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wo die kuh am brett spielt,wien-bilder

allwo die Kuh am Brett spielt

oder auch „wo die Kuh am Brett spielt“

das nur mehr teilweise erhaltene Fresko befindet sich auf dem Haus in der Bäckerstraße 12, es war von 1374 bis 1386 im Besitz des Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf (nach ihm wurde die Vorlaufstraße in der Inneren Stadt benannt) war. Im Innenhof des Renaissance-Bürgerhaus sind Mauersteine aus dem 13. Jahrhundert und original erhaltener frühgotischer Verputz sowie eine rote Fugenmalerei zu sehen.
Das Fassadenfresko „allwo die Kuh am Brett spielt“ ist wahrscheinlich im 16. Jahrhundert entstanden und war bis ins 18. Jahrhundert ersichtlich, dann wurde die Fassade neu gestaltet und das Fresko verschwand unter dem neuen Fassadenputz, es wurde erst wieder bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1987 sichtbar.
In der Zeit als das Fresko zu sehen war, wurde es von den Wienern „allwo die Kuh am Brett spielt“ genannt, das Hauszeichen zeigt eine bebrillte Kuh die mit einem Wolf am Brett spielt, durch denn später angebauten Vorbau ist leider der Wolf fast verschwunden, es ist nur noch seine Schnauze zu sehen.

die Wiener Fabel über das skurille Fresko

oder die Kontroversen zwischen den Protestanten und Katholiken,
der Wolf sagt zur Kuh: „Ich wirf darein, Dein Haut g`hert mein.“ Die Kuh antwortet: „Pral nicht so g`schwind im Spielen! Dein Unglück kannst bald fühlen.“ Zwischen ihnen steht ein Kürschner mit einer Fliegenklatsche: „Ich weht, und leucht`, erwart die Zeit; Wie sich wird enden euer Streit.“ Die Inschrift spricht auch von einem Jäger mit seinem Hund, die beiden scheinen in dem dem heutigen Fresko leider nicht mehr auf.

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Auf den ersten Blick ist es nur eine amüsante Wiener Fabel, aber dieses Fresko hat eine tiefere Bedeutung und versinnbildlicht den Streit zwischen den Katholiken und Protestanten im 17. Jahrhundert. Die bebrillte Kuh stellt die Katholiken dar, der Wolf die Protestanten, der Kürschner, der Jäger und sein Hund stellen die gierigen, abwartenden Rechtsanwälte und Stadträte dar, die sich anschließend auf die Seite des Gewinners schlagen und die Fliege zeigt die Geistlichkeit, die hilflos dem Spiel der beiden zusieht. Die „geistliche“ Fliege ist neben dem Kopf der Kuh noch deutlich sehen.

beliebten Fresken in der Zeit der Reformation und Gegenreformation

Es muß in Wien mehrere Häuser mit ähnlichen Namen gegeben haben, wie z. B. die Hausbezeichnung „Wo der Wolf den Gänsen predigt“ in der Wallnerstraße 11 (das Original befindet sich im Wien Museum), in diesem Haus soll es auch zu geheimen protestantischen Treffen und Predigten gekommen sein, das Fresko ließ später ein katholischer Hauseigentümer anbringen und zeigt den protestantischen Wolf der vor naiven katholischen Gänsen predigt, um sie dann zu reißen.
Die Hausbezeichnung „Wo die Böck` aneinander stoßen“ war ab etwa 1690 in der heutigen Postgasse 1 angebracht, dieses Fresko bezog sich ebenfalls auf die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten, das Haus wurde 1803 abgeriessen.
Die Bezeichnung „Allwo der Esel in der Wiege liegt“ (es befand sich am Haus in der Kärntner Straße 21) erhielt das Haus im Jahr 1598, es gehörte dem protestantische Bäckermeisters Melchior Khlesl, zur Amtseinführung seines ältesten Sohnes Melchior Khlesl zum (katholischen) Bischof von Wien, hier dürfte es sich um Spöttereien der Protestanten handeln. Das Gebäude wurde 1945 im zweiten Weltkrieg zerstört.

Das Hauszeichen wurde leider bei der letzten Renovierung vor ca. 3 Jahren verunstaltet und ist nicht mehr wiederzuerkennen, nicht das schnelle Geld mit Luxus- und Dachgeschosswohnungen zeigen gelungene Sanierungen, es sind die Details die eine behutsame und gelungene Renovierung ausmachen.

Adresse

Bäckerstraße 12, 1010 Wien

Wiener Linien

U3 bis Stubenring, U1 bis Stephansplatz

Öffi-App

Literatur

Henriette Mandl: Wiener Altstadtspaziergänge, 2001
ISBN-13: 978-3800038282

Autoren Felix Czeike, Helga Czeike: Wien: Kunst, Kultur und Geschichte der Donaumetropole, 1999
ISBN: 9783770143481

Weblinks

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Allwo_die_Kuh_am_Brett_spielt

http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/wien/1_bezirk/kuh_am_brett.html

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allwo die Kuh am Brett spielt

oder auch „wo die Kuh am Brett spielt“

das nur mehr teilweise erhaltene Fresko befindet sich auf dem Haus in der Bäckerstraße 12, es war von 1374 bis 1386 im Besitz des Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf (nach ihm wurde die Vorlaufstraße in der Inneren Stadt benannt) war. Im Innenhof des Renaissance-Bürgerhaus sind Mauersteine aus dem 13. Jahrhundert und original erhaltener frühgotischer Verputz sowie eine rote Fugenmalerei zu sehen.
Das Fassadenfresko „allwo die Kuh am Brett spielt“ ist wahrscheinlich im 16. Jahrhundert entstanden und war bis ins 18. Jahrhundert ersichtlich, dann wurde die Fassade neu gestaltet und das Fresko verschwand unter dem neuen Fassadenputz, es wurde erst wieder bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1987 sichtbar.
In der Zeit als das Fresko zu sehen war, wurde es von den Wienern „allwo die Kuh am Brett spielt“ genannt, das Hauszeichen zeigt eine bebrillte Kuh die mit einem Wolf am Brett spielt, durch denn später angebauten Vorbau ist leider der Wolf fast verschwunden, es ist nur noch seine Schnauze zu sehen.

die Wiener Fabel über das skurille Fresko

oder die Kontroversen zwischen den Protestanten und Katholiken,
der Wolf sagt zur Kuh: „Ich wirf darein, Dein Haut g`hert mein.“ Die Kuh antwortet: „Pral nicht so g`schwind im Spielen! Dein Unglück kannst bald fühlen.“ Zwischen ihnen steht ein Kürschner mit einer Fliegenklatsche: „Ich weht, und leucht`, erwart die Zeit; Wie sich wird enden euer Streit.“ Die Inschrift spricht auch von einem Jäger mit seinem Hund, die beiden scheinen in dem dem heutigen Fresko leider nicht mehr auf.

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Auf den ersten Blick ist es nur eine amüsante Wiener Fabel, aber dieses Fresko hat eine tiefere Bedeutung und versinnbildlicht den Streit zwischen den Katholiken und Protestanten im 17. Jahrhundert. Die bebrillte Kuh stellt die Katholiken dar, der Wolf die Protestanten, der Kürschner, der Jäger und sein Hund stellen die gierigen, abwartenden Rechtsanwälte und Stadträte dar, die sich anschließend auf die Seite des Gewinners schlagen und die Fliege zeigt die Geistlichkeit, die hilflos dem Spiel der beiden zusieht. Die „geistliche“ Fliege ist neben dem Kopf der Kuh noch deutlich sehen.

beliebten Fresken in der Zeit der Reformation und Gegenreformation

Es muß in Wien mehrere Häuser mit ähnlichen Namen gegeben haben, wie z. B. die Hausbezeichnung „Wo der Wolf den Gänsen predigt“ in der Wallnerstraße 11 (das Original befindet sich im Wien Museum), in diesem Haus soll es auch zu geheimen protestantischen Treffen und Predigten gekommen sein, das Fresko ließ später ein katholischer Hauseigentümer anbringen und zeigt den protestantischen Wolf der vor naiven katholischen Gänsen predigt, um sie dann zu reißen.
Die Hausbezeichnung „Wo die Böck` aneinander stoßen“ war ab etwa 1690 in der heutigen Postgasse 1 angebracht, dieses Fresko bezog sich ebenfalls auf die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten, das Haus wurde 1803 abgeriessen.
Die Bezeichnung „Allwo der Esel in der Wiege liegt“ (es befand sich am Haus in der Kärntner Straße 21) erhielt das Haus im Jahr 1598, es gehörte dem protestantische Bäckermeisters Melchior Khlesl, zur Amtseinführung seines ältesten Sohnes Melchior Khlesl zum (katholischen) Bischof von Wien, hier dürfte es sich um Spöttereien der Protestanten handeln. Das Gebäude wurde 1945 im zweiten Weltkrieg zerstört.

Das Hauszeichen wurde leider bei der letzten Renovierung vor ca. 3 Jahren verunstaltet und ist nicht mehr wiederzuerkennen, nicht das schnelle Geld mit Luxus- und Dachgeschosswohnungen zeigen gelungene Sanierungen, es sind die Details die eine behutsame und gelungene Renovierung ausmachen.

Adresse

Bäckerstraße 12, 1010 Wien

Wiener Linien

U3 bis Stubenring, U1 bis Stephansplatz

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Literatur

Henriette Mandl: Wiener Altstadtspaziergänge, 2001
ISBN-13: 978-3800038282

Autoren Felix Czeike, Helga Czeike: Wien: Kunst, Kultur und Geschichte der Donaumetropole, 1999
ISBN: 9783770143481

Weblinks

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Allwo_die_Kuh_am_Brett_spielt

http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/wien/1_bezirk/kuh_am_brett.html

basiliskenhaus schönlaterngasse,wien-bilder

Basiliskenhaus

in der Schönlaterngasse 7

das sagenumwobene Gebäude ist eines der ältesten Häuser in der Innenstadt und befindet sich neben dem verborgenen Heiligenkreuzerhof. Aber das Alter hat dieses Haus nicht so bekannt gemacht wie die Sage des Basilisken im Hausbrunnen.

Und nun zu einer meiner Lieblingssagen aus der Kindheit:-)

Wiener Sage „Basilisk im Hausbrunnen“

Es war einmal ein Bäckermeister namens Martin Garhiebel, er war böser und hartherziger Mensch, daher liefen ihm immer wieder seine Gesellen davon. Nur der junge Geselle Hans Gelbhaar hielt es bei ihm aus, denn er hatte sich in das hübsche Töchterchen des Meister verliebt. Das Liebespärchen hatte immer nur wenige gemeinsame Augenblicke, daher nahm sich Hans eines Tages ein Herz und hielt bei Appolonias Vater um ihre Hand an.
„Du erbärmlicher Habenichts und Lump!“ brüllte dieser den armen Hans an, „nichts da, mir aus den Augen!“ Als der Hahn im Hof dreimal krähte, sagte der Meister zu Hans: „Nicht eher, als dieser Hahn ein Ei gelegt hat, sollst Du meine Tochter haben, das schwör ich bei allen Teufeln!“
Hans verabschiedete sich sehr traurig von Appolonia und verließ das Haus, schon am nächsten Tag begann ein anderer Bäckergeselle, aber er hielt es bei dem hartherzigen Meister nicht sehr lange aus. Anscheinend verschwand mit dem Rausschmieß des Hans das Glück des Bäckermeisters und seinem Haus, als die Magd Wasser aus dem Hausbrunnen schöpfen wollte, kam aus der Tiefe ein furchtbares Krähen, Gackern und entsetzlicher Gestank drang empor, die zu Tode verängstigte Magd sah außerdem in dem Brunnenschacht ein eigenartiges Gefunkel blitzen.


Meister Garhiebel hatte dafür kein Verständnis und schalt die arme Magd aus, daraufhin mußte der Lehrbub in den Brunnen hinuntersteigen, kaum war er etliche Meter tief, begann er entsetzlich zu schreien und wollte nur mehr herausgezogen werden. Anschließend erzählte er, dass er ein furchtbar schreckliches Tier sah, das ein Aussehen eines Hahnes, einer Kröte und einer Schlange mit einem geringelten Schuppenschweif hätte. Dieses Untier hatte den armen mit seinem schrecklich glühenden Blick fast zu Tode erschrocken.
Die Menschen waren verängstigt und wußten sich keinen Rat, ein gelehrter Doktor erklärte ihnen, das dieses entsetzliche Ungeheuer ein Basilisk sei und jeder sterben müße dem es anblickt, dieser entsprang aus einem Ei das ein Hahn gelegt und eine Kröte ausgebrütet hat. Dieser Basilisk ist nur zu töten, indem man ihm einen Spiegel vorhalte, damit er sein eigenes Spiegelbild erblickt und über sein fürchterliches Aussehen vor Entsetzen und Abscheu zerberstet.

Bäckermeister Garhiebel bot viel Geld damit er von dem Ungeheuer befreit wird, aber niemand war dafür bereit. Diese Mär verbreitete sich sehr rasch, von der auch der junge Geselle Hans Gelbhaar erfuhr, er stieg mit einem großen Spiegel vorsichtig in den Brunnen hinab, ohne den Basilisken anzublicken, schließlich hielt er ihm den Spiegel vor, sodass dieser tatsächlich vor Wut zersprang. Der Brunnen wurde mit Erde gefüllt, damit sich nie wieder ein solches Untier einnistet. Zu guter letzt bekam der brave Geselle Hans seine Appolonia zur Frau und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Chronik des Basiliskenhaus

Es wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt und ist eines der ältesten Häuser Wiens, die verschiedenen Epochen aus Gotik, Barock und Biedermeier zeigen eine oftmalige Bautätigkeit und wurde durch die Enge der Altstadt geprägt. Im Innenhof befindet ein sehr enger und lang gestreckte Pawlatschenhof der leider nicht zu besichtigen ist.
Die Kellermauern des denkmalgeschützten Hauses stammen partiell aus dem 13. Jahrhundert, es hieß ursprünglich „Zum roten Kreuz“ und bekam angeblich ab 1212 die Bezeichnung „Basiliskenhaus“. Diese Bezeichnung und das Hausschild beruhen auf einer Sage, die das erste mal von dem Humanisten und Historiker Wolfgang Lazius in seiner „Vienna Austriae“ im Jahr 1546 erwähnt wurde, jedoch ist ein Bäckermeister Martin Garhiebl urkundlich nicht erwiesen.
An diese Geschehnisse erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahre 1577, sie wurde durch den damaligen Hausbesitzer Hans Spannring anlässlich einer Renovierung angebracht.

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Auf dieser stand: „Anno Domini MCCXII ward erweldt Kayser Friedrich II. Undter seynem Regiment ist von aynem Hann entsprungen ain Basilisc, welcher obstehender Figur gleicht, und ist der Brunn voll angeschütt worden mit Erden, darinnen selbiges Thier gefunden worden ist: ohn Zweifel weil ob syner gifftigen aygenschafft vill Menschen gestorben und verdorben seyndt.“

Während eines Hausumbaues im Jahr 1740 wurde sie entfernt, als das Basiliskenhaus 1932 renoviert wurde, brachte man wieder ein Freskobild mit einer Inschrift an die an das Unwesen des Fabeltieres erinnert. Im 2. Weltkrieg wurde das Haus durch Bomben beschädigt und anschließend wieder renoviert, das Fresko wurde nicht wieder hergestellt. Heute ist in einer Hausnische das Fabelwesen als Hauszeichen über einer Wandmalerei und Inschrifttafel zu bewundern.

Wie schon oben geschrieben, hatte sich sogar die Wissenschaft mit dem Fabeltier beschäftigt, im 19. Jahrhundert untersuchte der Geologe und Paläontologe Eduard Suess (Erbauer der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung) den steinernen Basilisken, seiner Meinung nach war es eine Anhäufung von kugelartigen Gesteinskörpern und diese könnten im Mittelalter beim graben des Brunnens gefunden worden sein und beim hervorquellen des Wassers entwich dann betäubendes Gas. Dies könnte eine Erklärung für das schreckliche Fabelwesen namens Basilisk sein, allerdings klingt die Sage doch um einiges schöner:-)

Im Innenhof sind weder ein Brunnen noch Fragmente von diesem zu sehen, allerdings befindet sich im Hausflur ein Basilisk auf dem Grund eines tiefen Schachts, einer befindet sich in eine Nische an der Hausfassade, in der Schönlaterngasse 3 befindet sich ein Brunnen mit dem Fabelwesen der zu dem dem Restaurant „Zum Basilisk“ gehört, das Restaurant hat auch einen güldenen Basilisken als Hauszeichen.
Also sehr viel Ehr für das so schrecklichen Fabelwesen namens Basilisk.

Adresse

Schönlaterngasse 7, 1010 Wien

Wiener Linien: U4 und U1 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Literatur

Alt-Wiener Sagen und Legenden von Elisabeth Koller-Glück, 2014

ISBN-13: 978-3866805347

Weblinks

http://www.zumbasilisk.at/

fuhrmannhaus , ältestes haus im westen wiens

Fuhrmannhaus

das älteste Haus im Westen Wiens

hat eine faszinierende wie bewegte Geschichte, der älteste Baukern des denkmalgeschützten Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert, um 1560 wurde es wesentlich vergrößert und seit über 300 Jahren hat es mit ungefähr 3.700 m² sein jetziges Aussehen. Seit 1840 ist es im Besitz der Familie Fuhrmann und wird heute sehr engagiert und liebevoll von Fr. Rosina Kahofer, geb. Fuhrmann, restauriert und betreut.

Vielen Dank an Fr. Kahofer dass sie sich die Zeit nahm, um mir das Fuhrmannhaus mit seinem Vierkanthof zu zeigen und seine Historie zu erzählen.
Das Fuhrmannhaus mit seinem Innenhof und Bogengängen, die Weinschenke mit dem wunderschönen Gastgarten in dem die verschiedensten Konzerte sowie Veranstaltungen stattfinden, hat sehr viele verborgene historische Schätze aufzuweisen und ist eine einmalige Sehenswürdigkeit im Westen von Wien. Ebenso ist es für seinen Bauernmarkt, Markttag, Flohmarkt und Christkindlmarkt sehr bekannt und sehr beliebt.

die bewegte Geschichte des Fuhrmannhauses

Seit 1571 existieren lückenlose Aufzeichnung über die Besitzer, bis zum 18. Jhdt. sind im Grundbuch drei Parzellen aufgezeichnet, dass entspricht der heutigen Größe des Grundstückes. Das Fuhrmannhaus ist jedoch weitaus älter als die Aufzeichnungen aufzeigen, bei Vermessungen fand man Hinweise auf einen römischen Wachtturm. Im 12. Jahrhundert gab es sogenannte „feste Häuser“ und das Fuhrmannhaus stand damals am Ortsbeginn, am Rosenbach (der damals natürlich nicht reguliert und überwölbt war:-)) und an der damaligen Poststraße (jetzige Linzer Straße).
Im Jahr 1676 erstand ein Dr. Georg Schierl, er war „Licentiad und Geschworenen Landadvokaten zu Böhmen“, sehr lange war es jedoch nicht in seinem Besitz, schon am 18. Juni 1680 verkaufte er es dem Kolleg St. Michael (Barnabiten), hier gibt es sogar noch einen Kaufbrief, 1681 scheinen auch Hans Schmidt, der „Richter zu Hütteldorf“, und seine Ehefrau Rosina als Gewährnehmer auf.

Auszug aus diesem Brief:
„zue Hiedeldorf gelegene Haus samt alle An- und Zugehörungen, Garten, 12 Tagwerk Wiesmath und sechsthalbviertel Weingarten, wie auch alle zu der Zeit im Haus und im Keller befindende Mobilien, außer des derzeit im Keller befindenen Weins“ verkauft und zwar zu „ 1.500 Gulden
Kaufschilling und 1oo Gulden Leithkauf“.
Zitat: http://www.fuhrmannhaus.at/

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Die Barnabiten renovierten und erweiterten die Häuser, da nach dem beendetenTürkenkrieg im Jahr 1683 der Gebäudekomplex sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, in dieser Zeit scheinen im Grundbuch „drei zusammengebauten Häusern“ auf, wie schon oben berichtet, ist es die noch heute existierende Form des historischen Hauses. Das original getreu restaurierte Gitter im Stiegenhaus wurde ohne Nägel zusammengefügt und erinnert mit der Jahreszahl 1687 sowie dem Türkenkopf am Ende des Stiegengeländers an den überstanden zweiten Türkenkrieg.
Es gab in dem Gebäudekomplex eine Kapelle mit 2 Altären, jedoch konnte der Standort bis heute nicht eruiert werden. Der Wirtschaftshof der Barnabiten diente für Klosterangehörige als Sommerquartier und erhielt so manchen hohen Besuch, wie z. B. denn des Diplomaten und Ordensmann P. Don Pius Manzador, er kehrte nach einer Inspektionsreise, die er im Auftrag
der Kaiserin Maria Theresia machte, hier ein. Im Jahr 1778 brach ein verheerender Brand aus der enormen Schaden anrichtete, es wurde am 17. Februar 1779 ein Gesuch an die Ministerial Banco Hofdeputation gerichtet um die Erlaubnis 100 Baumstämme fällen zu dürfen und am 4. März 1779 wurde das Ansuchen bewilligt. Über 100 Jahre versorgte der Wirtschaftshof die Kollegien St. Michael in Wien und Mariahilf. Auf Grund der Bauschulden und dem Nachwuchsmangel wollte das Kolleg St. Michael alle abkömmlichen Immobilien verkaufen und im Jahr 1787
wurde an das k.k. Waldamt der Antrag auf Schätzung des Hauses Nr. 70 gestellt.
Bei einer Fassadenuntersuchung in Jahr 1982 und einer Baubeschreibung von 1787 vermutet man mehrere Ausbaustufen:

„Die 1. Stufe umfasst die Jahrhunderte von der Entstehung des Gebäudekomplexes bis zum Ende des 15. Jhdt. Das kleine vergitterte Fenster in der Nische, links im Hof der Weinschenke, gibt uns Zeugnis davon.
Von der 2. Stufe sehen wir in der Einfahrt, links in der Nische der Marienfigur, an der Rückwand eine Renaissance Außenwandmalerei, außerdem dürfe zu dieser Zeit das Haus einen Erker besessen haben. Der eingebaute Radabweiser, an der Ecke links von der Eingangstür zum Friseur, ist ein ehemaliger Erkerkragstein.
Die 3. Stufe ist die Bedeutendste, für die bauliche Entwicklung des Hauses. Im letzten Viertel des 17. Jhdt. traten mehrere Ereignisse ein, welch für das Schicksal des Hausen von immenser Bedeutung waren. Über den Weg einer Versteigerung, trachteten die Barnabiten ihren Besitz abzugeben. In einem Aufruf wurden Kauflustige aufgefordert, den Wirtschaftshof in Hütteldorf zu besichtigen. Die Versteigerung selbst war auf den 26. Juni 1787 um 9 Uhr festgesetzt. Das Flugblatt zur Verlautbarung der Versteigerung trug den Titel „Nachricht“ und wurde vom k.k. Waldamt in Purkersdorf bekannt gemacht. Die „Nachricht“ ist für das heutige Fuhrmannhaus insofern von Bedeutung, als sie Einblick gibt, in die ursprüngliche Verwendung der einzelnen Räumlichkeiten. Die Lage des Hauses Nr. 70 wird neben den Lindengassl (heutige Rosentalgasse) wie folgt beschrieben: „Im 1. Stock 8 Winter- und 7 Sommerzimmer, 2 Kammern, dann 2 mit Stein gepflasterten Communikationsgängen, alles stokadort (Stuckatur), zu ebener Erde ein Salletl, ein Billardzimmer, eine Kapelle, ein Zimmer, zwey Kammern, eine grosse und kleine Kuchl, eine Speise, Pferdestallung auf 8 Stück, ein Kuhstall auf 4 Stück, alles gewölbt, ein gepflasteter Hof und 2 Keller, dann ein 13 Klafter* 5 Schuh* lang, und 3 Klafter* 3 zweydritl Schuh* breite Salaterena, stokadort mit offenen Bögen, gegen dem Garten mit einem Einfahrtsthor von der Strasse, nebst einem mit verschiedenen guten Obstbäumen besetzten, 700 Quadratklafter haltenden Hausgarten befindlich durch den Weg der Versteigerung gegen baare Bezahlung käuflich hindangegeben werden“.
Zitat: http://www.fuhrmannhaus.at/

Das Kolleg St. Michael verkaufte am 6. September 1788 den Gebäudekomplex an Johann Michael Eimmer, schon 1808 kam es durch Versteigerung zu einem Besitzerwechsel, der neue Besitzer war der bürgerlichen Eisenhändler Franz Winkler. Im Jahr 1811 kaufte Friedrich Graf von Schwarzenberg das Haus und bis 1840 gab es noch etliche Besitzer, bis es Franz Xaver Fuhrmann und seine Frau Barbara erwarben, nach ihnen trägt das Haus seinen Namen.
Die Fuhrmanns hatten vorher einen Ziegelofen in Heiligenstadt vom Stift Klosterneuburg gepachtet, in Hütteldorf gründten sie einen Fuhrwerksbetrieb, laut Verzeichnis der Gesellschafts- und Stellwagen aus dem Jahr 1851 fuhr ein Stellwagen täglich in die Stadt und wieder retour. Es gab auch Pferdestallungen und die Einfahrtstore wurden hofseitig durch herablaßbare Gitter gesichert, die Gleitstangen und Seilräder sind teilweise noch erhalten und wurden detailgetreu restauriert. Anton Fuhrmann, der Sohn von Franz Xaver und Barbara Fuhrmann, übernahm den Betrieb, der Großfuhrwerksbesitzer wurde im Jahre 1907 zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt, die Kopie der Urkunde befindet sich in der Weinschenke.

Im Gebäudekomplex Linzerstrasse 406 befand sich auch einige Zeit die Gemeindestube von Hütteldorf. Nach dem ersten Weltkrieg und der Zwischenkriegszeit verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Familie Fuhrmann, es erfolgte die Umstellungen vom Pferd zum Autobetrieb, diese Umstände verhinderten die notwendigen Verbesserungen des Fuhrmannhauses.

die Powerfrauen des Fuhrmannhauses

Den Fortbestand des Hauses konnte Katharina Fuhrmann mit Sohn Robert retten, indem sie im Fuhrmannhaus mit einem Gemischtwarenhandel mit Sand, Kalk, Zement begonnen hatten. In dieser Zeit entstanden die Schrebergärten im Rosental und am Wolfersberg, daher vergrößtern sie ihr Warenangebot und ihre finanzielle Situation verbesserte sich zusehends, so dass sie das desolate Schindeldach durch eine neue Eternitdeckung ersetzen konnten, diese liegt bis heute am Dach. Damit mehr Geld zur Verfügung stand, ließ Katharina Fuhrmann den „Hobernsaal“, der heute der Freskensaal ist und vorherige Futterkammer für die Pferde war, zu zwei Wohnungen umbauen. Nach dem 2. Weltkrieg wohnten und arbeiteten über 100 Personen im Haus, die sich zwei Wandbrunnen und zwei Toiletten ohne Wasserspülung teilen mußten.
Katharina Fuhrmann war eine sehr beachtliche Frau, die sehr viel leistete und ihr ist es zu verdanken das dieses Haus der Nachwelt erhalten blieb.
Während dem zweiten Weltkrieg mußte Rosina Fuhrmann, die Schwiegertochter von Katharina Fuhrmann, den Betrieb mit ihren drei kleinen Kindern alleine weiterführen. Auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 50er Jahren und der steigenden Nachfrage nach Baumaterialien wurde ein 380 Steyrer Diesel LKW angeschafft und Hertha Dopplinger, geborene Fuhrmann und Tochter der Rosina Fuhrmann, machte 1956 den Führerschein und fuhr dann lange alleine mit dem LKW, sie war damals eine von drei Frauen die mit einem LKW in Wien fuhren. Zu dieser Zeit war es für eine Frau weitaus schwieriger als heute, eine Familie mit drei Kindern und Geschäft auf einen Nenner zu bringen. Trotzdem wurde im Jahr 1959 ein Steinbruch im Waldviertel gekauft und so lernte Hertha Dopplinger die Bauern aus der Umgebung und ihre Produkte kennen. Obwohl es sehr viele Bedenken gab, konnte Hertha Dopplinger die Waldviertler Bauern überzeugen, die Produkte in Wien zu verkaufen und ab 1983 gab es im Fuhrmannhaus den ersten Bauernmarkt. Da die Stallungen in ihrer eigentlichen Funktion keine Verwendung hatten, wurden sie in Lager, Büro- und Verkaufsraum umgewidmet.

Das Fuhrmannhaus hatte durch Erbschaften mehrere Eigentümer, was nicht von Vorteil für das historische Haus war, da es durch verschiedene Ansichten über die Nutzung und immer wieder notwendigen Reparaturen zu Diskrepanzen zwischen den Eigentümern kam. Daher war es von Hertha Dopplinger und ihrem Mann das Bestreben, die anderen Eigentümer auszuzahlen und alleinige Eigentümer des Fuhrmannhauses zu werden, dies gelang ihnen jedoch erst nach einen jahrelangen zähen Kampf. Danach wurde der geschichtsträchtige Gebäudekomplex saniert und vor ca 33 Jahren entdeckte das Bundesdenkmalamt die historischen Fresken im Freskensaal, sie waren übermalen und wurden in mehreren Etappen freigelegt, sie sind heute in voller Schönheit zu bewundern. Weiters ist eine historische Marienstatue im Eingang zum Innenhof und ein Kotter mit kleinem Fenster zu besichtigen.
Das historische Haus ist heute im Besitz von Rosina Kahofer, der Tochter von Hertha Dopplinger.

Im Fuhrmannhaus befinden sich mehrere Betriebe und Wohnungen, der bekannteste Betrieb ist die Weinschenke, die sehr vielfältige Veranstaltungen anbietet und natürlich typische Wiener Hausmannskost. Jeden Mittwoch von 9.00 – 13.00 Uhr bietet der Markttag köstliche Schmankerln an, weiters gibt es einen Bauernmarkt mit Kunst und Handwerk, einen Flohmarkt und einen Christkindlmarkt mit Christbaumverkauf.

Die genauen Zeiten sind im Terminkalender zu finden.

Adresse

Linzer Straße 404, 1140 Wien

Wiener Linien: Linie 49 bis Rosentalgasse

Öffi-App

Weblinks
http://www.bauernmarkt-fuhrmannhaus.com/index.html

http://www.fuhrmannhaus.at/