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Basiliskenhaus

in der Schönlaterngasse 7

das sagenumwobene Gebäude ist eines der ältesten Häuser in der Innenstadt und befindet sich neben dem verborgenen Heiligenkreuzerhof. Aber das Alter hat dieses Haus nicht so bekannt gemacht wie die Sage des Basilisken im Hausbrunnen.

Und nun zu einer meiner Lieblingssagen aus der Kindheit:-)

Wiener Sage „Basilisk im Hausbrunnen“

Es war einmal ein Bäckermeister namens Martin Garhiebel, er war böser und hartherziger Mensch, daher liefen ihm immer wieder seine Gesellen davon. Nur der junge Geselle Hans Gelbhaar hielt es bei ihm aus, denn er hatte sich in das hübsche Töchterchen des Meister verliebt. Das Liebespärchen hatte immer nur wenige gemeinsame Augenblicke, daher nahm sich Hans eines Tages ein Herz und hielt bei Appolonias Vater um ihre Hand an.
„Du erbärmlicher Habenichts und Lump!“ brüllte dieser den armen Hans an, „nichts da, mir aus den Augen!“ Als der Hahn im Hof dreimal krähte, sagte der Meister zu Hans: „Nicht eher, als dieser Hahn ein Ei gelegt hat, sollst Du meine Tochter haben, das schwör ich bei allen Teufeln!“
Hans verabschiedete sich sehr traurig von Appolonia und verließ das Haus, schon am nächsten Tag begann ein anderer Bäckergeselle, aber er hielt es bei dem hartherzigen Meister nicht sehr lange aus. Anscheinend verschwand mit dem Rausschmieß des Hans das Glück des Bäckermeisters und seinem Haus, als die Magd Wasser aus dem Hausbrunnen schöpfen wollte, kam aus der Tiefe ein furchtbares Krähen, Gackern und entsetzlicher Gestank drang empor, die zu Tode verängstigte Magd sah außerdem in dem Brunnenschacht ein eigenartiges Gefunkel blitzen.


Meister Garhiebel hatte dafür kein Verständnis und schalt die arme Magd aus, daraufhin mußte der Lehrbub in den Brunnen hinuntersteigen, kaum war er etliche Meter tief, begann er entsetzlich zu schreien und wollte nur mehr herausgezogen werden. Anschließend erzählte er, dass er ein furchtbar schreckliches Tier sah, das ein Aussehen eines Hahnes, einer Kröte und einer Schlange mit einem geringelten Schuppenschweif hätte. Dieses Untier hatte den armen mit seinem schrecklich glühenden Blick fast zu Tode erschrocken.
Die Menschen waren verängstigt und wußten sich keinen Rat, ein gelehrter Doktor erklärte ihnen, das dieses entsetzliche Ungeheuer ein Basilisk sei und jeder sterben müße dem es anblickt, dieser entsprang aus einem Ei das ein Hahn gelegt und eine Kröte ausgebrütet hat. Dieser Basilisk ist nur zu töten, indem man ihm einen Spiegel vorhalte, damit er sein eigenes Spiegelbild erblickt und über sein fürchterliches Aussehen vor Entsetzen und Abscheu zerberstet.

Bäckermeister Garhiebel bot viel Geld damit er von dem Ungeheuer befreit wird, aber niemand war dafür bereit. Diese Mär verbreitete sich sehr rasch, von der auch der junge Geselle Hans Gelbhaar erfuhr, er stieg mit einem großen Spiegel vorsichtig in den Brunnen hinab, ohne den Basilisken anzublicken, schließlich hielt er ihm den Spiegel vor, sodass dieser tatsächlich vor Wut zersprang. Der Brunnen wurde mit Erde gefüllt, damit sich nie wieder ein solches Untier einnistet. Zu guter letzt bekam der brave Geselle Hans seine Appolonia zur Frau und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Chronik des Basiliskenhaus

Es wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt und ist eines der ältesten Häuser Wiens, die verschiedenen Epochen aus Gotik, Barock und Biedermeier zeigen eine oftmalige Bautätigkeit und wurde durch die Enge der Altstadt geprägt. Im Innenhof befindet ein sehr enger und lang gestreckte Pawlatschenhof der leider nicht zu besichtigen ist.
Die Kellermauern des denkmalgeschützten Hauses stammen partiell aus dem 13. Jahrhundert, es hieß ursprünglich „Zum roten Kreuz“ und bekam angeblich ab 1212 die Bezeichnung „Basiliskenhaus“. Diese Bezeichnung und das Hausschild beruhen auf einer Sage, die das erste mal von dem Humanisten und Historiker Wolfgang Lazius in seiner „Vienna Austriae“ im Jahr 1546 erwähnt wurde, jedoch ist ein Bäckermeister Martin Garhiebl urkundlich nicht erwiesen.
An diese Geschehnisse erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahre 1577, sie wurde durch den damaligen Hausbesitzer Hans Spannring anlässlich einer Renovierung angebracht.

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Auf dieser stand: „Anno Domini MCCXII ward erweldt Kayser Friedrich II. Undter seynem Regiment ist von aynem Hann entsprungen ain Basilisc, welcher obstehender Figur gleicht, und ist der Brunn voll angeschütt worden mit Erden, darinnen selbiges Thier gefunden worden ist: ohn Zweifel weil ob syner gifftigen aygenschafft vill Menschen gestorben und verdorben seyndt.“

Während eines Hausumbaues im Jahr 1740 wurde sie entfernt, als das Basiliskenhaus 1932 renoviert wurde, brachte man wieder ein Freskobild mit einer Inschrift an die an das Unwesen des Fabeltieres erinnert. Im 2. Weltkrieg wurde das Haus durch Bomben beschädigt und anschließend wieder renoviert, das Fresko wurde nicht wieder hergestellt. Heute ist in einer Hausnische das Fabelwesen als Hauszeichen über einer Wandmalerei und Inschrifttafel zu bewundern.

Wie schon oben geschrieben, hatte sich sogar die Wissenschaft mit dem Fabeltier beschäftigt, im 19. Jahrhundert untersuchte der Geologe und Paläontologe Eduard Suess (Erbauer der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung) den steinernen Basilisken, seiner Meinung nach war es eine Anhäufung von kugelartigen Gesteinskörpern und diese könnten im Mittelalter beim graben des Brunnens gefunden worden sein und beim hervorquellen des Wassers entwich dann betäubendes Gas. Dies könnte eine Erklärung für das schreckliche Fabelwesen namens Basilisk sein, allerdings klingt die Sage doch um einiges schöner:-)

Im Innenhof sind weder ein Brunnen noch Fragmente von diesem zu sehen, allerdings befindet sich im Hausflur ein Basilisk auf dem Grund eines tiefen Schachts, einer befindet sich in eine Nische an der Hausfassade, in der Schönlaterngasse 3 befindet sich ein Brunnen mit dem Fabelwesen der zu dem dem Restaurant „Zum Basilisk“ gehört, das Restaurant hat auch einen güldenen Basilisken als Hauszeichen.
Also sehr viel Ehr für das so schrecklichen Fabelwesen namens Basilisk.

Adresse

Schönlaterngasse 7, 1010 Wien

Wiener Linien: U4 und U1 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Literatur

Alt-Wiener Sagen und Legenden von Elisabeth Koller-Glück, 2014

ISBN-13: 978-3866805347

Weblinks

http://www.zumbasilisk.at/

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Basiliskenhaus

in der Schönlaterngasse 7

das sagenumwobene Gebäude ist eines der ältesten Häuser in der Innenstadt und befindet sich neben dem verborgenen Heiligenkreuzerhof. Aber das Alter hat dieses Haus nicht so bekannt gemacht wie die Sage des Basilisken im Hausbrunnen.

Und nun zu einer meiner Lieblingssagen aus der Kindheit:-)

Wiener Sage „Basilisk im Hausbrunnen“

Es war einmal ein Bäckermeister namens Martin Garhiebel, er war böser und hartherziger Mensch, daher liefen ihm immer wieder seine Gesellen davon. Nur der junge Geselle Hans Gelbhaar hielt es bei ihm aus, denn er hatte sich in das hübsche Töchterchen des Meister verliebt. Das Liebespärchen hatte immer nur wenige gemeinsame Augenblicke, daher nahm sich Hans eines Tages ein Herz und hielt bei Appolonias Vater um ihre Hand an.
„Du erbärmlicher Habenichts und Lump!“ brüllte dieser den armen Hans an, „nichts da, mir aus den Augen!“ Als der Hahn im Hof dreimal krähte, sagte der Meister zu Hans: „Nicht eher, als dieser Hahn ein Ei gelegt hat, sollst Du meine Tochter haben, das schwör ich bei allen Teufeln!“
Hans verabschiedete sich sehr traurig von Appolonia und verließ das Haus, schon am nächsten Tag begann ein anderer Bäckergeselle, aber er hielt es bei dem hartherzigen Meister nicht sehr lange aus. Anscheinend verschwand mit dem Rausschmieß des Hans das Glück des Bäckermeisters und seinem Haus, als die Magd Wasser aus dem Hausbrunnen schöpfen wollte, kam aus der Tiefe ein furchtbares Krähen, Gackern und entsetzlicher Gestank drang empor, die zu Tode verängstigte Magd sah außerdem in dem Brunnenschacht ein eigenartiges Gefunkel blitzen.


Meister Garhiebel hatte dafür kein Verständnis und schalt die arme Magd aus, daraufhin mußte der Lehrbub in den Brunnen hinuntersteigen, kaum war er etliche Meter tief, begann er entsetzlich zu schreien und wollte nur mehr herausgezogen werden. Anschließend erzählte er, dass er ein furchtbar schreckliches Tier sah, das ein Aussehen eines Hahnes, einer Kröte und einer Schlange mit einem geringelten Schuppenschweif hätte. Dieses Untier hatte den armen mit seinem schrecklich glühenden Blick fast zu Tode erschrocken.
Die Menschen waren verängstigt und wußten sich keinen Rat, ein gelehrter Doktor erklärte ihnen, das dieses entsetzliche Ungeheuer ein Basilisk sei und jeder sterben müße dem es anblickt, dieser entsprang aus einem Ei das ein Hahn gelegt und eine Kröte ausgebrütet hat. Dieser Basilisk ist nur zu töten, indem man ihm einen Spiegel vorhalte, damit er sein eigenes Spiegelbild erblickt und über sein fürchterliches Aussehen vor Entsetzen und Abscheu zerberstet.

Bäckermeister Garhiebel bot viel Geld damit er von dem Ungeheuer befreit wird, aber niemand war dafür bereit. Diese Mär verbreitete sich sehr rasch, von der auch der junge Geselle Hans Gelbhaar erfuhr, er stieg mit einem großen Spiegel vorsichtig in den Brunnen hinab, ohne den Basilisken anzublicken, schließlich hielt er ihm den Spiegel vor, sodass dieser tatsächlich vor Wut zersprang. Der Brunnen wurde mit Erde gefüllt, damit sich nie wieder ein solches Untier einnistet. Zu guter letzt bekam der brave Geselle Hans seine Appolonia zur Frau und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Chronik des Basiliskenhaus

Es wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt und ist eines der ältesten Häuser Wiens, die verschiedenen Epochen aus Gotik, Barock und Biedermeier zeigen eine oftmalige Bautätigkeit und wurde durch die Enge der Altstadt geprägt. Im Innenhof befindet ein sehr enger und lang gestreckte Pawlatschenhof der leider nicht zu besichtigen ist.
Die Kellermauern des denkmalgeschützten Hauses stammen partiell aus dem 13. Jahrhundert, es hieß ursprünglich „Zum roten Kreuz“ und bekam angeblich ab 1212 die Bezeichnung „Basiliskenhaus“. Diese Bezeichnung und das Hausschild beruhen auf einer Sage, die das erste mal von dem Humanisten und Historiker Wolfgang Lazius in seiner „Vienna Austriae“ im Jahr 1546 erwähnt wurde, jedoch ist ein Bäckermeister Martin Garhiebl urkundlich nicht erwiesen.
An diese Geschehnisse erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahre 1577, sie wurde durch den damaligen Hausbesitzer Hans Spannring anlässlich einer Renovierung angebracht.

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Auf dieser stand: „Anno Domini MCCXII ward erweldt Kayser Friedrich II. Undter seynem Regiment ist von aynem Hann entsprungen ain Basilisc, welcher obstehender Figur gleicht, und ist der Brunn voll angeschütt worden mit Erden, darinnen selbiges Thier gefunden worden ist: ohn Zweifel weil ob syner gifftigen aygenschafft vill Menschen gestorben und verdorben seyndt.“

Während eines Hausumbaues im Jahr 1740 wurde sie entfernt, als das Basiliskenhaus 1932 renoviert wurde, brachte man wieder ein Freskobild mit einer Inschrift an die an das Unwesen des Fabeltieres erinnert. Im 2. Weltkrieg wurde das Haus durch Bomben beschädigt und anschließend wieder renoviert, das Fresko wurde nicht wieder hergestellt. Heute ist in einer Hausnische das Fabelwesen als Hauszeichen über einer Wandmalerei und Inschrifttafel zu bewundern.

Wie schon oben geschrieben, hatte sich sogar die Wissenschaft mit dem Fabeltier beschäftigt, im 19. Jahrhundert untersuchte der Geologe und Paläontologe Eduard Suess (Erbauer der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung) den steinernen Basilisken, seiner Meinung nach war es eine Anhäufung von kugelartigen Gesteinskörpern und diese könnten im Mittelalter beim graben des Brunnens gefunden worden sein und beim hervorquellen des Wassers entwich dann betäubendes Gas. Dies könnte eine Erklärung für das schreckliche Fabelwesen namens Basilisk sein, allerdings klingt die Sage doch um einiges schöner:-)

Im Innenhof sind weder ein Brunnen noch Fragmente von diesem zu sehen, allerdings befindet sich im Hausflur ein Basilisk auf dem Grund eines tiefen Schachts, einer befindet sich in eine Nische an der Hausfassade, in der Schönlaterngasse 3 befindet sich ein Brunnen mit dem Fabelwesen der zu dem dem Restaurant „Zum Basilisk“ gehört, das Restaurant hat auch einen güldenen Basilisken als Hauszeichen.
Also sehr viel Ehr für das so schrecklichen Fabelwesen namens Basilisk.

Adresse

Schönlaterngasse 7, 1010 Wien

Wiener Linien: U4 und U1 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Literatur

Alt-Wiener Sagen und Legenden von Elisabeth Koller-Glück, 2014

ISBN-13: 978-3866805347

Weblinks

http://www.zumbasilisk.at/

josefsdorfer friedhof wien

Josefsdorfer Waldfriedhof

oder auch Kahlenberger Friedhof

Der kleine denkmalgeschützte Biedermeierfriedhof liegt, unterhalb des auf dem Kahlenberg gelegenen Josefsdorfes (das Josefsdorf ist seit 1892 ein Teil des Kahlenbergerdorfes), neben der Kahlenberger Straße. Er wurde im Dezember 1783 eingeweiht und es gab ursprünglich an die 150 Grabstätten, unter anderem fanden hier einige der ehemaligen Besitzer des Josefsdorfes ihr letzte Ruhestätte. Das kleine zum Großteil unbekannte Kleinod liegt etwas versteckt, durch einen Holzzaun begrenzt, im Wienerwald, es führen ein paar Stiegen von der Kahlenbergerstraße zu dem Eisentor des Biedermeierfriedhofes.

Nach der Eröffnung des Zentralfriedhofes im Jahr 1874 wurde er, außer von den Resurrektionisten, nicht mehr belegt, heute sind nur mehr ein paar Gräber vorhanden. Seit 1906 ist der Orden der Resurrektionisten Besitzer der Kahlenberger Kirche und des Friedhofs, im Jahr 1966 wurde der Biedermeier-Friedhof für die Öffentlichkeit zur Besichtigung freigegeben.

Prälat Leopold Ungar, Präsident der österreichischen Caritas der Erzdiözese Wien, wurde hier 1992 bestattet, erstmals nach über 100 Jahren fand ein nicht dem Orden angehörender Verstorbener seine letzte Ruhe.

Neben Mitgliedern der Fürstenfamilie Liechtenstein wurde hier der „rosarote Prinz“ (die Aufschläge seines Waffenrocks waren rosa, diese wurde seine Lieblingsfarbe und ab diesem Zeitpunkt waren sein Briefpapier, die Fassadenfarbe seines Hauses sowie seine Gewänder stets rosarot) Fürst Charles Joseph de Ligne bestattet, neben ihm befinden sich seine Ehefrau Franziska Maria Xaveria von Liechtenstein und Enkelin Sidonie Potocka. Fürst Carl de Ligne war in den Diensten Kaiser Joseph II., im Alter widmete er sich vor allem der Kunst und dem Gesellschaftsleben. Er besaß ein Landhaus am Kahlenberg und ausgedehnte Güter am benachbarten Leopoldsberg, diesen ließ er durch eine serpentische Straße (den „Naseweg“) mit dem Kahlenbergerdorf verbinden. Carl de Ligne ist auch der berühmte Ausspruch über den Wiener Kongress zu verdanken: „Le congrès danse beaucoup, mais il ne marche pas“ auf Deutsch: „Der Kongress tanzt, aber er bewegt sich nicht“, er war ein ausgezeichneter Militärexperte, Diplomat und auch ein geistvoller aufgeklärter Denker, Essayist, Biograf und Briefschreiber. Auf Grund seiner Intelligenz, seinem eleganten Auftreten und seinem Witz war er sehr beliebt und einer der großen Repräsentanten des Ancien Régime. Wiens letzter Kavalier des Rokoko – Fürst Carl de Ligne starb während dem Kongress im Dezember 1814 in Wien.

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Das schönste Mädchen im Biedermeier

Auch die tragische „Braut vom Kahlenberg“, Karoline Traunwieser, wurde hier 1815 bestattet, sie war eine beliebte Sängerin und gern gesehener Gast bei Veranstaltungen des Wiener Kongresses, ihre Mutter besaß einen Teil des Kahlenbergs. Karoline Traunwieser galt einst als das schönste Mädchen Wiens und wurde von Künstlern und Gelehrten verehrt und umschwärmt. Knappe drei Jahre nachdem ihr Geliebter, ein französischer Offizier, auf Napoleons Russlandfeldzug gefallen war, starb sie im Alter von nur 21 Jahren an der Schwindsucht. Auch heute noch findet man an ihrem Grab manchesmal Kerzen und Blumen.
In ihrem Grabstein sind Gedichte und Anekdoten eingemeißelt, unter den vielen Huldigungen an Karoline war ein Beitrag des Gründers der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall, ein Orientalist, der Goethe mit persischen Gedichte versorgt hatte. Er schilderte seine erste, herzergreifende Begegnung mit ihr in einem Salon: „Ich war das erste Mal in meinem Leben von einer wirklich himmlischen Schönheit ergriffen, wie nie vorher und seitdem“. Leider gibt es von Karoline Traunwieser, die auch „Lottchen“ genannt wurde, kein Portrait.

Weiters ist das neugotische Mausoleum der Familie Johann Finsterle und die Grabstätte der Familie Ziegler zu sehen, auf zwei Grabsteinen haben sich „Witzbolde“ für die Nachwelt verewigt… das fällt unter die Dinge, die die Welt nicht braucht.

Der Josefsdorfer Waldfriedhof ist der höchstgelegenste Friedhof von Wien und ein idyllischer, romantischer Ort um sich mitten in der Natur zu besinnen.

Adresse

Kahlenberger Straße, 1190 Wien

Wiener Linien und Fußwege: 38A bis zum Cobenzl

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu dem Kahlenberger Friedhof zu gelangen:

  1. mit dem Bus 38 A bis zum Kahlenberg und dann die Kahlenbergerstraße hinunter, der Friehof befindet sich rechts,
  2. mit der Linie Straßenbahnline D bis zur Endstation Nußdorf, dann zum Beethovengang, bis zur Frimmelgasse und dann rechts in die Kahlenbergerstraße hinauf bis zum Friedhof,
  3. Bus von Heiligenstadt 238 oder 239 bis Kahlenbergerdorf, nach der Unterführung hinauf zur Eisernenhandschuhgasse bis Kahlenbergerstrasse zum Friedhof – sehr steiler Weg
    für die letzten zwei Möglichlkeiten muß man je nach Tempo und Kondition ein- bis eineinhalb Stunden einplanen

Öffi-App

Weblinks

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140122_OTS0095/serie-stadtunbekannt-der-kahlenberger-friedhof

Literatur

Wien-Lexikon: Von Albertina bis Zentralfriedhof, von Georg Hamann, 2007
ISBN-13: 978-3800071166

friedhof,st.marx,biedermeier

Friedhof St. Marx

Ein verwunschener Ort: der Friedhof St. Marx

Kaiser Joseph II. ordnete 1783 an, das Beisetzungen aus hygienischen Gründen innerhalb des Linienwalls verboten sind, daraufhin entstanden außerhalb in den Vororten fünf neue „kommunale Leichenhöfe“. Einer von Ihnen entstand in der Nähe des bestehenden Siechenhauses, dem Gebäude war die dem heiligen Markus geweihte Kapelle angeschlossen, daher hieß die Gegend St. Marx. Der St. Marxer Friedhof ist der einzige der in seinem ursprünglichen Umfang erhalten blieb.

Auf dem wunderschönen Biedermeierfriedhof wurden ab 1874, nach der Eröffnung des Zentralfriedhofes, keine Beisetzungen mehr vorgenommen. Der Friehof blieb bestehen, aber im Laufe der Jahre verfielen die Grabsteine zusehends. Dem Erdberger Heimatforscher Hans Pemmer ist es zu verdanken das der Friedhof St. Marx noch besteht, er konnte in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts die Verantwortlichen der Stadt Wien von der kulturhistorischen Bedeutung des Ortes überzeugen, da hier Mozart und weitere prominente Persönlichkeiten aus Wien begraben wurden.

Die meisten Besucher kommen heute zu Mozarts Grabmal

Wolfgang Amadeus Mozart starb am 4. Dezember 1791, am kommenden Tag wurde sein Leichnam nach der Einäscherung mit einem Pferdefuhrwerk nach St.Marx gebracht. Mozart verdiente zwar sehr viel Geld und war damals, wie man es heute bezeichnen würde, ein Superstar, aber er gab noch mehr aus, daher hinterließ er nur einen geringen Geldbetrag. Es fand eine Bestattung „dritter Klasse“ statt, da ein die erste und zweite Klasse nur den Adeligen und reichen Bürgern vorbehalten. Mozart wurde mit fünf anderen in einem Schachtgrab begraben, es entsprach den josephinischen Begräbnisvorschriften das kein Grabstein aufgestellt wurde und keine Familienangehörige und Priester anwesend waren.
Das genaue Wissen um den Ort ging verloren, an der vermuteten Stelle schuf um 1895 der Friedhofswärter Alexander Kogler ein aus Bruchstücken alter Grabsteine neues Denkmal, wie wir es heute sehen.

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Der St. Marxer Friedhof wurde im Laufe der Zeit vom Autoverkehr immer mehr eingeschlossen, in unmittelbarer Nähe befindet sich die Tangente (Autobahn A23), und trotzdem ist es eine unwirklich schöne, idyllische und grüne Oase mitten in der Großstadt. Ich liebe diesen Platz zum entspannen und auftanken, ähnlich wie die Steinkreise am Himmel.

Aber am schönsten ist der besondere Friedhof mit dem ein wenig verwilderten Flair im Mai, wenn hier so viele Fliederbüsche auf engen Raum blühen wie nirgendwo in Wien.
In seinem knapp 100 jährigen Bestehen wurden hier etwa 8000 Menschen bestattet. Die Grabinschriften wirken heute etwas seltsam, sie erzählen von den Berufsbezeichnungen und sozialen Status der Verstorbenen, gerade das macht es so interessant sie zu lesen.

Weitere prominente Persönlichkeiten aus dem biedermeierlichen Wien:

sind der Komponist Johann Georg Albrechtsberger und der berühmte Virtuose Antonio Diabelli, der Ringelspielbesitzer Basilio Calafati, die Maler Peter Fendi und Moritz Michael Daffinger, die gefeierte Schauspielerin Therese Krones, der Ziegelfabrikant Heinrich Drasche von Wartinberg, der Gründer des Sofienbades Franz Morawetz, die Weltreisende Ida Pfeiffer, die Hofschauspielerin Katharina Waldmüller, die Architekten Josef Kornhäusl und Peter Nobile, der Techniker Alois Negrelli Ritter von Moldelbe, sowie der Erfinder der Nähmaschine, Josef Madersperger, der in einem Armenhaus in St. Marx verstarb und ein typisch österreichisches Erfinderschicksal erlitt.
Viele Persönlichkeiten wurden exhumiert und nach der Eröffnung des Zentralfriedhofes auf diesem in einem Ehrengrab beigesetzt.

Adresse

Leberstraße 6-8, 1030 Wien

Wiener Linien: Linie 18 bis Wildgansplatz oder Linie 71 bis Litfaßstraße

Öffi-App

Weblinks:

Vienna Tourist-Guide