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heiligenkreuzerhof wien,denkmalgeschützt

Heiligenkreuzerhof

befindet sich in einem der ältesten Stadtteile von Wien

Der denkmalgeschützte Heiligenkreuzerhof ist eines der schönsten und verborgensten barocken Innenhofensembles Wiens und besteht aus dem Stiftshof mit Prälatur und Kapelle sowie einem Zinshaus, der Hof liegt in der Inneren Stadt und die Zugänge befinden sich in der Grashofgasse und Schönlaterngasse. In der Grashofgasse befindet sich an der rechten Hausfront ein Wandbild mit einer Darstellung vieler kleinerer Inschriften des Stiftes Heiligenkreuz, sie stammen aus dem Jahr 1953, zu dieser Zeit wurde der Heiligenkreuzerhof renoviert.
Seine Geschichte führt weit zurück ins Mittelalter, das genaue Alter ist bis heute nicht geklärt, es wird vermutet das Teile des Hofes, die an das Haus Schönlaterngasse 7 angrenzen sogar bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Die ersten Aufzeichnungen gibt es ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert, der Heiligenkreuzerhof dürfte damals wahrscheinlich aus mehreren Häusern bestanden haben. Zu dieser Zeit erwarb das Zisterzienserstift Heiligenkreuz den Hof, dem er bis heute gehört, sie vereinigten ihn im 16. Jahrhundert zu einem großen Gebäude.

virtuelle Führung durch den Heiligenkreuzerhof

barockes Innenhofensemble und Bernhardikapelle

So wie Klöster wie z. B. in Zwettl oder Mailberg verfügte nun auch Heiligenkreuz über einen Ort in Wien an dem es seine wirtschaftlichen Produkte verkaufen konnte, gleichzeitig diente die Niederlassung den Äbten und anderen Stiftsangehörigen als Quartier während ihrer Wien-Aufenthalte. Seit 1221 besaß Wien mit dem Stadtrecht auch das Stapelrecht, das bedeutet dass jeder Kaufmann, der Waren nach Wien brachte, diese zum Verkauf anbieten mußte. Diese Güter wurden in den Besitzungen des Stiftes in tiefen Kellern gelagert, die im Laufe der Jahrhunderte riesige Ausmaße annahmen, unter dem Heiligenkreuzerhof befindet sich bis heute ein riesiges 5 Etagen umfassendes Kellernetz.

Die Bernhardskapelle liegt neben der Prälatur an der Schönlaterngasse und ist wegen ihrem hochbarocken Interieur bekannt. Abt Klemens Schäffer ließ von 1659 bis 1676 einen ausgedehnten Umbau durchführen und die seit langem bestehende „Kapelle zum heiligen Bernhard von“ neu erbauen, zu dieser Zeit wurde auch der „Prälathof“ durch eine niedrige Gartenmauer vom restlichen Hof abgetrennt und im Jahr 1730 wurde sie durch Abt Robert Leeb mit einem Hochaltarbild von Martino Altomonte geschmückt. Die Kapelle liegt ein wenig versteckt, aber ein Besuch des prachtvoll gestalteten Raums ist sehenswert (leider wird die Kapelle nur für mehr für Führungen geöffnet), in der Sakristei befindet sich der Basiliskenbrunnen, über den es eine bekannte Wiener Sage gibt. Das Portal mit der Büste des Heiligen und die geschnitzten Seitenaltäre stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurden von Giovanni Giuliani geschaffen. Der berühmte Künstler lebte als Familiar im Klosterverband und schuf dort das prachtvolle Chorgestühl der Kirche, sein bekanntester Schüler war Georg Rafael Donner (Donnerbrunnen am Hohen Markt). Die barocke Anlage wurde 1769/1770 und die Kapelle im Jahr 1780 nochmals erneuert und der im Innenhof befindliche Brunnen besitzt ein Wappen des Stiftes mit der Inschrift „ACSH 1670“.
Seit dieser letzten Erneuerung hat der Heiligenkreuzerhof sein heutiges Aussehen und die Häuser sind die ältesten Zinshäuser in Wien.

Künstler im Heiligenkreuzerhof

hier wohnten unter anderem Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, der Gründer der PanEuropa Bewegung und Vater der Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, der österreichische Schauspieler Helmut Qualtinger (beide haben eine Gedenktafel im Hof), Martino Altomonte, er war wie Giovanni Giuliani Familiar der Zisterzienser und starb in seiner Wohnung im Heiligenkreuzerhof. Bischof Kollonitsch, in seinen Jugendjahren als Malteserritter im Kampf gegen die Türken an vorderster Front aktiv, Ignaz Franz Castelli, der Gründer des Wiener Tierschutzvereins und Eduard Pötzl, österreichischer Journalist und Feuilletonist.

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Im Heiligenkreuzerhof befindet sich das Ausstellungszentrum der Universität für angewandte Kunst, es steht für seine Absolventen und Absolventinnen mietkostenfrei für Ausstellungen zur Verfügung.

Die barocke Schönheit des Hofes wird leider durch die Anrainerparkplätze ein wenig getrübt, wie in vielen Gassen des ersten Bezirkes, jedoch ist eines der vielen verborgenen Juwele in der Wiener Innenstadt.

Adresse

1.Grashofgasse 3 / Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

Wiener Linien: U1 und U4 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Weblinks

https://bernardikapelle.wordpress.com/
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Heiligenkreuzer_Hof

Literatur

Georg Hamann: Wien-Lexikon, 2007
ISBN-13: 978-3800071166

heiligenkreuzerhof wien,denkmalgeschützt

Heiligenkreuzerhof

befindet sich in einem der ältesten Stadtteile von Wien

Der denkmalgeschützte Heiligenkreuzerhof ist eines der schönsten und verborgensten barocken Innenhofensembles Wiens und besteht aus dem Stiftshof mit Prälatur und Kapelle sowie einem Zinshaus, der Hof liegt in der Inneren Stadt und die Zugänge befinden sich in der Grashofgasse und Schönlaterngasse. In der Grashofgasse befindet sich an der rechten Hausfront ein Wandbild mit einer Darstellung vieler kleinerer Inschriften des Stiftes Heiligenkreuz, sie stammen aus dem Jahr 1953, zu dieser Zeit wurde der Heiligenkreuzerhof renoviert.
Seine Geschichte führt weit zurück ins Mittelalter, das genaue Alter ist bis heute nicht geklärt, es wird vermutet das Teile des Hofes, die an das Haus Schönlaterngasse 7 angrenzen sogar bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Die ersten Aufzeichnungen gibt es ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert, der Heiligenkreuzerhof dürfte damals wahrscheinlich aus mehreren Häusern bestanden haben. Zu dieser Zeit erwarb das Zisterzienserstift Heiligenkreuz den Hof, dem er bis heute gehört, sie vereinigten ihn im 16. Jahrhundert zu einem großen Gebäude.

virtuelle Führung durch den Heiligenkreuzerhof

barockes Innenhofensemble und Bernhardikapelle

So wie Klöster wie z. B. in Zwettl oder Mailberg verfügte nun auch Heiligenkreuz über einen Ort in Wien an dem es seine wirtschaftlichen Produkte verkaufen konnte, gleichzeitig diente die Niederlassung den Äbten und anderen Stiftsangehörigen als Quartier während ihrer Wien-Aufenthalte. Seit 1221 besaß Wien mit dem Stadtrecht auch das Stapelrecht, das bedeutet dass jeder Kaufmann, der Waren nach Wien brachte, diese zum Verkauf anbieten mußte. Diese Güter wurden in den Besitzungen des Stiftes in tiefen Kellern gelagert, die im Laufe der Jahrhunderte riesige Ausmaße annahmen, unter dem Heiligenkreuzerhof befindet sich bis heute ein riesiges 5 Etagen umfassendes Kellernetz.

Die Bernhardskapelle liegt neben der Prälatur an der Schönlaterngasse und ist wegen ihrem hochbarocken Interieur bekannt. Abt Klemens Schäffer ließ von 1659 bis 1676 einen ausgedehnten Umbau durchführen und die seit langem bestehende „Kapelle zum heiligen Bernhard von“ neu erbauen, zu dieser Zeit wurde auch der „Prälathof“ durch eine niedrige Gartenmauer vom restlichen Hof abgetrennt und im Jahr 1730 wurde sie durch Abt Robert Leeb mit einem Hochaltarbild von Martino Altomonte geschmückt. Die Kapelle liegt ein wenig versteckt, aber ein Besuch des prachtvoll gestalteten Raums ist sehenswert (leider wird die Kapelle nur für mehr für Führungen geöffnet), in der Sakristei befindet sich der Basiliskenbrunnen, über den es eine bekannte Wiener Sage gibt. Das Portal mit der Büste des Heiligen und die geschnitzten Seitenaltäre stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurden von Giovanni Giuliani geschaffen. Der berühmte Künstler lebte als Familiar im Klosterverband und schuf dort das prachtvolle Chorgestühl der Kirche, sein bekanntester Schüler war Georg Rafael Donner (Donnerbrunnen am Hohen Markt). Die barocke Anlage wurde 1769/1770 und die Kapelle im Jahr 1780 nochmals erneuert und der im Innenhof befindliche Brunnen besitzt ein Wappen des Stiftes mit der Inschrift „ACSH 1670“.
Seit dieser letzten Erneuerung hat der Heiligenkreuzerhof sein heutiges Aussehen und die Häuser sind die ältesten Zinshäuser in Wien.

Künstler im Heiligenkreuzerhof

hier wohnten unter anderem Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, der Gründer der PanEuropa Bewegung und Vater der Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, der österreichische Schauspieler Helmut Qualtinger (beide haben eine Gedenktafel im Hof), Martino Altomonte, er war wie Giovanni Giuliani Familiar der Zisterzienser und starb in seiner Wohnung im Heiligenkreuzerhof. Bischof Kollonitsch, in seinen Jugendjahren als Malteserritter im Kampf gegen die Türken an vorderster Front aktiv, Ignaz Franz Castelli, der Gründer des Wiener Tierschutzvereins und Eduard Pötzl, österreichischer Journalist und Feuilletonist.

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Im Heiligenkreuzerhof befindet sich das Ausstellungszentrum der Universität für angewandte Kunst, es steht für seine Absolventen und Absolventinnen mietkostenfrei für Ausstellungen zur Verfügung.

Die barocke Schönheit des Hofes wird leider durch die Anrainerparkplätze ein wenig getrübt, wie in vielen Gassen des ersten Bezirkes, jedoch ist eines der vielen verborgenen Juwele in der Wiener Innenstadt.

Adresse

1.Grashofgasse 3 / Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

Wiener Linien: U1 und U4 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Weblinks

https://bernardikapelle.wordpress.com/
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Heiligenkreuzer_Hof

Literatur

Georg Hamann: Wien-Lexikon, 2007
ISBN-13: 978-3800071166

wiener kriminalmuseum

Kriminalmuseum

Das Wiener Kriminalmuseum und seine mörderischen Sammlung

Wer Schauergeschichten von Mördern, Betrügern, Dieben und Heiratsschwindlern liebt, der ist im Kriminalmuseum gut aufgehoben um mehr über diese gruseligen und vor allem realen Geschichten zu erfahren.
Das Kriminalmuseum befindet sich im Keller des „Seifensiederhauses“ Große Sperlgasse 24 in 1020 Wien, einem der ältesten Häuser der Leopoldstadt aus dem 17. Jahrhundert. Ursprünglich hieß die Große Sperlgasse Herrengasse oder auch Hauptgasse, diese befand sich innerhalb des jüdischen Ghettos.
In dieser Zeit befand sich auf Nummer 24 das Haus des Kantors, bzw. das Gemeindehaus der selbstverwalteten Judenstadt. 1670 wurde das Ghetto aufgelöst und die Juden mussten das Land verlassen, das Gemeindehaus ging nun in den Besitz verschiedener bürgerlicher Gewerbetreibender über und war im Laufe der Jahrhunderte Seifensiederei, Ölerei, Tischlerei und ab dem 19. Jahrhundert Fleischhauerei.

Während der 2. Türkenbelagerung trug das vor der Stadtmauer liegende Haus schwere Schäden davon, bereits zwei Jahre später war das Gebäude wieder renoviert.
Um 1960 schloss die traditionsreiche Fleischhauerei Tschippan nach hundertjähriger Geschichte für immer sein Geschäft, das Haus gelangte immer wieder an wechselnde Besitzer und fand als Lagerhaus und ähnlichen eine unwürdige Verwendung. Ein Altwarenhändler wollte es als Geschäfts- und Wohnräume nutzen, Teile abtragen und gegen Neubauten ersetzen. Diese Pläne wurden zum Glück nie realisiert und das Gebäude gelangte wieder zur Veräußerung.

Im Jahr 1988 erwarb Dr. Regina Seyrl-Norman das sehr desolate Haus, die einbrechenden Dächer, das stürzende Mauerwerk und Unmengen an Geröll und Müll wurden in einer zweijährigen Renovierung liebevoll saniert. Die Renovierung wurde ausschließlich von Privaten, ohne öffentliche Zuschüsse, finanziert und konnte 1991 als „Wiener Kriminalmuseum“ eröffnet werden. Ein Besuch im Kriminalmuseum gibt nicht nur einen Einblick in die Polizei- und Kriminalgeschichte Wiens, es zeigt mit dem geschichtsträchtigen Seifensiederhaus ein liebenswertes Baujuwel mit einem wunderschönen sehenswerten Innenhof und ein Stück Alt-Wien.

Das Wiener Kriminalmuseum ist in Räume von A bis S aufgeteilt

Im ersten Raum A ist der Schwerpunkt Sicherheits- und Justizwesen im alten Wien
In lebensgroßen Darstellungen werden die Stadtguardia und die Rumorwache gezeigt. Hier befindet sich das barocke Portrait des hl. Petrus Canisius, es ist das letzte Relikt der Schranne (Sitz des Stadt- und Landgerichts) am Hohen Markt, weiters werden der Hexenprozess Plainacher aus dem Jahr 1583 und der ungeklärte Fall eines zerstückelten jungen Mädchens aus dem Jahr 1665 dokumentiert.

Raum B beschäftigt sich mit dem 18. Jahrhundert, im Justizwesen gab es in diesem Jahrhundert sehr große Veränderungen, von Folter bis zur humanen Weltanschauung der josefinischen Zeit. Die ersten Tatwerkzeuge werden als Beweissicherung aufbewahrt und sind in diesem Raum des Kriminalmuseums zu sehen, sowie gedruckte Dokumente, Moritaten und Todesurteile. Weiters ist der Fall Zahlheim zu sehen und der mumifizierte Kopf eines Hingerichteten, also Nerven bewahren:-)

Die Kriminalgeschichte des Biedermeier befindet sich in Raum C, trotz der restriktiven Maßnahmen gab es in dieser Zeit zahlreiche schwere Bluttaten, nicht von ungefähr wurde das Institut der Gerichtsmedizin im Jahr 1804 gegründet. Der Fall Grasl und seiner Bande, sowie der Fall Severin von Jaroschinsky waren aufsehenerreged und werden hier dokumentiert. Das Polizeiwesen durchlief ein Wandlung von der Stadtguardia und Rumorwache zu der k.k. Militärpolizeiwache, die Gerätschaft von Schwarzfischern und Wilddieben lassen die gesellschaftlichen und politischen Unruhen vor dem Ausbruch der Revolution erahnen.

Zeugnisse der Revolution 1848 befinden sich im Raum D, mit den berechtigten Forderungen der Revolution gingen auch sehr viele kriminelle Handlungen wie Plünderungen, Gewalttaten und Brandschatzungen einher. Im Jahr 1848 wurde Kriegsminister Latour ermordet, im Museum ist sein Säbel zu sehen, mit dem er von den Tätern getötet wurde. Die Hinrichtung des Offiziers und Schriftstellers Wenzel Messenhauser zeigt aber auch die Gewalt unter Ausnützung staatlicher Autorität.

Raum E beschäftigt sich mit dem Attentat am Kaiser, Im Jahr 1853 versuchte der ehemalige Husar ungarische Schneidergeselle János Libényi Kaiser Franz Joseph I. mit einem Dolch zu ermorden. Dieser Raum zeigt die Schatulle mit den Handschuhen des Grafen O`Donell die mit dem Blut des Kaisers befleckt sind, ebenfalls ist die Kartusche des Grafen zu sehen, sowie die Dokumentaion der Verurteilung und Hinrichtung des Täters.

Kriminelles aus den Sechziger bis Neunziger Jahren in den Räumen F – I, diese Jahre sind von gewaltigen Veränderungen im Sicherheitswesen und bedeutenden Kriminalfällen geprägt. Die Wiener Sicherheitswache wurde 1869 gegründet und löste die Militärpolizeiwache ab und ist hier dokumentiert. Weiters sind der Fall der Giftmörderin von Ebergenyi, Fälschungen von Kreuzer-Banknoten und eine Sammlung von Tatwerkzeugen zu sehen. In Vitrinen sind Banknotenfälschungen und Druckplatten zu sehen. Der Fall Francesconi wird ausführlich behandelt, da erstmalig die Hinrichtung nicht öffentlich stattfanden sondern mit dem Würgegalgen im Hof des Wiener Landesgerichtes.

Der verheerende Brand des Wiener Ringtheaters im Jahr 1881, die Bluttaten der Anarchisten aus dem Jahr 1883 – 1884, der Mädchenmord des Hugo Schenk und die Kriminalfälle Kreitter und Bednarik sowie Eigentumsdelikte und der Einbruch bei einem Juwelier am Graben im Jahr 1885 sind ebenfalls zu sehen, wie das Bombenattentat des Johann Fock, die Dienstmädchenmorde und der Schädel der hingerichteten Juliane Hummel.

Die Zeit um 1900 in den Räumen J – N, hier werden die sehr zugenommenen Kindesmißhandlungen und der 4-fache Kindesmord aus dem Jahr 1900 gezeigt, sie vermitteln eindrucksvolle, historische Beweisgegenstände. Im Jahr 1904 wird das neue Polizeigebäude an der jetzigen Rossauerlände fertiggestellt, es war damals das modernste der Welt. Erschütternd ist der Anblick der Lichtbilder des ermordeten kleinen Mädchens Mathilde von Scheiger, weiters wird der Giftmord des Oberstleutnants Adolf Hofrichter dokumentiert, der bis heute durch zahlreiche Filme und Publikationen internationales Interesse gefunden hat. Der Fall Beranek – er ist berührend, erschütternd und er zeigt die soziale Problematik dieser Zeit. Louise Weis leidet unter einer Rückgratverkrümmung und fällt der Betrügerin Marie Bartunek in die Hände. Bartunek verspricht den Buckel ihrer Arbeitskollegin zu heilen. Weis gibt ihre Ersparnisse aus, ohne dass sich etwas ändert. Als sie Bartunek zur Rede stellt, wird sie in ein Haus im 20. Bezirk gelockt, ermordet und teilweise zerstückelt.

Der Raum O widmet sich den Zehner Jahren, es ist ein gewaltbereites Jahrzehnt und beginnt im Jahr 1911 mit dem Attentat gegen Justizminister Hochburger und geht weiter mit dem Mord an dem sozialdemokratischen Abgeordneten Schuhmeier, dem Beginn des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 und dem Attentat gegen den Ministerpräsident Stürgkh im Jahr 1916. Die letzten Jahre des Friedens und relativen Wohlstands führen zu einer beträchtlichen Zunahme der Geheimbordelle, die als „toleranten Häuser“ und galante Salons bezeichnet werden. In diesem Raum befinden sich pornographische Farbgrafiken die beschlagnahmt wurden. Betrugskriminalität führt beim Verkauf von minderwertigen Schuhwerk an die kriegsführende Armee zu teilweiser Unbeweglichkeit der Soldaten, was sich als sehr tragisch auswirkte.

Im Raum P befinden sich Zeugnisse der Kriminalität und Moulagen aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Österreich war nach dem Weltkrieg zwar flächenmäßig sehr klein, aber durch den Wiener Polizeipräsidenten Johann Schober, er wurde 1918 von Kaiser Karl 1. zum Wiener Polizeipräsidenten bestellt, wurde es auf dem Gebiet des Kriminal- und Polizeiwesens zur Weltmacht. In Wien wurde im Jahr 1923 die INTERPOL gegründet, sie hatte bis zum 2. Weltkrieg ihren Sitz in Wien. Der organisierten Kriminalität in Chicago wurde man nur mit Hilfe der Wiener Kriminalisten Herr. Das „Moulagieren“, Abformung von Leichenteilen oder Objekten für erkennungsdienstliche Zwecke, ist dem im Wiener Polizeidienst stehenden Dr. Poller zu verdanken. In diesem Raum befinden sich einige Moulagen von Mordopfern, auch hier sind schwache Nerven nicht von Vorteil.

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Raum Q beschäftigt sich mit der Zeit der nationalsozial-istischen Herrschaft, die Machtübernahme der National-sozialisten im Jahr 1938 war auf dem Gebiet des Justiz- und Sicherheitswesens sehr rasch und besonders gründlich. Als erstes war es die Optik die ins Auge stach, anstelle des Wiener Wachmanns patroullierten peußisch uniformerte Schutzpolizisten durch die Wiener Straßen. Die neuen Machthaber brachten eine Maschine, die als Gerät F bezeichnet wurde, nach Wien und sie wurde im Wiener Landesgericht aufgestellt. Diese Gerät F war ein Fallbeil, eine perfektionierte Guillotine. Bis zum Ende des „tausendjährigen Reiches“ im Jahr 1945, wurden mehr als tausend Enthauptungen durchgeführt.

Die 2. Republik – die Jahre nach 1945 sind im Raum R zu finden, hier sind Fotos des zerstörten Polizeigebäudes zu sehen, „Wien des dritten Mannes“ war in den Nachkriegsjahren ein Paradies für Delikte jeglicher Art, wie z.B. Gewaltverbrechen, Plünderungen, Entführungen und Selbstjustiz. Etliche Gewaltverbrechen werden sehr anschaulich dokumentiert wie der Fall Johann Rogatsch, der Fall Adrienne Eckhard aus dem Jahr 1952 oder der Mord an dem Wiener Stadtrat Heinz Nittel im Jahr 1981, um nur einige zu nennen.

Dokumentationen über Todesstrafen in Österreich befinden sich im letzten Raum S, die Geschichte der Todesstrafe wird in eindrucksvoller und mahnender Form gezeigt, hier ist auch der Würgegalgen zu sehen der bis zum Jahr 1950 zur Praxis der österreichischen Justiz gehörte. Weiters sind Gerätschaften des Wiener Scharfrichters aus den Jahrzehnten vor 1950 zu sehen. Bei diesen Geräten des Todes läuft es einem kalt über den Rücken, dieser Anblick macht sehr nachdenklich.
Der Tod lässt sich nicht rückgängig machen.

Das Wiener Kriminalmuseum ist ein Muss für alle an Kriminal- Polizei- und Justizgeschichte Interessierte und natürlich für Krimifans:-)

Adresse
Große Sperlgasse 24, 1020 Wien

Wiener Linien: U2 oder Linie 2 bis Taborstraße

Öffi-App

Öffnungszeiten und Kontakt
Do – So 10.00 bis 17.00 Uhr
+43 664 300 56 77

Weblink
http://www.kriminalmuseum.at/

Literatur
Mörderisches Wien Ein Cityguide zur dunklen Seite Wiens,
Edition Seyrl 1997, ASIN: 3901697047

Tatort Wien I.: 1900 – 1924
Edition Seyrl,, 2004, ISBN: 3-911697-09-8