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türkenbelagerungen wien, relikte

Relikte der Tuerkenbelagerungen

und ihre Spuren in Wien

Das Ende des byzantinischen Reiches trat mit dem Fall Konstantinopls im Jahre 1453 ein, das Osmanische Reich expandierte und begab sich auf die Suche nach neuem Land. Im Jahr 1529 stand Suleiman der Prächtige mit 300.000 Mann vor den Toren Wiens und war auf dem besten Weg die Stadt Wien zu vereinnahmen. Es ist dem Pfalzgraf Philipp als Oberbefehlshaber zweier Regimenter Reichstruppen in der Stadt, Graf Niklas von Salm, dem frühen Wintereinbruch und den daraus resultierenden Nachschubproblemen zu verdanken, das Suleiman den Rückzug antrat. An die heftigen Kämpfe beim alten Kärtnertor erinnert heute eine Wandtafel an der Ecke Kärtner Straße/ Walfischgasse.
Nach der ersten Türkenbelagerung (1521-1564) ließ Kaiser Ferdinand I. neue Wälle um die Stadt errichten und verlegte seine Residenz in die wieder aufgebaute Hofburg, in dieser Zeit entstand auch das prominente Schweizertor, auf dem die Titel Kaiser Ferdinands I. aufgezählt wurden.

Einen erneuten Ansturm gab es im Jahre 1679, der Anführer der 2. Türkenbelagerung war Großwesir Kara Mustafa mit 200.000 Mann. Dieser Heeresmacht stand eine, durch die im Jahr 1679 ausgebrochene Pestepedemie, geschwächte Garnison von nur 10.000 Mann gegenüber, zur großen Schlacht am Kahlenberg (dem heutigen Leopoldsberg) und Besiegung der Türken kam es unter anderem durch Herzog Karl von Lothringen und dem polnischen König Johann III. (Jan Sobieski), der Sieg im Jahre 1683 beendete die Expansion der Osmanen in Mitteleuropa.

Relikte aus der Zeit der Türkenbelagerungen

In Wien befinden sich nach wie vor Relikte die an die beiden erfolglosen Belagerungen erinnern, wie etwa der Türkenkopf am Stiegengeländer im ältesten Haus im Westen von Wien: dem Fuhrmannhaus in der Linzer Straße 404.
In der Strauchgasse/ Ecke Heidenschuß befindet sich ein türkischer Reiter mit gezücktem Krummsäbel, die Wiener Sage erzählt, dass ein Bäcker in seinem Keller einen Türken beim Tunnelgraben entdeckte, daraufhin die Wache rief und so die Stadt rettete, das ist zwar eine schöne Geschichte aber eben nur eine Geschichte und Legende:-)

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In einigen Wiener Häuser sind noch echte steinerne türkische Kanonenkugeln zu finden, wie am Portal des Wiener Neustädter Hofs in der Sterngasse 3, hier befindet sich der angeblich größte Steinbrocken und laut Überlieferung wurde er aus der Leopoldstadt abgefeuert.

Im Eingangsbereich des mittelalterlichen „Griechenbeisel“ am Fleischmarkt 11/Griechengasse 9 befinden sich drei Kanonenkugeln die in die Wand eingemauert und mit einer Inschrift versehen wurden. Der Inschrift zufolge wurden die Kugeln bei Renovierungen entdeckt, sie sollen aus der Zeit der ersten Belagerung Wiens im Jahr 1529 stammen.

Ebenfalls in der Innenstadt, genauer gesagt Am Hof 11, befindet sich das Haus „Zur goldenen Kugel“, seinen Namen verdankt es einer türkischen Kanonenkugel die während der zweiten Türkenbelagerung hier einschlug und später vergoldet wurde.

Etliche Türkenkugeln sind im Südturm, sowie in den Mauern des Staphansdoms eingemauert, der Dom wurde von mehr als 1000 Kugeln getroffen, eine davon ist im mittleren Pfeiler des Kirchenschiffs mit der eingravierten Jahreszahl „1683“ zu bestaunen. Aus dieser Zeit stammt auch die Pummerin im Stephansdom, sie ist die zweitgrößte frei schwingende Glocke Europas und wurde im Jahr 1711 aus 180 türkischen Kanonen, die man 1683 erbeutet hatte, gegossen. Die Turmspitze der Minoritenkirche wurde bei beiden Türkenbelagerungen durch diese Kanonen zertrümmert und kam so zu der heutigen stumpfen Form.

Fußball statt Relikt der Türkenbelagerung: bei der Errichtung des Hauses Linke Wienzeile 172/ Morizgasse 2 wurde an der Fassade zur Erinnerung an die beiden Belagerungen eine Türkenkugel angebracht, nachdem das Original und die Nachbildungen immer wieder entwendet wurden, sind seit der EURO 2008 statt der Türkenkugel ein kleiner Fußball zu sehen;-)

Die drei größten Türkenkugeln von Wien, mit einem Durchmesser von mehr als 40 Zentimetern, befinden sich vor dem „Dreikugelhaus“ am Gehweg eingemauert in der Sieveringer Hauptstraße 99, sie wurden angeblich von türkischen Gefangenen mithilfe von Schablonen aus einem „Pressstein“ gefertigt. Lt. Schwertbergers: ALLA TURKA_in WIEN „hätten die drei steinernen Kugeln am Tag der Entsatzschlacht, am 12. September 1683, über die Stadtmauer Wiens geschleudert werden sollen“, zum Glück kamen sie nie zum Einsatz.

Erinnerungen an die osmanischen Belagerungen

Das von Lukas von Hildebrandt für Prinz Eugen von Savoyen errichtete Obere Belvedere mit seiner exotische Silhouette und verschiedenen Dachformen spielt auf die Umrisse osmanischer Zelte an, Prinz Eugen drängte die Türken am 11. September 1697 in der Schlacht bei Zenta weit nach Ungarn zurück.

Der „Türkenritthof“ ist eine städtische Wohnhausanlage in der Hernalser Hauptstraße 190–192, sie wurde in den Jahren 1927 bis 1928 errichtet und erinnert mit der Figurengruppe „Türkenritt“ von Karl H. Scholz an den jährlichen „Hernalser Eselritt“. Sie zeigt einen als Kara Mustafa Verkleideten der verkehrt auf einem Esel sitzt und verspottet wird. Nach der zweiten Türkenbelagerung wurde der „Hernalser Eselritt“ ab 1683 eingeführt, dies war ein Maskenumzug der jährlich am Sonntag nach Bartholomäus gefeiert wurde, im Jahr 1783 wurde der Umzug von Joseph II. wegen massiver Auswüchse als „grober Unfug“ abgetan und verboten.

In der Neustiftgasse/Kellermanngasse befindet sich ein vergoldeter türkischer Reiter mit einer darunter liegenden Erinnerungstafel, sie weist auf das angebliche Zeltlager Kara Mustafas hin.

In Währing gibt es drei „Türkenhöfe“, alle drei erinnern mit ihrem Namen an die Wiener Türkenbelagerungen und sind in der Nähe der der sogenannten „Türkenschanze“ (Türkenschanzpark) zu finden. Der bekannteste „Türken-Hof“ befindet sich in der Gersthofer Straße 4/ Bäckenbrünnlgasse 1 und wurde in den Jahren 1910–1913 erbaut. Die beiden anderen befinden sich in der Gentzgasse 112 und 19.

Der Türkenschanzpark verdankt seinen Namen einem historisch belegten türkischen Befestigungswerk aus dem Jahr 1683 und einer nicht historisch belegten Schanze aus der ersten Türkenbelagerung. Eines der Denkmäler des weitläufigen Parks ist der Yunus-Emre-Brunnen, er wurde 1991 von der Republik Türkei gestiftet und ist dem türkischen Volksdichter Yunus Emre gewidmet. Eine andere Sehenswürdigkeit ist das Kosaken-Denkmal, es wurde 2003 zur Feier des 320-jährigen Jubiläums der Zweiten Wiener Türkenbelagerung errichtet. Das Denkmal zeigt einen Pfeife rauchenden Kosaken und sein grasendes Pferd, es erinnert an die ukrainische Kosaken-Armee bei der entscheidenten Schlacht vom 12. September 1683.

Am Leopoldsberg erinnert seit 1983 eine Gedenktafel an die Abwehr der Türken vor Wien und vor einigen Jahren wurde ein Denkmal für die ukrainischen Kosaken errichtet, sie haben bei der Befreiung Wiens mitgekämpft.
Auf dem Kahlenberg befindet sich die barocke Kirche St.Josef, auch Kahlenbergerkirche genannt, sie wurde während der 2. Türkenbelagerung Wiens zerstört und danach wieder aufgebaut. Diese historisch bedeutende Kirche ist auf Grund der schwarzen Madonna eine beliebte Wallfahrtskirche, sie erinnert mit ihren Relikten, Bildern und Erinnerungen an die Befreiung Wiens vor dem osmanischen Heer.

Ebenso erinnern zahlreiche Verkehrsflächen an die osmanischen Belagerungen, wie etwa die Türkenstraße und Sobieskigasse im 9. Wiener Gemeindebezirk, oder die Graf-Starhemberggasse im 4. Bezirk, im
Wien Museum sind sehr viele türkische Beutestücke zu sehen, unter anderem eine aus den Gedächntnis gezeichnete türkische Karte von Wien, die man 1688 im Geheimarchiv des Großwesirs in Belgrad fand, das Heeresgeschichtliche Museum zeigt ebenfalls eine sehenswerte Sammlung türkischer Trophäen, beide Musen sind in jeder Hinsicht einen Besuch wert und beherbergen viele historische Gegenstände und Sammlungen unserer Stadt.

Literatur und Quellen

Nur in Wien: Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten Taschenbuch von Duncan J. D. Smith, 2008
ISBN-13: 978-3854983965

Schwertberger, Gerald ALLA TURCA und Türkenkugeln. Türken-Bezüge im Stadtbild Wiens,
http://schwertberger.org/pdf-Dateien/ALLA_TURKA_in_WIEN.pdf

http://www.tuerkengedaechtnis.oeaw.ac.at

türkenbelagerungen wien, relikte

Relikte der Tuerkenbelagerungen

und ihre Spuren in Wien

Das Ende des byzantinischen Reiches trat mit dem Fall Konstantinopls im Jahre 1453 ein, das Osmanische Reich expandierte und begab sich auf die Suche nach neuem Land. Im Jahr 1529 stand Suleiman der Prächtige mit 300.000 Mann vor den Toren Wiens und war auf dem besten Weg die Stadt Wien zu vereinnahmen. Es ist dem Pfalzgraf Philipp als Oberbefehlshaber zweier Regimenter Reichstruppen in der Stadt, Graf Niklas von Salm, dem frühen Wintereinbruch und den daraus resultierenden Nachschubproblemen zu verdanken, das Suleiman den Rückzug antrat. An die heftigen Kämpfe beim alten Kärtnertor erinnert heute eine Wandtafel an der Ecke Kärtner Straße/ Walfischgasse.
Nach der ersten Türkenbelagerung (1521-1564) ließ Kaiser Ferdinand I. neue Wälle um die Stadt errichten und verlegte seine Residenz in die wieder aufgebaute Hofburg, in dieser Zeit entstand auch das prominente Schweizertor, auf dem die Titel Kaiser Ferdinands I. aufgezählt wurden.

Einen erneuten Ansturm gab es im Jahre 1679, der Anführer der 2. Türkenbelagerung war Großwesir Kara Mustafa mit 200.000 Mann. Dieser Heeresmacht stand eine, durch die im Jahr 1679 ausgebrochene Pestepedemie, geschwächte Garnison von nur 10.000 Mann gegenüber, zur großen Schlacht am Kahlenberg (dem heutigen Leopoldsberg) und Besiegung der Türken kam es unter anderem durch Herzog Karl von Lothringen und dem polnischen König Johann III. (Jan Sobieski), der Sieg im Jahre 1683 beendete die Expansion der Osmanen in Mitteleuropa.

Relikte aus der Zeit der Türkenbelagerungen

In Wien befinden sich nach wie vor Relikte die an die beiden erfolglosen Belagerungen erinnern, wie etwa der Türkenkopf am Stiegengeländer im ältesten Haus im Westen von Wien: dem Fuhrmannhaus in der Linzer Straße 404.
In der Strauchgasse/ Ecke Heidenschuß befindet sich ein türkischer Reiter mit gezücktem Krummsäbel, die Wiener Sage erzählt, dass ein Bäcker in seinem Keller einen Türken beim Tunnelgraben entdeckte, daraufhin die Wache rief und so die Stadt rettete, das ist zwar eine schöne Geschichte aber eben nur eine Geschichte und Legende:-)

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In einigen Wiener Häuser sind noch echte steinerne türkische Kanonenkugeln zu finden, wie am Portal des Wiener Neustädter Hofs in der Sterngasse 3, hier befindet sich der angeblich größte Steinbrocken und laut Überlieferung wurde er aus der Leopoldstadt abgefeuert.

Im Eingangsbereich des mittelalterlichen „Griechenbeisel“ am Fleischmarkt 11/Griechengasse 9 befinden sich drei Kanonenkugeln die in die Wand eingemauert und mit einer Inschrift versehen wurden. Der Inschrift zufolge wurden die Kugeln bei Renovierungen entdeckt, sie sollen aus der Zeit der ersten Belagerung Wiens im Jahr 1529 stammen.

Ebenfalls in der Innenstadt, genauer gesagt Am Hof 11, befindet sich das Haus „Zur goldenen Kugel“, seinen Namen verdankt es einer türkischen Kanonenkugel die während der zweiten Türkenbelagerung hier einschlug und später vergoldet wurde.

Etliche Türkenkugeln sind im Südturm, sowie in den Mauern des Staphansdoms eingemauert, der Dom wurde von mehr als 1000 Kugeln getroffen, eine davon ist im mittleren Pfeiler des Kirchenschiffs mit der eingravierten Jahreszahl „1683“ zu bestaunen. Aus dieser Zeit stammt auch die Pummerin im Stephansdom, sie ist die zweitgrößte frei schwingende Glocke Europas und wurde im Jahr 1711 aus 180 türkischen Kanonen, die man 1683 erbeutet hatte, gegossen. Die Turmspitze der Minoritenkirche wurde bei beiden Türkenbelagerungen durch diese Kanonen zertrümmert und kam so zu der heutigen stumpfen Form.

Fußball statt Relikt der Türkenbelagerung: bei der Errichtung des Hauses Linke Wienzeile 172/ Morizgasse 2 wurde an der Fassade zur Erinnerung an die beiden Belagerungen eine Türkenkugel angebracht, nachdem das Original und die Nachbildungen immer wieder entwendet wurden, sind seit der EURO 2008 statt der Türkenkugel ein kleiner Fußball zu sehen;-)

Die drei größten Türkenkugeln von Wien, mit einem Durchmesser von mehr als 40 Zentimetern, befinden sich vor dem „Dreikugelhaus“ am Gehweg eingemauert in der Sieveringer Hauptstraße 99, sie wurden angeblich von türkischen Gefangenen mithilfe von Schablonen aus einem „Pressstein“ gefertigt. Lt. Schwertbergers: ALLA TURKA_in WIEN „hätten die drei steinernen Kugeln am Tag der Entsatzschlacht, am 12. September 1683, über die Stadtmauer Wiens geschleudert werden sollen“, zum Glück kamen sie nie zum Einsatz.

Erinnerungen an die osmanischen Belagerungen

Das von Lukas von Hildebrandt für Prinz Eugen von Savoyen errichtete Obere Belvedere mit seiner exotische Silhouette und verschiedenen Dachformen spielt auf die Umrisse osmanischer Zelte an, Prinz Eugen drängte die Türken am 11. September 1697 in der Schlacht bei Zenta weit nach Ungarn zurück.

Der „Türkenritthof“ ist eine städtische Wohnhausanlage in der Hernalser Hauptstraße 190–192, sie wurde in den Jahren 1927 bis 1928 errichtet und erinnert mit der Figurengruppe „Türkenritt“ von Karl H. Scholz an den jährlichen „Hernalser Eselritt“. Sie zeigt einen als Kara Mustafa Verkleideten der verkehrt auf einem Esel sitzt und verspottet wird. Nach der zweiten Türkenbelagerung wurde der „Hernalser Eselritt“ ab 1683 eingeführt, dies war ein Maskenumzug der jährlich am Sonntag nach Bartholomäus gefeiert wurde, im Jahr 1783 wurde der Umzug von Joseph II. wegen massiver Auswüchse als „grober Unfug“ abgetan und verboten.

In der Neustiftgasse/Kellermanngasse befindet sich ein vergoldeter türkischer Reiter mit einer darunter liegenden Erinnerungstafel, sie weist auf das angebliche Zeltlager Kara Mustafas hin.

In Währing gibt es drei „Türkenhöfe“, alle drei erinnern mit ihrem Namen an die Wiener Türkenbelagerungen und sind in der Nähe der der sogenannten „Türkenschanze“ (Türkenschanzpark) zu finden. Der bekannteste „Türken-Hof“ befindet sich in der Gersthofer Straße 4/ Bäckenbrünnlgasse 1 und wurde in den Jahren 1910–1913 erbaut. Die beiden anderen befinden sich in der Gentzgasse 112 und 19.

Der Türkenschanzpark verdankt seinen Namen einem historisch belegten türkischen Befestigungswerk aus dem Jahr 1683 und einer nicht historisch belegten Schanze aus der ersten Türkenbelagerung. Eines der Denkmäler des weitläufigen Parks ist der Yunus-Emre-Brunnen, er wurde 1991 von der Republik Türkei gestiftet und ist dem türkischen Volksdichter Yunus Emre gewidmet. Eine andere Sehenswürdigkeit ist das Kosaken-Denkmal, es wurde 2003 zur Feier des 320-jährigen Jubiläums der Zweiten Wiener Türkenbelagerung errichtet. Das Denkmal zeigt einen Pfeife rauchenden Kosaken und sein grasendes Pferd, es erinnert an die ukrainische Kosaken-Armee bei der entscheidenten Schlacht vom 12. September 1683.

Am Leopoldsberg erinnert seit 1983 eine Gedenktafel an die Abwehr der Türken vor Wien und vor einigen Jahren wurde ein Denkmal für die ukrainischen Kosaken errichtet, sie haben bei der Befreiung Wiens mitgekämpft.
Auf dem Kahlenberg befindet sich die barocke Kirche St.Josef, auch Kahlenbergerkirche genannt, sie wurde während der 2. Türkenbelagerung Wiens zerstört und danach wieder aufgebaut. Diese historisch bedeutende Kirche ist auf Grund der schwarzen Madonna eine beliebte Wallfahrtskirche, sie erinnert mit ihren Relikten, Bildern und Erinnerungen an die Befreiung Wiens vor dem osmanischen Heer.

Ebenso erinnern zahlreiche Verkehrsflächen an die osmanischen Belagerungen, wie etwa die Türkenstraße und Sobieskigasse im 9. Wiener Gemeindebezirk, oder die Graf-Starhemberggasse im 4. Bezirk, im
Wien Museum sind sehr viele türkische Beutestücke zu sehen, unter anderem eine aus den Gedächntnis gezeichnete türkische Karte von Wien, die man 1688 im Geheimarchiv des Großwesirs in Belgrad fand, das Heeresgeschichtliche Museum zeigt ebenfalls eine sehenswerte Sammlung türkischer Trophäen, beide Musen sind in jeder Hinsicht einen Besuch wert und beherbergen viele historische Gegenstände und Sammlungen unserer Stadt.

Literatur und Quellen

Nur in Wien: Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten Taschenbuch von Duncan J. D. Smith, 2008
ISBN-13: 978-3854983965

Schwertberger, Gerald ALLA TURCA und Türkenkugeln. Türken-Bezüge im Stadtbild Wiens,
http://schwertberger.org/pdf-Dateien/ALLA_TURKA_in_WIEN.pdf

http://www.tuerkengedaechtnis.oeaw.ac.at

fuhrmannhaus , ältestes haus im westen wiens

Fuhrmannhaus

das älteste Haus im Westen Wiens

hat eine faszinierende wie bewegte Geschichte, der älteste Baukern des denkmalgeschützten Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert, um 1560 wurde es wesentlich vergrößert und seit über 300 Jahren hat es mit ungefähr 3.700 m² sein jetziges Aussehen. Seit 1840 ist es im Besitz der Familie Fuhrmann und wird heute sehr engagiert und liebevoll von Fr. Rosina Kahofer, geb. Fuhrmann, restauriert und betreut.

Vielen Dank an Fr. Kahofer dass sie sich die Zeit nahm, um mir das Fuhrmannhaus mit seinem Vierkanthof zu zeigen und seine Historie zu erzählen.
Das Fuhrmannhaus mit seinem Innenhof und Bogengängen, die Weinschenke mit dem wunderschönen Gastgarten in dem die verschiedensten Konzerte sowie Veranstaltungen stattfinden, hat sehr viele verborgene historische Schätze aufzuweisen und ist eine einmalige Sehenswürdigkeit im Westen von Wien. Ebenso ist es für seinen Bauernmarkt, Markttag, Flohmarkt und Christkindlmarkt sehr bekannt und sehr beliebt.

die bewegte Geschichte des Fuhrmannhauses

Seit 1571 existieren lückenlose Aufzeichnung über die Besitzer, bis zum 18. Jhdt. sind im Grundbuch drei Parzellen aufgezeichnet, dass entspricht der heutigen Größe des Grundstückes. Das Fuhrmannhaus ist jedoch weitaus älter als die Aufzeichnungen aufzeigen, bei Vermessungen fand man Hinweise auf einen römischen Wachtturm. Im 12. Jahrhundert gab es sogenannte „feste Häuser“ und das Fuhrmannhaus stand damals am Ortsbeginn, am Rosenbach (der damals natürlich nicht reguliert und überwölbt war:-)) und an der damaligen Poststraße (jetzige Linzer Straße).
Im Jahr 1676 erstand ein Dr. Georg Schierl, er war „Licentiad und Geschworenen Landadvokaten zu Böhmen“, sehr lange war es jedoch nicht in seinem Besitz, schon am 18. Juni 1680 verkaufte er es dem Kolleg St. Michael (Barnabiten), hier gibt es sogar noch einen Kaufbrief, 1681 scheinen auch Hans Schmidt, der „Richter zu Hütteldorf“, und seine Ehefrau Rosina als Gewährnehmer auf.

Auszug aus diesem Brief:
„zue Hiedeldorf gelegene Haus samt alle An- und Zugehörungen, Garten, 12 Tagwerk Wiesmath und sechsthalbviertel Weingarten, wie auch alle zu der Zeit im Haus und im Keller befindende Mobilien, außer des derzeit im Keller befindenen Weins“ verkauft und zwar zu „ 1.500 Gulden
Kaufschilling und 1oo Gulden Leithkauf“.
Zitat: http://www.fuhrmannhaus.at/

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Die Barnabiten renovierten und erweiterten die Häuser, da nach dem beendetenTürkenkrieg im Jahr 1683 der Gebäudekomplex sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, in dieser Zeit scheinen im Grundbuch „drei zusammengebauten Häusern“ auf, wie schon oben berichtet, ist es die noch heute existierende Form des historischen Hauses. Das original getreu restaurierte Gitter im Stiegenhaus wurde ohne Nägel zusammengefügt und erinnert mit der Jahreszahl 1687 sowie dem Türkenkopf am Ende des Stiegengeländers an den überstanden zweiten Türkenkrieg.
Es gab in dem Gebäudekomplex eine Kapelle mit 2 Altären, jedoch konnte der Standort bis heute nicht eruiert werden. Der Wirtschaftshof der Barnabiten diente für Klosterangehörige als Sommerquartier und erhielt so manchen hohen Besuch, wie z. B. denn des Diplomaten und Ordensmann P. Don Pius Manzador, er kehrte nach einer Inspektionsreise, die er im Auftrag
der Kaiserin Maria Theresia machte, hier ein. Im Jahr 1778 brach ein verheerender Brand aus der enormen Schaden anrichtete, es wurde am 17. Februar 1779 ein Gesuch an die Ministerial Banco Hofdeputation gerichtet um die Erlaubnis 100 Baumstämme fällen zu dürfen und am 4. März 1779 wurde das Ansuchen bewilligt. Über 100 Jahre versorgte der Wirtschaftshof die Kollegien St. Michael in Wien und Mariahilf. Auf Grund der Bauschulden und dem Nachwuchsmangel wollte das Kolleg St. Michael alle abkömmlichen Immobilien verkaufen und im Jahr 1787
wurde an das k.k. Waldamt der Antrag auf Schätzung des Hauses Nr. 70 gestellt.
Bei einer Fassadenuntersuchung in Jahr 1982 und einer Baubeschreibung von 1787 vermutet man mehrere Ausbaustufen:

„Die 1. Stufe umfasst die Jahrhunderte von der Entstehung des Gebäudekomplexes bis zum Ende des 15. Jhdt. Das kleine vergitterte Fenster in der Nische, links im Hof der Weinschenke, gibt uns Zeugnis davon.
Von der 2. Stufe sehen wir in der Einfahrt, links in der Nische der Marienfigur, an der Rückwand eine Renaissance Außenwandmalerei, außerdem dürfe zu dieser Zeit das Haus einen Erker besessen haben. Der eingebaute Radabweiser, an der Ecke links von der Eingangstür zum Friseur, ist ein ehemaliger Erkerkragstein.
Die 3. Stufe ist die Bedeutendste, für die bauliche Entwicklung des Hauses. Im letzten Viertel des 17. Jhdt. traten mehrere Ereignisse ein, welch für das Schicksal des Hausen von immenser Bedeutung waren. Über den Weg einer Versteigerung, trachteten die Barnabiten ihren Besitz abzugeben. In einem Aufruf wurden Kauflustige aufgefordert, den Wirtschaftshof in Hütteldorf zu besichtigen. Die Versteigerung selbst war auf den 26. Juni 1787 um 9 Uhr festgesetzt. Das Flugblatt zur Verlautbarung der Versteigerung trug den Titel „Nachricht“ und wurde vom k.k. Waldamt in Purkersdorf bekannt gemacht. Die „Nachricht“ ist für das heutige Fuhrmannhaus insofern von Bedeutung, als sie Einblick gibt, in die ursprüngliche Verwendung der einzelnen Räumlichkeiten. Die Lage des Hauses Nr. 70 wird neben den Lindengassl (heutige Rosentalgasse) wie folgt beschrieben: „Im 1. Stock 8 Winter- und 7 Sommerzimmer, 2 Kammern, dann 2 mit Stein gepflasterten Communikationsgängen, alles stokadort (Stuckatur), zu ebener Erde ein Salletl, ein Billardzimmer, eine Kapelle, ein Zimmer, zwey Kammern, eine grosse und kleine Kuchl, eine Speise, Pferdestallung auf 8 Stück, ein Kuhstall auf 4 Stück, alles gewölbt, ein gepflasteter Hof und 2 Keller, dann ein 13 Klafter* 5 Schuh* lang, und 3 Klafter* 3 zweydritl Schuh* breite Salaterena, stokadort mit offenen Bögen, gegen dem Garten mit einem Einfahrtsthor von der Strasse, nebst einem mit verschiedenen guten Obstbäumen besetzten, 700 Quadratklafter haltenden Hausgarten befindlich durch den Weg der Versteigerung gegen baare Bezahlung käuflich hindangegeben werden“.
Zitat: http://www.fuhrmannhaus.at/

Das Kolleg St. Michael verkaufte am 6. September 1788 den Gebäudekomplex an Johann Michael Eimmer, schon 1808 kam es durch Versteigerung zu einem Besitzerwechsel, der neue Besitzer war der bürgerlichen Eisenhändler Franz Winkler. Im Jahr 1811 kaufte Friedrich Graf von Schwarzenberg das Haus und bis 1840 gab es noch etliche Besitzer, bis es Franz Xaver Fuhrmann und seine Frau Barbara erwarben, nach ihnen trägt das Haus seinen Namen.
Die Fuhrmanns hatten vorher einen Ziegelofen in Heiligenstadt vom Stift Klosterneuburg gepachtet, in Hütteldorf gründten sie einen Fuhrwerksbetrieb, laut Verzeichnis der Gesellschafts- und Stellwagen aus dem Jahr 1851 fuhr ein Stellwagen täglich in die Stadt und wieder retour. Es gab auch Pferdestallungen und die Einfahrtstore wurden hofseitig durch herablaßbare Gitter gesichert, die Gleitstangen und Seilräder sind teilweise noch erhalten und wurden detailgetreu restauriert. Anton Fuhrmann, der Sohn von Franz Xaver und Barbara Fuhrmann, übernahm den Betrieb, der Großfuhrwerksbesitzer wurde im Jahre 1907 zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt, die Kopie der Urkunde befindet sich in der Weinschenke.

Im Gebäudekomplex Linzerstrasse 406 befand sich auch einige Zeit die Gemeindestube von Hütteldorf. Nach dem ersten Weltkrieg und der Zwischenkriegszeit verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Familie Fuhrmann, es erfolgte die Umstellungen vom Pferd zum Autobetrieb, diese Umstände verhinderten die notwendigen Verbesserungen des Fuhrmannhauses.

die Powerfrauen des Fuhrmannhauses

Den Fortbestand des Hauses konnte Katharina Fuhrmann mit Sohn Robert retten, indem sie im Fuhrmannhaus mit einem Gemischtwarenhandel mit Sand, Kalk, Zement begonnen hatten. In dieser Zeit entstanden die Schrebergärten im Rosental und am Wolfersberg, daher vergrößtern sie ihr Warenangebot und ihre finanzielle Situation verbesserte sich zusehends, so dass sie das desolate Schindeldach durch eine neue Eternitdeckung ersetzen konnten, diese liegt bis heute am Dach. Damit mehr Geld zur Verfügung stand, ließ Katharina Fuhrmann den „Hobernsaal“, der heute der Freskensaal ist und vorherige Futterkammer für die Pferde war, zu zwei Wohnungen umbauen. Nach dem 2. Weltkrieg wohnten und arbeiteten über 100 Personen im Haus, die sich zwei Wandbrunnen und zwei Toiletten ohne Wasserspülung teilen mußten.
Katharina Fuhrmann war eine sehr beachtliche Frau, die sehr viel leistete und ihr ist es zu verdanken das dieses Haus der Nachwelt erhalten blieb.
Während dem zweiten Weltkrieg mußte Rosina Fuhrmann, die Schwiegertochter von Katharina Fuhrmann, den Betrieb mit ihren drei kleinen Kindern alleine weiterführen. Auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 50er Jahren und der steigenden Nachfrage nach Baumaterialien wurde ein 380 Steyrer Diesel LKW angeschafft und Hertha Dopplinger, geborene Fuhrmann und Tochter der Rosina Fuhrmann, machte 1956 den Führerschein und fuhr dann lange alleine mit dem LKW, sie war damals eine von drei Frauen die mit einem LKW in Wien fuhren. Zu dieser Zeit war es für eine Frau weitaus schwieriger als heute, eine Familie mit drei Kindern und Geschäft auf einen Nenner zu bringen. Trotzdem wurde im Jahr 1959 ein Steinbruch im Waldviertel gekauft und so lernte Hertha Dopplinger die Bauern aus der Umgebung und ihre Produkte kennen. Obwohl es sehr viele Bedenken gab, konnte Hertha Dopplinger die Waldviertler Bauern überzeugen, die Produkte in Wien zu verkaufen und ab 1983 gab es im Fuhrmannhaus den ersten Bauernmarkt. Da die Stallungen in ihrer eigentlichen Funktion keine Verwendung hatten, wurden sie in Lager, Büro- und Verkaufsraum umgewidmet.

Das Fuhrmannhaus hatte durch Erbschaften mehrere Eigentümer, was nicht von Vorteil für das historische Haus war, da es durch verschiedene Ansichten über die Nutzung und immer wieder notwendigen Reparaturen zu Diskrepanzen zwischen den Eigentümern kam. Daher war es von Hertha Dopplinger und ihrem Mann das Bestreben, die anderen Eigentümer auszuzahlen und alleinige Eigentümer des Fuhrmannhauses zu werden, dies gelang ihnen jedoch erst nach einen jahrelangen zähen Kampf. Danach wurde der geschichtsträchtige Gebäudekomplex saniert und vor ca 33 Jahren entdeckte das Bundesdenkmalamt die historischen Fresken im Freskensaal, sie waren übermalen und wurden in mehreren Etappen freigelegt, sie sind heute in voller Schönheit zu bewundern. Weiters ist eine historische Marienstatue im Eingang zum Innenhof und ein Kotter mit kleinem Fenster zu besichtigen.
Das historische Haus ist heute im Besitz von Rosina Kahofer, der Tochter von Hertha Dopplinger.

Im Fuhrmannhaus befinden sich mehrere Betriebe und Wohnungen, der bekannteste Betrieb ist die Weinschenke, die sehr vielfältige Veranstaltungen anbietet und natürlich typische Wiener Hausmannskost. Jeden Mittwoch von 9.00 – 13.00 Uhr bietet der Markttag köstliche Schmankerln an, weiters gibt es einen Bauernmarkt mit Kunst und Handwerk, einen Flohmarkt und einen Christkindlmarkt mit Christbaumverkauf.

Die genauen Zeiten sind im Terminkalender zu finden.

Adresse

Linzer Straße 404, 1140 Wien

Wiener Linien: Linie 49 bis Rosentalgasse

Öffi-App

Weblinks
http://www.bauernmarkt-fuhrmannhaus.com/index.html

http://www.fuhrmannhaus.at/