Versteckte, nicht so beachtete Sehenswürdigkeiten und aufwendig restaurierte architektonische Schönheiten in Wien

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Hohe Brücke

moderne Eisenkonstruktion der Jahrhundertwende

die Hohe Brücke befindet sich in der Inneren Stadt und bildet eine Verbindung über den Tiefen Graben, das Jugendstiljuwel wurde in den Jahren 1903/1904 erbaut. Es ist an diesem Ort nicht die erste Hohe Brücke, Brücken haben hier eine lange Tradition und es gab hier schon zwei Vorgängerinnen:-), ihren Namen erhielt sie aufgrund ihrer hohen Lage.

die Geschichte der Hohen Brücke

Schon in der Römer- und Babenbergerzeit überspannte eine Brücke den Tiefen Graben, dieser war kein Stadtgraben wie sehr oft angenommen wird, er ist das ehemalige Bett des Ottakringerbaches, in das später ein Arm des Alser-Baches geleitet wurde. In der Zeit Babenberger befand sich zwischen Wipplingerstraße 21 und 22 ein Tor der Burgmauer, heute erinnert eine Tafel am Haus Wipplingerstraße 22 mit der Inschrift: „Hier stand zur Zeit der Babenberger ein Stadtthor“. Die ersten Aufzeichnungen über die Brücke stammen aus dem Jahr 1295, sie war damals eine Holzkonstruktion und wurde schon damals als Hohe Brücke bezeichnet. Erst im 15. Jahrhundert, seit der Ableitung des Alserbaches war sie eine gemauerte Brücke mit einem Spitzbogen.
Im 18. Jahrhundert, in der Zeit Leopold des I., wurden von den Theatinern die Statue des Schutzpatron der Brücken, der hl. Nepomuk, und auf der anderen Seite die Statue des hl. Kajetan von Tiene aufgestellt, dieser hatte 1524 den Theatinerorden gegründet. Das 1707 erbaute Kloster der Theatiner grenzte direkt an die Hohe Brücke, im Jahr 1725 wurde dann die Johanneskapelle erbaut, sie besaß an jeder Seite eine Tür, von dieser gelangte man über die überdachten Gänge zum Tiefen Graben, später wurden sie durch eine Stiege ersetzt, die zu dem Haus „Zum Bacchus“ führte. Nach dem Niedergang des Ordens im 18. Jahrhundert, wurde das Kloster unter Kaiser Joseph II. außer Kraft gesetzt.

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Da die Wipplingerstraße verbreitert wurde und die alte Brücke sehr desolat war, wurde sie im Jahr 1857/1858 durch eine neugotische Brücke ersetzt. Der Brückenbogen hatte die Form eines Tudorbogen, das Geländer war eine steinerne Brüstung, diese war an beiden Seiten mit den Wappen von Wien und Niederösterreich mit der Jahreszahl 1858 verziert, während dem neuen Bau wurde die Johanneskapelle entfernt. Diese Brücke hielt aufgrund des vermehrten Verkehrsaufkommens nur fünfundvierzig Jahre stand.

das heutige Jugendstil-Juwel

die neue Hohe Brücke wurde in den Jahren 1903/1904 nach den Plänen von Josef Hackhofer (Architekt des „Husarenhaus“ am Graben 18 / Kohlmarkt 1) und Karl Christl im Jugendstil erbaut, die Stahlkonstruktion wurde von Anton Biró (heute Waagner-Biro) und Hofbaumeister Heinz Gerl ausgeführt. Die Hohe Brücke ist eine Eisenkonstruktion mit einer Spannweite von 15 Metern, diese waren um die Jahrhundertwende sehr modern, wie am Beispiel des Eiffelturms oder des Wiener Riesenrades sieht, die neue Hohe Brücke war auch wesentlich länger und weiter als die Brücken. Am 11. März 1904 fand die Schlusssteinlegung mit Bürgermeister Dr. Karl Lueger statt, an einem der Brückenpfeiler befindet sich eine Gedenktafel.
Die Stirnflächen der Brücke sind mit Marmor verkleidet, sie wurden mit Gravuren der früheren Brücken, den Jahreszahlen 1782-1857 und 1858-1903, in denen sie entstanden und demontiert wurden, und den Wappenschilden von Wien und Niederösterreich versehen. Die inneren Seitenwände haben die Optik von Geschäftsportalen mit Rollläden, sie dienen aber nur der Verzierung. Die beiden Stiegenanlagen führen von der Wipplingerstraße hinunter auf den Tiefen Graben und umgekehrt.
In den Jahren 1979 bis 1981 wurde die Brücke saniert, 1996 erfolgte eine neuerliche Renovieung.

Die Hohe Brücke sieht in der Nacht besonders schön aus und erstrahlt den Tiefen Graben mit etwa 3.000 Watt, sie ist eines der schönsten technischen Jugendstilbauten und steht unter Denkmalschutz. Von dem Haus Wipplingerstraße 22 überblickt stolz ein großer Rauchfangkehrer die Hohe Brücke, Wipplingerstraße und den Tiefen Graben, man erwartet sich unter ihm die Innung der Rauchfangkehrer oder ein Geschäft desselben, weit gefehlt – der große Mann ist das Werbesymbol der Geschäftsstelle der Klassenlotterie „Hohe Brücke“ und soll symbolisch Glück bei einem Klassenloskauf bringen.

Wenn ihr auf der Hohen Brücke Richtung Donaukanal blickt, dann werft einen Blick auf die rechte Seite des Tiefen Graben, hier steht das bekannteste und älteste Stundenhotel von Wien, es wurde 1901 errichtet und 1912 im Jugendstil neu fassadiert.

Adresse

Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

Wiener Linien: U1 und U4 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Literatur

Harald Jahn, Isabella Ackerl: Unbekanntes Wien: Verborgene Schönheit. Schimmernde Pracht,2010
ISBN 978-3854315131

Henriette Mandl: Wiener Altstadtspaziergänge, 2001
ISBN-13: 978-3800038282

Manfred Wehdorn und Ute Georgeacopol-Winischhofer: Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich, 1997
ISBN-13: 978-3205072027

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Heiligenkreuzerhof

befindet sich in einem der ältesten Stadtteile von Wien

Der denkmalgeschützte Heiligenkreuzerhof ist eines der schönsten und verborgensten barocken Innenhofensembles Wiens und besteht aus dem Stiftshof mit Prälatur und Kapelle sowie einem Zinshaus, der Hof liegt in der Inneren Stadt und die Zugänge befinden sich in der Grashofgasse und Schönlaterngasse. In der Grashofgasse befindet sich an der rechten Hausfront ein Wandbild mit einer Darstellung vieler kleinerer Inschriften des Stiftes Heiligenkreuz, sie stammen aus dem Jahr 1953, zu dieser Zeit wurde der Heiligenkreuzerhof renoviert.
Seine Geschichte führt weit zurück ins Mittelalter, das genaue Alter ist bis heute nicht geklärt, es wird vermutet das Teile des Hofes, die an das Haus Schönlaterngasse 7 angrenzen sogar bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Die ersten Aufzeichnungen gibt es ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert, der Heiligenkreuzerhof dürfte damals wahrscheinlich aus mehreren Häusern bestanden haben. Zu dieser Zeit erwarb das Zisterzienserstift Heiligenkreuz den Hof, dem er bis heute gehört, sie vereinigten ihn im 16. Jahrhundert zu einem großen Gebäude.

virtuelle Führung durch den Heiligenkreuzerhof

barockes Innenhofensemble und Bernhardikapelle

So wie Klöster wie z. B. in Zwettl oder Mailberg verfügte nun auch Heiligenkreuz über einen Ort in Wien an dem es seine wirtschaftlichen Produkte verkaufen konnte, gleichzeitig diente die Niederlassung den Äbten und anderen Stiftsangehörigen als Quartier während ihrer Wien-Aufenthalte. Seit 1221 besaß Wien mit dem Stadtrecht auch das Stapelrecht, das bedeutet dass jeder Kaufmann, der Waren nach Wien brachte, diese zum Verkauf anbieten mußte. Diese Güter wurden in den Besitzungen des Stiftes in tiefen Kellern gelagert, die im Laufe der Jahrhunderte riesige Ausmaße annahmen, unter dem Heiligenkreuzerhof befindet sich bis heute ein riesiges 5 Etagen umfassendes Kellernetz.

Die Bernhardskapelle liegt neben der Prälatur an der Schönlaterngasse und ist wegen ihrem hochbarocken Interieur bekannt. Abt Klemens Schäffer ließ von 1659 bis 1676 einen ausgedehnten Umbau durchführen und die seit langem bestehende „Kapelle zum heiligen Bernhard von“ neu erbauen, zu dieser Zeit wurde auch der „Prälathof“ durch eine niedrige Gartenmauer vom restlichen Hof abgetrennt und im Jahr 1730 wurde sie durch Abt Robert Leeb mit einem Hochaltarbild von Martino Altomonte geschmückt. Die Kapelle liegt ein wenig versteckt, aber ein Besuch des prachtvoll gestalteten Raums ist sehenswert (leider wird die Kapelle nur für mehr für Führungen geöffnet), in der Sakristei befindet sich der Basiliskenbrunnen, über den es eine bekannte Wiener Sage gibt. Das Portal mit der Büste des Heiligen und die geschnitzten Seitenaltäre stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurden von Giovanni Giuliani geschaffen. Der berühmte Künstler lebte als Familiar im Klosterverband und schuf dort das prachtvolle Chorgestühl der Kirche, sein bekanntester Schüler war Georg Rafael Donner (Donnerbrunnen am Hohen Markt). Die barocke Anlage wurde 1769/1770 und die Kapelle im Jahr 1780 nochmals erneuert und der im Innenhof befindliche Brunnen besitzt ein Wappen des Stiftes mit der Inschrift „ACSH 1670“.
Seit dieser letzten Erneuerung hat der Heiligenkreuzerhof sein heutiges Aussehen und die Häuser sind die ältesten Zinshäuser in Wien.

Künstler im Heiligenkreuzerhof

hier wohnten unter anderem Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, der Gründer der PanEuropa Bewegung und Vater der Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, der österreichische Schauspieler Helmut Qualtinger (beide haben eine Gedenktafel im Hof), Martino Altomonte, er war wie Giovanni Giuliani Familiar der Zisterzienser und starb in seiner Wohnung im Heiligenkreuzerhof. Bischof Kollonitsch, in seinen Jugendjahren als Malteserritter im Kampf gegen die Türken an vorderster Front aktiv, Ignaz Franz Castelli, der Gründer des Wiener Tierschutzvereins und Eduard Pötzl, österreichischer Journalist und Feuilletonist.

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Im Heiligenkreuzerhof befindet sich das Ausstellungszentrum der Universität für angewandte Kunst, es steht für seine Absolventen und Absolventinnen mietkostenfrei für Ausstellungen zur Verfügung.

Die barocke Schönheit des Hofes wird leider durch die Anrainerparkplätze ein wenig getrübt, wie in vielen Gassen des ersten Bezirkes, jedoch ist eines der vielen verborgenen Juwele in der Wiener Innenstadt.

Adresse

1.Grashofgasse 3 / Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

Wiener Linien: U1 und U4 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Weblinks

https://bernardikapelle.wordpress.com/
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Heiligenkreuzer_Hof

Literatur

Georg Hamann: Wien-Lexikon, 2007
ISBN-13: 978-3800071166

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Hochhaus Herrengasse

das älteste und „unsichtbare“ Hochhaus

erregte schon bei Bekanntwerden der Entwürfe die Wiener und wurde heftigst kritisiert, (das scheint ein Charakterzug von uns Wienern zu sein, dass gegen alles Neue queruliert wird, jedoch später alles wunderbar und schön ist:-) )
Das Projekt polarisierte selbst unter den Architekten, Josef Frank (Doppelhaus in der Werkbundsiedlung, Woinovichgasse 32) befürchtete eine Zersrörung des Profils der Herrengassen, für Oskar Strnad (Haus Stephan Hock, Wien 19, Cobenzlgasse 71) war es zu nieder und er forderte ein mindestens 200 Meter hohes Hochhaus.
Das Hochhaus Herrengasse steht auf dem ehemaligen Besitz der Familie Liechtenstein. In dem von Fischer von Erlach geplanten Palais befand sich die Reitschule, die Ludwig Bösendorfer zu dem berühmten (wegen seiner Akustik) „Bösendorfer Konzertsaal“ umbauen ließ, im Jahr 1913 wurde das Palais verkauft und im selben Jahr wurde es samt seinen Nebengebäuden abgerissen. Es war ein Luxushotel geplant, jedoch der baldige Kriegsausbruch machte einen Strich durch die Rechnung und nach Kriegsende kam dieser Bau aus finanziellen Gründen nicht mehr zustande, erst ab 1931 wurde das Grundstück mit dem Hochhaus wieder bebaut.

Architektur des Understatements

Aber bis es gebaut wurde gab es sehr viele Diskussionen um die Planung des neuen Wohnhauses und es mußte sogar die Bauordnung geändert werden, da laut der alten Bauordnung nur bis 26 Meter gebaut werden durfte.
Auch politische Rangeleien beeinflußten den Bau des Hochhauses, für die Sozialdemokraten und Christlich-Sozialen war der Bau des ersten Hochhauses in Wien eine Machtdemonstration und Prestige.
Die christlich-soziale Bundesregierung hatte mit einer Abgaben-Novellierung die Sozialdemokraten „ausgetrickst“ und durch das neue Wohnbau-Förderungsgesetz war der Bau des Gebäudes nun mehr kein Sozialprojekt, wie von den Sozialdemokraten geplant, ab nun wurden auch finanziell besser Verdienende durch staatliche Gelder unterstützt.

Die Architekten Theiß & Jaksch (Geschäftsportale und Einrichtungen der Firma Palmers) erhielten den Auftrag durch Direktvergabe und nicht auf Grund eines Wettbewerbes, Sigfried Theiss und Hans Jaksch entwarfen ein Hochhaus mit 52 Meter Höhe, 16 Geschossen und 235 Wohnungen. Es wurde schon im erstem Planungsentwurf gezeigt von welchen Punkten der Stadt das Hochhaus zu sehen sein wird.
Von der Herrengasse war das Hochhaus in seiner gesamten Höhe nicht zu sehen und durch die Staffelung bis zum Turm erschien das Haus in der unmittelbaren Umgebung nicht höher als die benachbarten Gebäude, somit integrierte es sich perfekt in seine Umgebung. Dazu trug auch die 9-geschoßige Blockrandbebauung auf den Seiten der Herren- und Fahnengasse bei, diese Bebauung tritt über der Ladenzone zurück und sieht wie ein gesonderter separater Block aus. Auf den neun Geschossen befinden sich drei Staffelgeschosse, durch die entstehenTerrassen und diese münden in dem doppelstöckigen gläsernen Aufbau. Das Haupttreppenhaus ist ein verglaster Halbzylinder und wurde im Innenhof angebracht, erst in diesem ist ersichtlich wie langgezogen die Anlage ist. Die Architektur des Gebäudes gehört mit ihrer Klarheit der „Neuen Sachlichkeit“ an.
Im Februar 1932 wurde das Hochhaus mit 235 Wohnungen fertiggestellt.

Infrastruktur des Hochhaus Herrengasse

Ein großes Thema waren die Ledigenwohnungen oder auch „Junggesellenwohnungen“ genannt, heute unvorstellbar und amüsant zu lesen. Diese Wohnungen zeigten eine gesellschaftliche Veränderung an, da Singles bis dahin nur die Möglichkeit hatten in möblierten Untermietzimmern zu wohnen, Überwachung der Vermieter inklusive.
Von den 225 Wohnungen waren 125 Ledigenwohnungen, diese hatten eine Größe von 20 m² bis 93 m², es gab keine Küche aber eine Kochgelegenheit im Vorraum. Die „Junggesellen“ sollten sich ihr Essen nicht selbst kochen, sie hatten die Möglichkeit sich im hauseigenen Restaurant im Dachgeschoß zu verköstigen, diese Idee wurde aber nie sehr gut angenommen. Neben dem Eingang gab es in der Rundvitrine ein Espresso und eine Milchbar, in der konnte man warten bis die Wäsche in der zentralen Waschküche fertig war.

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Im November 1932 waren bereits 80 % der 224 Wohnungen vermietet, die „Junggesellenwohnungen“ waren natürlich als erstes vergeben. Die Mieten befanden sich im höheren Segment und begannen ab 65 Schilling (ca 4,80 € ) bis 350 Schilling (ca 25,50 € ), die Nachfrage bei den teuren Wohnungen war eher gering.

In der Geschäftszone mieteten sich als erste Geschäfte ein Reisebüro, die Post, die Wiener Molkerei, ein Fotogeschäft, ein Friseur, eine Buchhandlung, ein Hutsalon, ein Lederwarengeschäft, eine Bäckerei und die Bausparkasse Wüstenrot mit ihrer ersten Wiener Zweigstelle ein.
Für das Restaurant war es nicht so leicht einen Pächter zu finden, trotz der fantastischen Aussicht und der Schnellaufzüge, erst drei Jahre später konnte das Café-Restaurant eröffnet werden. Im 14. Geschoss befanden sich die Küche, Telefonzellen, Sanitäranlagen und Garderobe, die letzten zwei Stockwerken waren eine reine Stahl- und Glaskonstruktion mit großen Schiebefenster und die Kuppel konnte elektrisch geöffnet werden. Der Erfolg des Restaurant blieb leider aus und so wurden in den 60er Jahren die letzten drei Stockwerke zu Wohnungen umgebaut.

Das „Hochhauserl“ erregte die Gemüter

Die Zeitungen überschlugen sich mit Superlativen und schreierischen Headlines, so hieß es „Der Wolkenkratzer der Junggesellen“ da „Ledigenwohnungen“ ein anrüchiges Thema waren und für eine gute Auflage sorgten. Eine andere Headline war die „grassierende Wolkenkratzerepidemie in Wien“, hier wurde über Amerikanismus gesprochen…vom Verlust des heimatlichen Stadtbildes…der eklatanten Baugrundverteuerung und Architekt Albert Linschütz forderte alle Patrioten zum schärfsten Protest auf . Andere nannten das moderne Hochhaus ein „ganz ausgewachsenes Hochhauserl“, manche wollten ein Hochhaus lieber außerhalb der Inneren Stadt sehen. Die Raunzerei und Jammerei der Wiener hatte wieder einmal Hochkunjunktur;-)

Künstler im Hochhaus Herrengasse

Das älteste Hochaus übte auf Künstler eine große Anziehungskraft aus, vor allem BurgschauspielerInnen waren hier präsent und hatten hier kürzer oder länger gewohnt. Es logierten hier aber auch viele niederösterreichische Landeshauptmänner und Beamte, sie wurden ihnen als Dienstwohnungen zur Verfügung gestellt.
Unter anderem wohnten hier: Gunther Philipp, Susi Nicoletti, Gusti Wolf, Albin Skoda, Hans Jaray, Curd Jürgens, Maria Kramer, Paula Wessely oder Hans Olden,  das „Hochhauserl“ ist aber auch heute noch bei Künstlern sehr beliebt.

das „unsichtbare“ Gebäude heute

Das Innenstadthaus hat 170 Bestandsobjekte, was für die Innere Stadt erstaunlich ist und was noch erstaunlicher ist, es sind fast nur privaten Wohnungen. Auch sehr ungewöhnlich ist, dass das Gebäude seit Generationen im Privateigentum ist, also rundum ein sehr ungewöhnliches und sehr interessantes Haus in der City. Das Hochhaus Herrengasse war damals wie heute eine leistbare Prestigeadresse, außer man möchte hoch hinaus ins Turmgeschoß. Das „unsichtbare Haus“ ist nur von einigen Punkten in Wien sichtbar, wie z. B. von der Kirche am Hof mit Blickrichtung zur Naglergasse, von der Schottengasse Richtung Herrengasse, im Leopoldmuseum im obersten Stock vom Panoramafenster,  aber den schönsten Blick habt ihr von der Burggasse in der Höhe des Volkstheater.
Sehr schade finde ich, dass es heute nicht mehr möglich ist die phänomenale Aussicht vom Turmgeschoß zu genießen, da das Cafe in den 60er Jahren in Wohnungen umgebaut wurde. Über das Treppenhaus gibt es die Möglichkeit ab dem 5. Stock eine sehr schöne Aussicht auf Wien zu genießen, je höher es hinaufgeht umso atemberaubender wird die Aussicht und der Steffl (Stephansdom) scheint zum Greifen nah.
Allerdings ist auch das nicht so einfach zu genießen, entweder ihr kennt jemanden der oder die dort wohnt, ihr stiehlt euch beim Portier vorbei oder ihr könnt es bei einem Open-House Termin kennenlernen, so wie ich heuer:-)

Adresse

Herrengasse 6-8, 1010 Wien

Wiener Linien: U3 bis Herrengasse

Öffi-App

Weblinks

http://www.hochhausherrengasse.at/
http://www.openhouse-wien.at/de/

Literatur

Iris Meder, Judith Eiblmayr: Haus Hoch – Das Hochhaus Herrengasse und seine berühmten Bewohner, 2013
ISBN-13: 978-3902517920

fuhrmannhaus , ältestes haus im westen wiens

Fuhrmannhaus

das älteste Haus im Westen Wiens

hat eine faszinierende wie bewegte Geschichte, der älteste Baukern des denkmalgeschützten Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert, um 1560 wurde es wesentlich vergrößert und seit über 300 Jahren hat es mit ungefähr 3.700 m² sein jetziges Aussehen. Seit 1840 ist es im Besitz der Familie Fuhrmann und wird heute sehr engagiert und liebevoll von Fr. Rosina Kahofer, geb. Fuhrmann, restauriert und betreut.

Vielen Dank an Fr. Kahofer dass sie sich die Zeit nahm, um mir das Fuhrmannhaus mit seinem Vierkanthof zu zeigen und seine Historie zu erzählen.
Das Fuhrmannhaus mit seinem Innenhof und Bogengängen, die Weinschenke mit dem wunderschönen Gastgarten in dem die verschiedensten Konzerte sowie Veranstaltungen stattfinden, hat sehr viele verborgene historische Schätze aufzuweisen und ist eine einmalige Sehenswürdigkeit im Westen von Wien. Ebenso ist es für seinen Bauernmarkt, Markttag, Flohmarkt und Christkindlmarkt sehr bekannt und sehr beliebt.

die bewegte Geschichte des Fuhrmannhauses

Seit 1571 existieren lückenlose Aufzeichnung über die Besitzer, bis zum 18. Jhdt. sind im Grundbuch drei Parzellen aufgezeichnet, dass entspricht der heutigen Größe des Grundstückes. Das Fuhrmannhaus ist jedoch weitaus älter als die Aufzeichnungen aufzeigen, bei Vermessungen fand man Hinweise auf einen römischen Wachtturm. Im 12. Jahrhundert gab es sogenannte „feste Häuser“ und das Fuhrmannhaus stand damals am Ortsbeginn, am Rosenbach (der damals natürlich nicht reguliert und überwölbt war:-)) und an der damaligen Poststraße (jetzige Linzer Straße).
Im Jahr 1676 erstand ein Dr. Georg Schierl, er war „Licentiad und Geschworenen Landadvokaten zu Böhmen“, sehr lange war es jedoch nicht in seinem Besitz, schon am 18. Juni 1680 verkaufte er es dem Kolleg St. Michael (Barnabiten), hier gibt es sogar noch einen Kaufbrief, 1681 scheinen auch Hans Schmidt, der „Richter zu Hütteldorf“, und seine Ehefrau Rosina als Gewährnehmer auf.

Auszug aus diesem Brief:
„zue Hiedeldorf gelegene Haus samt alle An- und Zugehörungen, Garten, 12 Tagwerk Wiesmath und sechsthalbviertel Weingarten, wie auch alle zu der Zeit im Haus und im Keller befindende Mobilien, außer des derzeit im Keller befindenen Weins“ verkauft und zwar zu „ 1.500 Gulden
Kaufschilling und 1oo Gulden Leithkauf“.
Zitat: http://www.fuhrmannhaus.at/

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Die Barnabiten renovierten und erweiterten die Häuser, da nach dem beendetenTürkenkrieg im Jahr 1683 der Gebäudekomplex sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, in dieser Zeit scheinen im Grundbuch „drei zusammengebauten Häusern“ auf, wie schon oben berichtet, ist es die noch heute existierende Form des historischen Hauses. Das original getreu restaurierte Gitter im Stiegenhaus wurde ohne Nägel zusammengefügt und erinnert mit der Jahreszahl 1687 sowie dem Türkenkopf am Ende des Stiegengeländers an den überstanden zweiten Türkenkrieg.
Es gab in dem Gebäudekomplex eine Kapelle mit 2 Altären, jedoch konnte der Standort bis heute nicht eruiert werden. Der Wirtschaftshof der Barnabiten diente für Klosterangehörige als Sommerquartier und erhielt so manchen hohen Besuch, wie z. B. denn des Diplomaten und Ordensmann P. Don Pius Manzador, er kehrte nach einer Inspektionsreise, die er im Auftrag
der Kaiserin Maria Theresia machte, hier ein. Im Jahr 1778 brach ein verheerender Brand aus der enormen Schaden anrichtete, es wurde am 17. Februar 1779 ein Gesuch an die Ministerial Banco Hofdeputation gerichtet um die Erlaubnis 100 Baumstämme fällen zu dürfen und am 4. März 1779 wurde das Ansuchen bewilligt. Über 100 Jahre versorgte der Wirtschaftshof die Kollegien St. Michael in Wien und Mariahilf. Auf Grund der Bauschulden und dem Nachwuchsmangel wollte das Kolleg St. Michael alle abkömmlichen Immobilien verkaufen und im Jahr 1787
wurde an das k.k. Waldamt der Antrag auf Schätzung des Hauses Nr. 70 gestellt.
Bei einer Fassadenuntersuchung in Jahr 1982 und einer Baubeschreibung von 1787 vermutet man mehrere Ausbaustufen:

„Die 1. Stufe umfasst die Jahrhunderte von der Entstehung des Gebäudekomplexes bis zum Ende des 15. Jhdt. Das kleine vergitterte Fenster in der Nische, links im Hof der Weinschenke, gibt uns Zeugnis davon.
Von der 2. Stufe sehen wir in der Einfahrt, links in der Nische der Marienfigur, an der Rückwand eine Renaissance Außenwandmalerei, außerdem dürfe zu dieser Zeit das Haus einen Erker besessen haben. Der eingebaute Radabweiser, an der Ecke links von der Eingangstür zum Friseur, ist ein ehemaliger Erkerkragstein.
Die 3. Stufe ist die Bedeutendste, für die bauliche Entwicklung des Hauses. Im letzten Viertel des 17. Jhdt. traten mehrere Ereignisse ein, welch für das Schicksal des Hausen von immenser Bedeutung waren. Über den Weg einer Versteigerung, trachteten die Barnabiten ihren Besitz abzugeben. In einem Aufruf wurden Kauflustige aufgefordert, den Wirtschaftshof in Hütteldorf zu besichtigen. Die Versteigerung selbst war auf den 26. Juni 1787 um 9 Uhr festgesetzt. Das Flugblatt zur Verlautbarung der Versteigerung trug den Titel „Nachricht“ und wurde vom k.k. Waldamt in Purkersdorf bekannt gemacht. Die „Nachricht“ ist für das heutige Fuhrmannhaus insofern von Bedeutung, als sie Einblick gibt, in die ursprüngliche Verwendung der einzelnen Räumlichkeiten. Die Lage des Hauses Nr. 70 wird neben den Lindengassl (heutige Rosentalgasse) wie folgt beschrieben: „Im 1. Stock 8 Winter- und 7 Sommerzimmer, 2 Kammern, dann 2 mit Stein gepflasterten Communikationsgängen, alles stokadort (Stuckatur), zu ebener Erde ein Salletl, ein Billardzimmer, eine Kapelle, ein Zimmer, zwey Kammern, eine grosse und kleine Kuchl, eine Speise, Pferdestallung auf 8 Stück, ein Kuhstall auf 4 Stück, alles gewölbt, ein gepflasteter Hof und 2 Keller, dann ein 13 Klafter* 5 Schuh* lang, und 3 Klafter* 3 zweydritl Schuh* breite Salaterena, stokadort mit offenen Bögen, gegen dem Garten mit einem Einfahrtsthor von der Strasse, nebst einem mit verschiedenen guten Obstbäumen besetzten, 700 Quadratklafter haltenden Hausgarten befindlich durch den Weg der Versteigerung gegen baare Bezahlung käuflich hindangegeben werden“.
Zitat: http://www.fuhrmannhaus.at/

Das Kolleg St. Michael verkaufte am 6. September 1788 den Gebäudekomplex an Johann Michael Eimmer, schon 1808 kam es durch Versteigerung zu einem Besitzerwechsel, der neue Besitzer war der bürgerlichen Eisenhändler Franz Winkler. Im Jahr 1811 kaufte Friedrich Graf von Schwarzenberg das Haus und bis 1840 gab es noch etliche Besitzer, bis es Franz Xaver Fuhrmann und seine Frau Barbara erwarben, nach ihnen trägt das Haus seinen Namen.
Die Fuhrmanns hatten vorher einen Ziegelofen in Heiligenstadt vom Stift Klosterneuburg gepachtet, in Hütteldorf gründten sie einen Fuhrwerksbetrieb, laut Verzeichnis der Gesellschafts- und Stellwagen aus dem Jahr 1851 fuhr ein Stellwagen täglich in die Stadt und wieder retour. Es gab auch Pferdestallungen und die Einfahrtstore wurden hofseitig durch herablaßbare Gitter gesichert, die Gleitstangen und Seilräder sind teilweise noch erhalten und wurden detailgetreu restauriert. Anton Fuhrmann, der Sohn von Franz Xaver und Barbara Fuhrmann, übernahm den Betrieb, der Großfuhrwerksbesitzer wurde im Jahre 1907 zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt, die Kopie der Urkunde befindet sich in der Weinschenke.

Im Gebäudekomplex Linzerstrasse 406 befand sich auch einige Zeit die Gemeindestube von Hütteldorf. Nach dem ersten Weltkrieg und der Zwischenkriegszeit verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Familie Fuhrmann, es erfolgte die Umstellungen vom Pferd zum Autobetrieb, diese Umstände verhinderten die notwendigen Verbesserungen des Fuhrmannhauses.

die Powerfrauen des Fuhrmannhauses

Den Fortbestand des Hauses konnte Katharina Fuhrmann mit Sohn Robert retten, indem sie im Fuhrmannhaus mit einem Gemischtwarenhandel mit Sand, Kalk, Zement begonnen hatten. In dieser Zeit entstanden die Schrebergärten im Rosental und am Wolfersberg, daher vergrößtern sie ihr Warenangebot und ihre finanzielle Situation verbesserte sich zusehends, so dass sie das desolate Schindeldach durch eine neue Eternitdeckung ersetzen konnten, diese liegt bis heute am Dach. Damit mehr Geld zur Verfügung stand, ließ Katharina Fuhrmann den „Hobernsaal“, der heute der Freskensaal ist und vorherige Futterkammer für die Pferde war, zu zwei Wohnungen umbauen. Nach dem 2. Weltkrieg wohnten und arbeiteten über 100 Personen im Haus, die sich zwei Wandbrunnen und zwei Toiletten ohne Wasserspülung teilen mußten.
Katharina Fuhrmann war eine sehr beachtliche Frau, die sehr viel leistete und ihr ist es zu verdanken das dieses Haus der Nachwelt erhalten blieb.
Während dem zweiten Weltkrieg mußte Rosina Fuhrmann, die Schwiegertochter von Katharina Fuhrmann, den Betrieb mit ihren drei kleinen Kindern alleine weiterführen. Auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 50er Jahren und der steigenden Nachfrage nach Baumaterialien wurde ein 380 Steyrer Diesel LKW angeschafft und Hertha Dopplinger, geborene Fuhrmann und Tochter der Rosina Fuhrmann, machte 1956 den Führerschein und fuhr dann lange alleine mit dem LKW, sie war damals eine von drei Frauen die mit einem LKW in Wien fuhren. Zu dieser Zeit war es für eine Frau weitaus schwieriger als heute, eine Familie mit drei Kindern und Geschäft auf einen Nenner zu bringen. Trotzdem wurde im Jahr 1959 ein Steinbruch im Waldviertel gekauft und so lernte Hertha Dopplinger die Bauern aus der Umgebung und ihre Produkte kennen. Obwohl es sehr viele Bedenken gab, konnte Hertha Dopplinger die Waldviertler Bauern überzeugen, die Produkte in Wien zu verkaufen und ab 1983 gab es im Fuhrmannhaus den ersten Bauernmarkt. Da die Stallungen in ihrer eigentlichen Funktion keine Verwendung hatten, wurden sie in Lager, Büro- und Verkaufsraum umgewidmet.

Das Fuhrmannhaus hatte durch Erbschaften mehrere Eigentümer, was nicht von Vorteil für das historische Haus war, da es durch verschiedene Ansichten über die Nutzung und immer wieder notwendigen Reparaturen zu Diskrepanzen zwischen den Eigentümern kam. Daher war es von Hertha Dopplinger und ihrem Mann das Bestreben, die anderen Eigentümer auszuzahlen und alleinige Eigentümer des Fuhrmannhauses zu werden, dies gelang ihnen jedoch erst nach einen jahrelangen zähen Kampf. Danach wurde der geschichtsträchtige Gebäudekomplex saniert und vor ca 33 Jahren entdeckte das Bundesdenkmalamt die historischen Fresken im Freskensaal, sie waren übermalen und wurden in mehreren Etappen freigelegt, sie sind heute in voller Schönheit zu bewundern. Weiters ist eine historische Marienstatue im Eingang zum Innenhof und ein Kotter mit kleinem Fenster zu besichtigen.
Das historische Haus ist heute im Besitz von Rosina Kahofer, der Tochter von Hertha Dopplinger.

Im Fuhrmannhaus befinden sich mehrere Betriebe und Wohnungen, der bekannteste Betrieb ist die Weinschenke, die sehr vielfältige Veranstaltungen anbietet und natürlich typische Wiener Hausmannskost. Jeden Mittwoch von 9.00 – 13.00 Uhr bietet der Markttag köstliche Schmankerln an, weiters gibt es einen Bauernmarkt mit Kunst und Handwerk, einen Flohmarkt und einen Christkindlmarkt mit Christbaumverkauf.

Die genauen Zeiten sind im Terminkalender zu finden.

Adresse

Linzer Straße 404, 1140 Wien

Wiener Linien: Linie 49 bis Rosentalgasse

Öffi-App

Weblinks
http://www.bauernmarkt-fuhrmannhaus.com/index.html

http://www.fuhrmannhaus.at/

art nouveau französische botschaftschwarzenbergplatz

französische Botschaft in Wien

Art Nouveau am Schwarzenbergplatz

Das Gebäude der französischen Botschaft hat mich schon als Kind fasziniert, jedes Mal wenn wir vorbei spazierten fragte ich meine Eltern warum wir hier nicht wohnen;-) zu Hause zeichnete ich immer das Palais nach, es gehörte zu meinen frühkindlichen Werken wie das Parlament und Rathaus.
Heute wohne ich noch immer nicht in dem Art Nouveau Palais, aber ich finde es nach wie vor sehr faszinierend:-).

Im Jahr 1909 wurde die neue französische Botschaft am Schwarzenbergplatz 12 eröffnet wurde, Gespräche über einen Neubau einer französischen Botschaft gingen auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück, die französischen Diplomaten hatten immer in angemieteten Häusern logiert und bis 1909 keine eigenständige Residenz besessen. Das letzte angemietete Haus war das Palais Lobkowitz, der Botschafter Agénor de Gramont beschwerte sich in Paris, dass er das französische Kaiserpaar im angemieteten Palais Lobkowitz nicht würdig empfangen könne, da die öffentlichen Pferdefuhrwerke ihren Standplatz vor der Botschaft hätten und die Geruchsbelästigung zu groß sei.


Anlässlich der Stadterweiterung verkaufte die Stadt Wien im Mai 1901, nach zähen Verhandlungen mit dem Wiener Stadterweiterungsfonds, der Republik Frankreich drei Parzellen. Im Mai dieses Jahres wurde der Kaufvertrag unterfertigt und vom Wiener Bürgermeister Karl Lueger gegengezeichnet.
Den Bauauftrag erhielt der Architekt O. Carre gemeinsam mit der Wiener Baufirma Bauque & Pio, im Jahr 1901 wurden die Arbeiten aus unbekannten Gründen dem jungen französische Architekt Georges-Paul Chédanne, der bei der Weltausstellung 1899 einen Grand Prix gewonnen und in Paris die legendären Galeries Lafayette erbaut hatte, übertragen.

die Legenden um die französische Botschaft

In dieser Zeit begann auch die Gerüchteküche um das im Art Nouveau erbauten Gebäude zu brodeln. Ein anderes Gerücht verbreitete sich, dass die Architekturpläne mit den Plänen für Konstantinopel vertauscht worden wären oder sogar in Kairo, was sehr merkwürdig ist, da es zu dieser Zeit keine Botschaft in Ägypten gab. Die Legende der vertauschten Pläne könnten daher kommen, dass der Verwalter im Jahr 1912 mit der Möblierung der Botschaften in Wien sowie für Konstantinopel beauftragt wurde.

Das Palais im französischen Jugendstil

ist ein prächtiges dreistöckiges Gebäude, dass Parallelen zur französischen Palastarchitektur des 18.Jahrunderts aufweist. Auffallend ist das Fehlen eines Portales an der Hauptfassade, der Haupteingang befindet sich mit seiner geschwungenen Marquise auf der Rückseite, auf seinem Giebel befinden sich die stolzen Initialen der République Française – R.F., diese sind von drei weiblichen Figuren umgeben und versinnbildlichen die Liberté, Égalité und Fraternité. Der Blickfang an der Hauptfassade sind die, als zwei große Reliefs dargestellten, weiblichen Figuren aus vergoldeter Bronze, sie stellen die französisch-österreichische Freundschaft durch die Allegorien der „Austria“ und der „France“ dar, die einander die Ehre erweisen.

Die „Austria“ stammt vom Bildhauers Paul Gasq, die „France“ wurde vom Bildhauer François Sicard entworfen. Das Gebäude und die Innenräume präsentieren den französischen Jugendstil, die Möbel, Stoffe, Geschirr, Beleuchtungskörper uvm. wurden von den bedeutendsten Künstler Frankreichs entworfen, der aufwendige Aufzug wurde von der Wiener Firma Freissler und Füglister hergestellt. Der französische Möbeldesigner Louis Majorelle fertigte in seinem Kunsthandwerksatelier in Nancy unter anderem die geschwungenen Fenster- und Balkongeländer entlang der Fassaden an oder die prunkvollen Geländers entlang der Ehrentreppe.

das Art Nouveau Gebäude wurde als Affront empfunden

und traf nicht den Geschmack der WienerInnen, sie fanden den Stil als fremdartig und auch „orientalisch“, obwohl sich die meisten schon an die exotische, im Jahr 1890, erbaute Zacherlfabrik gewöhnt hatten. Die Wiener hatten sehr oft Vorbehalte gegen Neues, diese konservative Einstellung ist manchesmal auch heute noch zu finden.

Das „Illustrierte Extrablatt“ schrieb damals von dem „im Barockstil gehaltenen Palais..“, M. Paul meinte im Jahr 1910 in seinem Buch „Technischer Führer durch Wien“: „als ein Fremdling im architektonischen Bilde unserer Stadt“. Der Inspektor des französischen Außenministeriums für Immobilien hingegen meinte, „daß es Frankreich zu Ehren gereicht“.

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Die Gestaltungsweise im französischen Art Nouveau konnte in Wien jedenfalls nicht Fuß fassen, denn das Gebäude „verrät sofort, dass sein Architekt kein Wiener war“, wie selbst Ákos Moravánszky, Professor für Architekturtheorie, in seinem Buch „Die Architektur der Donaumonarchie“ aus dem Jahr 1988 formuliert.

Anfang der zwanziger Jahre, als sich die österreichisch-französischen Beziehungen wieder einmal auf einem Tiefstand befanden, lehnten auch die Franzosen den Baustil als entsetzlich ab. Der damaliger Botschafter verurteilte den zweifelhaften Geschmack und den fehlenden Einklang mit dem Stil des Hauses Habsburg, nach Ende des ersten Weltkrieges wurde sogar der Verkauf, des als unproportioniert befundenen Gebäudes, erwogen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus beschädigt, und der neue französische Hochkommissar Antoine Bethouart nahm lieber in Hütteldorf Quartier, als in der Nähe der Russen. Fast wäre die französische Botschaft abgerissen worden, zum Glück hatte sich der damalige französische Kulturminister und bedeutende Literat Andre Malraux für ihren Erhalt eingesetzt.

Die Umbauarbeiten waren nicht mit gutem Geschmack gesegnet, aber umso mehr mit Zerstörung, es wurde die prächtige Ornamentik massiv zerstört und die großen Empfangsräume wurden zum Teil in Büros umgewandelt.

Aber trotz allem ist das Palais am Schwarzenbergplatz 12 ein Prunkstück seiner Epoche.

Adresse

Technikerstraße 2, 1040 Wien

Wiener Linien: Linie 71 oder D bis Schwarzenbergplatz

Öffi-App

Literatur

Architektur der Diplomatie: Repräsentation in europäischen Botschaftsbauten, 1800-1920 von Jakob Hort, 2014
ISBN-13: 978-3525101339

Weblinks

http://www.ambafrance-at.org/-Deutsch-

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Franz%C3%B6sische_Botschaft

http://www.architektenlexikon.at/de/76.htm

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Sisi-Kapelle

die eigentlich Elisabethkapelle heißt

ist eine Waldkapelle im neugotischen Stil im und befindet sich auf dem Pfaffenberg „am Himmel“ in der Nähe des Cobenzl und der Bellevuehöhe.

Johann Carl Freiherr von Sothen gab die Kapelle anläßlich der Hochzeit des Kaisers Franz Joseph I. mit Elisabeth, Herzogin von Bayern im Jahre 1854 in Auftrag und sie diente der Huldigung des frisch vermählten Kaiserpaares, weiers war sie auch als Grabstätte für den Freiherr von Sothen und seiner Gattin Franziska gedacht. Da Kaiserin Elisabeth im Volksmund „Sisi“ genannt wurde, hieß die Elisabethkapelle sehr rasch Sisi-Kapelle.

Sie wurde nach Plänen von Johann Garben und Stadtbaumeister Josef Kastan errichtet, sie war damals ein absolutes Novum, da es in Wien bis dahin keine neugotischen Gebäude gab. Weitere architektonische Werke des Johann Garben sind der Kursalon im Wiener Stadtpark, das Gittertor für den Wiener Stadtpark und etliche Miethäuser im ersten und neunten Wiener Bezirk.

Wer war Johann Carl Freiherr von Sothen?

Er war ein sehr widersprüchlicher Mensch, da er einerseits als Wohltäter bekannt war, aber andererseits seine Bediensteten ausbeutete. Er besaß einen kleinen Laden im ersten Bezirk, in dem er Lose verkaufte und mit dem von ihm in Wien eingeführten, fragwürdigen Promessenspielen Millionen verdiente.
Auszug: Allgemeine Zeitung, J.G. Cotta’schen, Buchhandlung 1838
„Dieses Promessenspiel, oder das Verheuern und Vermiethen von Staatsanlehens -Loosen ist vielmehr, weil es zu den gröbsten Betrügereien Gelegenheit und Veranlassung gibt“.

Nach dem Bau der Sisikapelle protzte er damit, das durch seine Stiftung 15.000 Jahre lang Messen für sein Seelenheil gelesen werden könnten. Solche Angeber kennen wir auch heute, diese Typen sterben wohl nie aus.

Johann Carl Freiherr von Sothen starb keinen friedlichen Tod, er wurde 1881 von seinem Förster erschossen und in der Sisi-Kapelle beigesetzt. Seine Ehefrau, Franziska Freiin von Sothen starb 1903 und wurde neben ihm beigesetzt.

die Geschichte der Sisi-Kapelle

Im Jahr 1911 erbte der Nonnenorden “Zum armen Kinde Jesu” den Familienbesitz der von Sothens und renovierte anschließend die Elisabethkapelle. Im 2. Weltkrieg wurde auch die Sisikapelle schwer beschädigt und war dann jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben.
Im Jahr 1975 entging dieses Juwel nur knapp dem Abriss, in dieser Zeit und in den Jahren zuvor war man nicht sehr zimperlich beim demolieren und abreißen historischer Gebäude, um dann so profane Architektur, wie z.B. die von Carl Appel, hinzuklotzen.

Tatsächlich rettete nur der Beschluss des Bundesdenkmalamtes die Sisi-Kapelle 1975 vor dem Abbruch, da jedoch etliche Rettungsversuche am nötigen Geld scheiterten, verfiel das Gebäude immer mehr und Vandalen trugen das ihre dazu bei, bis es fast zu gänzlichen Zerstörung kam. Die einzige Maßnahme war die Zumauerung des Eingangs und der Fenster.

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Die sakralen Einrichtungsgegenstände waren längst „verschwunden“ bzw. in Sicherheit gebracht worden. Das bemerkenswerte Altarbild von Leopold Kupelwieser („Maria als Himmelskönigin mit drei Heiligen“) wurde bereits zu Kriegsbeginn in Sicherheit gebracht, es ist heute restauriert und befindet sich im Wiener Diözesanmuseum.

Rettung fünf Minuten vor zwölf

Der gemeinnützige Verein „Kuratorium Wald“ erwirbt 2002 das Gebäude sowie das Grundstück und stellte sich bis zum 150. Geburtstag der Kapelle das Ziel, das dieses neugotische Juwel komplett saniert wird und rein äußerlich den strengen Maßstäben der Denkmalschützer entspricht. Der Wiener Altstadtsanierungsfonds stellte dafür 475.000 Euro bei, die restlichen 300.000 Euro kamen über eine organisierte Spendenaktion des „Kuratorium“, die von vielen Firmen und privaten Spendern unterstützt wurde.
Die sterblichen Überreste der von Sothens wurden 2003 in der neugebauten Gruft an der Südseite der Sisi-Kapelle beigesetzt.

Die Restaurierung wurde mit viel Liebe und detaillierter Kleinarbeit umgesetzt und am 8. Juli 2006 wurde die Sisikapelle in neuer Konzeption mit der Auftragskomposition “Kryptomnesie” von O.M. Zykan in der Lichtinszenierung von Hans Hoffer feierlich eröffnet.

Innen erinnert fast nichts mehr an den ursprünglichen sakralen Zweck der Elisabeth-Kapelle, sie ist jetzt ein Ort an dem sich Natur und Kunst durchdringen sollen. Ein “Kreuzweg der Natur” wird auf vierzehn in die Wand eingelassenen Flachbildschirmen gezeigt.

Die Sisi-Kapelle steht für eine Vielzahl an kulturellen oder privaten Verwendungen wie Konzerte, Lesungen, Firmen- und Privatfeiern, Hochzeiten, Seminare uvm. zur Verfügung, sie ist auch technisch sehr gut mit einer Multisoundanlage (Innen- und Außenbeschallung), 14 Flatscreens, Ledscheinwerfer und optionaler Breitband-Internetanschluss ausgestattet.

Ein Sommerfest oder eine Trauung in der Sisi-Kapelle, die mitten im schönen Wienerwald steht, und dem angrenzende Café Restaurant Oktogon am Himmel zu veranstalten bzw. zu vollziehen ist doch eine sehr schöne und romantische Idee, findet ihr nicht auch?

Adresse
1190 Wien, Himmelstraße Ecke Höhenstraße

Wiener Linien: 38A bis zum Cobenzl

Öffi-App

Öffnungszeiten Oktogon und Kontakt
ganzjährig geöffnet
März bis Oktober:
Mittwoch bis Freitag: 12.00 bis 22.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 11.00 bis 22.00 Uhr
Montag, Dienstag Ruhetag

November bis Februar:
Donnerstag, Freitag: 12.00 bis 22.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag: 11.00 bis 22.00 Uhr
Montag, Dienstag, Mittwoch Ruhetag
Küche durchgehend bis 20.30 Uhr

himmel@himmel.at

Weblinks

https://www.falter.at/web/ffiw/detail.php?id=4396

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtleben/301385_Von-der-Ruine-zum-Kleinod-Sisi-Kapelle-am-Himmel.html

http://www.himmel.at

http://www.himmel.at/sisi-kapelle/

http://www.himmel.at/oktogon/cafe-restaurant/

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Palais Isbary

Das späthistorische Palais Isbary auf der Wieden

Das Palais Isbary befindet sich in der Schmöllerlgasse 5 im 4. Wiener Gemeindebezirk (Wieden) und wurde 1901/02 von Rudolf Isbary Junior an den Architekten Karl Mayreder und den Wiener Baumeister Johann Sturany in Auftrag gegeben. Karl Mayreder war ein Schüler Heinrich von Ferstels und das Palais Isbary ist eines seiner wichtigsten Werke.

Das Palais ist ein typisch, repräsentativer Bau seiner Zeit und erfüllte den gesellschaftlichen Anspruch des Bauherrn Rudolf Isbary Junior. Seine Mutter war Louise, geborene Hlawatsch, sein Vater Rudolf von Isbary war ein Textilindustrieller, Abgeordneter zum Reichsrat sowie Präsident der Wiener Handelskammer, Rudolf von Isbary wandelte mit seinem Schwiegervater Karl Hlawatsch dessen Wollwarenerzeugung in Wien-Mariahilf zu einer Shawlfabrik (Shawl = Schal) um und die Firma nannte sich dann Hlawatsch u.Isbary. Der damalige Modetrend im Biedermeier, die hervorragenden Handelsverbindungen und neuen Produktionsverfahren sorgten für einen ausgezeichneten Umsatz. In Zeiten der Hochkonjunktur hatte das Unternehmen ca 500 Beschäftigte. Rudolf Isbary Junior übernahm die Firma und erwarb Grundbesitz im Pielachtal, die Isbary´sche Güterdirektion hatte damals 8000 ha und befindet sich bis heute im Familienbesitz.

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Das Palais Isbary ist ein späthistoristischen Bau mit großem Mansarddach und barockähnlichen Dekor. Das Palais besteht aus Parterre, zwei Stockwerken und einer Mansarde. Akzente setzen die zwei Rundbogen-Doppelfenster mit geschwungenem Steinbalkon und bilden mit den einfachen Fenster die Beletage.

Das Stiegenhaus fällt durch ihr reiches Schmiedeeisengeländer auf, die Wände beeindrucken mit Stuckmarmor und in der Nische im unteren Treppenteil ist eine Venus-Statue aus Marmor zu sehen. Eine Innenbesichtigung des Palais Isbary ist nicht möglich.

Das Palais hat den zweiten Weltkrieg und die Demolierungswut der 50er Jahre gut überstanden, im Gegensatz zu dem Rothschild Palais, und befindet sich in einem sehr guten restaurierten Zustand.

Adresse

Schmöllerlgasse 5, 1040 Wien

Wiener Linien: U1 bis Taubstummengasse oder Linie D bis Plößlgasse

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Villa Vojcsik

Secessionistische Architektur von Otto Schönthal

Die Villa Vojcsik wurde 1901 in Hütteldorf, das damals ein Teil des 13. Bezirks Hietzing war, von dem 23 jährigen Otto Schönthal im secessionistischen Stil für Dr. Ladislaus Vojcsik entworfen, dieser war der Hausarzt Otto Wagners.

Otto Schönthal besuchte die Meisterschule Otto Wagners und war nach Abschluss des Studiums einige Jahre im Atelier von Wagner tätig und an Projekten wie der prominenten Kirche am Steinhof und dem Baujuwel der Wiener Moderne, der Postsparkassa, tätig.

Die Villa Vojcsik wurde 2005 nach historischen Fotos restauriert und fehlende Fassadenstrukturen wurden ersetzt, diese Villa ist ein positives Beispiel für eine behutsame Restaurierung, diese sollte öfters bei den vielen historischen Gebäuden in Wien angewendet werden.

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Beim Anblick der prächtigen Villa fällt mir die zweite (kleine) Villa Wagner in der Hüttelberstrasse ein, die eine gewisse Ähnlickeit mit der Villa Vojcsik aufweist. Das architektonische Prachstück ist eines der wenigen realisierten Objekte der couragierten Entwürfe der Wagnerschule um.

Das Haus befindet sich in 1140 Wien und ist noch heute im Besitz der Familie Vojcsik.

Adresse

Linzer Straße 375, 1140 Wien

Wiener Linien: Linie 49 oder 47 B bis Bahnhofstraße

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Villa Vojcsik auf Google Maps

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Ruedigerhof

Eines der schönsten Jugenstilhäuser

Jugendstil Architektur findet sich in fast allen Wiener Bezirken, ein kompaktes Viertel gibt es in Wien nicht. Es hat den Vorteil, das fast jeder Bezirk einige Jugendstil Prunkstücke aufweisen kann, daher erlebt der Wien-Besucher auch ausserhalb der City so manche Überraschung.


Einer der schönsten Jugendstil Bauten wurde von Oskar Marmorek 1902 in der Hamburgerstrasse 20 erbaut und ist als Rüdigerhof bekannt. Das heute unter Denkmalschutz stehende Haus wurde inzwischen prachtvoll restauriert, der in Weiß, Blau und Gold gehaltene Baukörper und die verschiedene Putzformen, wie etwa ein Wellenputz im Sockelbereich beeindrucken ebenso, wie das auf der Höhe eines Halbstocks befindliche Kaffeehaus.

Im Rüdigerhof wohnte der überaus beliebte Operettensänger und Operettenbuffo, Kabarettist und Komponist Ernst Arnold.

Dem Architekt Oskar Marmorek verdankt Wien etliche beachtliche Bauten, wie z. B. den Nestroyhof am Nestroyplatz 1, die Wohnhäuser Lindengasse 4 oder Windmühlgasse Nr30 und 32. Er gestaltete zahlreiche große Ausstellungen im Prater, wie die berühmte Schau „Venedig in Wien“, die am 18. Mai 1895 im Wiener Prater eröffnet wurde.

Wie schon oben geschrieben, ist es für mich eines der schönsten Jugendstilhäuser in Wien.

Café Rüdigerhof


Die Einrichtung des Kaffeehauses ist ein gelungener Mix aus Jugendstil und 50er Jahre, was den  Charme dieses Kaffehauses ausmacht. Teilweise ist die Originaleinrichtung noch erhalten.

Sehr originell finde ich die außen gepolsterten Toilettentüren und die Telefonkabine aus den 50ern. Der Gastgarten zählt zu einen der schönsten in Wien, mit Blick auf die rechte und linke Wienzeile, Wienfluss und dem prachtvollen Jugendstilhaus.

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Seit den 50er Jahren befindet sich das Café Rüdigerhof im Besitz der Fam. Halper, es wurde vor ca 3 Jahren restauriert und erstrahlt wieder in voller Pracht.

Das Café weist eine Besonderheit auf, im Gastgarten können laue Sommernächte bis 2h genossen werden, das ist sicher einmalig in Wien.

Adresse

Hamburgerstrasse 20, 1050 Wien

Wiener Linien: U4 bis Kettenbrückengasse

Öffi-App

Literatur

Unbekanntes Wien: Verborgene Schönheit. Schimmernde Pracht, Wien 2010, ISBN 978-3854315131

 

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Hofburgzaun

Zaun der Hofburg


Der Hofburgzaun erstrahlt seit etlichen Jahren, zumindest beim Burgtor, wieder in den Originalfarben rot-gold und nicht im simplen Schwarz.

Schön das man sich hier auf den Ursprung besonnen hat, ich finde das an historischen Gebäuden nicht experimentiert werden soll.

Der Hofburgzaun ist ein repräsentativer historischer Eisenzaun mit Steinsockel im Stil des Neo-Barocks, der den Burggarten, Heldenplatz und Volksgarten gegen die Ringstrasse eingrenzt.

Er wurde im Zuge des Ringstrassenbaus und der Erweiterung der Hofburg in Auftrag gegeben und nach dem Entwurf von Moritz Löhr in der Fürst Salmschen Eisengießerei in Südmähren hergestellt.

Der historische Zaun führt vom Burggartentor beim Palmenhaus durchgängig am Heldenplatz entlang und um den Volksgarten, daher gehören diese Anlagen des Burggarten, Heldenplatzes und Volksgarten zum Ensemble der Hofburg.

Historischer Hofburgzaun im Neo-Barock


Die ursprüngliche Farbe des Zaun war in roter und goldener Farbe gehalten, aber im Laufe der Zeit wurde der Zaun schwarz gestrichen. Nach Restaurierungsarbeiten in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Teil im Bereich des Burgtores wieder in die ursprünglichen Farben zurückversetzt und erstrahlt im neuen Glanz der rot-goldenen Farben.

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Der Hofburgzaun sieht in den Originalfarben weitaus schöner aus als der restliche schwarze Zaun. Die Restaurierungsarbeiten sind jedoch sehr zeitaufwendig, da der Zaun komplett bis auf die Fundamente zerlegt wird, die Sandsteinbasis wieder instand gesetzt und fehlende Teile ersetzt werden müssen. Der Zahn der Zeit hat auch vor Rost nicht halt gemacht und die Rostentfernung ist ebenfalls sehr aufwendig.