach gärtnerischen und gestalterischen Grundsätzen erfolgt, an der Südfront wurden winterharte Olivenbäume abwechselnd mit Flieder gepflanzt und auf der Ostseite (jetzt thront dort das Rehabilitationszentrum) wurden abwechselnd Fliederbüsche mit Robinien gepflanzt.

Otto Wagner der geniale Architekt der Jahrhundertwende, von ihm stammen auch die Postsparkasse, das Nußdorfer Wehr, die linke Wienzeile-Häuser, die Stadtbahnstationen uvm., hatte damals mehr Architektur-Wissen,Logik und Empathie bewiesen, (Geschmack sowieso), als heute so manche Architekten, Städteplaner und Stadträte.

Gspür für Wien warad notwendig!  Zitat von Dr. Johanna Kraft

Am 9. bis 11. Dezember 1981 wurde die Volksbefragung, ob die Steinhofgründe verbaut werden sollen, mit 53,5% abgelehnt. Eine gemeindenahe Baufirma hatte ein Verbauungsprojekt auf den Steinhofgründen geplant, daher versuchte die SPÖ der Volksbefragung zuvorzukommen, die Bürgerinitiative konnte jedoch mit großer Unterstützung vieler Personen und Vereine ebenfalls vorzeitig die notwendigen Unterschriften einreichen.
Man muß bedenken das es damals kein Internet gab und es trotzdem gelang 247.010 Menschen zu motivieren, ihre Stimme abzugeben. Das war ein klare Ansage der Wiener Bürger und einen Tag vor Weihnachten, am 23.12.1981, wurden die Tore zum Steinhof geöffnet.

Steinhofgründe

Da die Dezentralisierung der Wiener Psychiatrie und Errichtung eines neuen Krankenhauses in Floridsdorf beschlossen wurden, gab es große Diskussionen, was mit Areale der Steinhof-Anlage geschehen soll, die nicht mehr als Krankenhaus genutzt werden.
Der Bau von Wohnhäusern ist ein Eingriff in die perfekt durchdachte Anlage und würde das Ensemble schwerwiegend zerstören, aber das scheint die profitorientierten Unternehmen und auch die Stadt-Regierung nicht zu interessieren.

Schließung des Jugendstiltheaters

Das Jugendstiltheater im Areal des Otto-Wagner-Spitals stellte am 23. November 2009 nach der letzten Vorstellung – ein kabarettistischer Benefizabend unter dem Titel “Zum Tod Lachen” – den Betrieb ein. Dies wurde mit einer Generalsanierung der Spielstätte begründet. Da bis jetzt nichts geschah, ist anzunehmen das es zum Spekulationsobjekt geworden ist.

Geplante Sanierung des Areals

Anläßlich des 100 Jahr-Jubiläums des Otto-Wagner-Spitals im Jahr 2007 wurde im Jahr 2000 angekündigt, dass das gesamte Ensemble renoviert wird. Schon im Jahr 2011 blätterte die rosa Farbe, die auf die Sichtziegel gestrichen wurde, an vielen Gebäuden wieder ab. Es wurde nur an einem Teil der westlichen Hälfte der Pavillons Verschönerungen durchgeführt, der östliche Teil wurde komplett ausgelassen. Die kunstvollen Fenstern und Türen der Otto-Wagner Bauten rosten vor sich hin und die offenen Geschoss- und Kellerfenster beschleunigen den Verfall. Diese Vorgangsweise ist von privaten Bauspekulanten bekannt, gemeindenahe Betriebe scheinen diese Vorgangsweise jetzt für sich entdeckt zu haben.

Baumbestände

Im Dezember 2011 sind an vielen Stellen im Otto-Wagner-Spital Areal abgeschnittene Baumstämme zu sehen. Eigenartig ist, daß sie in relativ großen Höhen (3-6m) abgeschnitten wurden, daher sind sie auf den ersten und auch zweiten Blick nicht zu sehen, erst wenn der Blick Richtung Baumkronen geht, erkennt man die abgeschnittenen Baumkronen und Äste. Wozu wurde sie in dieser Höhe abgeschnitten? Ist es eine besonders fieser Einfall, um sie später, wenn sie morsch sind, zu fällen?
Auszug: http://www.steinhof-erhalten.at/baumbestand.html

Ausverkauf Steinhof

Ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit wurde ein Teil des Areals an die Wohnbaugesellschaft GESIBA verkauft.
2011 plante die gemeindeeigene Fa. Gesiba für die kommenden Jahren ca 650 Wohnungen auf einer Fläche von über 60.000 m2 und lt. Fa. Vamed soll ein Rehab-Zentrum mit Schwimmbad entstehen. Die Bauprojekte sollen zwar im ehemaligen Wirtschaftsteil entstehen, aber trotzdem zerstört es den optischen Gesamteindruck dieser europaweit einzigartigen Jugendstilanlage. Die geplanten GESIBA Wohnungen wäre zu einem Drittel frei finanzierte Eigentumswohnungen geworden, es folgten dann Hinhalte- und Verschleierungstaktiken der Bezirkvertretungen, das nicht Erscheinen der Vertreter der GESIBA und VAMED bei Bürgerversammlungen, die seltsame Wandlung der Grünen im Bezug der Verbauung, die sich bis dato immer vehement gegen eine Verbauung des Otto-Wagner-Spital-Areal eingesetzt hat, was umso erstaunlicher ist, da es sich meiner Meinung nach nicht mit dem Credo der Grünen vereinbaren lässt. Mit Ende des Jahres 2011 soll das Jugendstil-Postamt (es befindet sich rechts vom Eingang) geschlossen werden.

Ende Oktober verfügte Bürgermeister Häupl einen teilweisen Baustopp beim Wohnungsbau, statt 600 werden nur 400 Wohnungen gebaut. Vizbürgermeister Vassilakou will das Projekt neu überarbeiten und neu dimensionieren, die Bürgerinitiative fordert den kompletten Baustopp im denkmalgeschützten Areal. Das Rehabilitationszentrum der Fa. Vamed wird nun doch in dem denkmalgeschützten Areal der Steinhofgründe gebaut. Kostenpunkt des Neubaus: 34 Millionen Euro, Fertigstellung: 2013. Dafür wurden einige Wirtschaftsbaracken sowie das alte Personalwohnhaus abgerissen. Die rot-grüne Wiener Regierung hat trotz aller Bürgerproteste das Projekt voranschreiten lassen.

Am 17.4.2012 ist der Rohbau des VAMED Rehabzentrum fertig. Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“ fordert seit langem das das Steinhof-Ensemble Weltkulturerbe werden soll, da dies eine Verbauung verhindern würde. Lt. einer Studie werden dafür vier Kriterien erfüllt, im Areal befindet sich unter anderem die historisch bedeutende Jugendstilkirche „Hl. Leopold“, die von Architekten Otto Wagner entworfen wurde und die Glasmosaikfenster wurden von Koloman Moser geschaffen.Unterstützung bekam die Bürgerinitiative von ALLEN Oppositionsparteien, wiederholt eingebrachte Anträge der Oppositionsparteien scheiterten bisher an der Mehrheit der SPÖ.

Die Petition zur Nominierung des Otto-Wagner-Spitals als UNESCO-Welterbestätte wurde am 9. April 2013 bei der MA 62 mit 4.048 Unterschriften eingebracht. Am 3. April 2013 hat eine Expertengruppe ihre Stellungnahme zur möglichen Verbauung des Otto-Wagner-Areals leider ohne eine klare Aussagen über eine zusätzliche Verbauung abgegeben.

Pulmologisches Zentrum ehemals Sanatorium

Forderungen der Bürgerinitiative:

Wir sind keiner Partei verpflichtet, trotzdem ersuchen wir Sie unsere Forderungen zu unterstützen:
* Kein Abverkauf der Otto-Wagner-Spitalsanlage!
Das Otto Wagner Spital am Steinhof mit der berühmten Kirche am Steinhof ist ein einzigartiges Bau- aber auch sozialpolitisches Denkmal. Ein Denkmal einer sozialen Haltung und menschenfreundlichen Einstellung psychisch Kranken gegenüber. Diese großartige Anlage, die der Wiener Bevölkerung gehört, muss, auch wenn sie in dieser Größe als Spital nicht mehr benötigt wird, der sozialen Wohlfahrt erhalten bleiben! Der Ostteil der Anlage wurde bereits an eine Wohnbaugesellschaft verkauft ! Da der Krankenanstaltenverbund die Anlage als Spital aufgeben will, droht ein leiser, scheibchenweiser Abverkauf, die Privatisierung öffentlichen Eigentums – diesmal unter Federführung der Rot-Grün regierten Stadt Wien!
* Das Otto-Wagner-Spital muss ungeteilt in öffentlichem Besitz bleiben!
* Das Jugendstiljuwel samt Parkanlage muss unzerstört erhalten bleiben !
* Was über hundert Jahre der Wohlfahrt gewidmet war, darf heute nicht dem schnellen Profit geopfert werden !
* Keine neuen Verkehrserreger im Nahbereich des Wienerwaldes !
* Detaillierte Information und Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger!

Auszug: http://www.wien-konkret.at/politik/buergerinitiativen/initiative-steinhof/

Die Bürgerinitiativen machen unverdrossen weiter und brauchen jede Unterstützung, daß dieses Ensemble nicht noch mehr in profitable Hände kommt. 80.000 Unterschriften, viel Prominenz die unterstützt, drei abgeschmetterte Wien-Petitionen, eine zwei-geteilte Bürgerversammlung, eine diesbezügliche Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft und insgesamt neun Anträge auf UNESCO-Welterbeschutz im Gemeinderat.

Die Steinhof-Rehe

Bei der zunehmenden Verbauung sind auch die Steinhof-Rehe in ihrem Lebensraum bedroht, die Rehe sind Morgens und Abends sehr gut zu auf den Steinhofgründen und manchesmal bei den Pavillons zu beobachten. Daher sollten die Verantwortlichen auch an den Tierschutz und nicht nur an den Profit denken.

Prosektur Steinhof

Die Prosektur des Otto-Wagner-Spital (in dem sich bis 2002 die sterblichen Überreste der Kinder vom Spiegelgrund, die dem Euthanasieprogramm der Nazis zum Opfer gefallen waren, befanden) hätte nach den geschmacklosen Vorstellungen und fehlender Emphatie der Wiener Wohnbau-Verantwortlichen 2013 in einen Kindergarten umgewandelt werden sollen. Dieser Kindergarten war als Service für die Bewohner der geplanten 650 Wohnungen gedacht.
Auf der Informationstafel „Prosektur“, im Areal befinden sich eine Reihe von Informationstafeln, ist zu lesen:
Obwohl ungewöhnlich für eine Heil- und Pflegeanstalt für Geistes- und Nervenkranke, wurde ‚Am Steinhof’ auch eine
Prosektur errichtet. Neben Räumen für pathologische Untersuchungen befindet sich hier auch ein Verabschiedungsraum. Die dort befindliche Kreuzigungsgruppe wird Koloman Moser zugeschrieben. Das Gebäude selbst, aus hygienischen Gründen am Rand der Anlage angelegt,verfügt auch über einen eigenen Zugang für die Angehörigen. Sie wurde zunächst in Kooperation mit dem Pathologischen Institut der Universität und ab 1925 als selbständige Abteilung betrieben. Sie ist ein Beispiel für eine gemeinsam genützte Infrastruktur, in Zeiten, in denen auf der Baumgartnerhöhe verschiedene und voneinander unabhängige Institutionen betrieben wurden (wie zum Beispiel neben der Heil- und Pflegeanstalt die Lungenheilstätte oder auch zwischen 1940 und 1945 die „Städtische Nervenklinik für Kinder Am Spiegelgrund“.) Hier befand sich auch die Sammlung von Organpräparaten von Am Spiegelgrund ermordeten Kindern, bis zu ihrer feierlichen Beisetzung in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof 2002. An diesen Präparaten wurde nach 1945, vor allem ab der Mitte der 50er Jahre und weit in die 60er Jahre neuropathologische Forschung betrieben. Zuerst im „Neurohistologischen Laboratorium“ der Anstalt und später im Ludwig Boltzmann Institut zur Erforschung von Missbildungen des Zentralnervensystems. Beide gehörten nicht zum Pathologisch-Bakteriologischen Institut.“

Auszug aus dem Jugendstil-Spital

Die 5. Psychiatrische Abteilung übersiedelte Ende 2014 in die Krankenanstalt Rudolfstiftung. Als nächstes übersiedelt die 4. Abteilung 2016 in das Krankenhaus Nord. Ebenfalls dorthin verlegt werden die Thoraxchirurgie des Otto-Wagner-Spitals und Teile der 1. Pulmologie. Weitere Übersiedlungen sind in Planung. Die Pavillone Vindobona, 1, 8, 17 und 35 stehen leer, der Pavillon Severin im Westen wird generalsaniert und zu einer, für aerogen erworbene Infektionskrankheiten, Spezialstation umgebaut. Es ist doch möglich die Pavillone für die heutigen, technischen Anforderungen umzurüsten, das gleiche könnte mit den anderen Gebäuden geschehen, diese Areal wäre auch ein idealer Platz für die Palliativ- und Hospiz-Medizin.

Baumpatenschaft

Die Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“ hat Ende 2014 ein Baumpatenschaft-Projekt gestartet, via der Bürgerinitiative Website kann eine Baumpatenschaft übernehmen werden. Die Patenschaft kostet keinen Cent und es gibt einen Eintrag im visuellen Bepflanzungsplan. Es haben sich bis jetzt über 700 Paten gemeldet.
http://www.steinhof-erhalten.at/baumpatenschaft/baum-patenschaft.html

Das Konzept bis Ende 2016

Der Bürgerinitiative wäre keine Bebauung die liebste Variante. Das Expertengremium der Stadt Wien hat sich auf Folgendes geeinigt: Es sollen auf dem ehemaligen Wirtschaftsbereich 140 Mietwohnungen entstehen und weitere 60 bis 80 Wohnungen sollen durch Umnutzung bestehender Gebäude dazukommen. Für die neuen Wohnungen werden zehn neue Pavillons errichtet. Die Gesiba will 2015 /2016 mit dem Bau beginnen. Die Fertigstellung erfolgt gestaffelt von 2017 bis 2020.
Die Wiener Standortentwicklung erarbeitet ein Konzept für den denkmalgeschützen Teil abseits des ehemaligen Wirtschaftsareals. Es wird aus Kultur, Bildung, Sport, Wissenschaft bestehen und für Ende 2016 erwartet.

Was ich von StadtpolitikerInnen erwarte

Stadtpolitiker sind der Wiener Bevölkerung zur Erhaltung und Schaffung von Grünräumen verpflichtet, in Wien genießen wir den Luxus dieses Grüngürtels und das soll auch so bleiben. Wien ist in Folge zur lebenswertesten Stadt gekürt worden, ich glaube nicht das ein „Wien in Beton“ noch eine Chance hätte.

Abonniere Wien Bilder » tiefe Einblicke und dunkle Flecken per E-Mail

Wiener Stadpolitiker sollte es interessieren, das die immer älter werdende Bevölkerung ein Recht auf Pflegeeinrichtungen hat, das es Einrichtungen für Burn-out Patienten, chronische und neuropsychiatrischen Erkrankungen gibt.
Das wären mögliche Nutzungskonzepte für die Steinhofgründe in einer der besten Reinluftschneisen im Nordwesten der Stadt, was gibt es schöneres als Natur zur Rekonvaleszenz und für die Geriatrie.

Da Wien sehr rasch wächst wird sehr viel gebaut, auch dort wo es sehr fragwürdig ist und grüne Areale an verschiedenen Stellen dezimiert werden, das natürlich ohne Einverständnis der Bevölkerung und was noch schlimmer ist, Proteste werden einfach übergangen. Ist ein zubetoniertes Wien soviel schöner als ein Wien mit einem 1905 angelegten Grüngürtel, um den wir international beneidet werden? Es stellt sich aber auch die Frage in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit (die in den nächsten Jahren kaum geringer wird), ob alle hier lebenden Menschen in der ständig wachsenden Stadt ihr Leben bestreiten können?

Unter dem Motto: Was interessiert uns unser Geschwätz von Gestern, wenn der ungezügelte Raubkapitalismus hochprofitable Gewinne in Aussicht stellt.

Adresse

Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien

Wiener Linien: 47A oder 48A bis Otto-Wagner-Spital

Öffi-App

Literatur

Die Stadt außerhalb: Zur Architektur der ehemaligen Niederösterreichischen Landes-, Heil- und Pflegeanstalt für Geistes- und Nervenkranke Am Steinhof in Wien, 2015, ISBN-13: 978-3035606300

Weblinks

Die Presse

Bürgerinitiative Steinhof erhalten

Bürgerinitiative Steinhof gestalten

Rehe am Steinhof

Seniorenbund Penzing

steinhof-verbauung,otto-wagner-spital

Steinhof Wien

Die unendliche Geschichte der Steinhof-Verbauung

oder

die dunklen Flecke der Stadtregierung

Das Otto Wagner Ensemble wurde bis in das kleinste Detail durchdacht, geplant und ausgeführt – was von manchen Objekten der Gegenwart nicht gesagt werden kann.

Im Jahr 1907 wurde die Niederösterreichische (Wien gehörte damals zu Niederösterreich) Landes- Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke ‚Am Steinhof‘ mit ihren 60 Pavillons der Spitalsbehandlung von psychiatrischen Patienten aus Wien gewidmet. Sie war die modernste Anlage in Europa und wurde, wie die Kirche vom Steinhof, von Otto Wagner konzipiert. Sein Ziel war ein Ensemble als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Gewerbe und Kunsthandwerk, das Resultat war eine einzigartige, durchdachte, humane Anlage im Jugendstil. Psychisch kranke Menschen wurden vorher oft menschenunwürdig untergebracht und vernachläßigt.

Otto-Wagner-Spital

Sämtliche Verzierungen an Fenstern, Türen und Geländer wurden in der Werkstatt von Otto Wagner hergestellt. Sein Ziel war ein Ensemble als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Gewerbe und Kunsthandwerk, seine Bedingungen waren eine Lage an einem Südhang und die Ausrichtung der Pavillons in Ost-West-Richtung am Rand des Wienerwaldes. Es entstand eine Mittelachse mit Gemeinschaftseinrichtungen, links und rechts ein System an Pavillons, ein Sanatorium für Privatpatienten im Westen, Wirtschaftsgebäude im Osten und eine Landwirtschaft im Norden, diese befand sich südlich der Feuerwehr, am heutigen Erholungsgebiet, auf denen Obstbäume, Getreide, Kartoffeln und viels mehr gezogen wurde.

Es gab auch Ställe, in denen Schweine, Hühner, Hasen und Kühe gehalten wurden. Das Sanatorium im Westen war luxuriös ausgestattet, die Einnahmen aus diesem Teil des Krankenhauses trugen in erheblichen Summen zum Betrieb der Hauptanlage im östlichen Teil bei. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Sanatorium geschlossen und eine Lungenheilstätte eingerichtet.

Die Bepflanzung außerhalb der Mauer ist ebenfalls nach gärtnerischen und gestalterischen Grundsätzen erfolgt, an der Südfront wurden winterharte Olivenbäume abwechselnd mit Flieder gepflanzt und auf der Ostseite (jetzt thront dort das Rehabilitationszentrum) wurden abwechselnd Fliederbüsche mit Robinien gepflanzt.

Otto Wagner der geniale Architekt der Jahrhundertwende, von ihm stammen auch die Postsparkasse, das Nußdorfer Wehr, die linke Wienzeile-Häuser, die Stadtbahnstationen uvm., hatte damals mehr Architektur-Wissen,Logik und Empathie bewiesen, (Geschmack sowieso), als heute so manche Architekten, Städteplaner und Stadträte.

Gspür für Wien warad notwendig!  Zitat von Dr. Johanna Kraft

Am 9. bis 11. Dezember 1981 wurde die Volksbefragung, ob die Steinhofgründe verbaut werden sollen, mit 53,5% abgelehnt. Eine gemeindenahe Baufirma hatte ein Verbauungsprojekt auf den Steinhofgründen geplant, daher versuchte die SPÖ der Volksbefragung zuvorzukommen, die Bürgerinitiative konnte jedoch mit großer Unterstützung vieler Personen und Vereine ebenfalls vorzeitig die notwendigen Unterschriften einreichen.
Man muß bedenken das es damals kein Internet gab und es trotzdem gelang 247.010 Menschen zu motivieren, ihre Stimme abzugeben. Das war ein klare Ansage der Wiener Bürger und einen Tag vor Weihnachten, am 23.12.1981, wurden die Tore zum Steinhof geöffnet.

Steinhofgründe

Da die Dezentralisierung der Wiener Psychiatrie und Errichtung eines neuen Krankenhauses in Floridsdorf beschlossen wurden, gab es große Diskussionen, was mit Areale der Steinhof-Anlage geschehen soll, die nicht mehr als Krankenhaus genutzt werden.
Der Bau von Wohnhäusern ist ein Eingriff in die perfekt durchdachte Anlage und würde das Ensemble schwerwiegend zerstören, aber das scheint die profitorientierten Unternehmen und auch die Stadt-Regierung nicht zu interessieren.

Schließung des Jugendstiltheaters

Das Jugendstiltheater im Areal des Otto-Wagner-Spitals stellte am 23. November 2009 nach der letzten Vorstellung – ein kabarettistischer Benefizabend unter dem Titel “Zum Tod Lachen” – den Betrieb ein. Dies wurde mit einer Generalsanierung der Spielstätte begründet. Da bis jetzt nichts geschah, ist anzunehmen das es zum Spekulationsobjekt geworden ist.

Geplante Sanierung des Areals

Anläßlich des 100 Jahr-Jubiläums des Otto-Wagner-Spitals im Jahr 2007 wurde im Jahr 2000 angekündigt, dass das gesamte Ensemble renoviert wird. Schon im Jahr 2011 blätterte die rosa Farbe, die auf die Sichtziegel gestrichen wurde, an vielen Gebäuden wieder ab. Es wurde nur an einem Teil der westlichen Hälfte der Pavillons Verschönerungen durchgeführt, der östliche Teil wurde komplett ausgelassen. Die kunstvollen Fenstern und Türen der Otto-Wagner Bauten rosten vor sich hin und die offenen Geschoss- und Kellerfenster beschleunigen den Verfall. Diese Vorgangsweise ist von privaten Bauspekulanten bekannt, gemeindenahe Betriebe scheinen diese Vorgangsweise jetzt für sich entdeckt zu haben.

Baumbestände

Im Dezember 2011 sind an vielen Stellen im Otto-Wagner-Spital Areal abgeschnittene Baumstämme zu sehen. Eigenartig ist, daß sie in relativ großen Höhen (3-6m) abgeschnitten wurden, daher sind sie auf den ersten und auch zweiten Blick nicht zu sehen, erst wenn der Blick Richtung Baumkronen geht, erkennt man die abgeschnittenen Baumkronen und Äste. Wozu wurde sie in dieser Höhe abgeschnitten? Ist es eine besonders fieser Einfall, um sie später, wenn sie morsch sind, zu fällen?
Auszug: http://www.steinhof-erhalten.at/baumbestand.html

Ausverkauf Steinhof

Ohne Einbeziehung der Öffentlichkeit wurde ein Teil des Areals an die Wohnbaugesellschaft GESIBA verkauft.
2011 plante die gemeindeeigene Fa. Gesiba für die kommenden Jahren ca 650 Wohnungen auf einer Fläche von über 60.000 m2 und lt. Fa. Vamed soll ein Rehab-Zentrum mit Schwimmbad entstehen. Die Bauprojekte sollen zwar im ehemaligen Wirtschaftsteil entstehen, aber trotzdem zerstört es den optischen Gesamteindruck dieser europaweit einzigartigen Jugendstilanlage. Die geplanten GESIBA Wohnungen wäre zu einem Drittel frei finanzierte Eigentumswohnungen geworden, es folgten dann Hinhalte- und Verschleierungstaktiken der Bezirkvertretungen, das nicht Erscheinen der Vertreter der GESIBA und VAMED bei Bürgerversammlungen, die seltsame Wandlung der Grünen im Bezug der Verbauung, die sich bis dato immer vehement gegen eine Verbauung des Otto-Wagner-Spital-Areal eingesetzt hat, was umso erstaunlicher ist, da es sich meiner Meinung nach nicht mit dem Credo der Grünen vereinbaren lässt. Mit Ende des Jahres 2011 soll das Jugendstil-Postamt (es befindet sich rechts vom Eingang) geschlossen werden.

Ende Oktober verfügte Bürgermeister Häupl einen teilweisen Baustopp beim Wohnungsbau, statt 600 werden nur 400 Wohnungen gebaut. Vizbürgermeister Vassilakou will das Projekt neu überarbeiten und neu dimensionieren, die Bürgerinitiative fordert den kompletten Baustopp im denkmalgeschützten Areal. Das Rehabilitationszentrum der Fa. Vamed wird nun doch in dem denkmalgeschützten Areal der Steinhofgründe gebaut. Kostenpunkt des Neubaus: 34 Millionen Euro, Fertigstellung: 2013. Dafür wurden einige Wirtschaftsbaracken sowie das alte Personalwohnhaus abgerissen. Die rot-grüne Wiener Regierung hat trotz aller Bürgerproteste das Projekt voranschreiten lassen.

Am 17.4.2012 ist der Rohbau des VAMED Rehabzentrum fertig. Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“ fordert seit langem das das Steinhof-Ensemble Weltkulturerbe werden soll, da dies eine Verbauung verhindern würde. Lt. einer Studie werden dafür vier Kriterien erfüllt, im Areal befindet sich unter anderem die historisch bedeutende Jugendstilkirche „Hl. Leopold“, die von Architekten Otto Wagner entworfen wurde und die Glasmosaikfenster wurden von Koloman Moser geschaffen.Unterstützung bekam die Bürgerinitiative von ALLEN Oppositionsparteien, wiederholt eingebrachte Anträge der Oppositionsparteien scheiterten bisher an der Mehrheit der SPÖ.

Die Petition zur Nominierung des Otto-Wagner-Spitals als UNESCO-Welterbestätte wurde am 9. April 2013 bei der MA 62 mit 4.048 Unterschriften eingebracht. Am 3. April 2013 hat eine Expertengruppe ihre Stellungnahme zur möglichen Verbauung des Otto-Wagner-Areals leider ohne eine klare Aussagen über eine zusätzliche Verbauung abgegeben.

Pulmologisches Zentrum ehemals Sanatorium

Forderungen der Bürgerinitiative:

Wir sind keiner Partei verpflichtet, trotzdem ersuchen wir Sie unsere Forderungen zu unterstützen:
* Kein Abverkauf der Otto-Wagner-Spitalsanlage!
Das Otto Wagner Spital am Steinhof mit der berühmten Kirche am Steinhof ist ein einzigartiges Bau- aber auch sozialpolitisches Denkmal. Ein Denkmal einer sozialen Haltung und menschenfreundlichen Einstellung psychisch Kranken gegenüber. Diese großartige Anlage, die der Wiener Bevölkerung gehört, muss, auch wenn sie in dieser Größe als Spital nicht mehr benötigt wird, der sozialen Wohlfahrt erhalten bleiben! Der Ostteil der Anlage wurde bereits an eine Wohnbaugesellschaft verkauft ! Da der Krankenanstaltenverbund die Anlage als Spital aufgeben will, droht ein leiser, scheibchenweiser Abverkauf, die Privatisierung öffentlichen Eigentums – diesmal unter Federführung der Rot-Grün regierten Stadt Wien!
* Das Otto-Wagner-Spital muss ungeteilt in öffentlichem Besitz bleiben!
* Das Jugendstiljuwel samt Parkanlage muss unzerstört erhalten bleiben !
* Was über hundert Jahre der Wohlfahrt gewidmet war, darf heute nicht dem schnellen Profit geopfert werden !
* Keine neuen Verkehrserreger im Nahbereich des Wienerwaldes !
* Detaillierte Information und Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger!

Auszug: http://www.wien-konkret.at/politik/buergerinitiativen/initiative-steinhof/

Die Bürgerinitiativen machen unverdrossen weiter und brauchen jede Unterstützung, daß dieses Ensemble nicht noch mehr in profitable Hände kommt. 80.000 Unterschriften, viel Prominenz die unterstützt, drei abgeschmetterte Wien-Petitionen, eine zwei-geteilte Bürgerversammlung, eine diesbezügliche Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft und insgesamt neun Anträge auf UNESCO-Welterbeschutz im Gemeinderat.

Die Steinhof-Rehe

Bei der zunehmenden Verbauung sind auch die Steinhof-Rehe in ihrem Lebensraum bedroht, die Rehe sind Morgens und Abends sehr gut zu auf den Steinhofgründen und manchesmal bei den Pavillons zu beobachten. Daher sollten die Verantwortlichen auch an den Tierschutz und nicht nur an den Profit denken.

Prosektur Steinhof

Die Prosektur des Otto-Wagner-Spital (in dem sich bis 2002 die sterblichen Überreste der Kinder vom Spiegelgrund, die dem Euthanasieprogramm der Nazis zum Opfer gefallen waren, befanden) hätte nach den geschmacklosen Vorstellungen und fehlender Emphatie der Wiener Wohnbau-Verantwortlichen 2013 in einen Kindergarten umgewandelt werden sollen. Dieser Kindergarten war als Service für die Bewohner der geplanten 650 Wohnungen gedacht.
Auf der Informationstafel „Prosektur“, im Areal befinden sich eine Reihe von Informationstafeln, ist zu lesen:
Obwohl ungewöhnlich für eine Heil- und Pflegeanstalt für Geistes- und Nervenkranke, wurde ‚Am Steinhof’ auch eine
Prosektur errichtet. Neben Räumen für pathologische Untersuchungen befindet sich hier auch ein Verabschiedungsraum. Die dort befindliche Kreuzigungsgruppe wird Koloman Moser zugeschrieben. Das Gebäude selbst, aus hygienischen Gründen am Rand der Anlage angelegt,verfügt auch über einen eigenen Zugang für die Angehörigen. Sie wurde zunächst in Kooperation mit dem Pathologischen Institut der Universität und ab 1925 als selbständige Abteilung betrieben. Sie ist ein Beispiel für eine gemeinsam genützte Infrastruktur, in Zeiten, in denen auf der Baumgartnerhöhe verschiedene und voneinander unabhängige Institutionen betrieben wurden (wie zum Beispiel neben der Heil- und Pflegeanstalt die Lungenheilstätte oder auch zwischen 1940 und 1945 die „Städtische Nervenklinik für Kinder Am Spiegelgrund“.) Hier befand sich auch die Sammlung von Organpräparaten von Am Spiegelgrund ermordeten Kindern, bis zu ihrer feierlichen Beisetzung in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof 2002. An diesen Präparaten wurde nach 1945, vor allem ab der Mitte der 50er Jahre und weit in die 60er Jahre neuropathologische Forschung betrieben. Zuerst im „Neurohistologischen Laboratorium“ der Anstalt und später im Ludwig Boltzmann Institut zur Erforschung von Missbildungen des Zentralnervensystems. Beide gehörten nicht zum Pathologisch-Bakteriologischen Institut.“

Auszug aus dem Jugendstil-Spital

Die 5. Psychiatrische Abteilung übersiedelte Ende 2014 in die Krankenanstalt Rudolfstiftung. Als nächstes übersiedelt die 4. Abteilung 2016 in das Krankenhaus Nord. Ebenfalls dorthin verlegt werden die Thoraxchirurgie des Otto-Wagner-Spitals und Teile der 1. Pulmologie. Weitere Übersiedlungen sind in Planung. Die Pavillone Vindobona, 1, 8, 17 und 35 stehen leer, der Pavillon Severin im Westen wird generalsaniert und zu einer, für aerogen erworbene Infektionskrankheiten, Spezialstation umgebaut. Es ist doch möglich die Pavillone für die heutigen, technischen Anforderungen umzurüsten, das gleiche könnte mit den anderen Gebäuden geschehen, diese Areal wäre auch ein idealer Platz für die Palliativ- und Hospiz-Medizin.

Baumpatenschaft

Die Bürgerinitiative „Steinhof erhalten“ hat Ende 2014 ein Baumpatenschaft-Projekt gestartet, via der Bürgerinitiative Website kann eine Baumpatenschaft übernehmen werden. Die Patenschaft kostet keinen Cent und es gibt einen Eintrag im visuellen Bepflanzungsplan. Es haben sich bis jetzt über 700 Paten gemeldet.
http://www.steinhof-erhalten.at/baumpatenschaft/baum-patenschaft.html

Das Konzept bis Ende 2016

Der Bürgerinitiative wäre keine Bebauung die liebste Variante. Das Expertengremium der Stadt Wien hat sich auf Folgendes geeinigt: Es sollen auf dem ehemaligen Wirtschaftsbereich 140 Mietwohnungen entstehen und weitere 60 bis 80 Wohnungen sollen durch Umnutzung bestehender Gebäude dazukommen. Für die neuen Wohnungen werden zehn neue Pavillons errichtet. Die Gesiba will 2015 /2016 mit dem Bau beginnen. Die Fertigstellung erfolgt gestaffelt von 2017 bis 2020.
Die Wiener Standortentwicklung erarbeitet ein Konzept für den denkmalgeschützen Teil abseits des ehemaligen Wirtschaftsareals. Es wird aus Kultur, Bildung, Sport, Wissenschaft bestehen und für Ende 2016 erwartet.

Was ich von StadtpolitikerInnen erwarte

Stadtpolitiker sind der Wiener Bevölkerung zur Erhaltung und Schaffung von Grünräumen verpflichtet, in Wien genießen wir den Luxus dieses Grüngürtels und das soll auch so bleiben. Wien ist in Folge zur lebenswertesten Stadt gekürt worden, ich glaube nicht das ein „Wien in Beton“ noch eine Chance hätte.

Abonniere Wien Bilder » tiefe Einblicke und dunkle Flecken per E-Mail

Wiener Stadpolitiker sollte es interessieren, das die immer älter werdende Bevölkerung ein Recht auf Pflegeeinrichtungen hat, das es Einrichtungen für Burn-out Patienten, chronische und neuropsychiatrischen Erkrankungen gibt.
Das wären mögliche Nutzungskonzepte für die Steinhofgründe in einer der besten Reinluftschneisen im Nordwesten der Stadt, was gibt es schöneres als Natur zur Rekonvaleszenz und für die Geriatrie.

Da Wien sehr rasch wächst wird sehr viel gebaut, auch dort wo es sehr fragwürdig ist und grüne Areale an verschiedenen Stellen dezimiert werden, das natürlich ohne Einverständnis der Bevölkerung und was noch schlimmer ist, Proteste werden einfach übergangen. Ist ein zubetoniertes Wien soviel schöner als ein Wien mit einem 1905 angelegten Grüngürtel, um den wir international beneidet werden? Es stellt sich aber auch die Frage in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit (die in den nächsten Jahren kaum geringer wird), ob alle hier lebenden Menschen in der ständig wachsenden Stadt ihr Leben bestreiten können?

Unter dem Motto: Was interessiert uns unser Geschwätz von Gestern, wenn der ungezügelte Raubkapitalismus hochprofitable Gewinne in Aussicht stellt.

Adresse

Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien

Wiener Linien: 47A oder 48A bis Otto-Wagner-Spital

Öffi-App

Literatur

Die Stadt außerhalb: Zur Architektur der ehemaligen Niederösterreichischen Landes-, Heil- und Pflegeanstalt für Geistes- und Nervenkranke Am Steinhof in Wien, 2015, ISBN-13: 978-3035606300

Weblinks

Die Presse

Bürgerinitiative Steinhof erhalten

Bürgerinitiative Steinhof gestalten

Rehe am Steinhof

Seniorenbund Penzing

grüner prater,wien,heustadlwasser,verbauung

Gruener Prater

Die zunehmende Verbauung des grünen Prater

die einzigartige Aulandschaft mitten in Wien verkleinert sich durch Menschenhand…das Areal des Prater wurde schon an vielen Stellen reduziert und es ist kein Ende in Sicht!

Der grüne Prater wurde 1978 unter Landschaftsschutz gestellt, das Mauthnerwasser, das Krebsenwasser, einige Bäume und Baumgruppen sind als Naturdenkmal geschützt.

Verbauung

  • Seit 1970 quert die sechsspurige Südosttangente (Stadtautobahn A23) in Hochlage die Prater Hauptallee und das Obere Heustadelwasser.
  • Das alte Messegelände wurde 2001 abgerissen. Auf dem nördlichen Geländeteil wurde 2004 ein neues Messe- und Kongresszentrum errichtet, neben dem Messeareal wurde ein Hotel sowie ein Parkhaus erbaut und am südlichen Geländeteil wurde 2013 die neue Wirtschaftsuniversität Wien eröffnet.
  • Das Stadioncenter wurde im Jahr 2007 am Olympiaplatz eröffnet.
  • Am nordöstlichen Rand des Praters bei der U2-Station Krieau wurde 2010 das „Viertel zwei“ erbaut.
  • Die Kaiserwiese soll als profitable Eventfläche ausgebaut werden.
  • Heuer wurde mit der Erweiterung des „Viertel Zwei“, nahe der Trabrennbahn, begonnen, die Trabrennbahn wurde bereits etwas verkleinert und die Stallungen werden verlegt bzw. werden sie renoviert.
  • Der Krieau widme ich demnächst einen eigenen Beitrag!

Wien ist für seine Grünoasen bekannt und kaum eine Stadt kann mit solchen Freizeit- und Erholungsräume aufwarten, daher sollte die Stadtpolitik diese schützen und bewahren, anstatt Teile zu verkaufen bzw. sie zu verbauen.

Stallungen der Krieau

Nur ein völliges Bauverbot kann den Prater noch retten, damit nicht die letzten Grünflächen Wiens zubetoniert werden!

Der historische Prater

Der grüne Prater ist 6 km² Areal das Grossteils aus Aulandschaften besteht.
Ab Mitte des 16. Jahrhunderts war er Jagdgebiet des Hofes, der Wiener Bevölkerung war das Betreten des Praters durch massive Zäune und Forstknechte verwehrt.
Die Prater Hauptallee hat ihren Urspung im 15. Jahrhundert, wo eine kilometerlange, breite Schneise durch den Auwald geschlagen wurde. Unter Joseph II. wurde 1781 entstand das Lusthaus von Isidor Canevale, unter Kaiser Joseph II. wurde 1766 der Prater allen Menschen zugänglich gemacht. Danach entwickelte sich der Prater sehr rasch zu einem sehr beliebten Ausflugsort mit vielen Gaststätten, Buden und Erfrischungsstände, bald gab es auch eine Vielzahl an Ringelspielen, Puppentheater, Kegelbahnen und Musikkapellen. Im Jahr 1873 fand die Weltausstellung im Praterareal statt, der Mittelpunkt neben den zahlreichen Ausstellungspavillons war ein gigantischer Kuppelbau – die Rotunde. Durch den Börsenkrach und den Ausbruch der Cholera wurde die Wiener Weltausstellung zu einem großen Misserfolg und danach wurden die Ausstellungspavillons wieder abgeriessen, einzig die Rotunde blieb bestehen, bis sie 1937 einem Brand zum Opfer fiel.

Naherholungsraum in Wien


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Auf dem heutigen Areal der Kaiserwiese wurde 1895 der Vergnügungspark „Venedig in Wien“ eröffnet, gemeinsam mit dem Architekten Oskar Marmorek, ließ Gabor Steiner einen Nachbau Venedigs mit Palazzi und künstlichen Kanälen errichten.

Adresse
1020 Wien

Wiener Linien: U2 oder Linie 2 bis Taborstrasse

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Literatur
Wien Lexikon, Wien 2007, ISBN 978-3800071166

Weblinks

Wikipedia – Wiener Prater