Skurilles, kurioses und originelles aus Wien das einer näheren Betrachtung würdig ist.

wo die kuh am brett spielt,wien-bilder

allwo die Kuh am Brett spielt

oder auch „wo die Kuh am Brett spielt“

das nur mehr teilweise erhaltene Fresko befindet sich auf dem Haus in der Bäckerstraße 12, es war von 1374 bis 1386 im Besitz des Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf (nach ihm wurde die Vorlaufstraße in der Inneren Stadt benannt) war. Im Innenhof des Renaissance-Bürgerhaus sind Mauersteine aus dem 13. Jahrhundert und original erhaltener frühgotischer Verputz sowie eine rote Fugenmalerei zu sehen.
Das Fassadenfresko „allwo die Kuh am Brett spielt“ ist wahrscheinlich im 16. Jahrhundert entstanden und war bis ins 18. Jahrhundert ersichtlich, dann wurde die Fassade neu gestaltet und das Fresko verschwand unter dem neuen Fassadenputz, es wurde erst wieder bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1987 sichtbar.
In der Zeit als das Fresko zu sehen war, wurde es von den Wienern „allwo die Kuh am Brett spielt“ genannt, das Hauszeichen zeigt eine bebrillte Kuh die mit einem Wolf am Brett spielt, durch denn später angebauten Vorbau ist leider der Wolf fast verschwunden, es ist nur noch seine Schnauze zu sehen.

die Wiener Fabel über das skurille Fresko

oder die Kontroversen zwischen den Protestanten und Katholiken,
der Wolf sagt zur Kuh: „Ich wirf darein, Dein Haut g`hert mein.“ Die Kuh antwortet: „Pral nicht so g`schwind im Spielen! Dein Unglück kannst bald fühlen.“ Zwischen ihnen steht ein Kürschner mit einer Fliegenklatsche: „Ich weht, und leucht`, erwart die Zeit; Wie sich wird enden euer Streit.“ Die Inschrift spricht auch von einem Jäger mit seinem Hund, die beiden scheinen in dem dem heutigen Fresko leider nicht mehr auf.

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Auf den ersten Blick ist es nur eine amüsante Wiener Fabel, aber dieses Fresko hat eine tiefere Bedeutung und versinnbildlicht den Streit zwischen den Katholiken und Protestanten im 17. Jahrhundert. Die bebrillte Kuh stellt die Katholiken dar, der Wolf die Protestanten, der Kürschner, der Jäger und sein Hund stellen die gierigen, abwartenden Rechtsanwälte und Stadträte dar, die sich anschließend auf die Seite des Gewinners schlagen und die Fliege zeigt die Geistlichkeit, die hilflos dem Spiel der beiden zusieht. Die „geistliche“ Fliege ist neben dem Kopf der Kuh noch deutlich sehen.

beliebten Fresken in der Zeit der Reformation und Gegenreformation

Es muß in Wien mehrere Häuser mit ähnlichen Namen gegeben haben, wie z. B. die Hausbezeichnung „Wo der Wolf den Gänsen predigt“ in der Wallnerstraße 11 (das Original befindet sich im Wien Museum), in diesem Haus soll es auch zu geheimen protestantischen Treffen und Predigten gekommen sein, das Fresko ließ später ein katholischer Hauseigentümer anbringen und zeigt den protestantischen Wolf der vor naiven katholischen Gänsen predigt, um sie dann zu reißen.
Die Hausbezeichnung „Wo die Böck` aneinander stoßen“ war ab etwa 1690 in der heutigen Postgasse 1 angebracht, dieses Fresko bezog sich ebenfalls auf die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten, das Haus wurde 1803 abgeriessen.
Die Bezeichnung „Allwo der Esel in der Wiege liegt“ (es befand sich am Haus in der Kärntner Straße 21) erhielt das Haus im Jahr 1598, es gehörte dem protestantische Bäckermeisters Melchior Khlesl, zur Amtseinführung seines ältesten Sohnes Melchior Khlesl zum (katholischen) Bischof von Wien, hier dürfte es sich um Spöttereien der Protestanten handeln. Das Gebäude wurde 1945 im zweiten Weltkrieg zerstört.

Das Hauszeichen wurde leider bei der letzten Renovierung vor ca. 3 Jahren verunstaltet und ist nicht mehr wiederzuerkennen, nicht das schnelle Geld mit Luxus- und Dachgeschosswohnungen zeigen gelungene Sanierungen, es sind die Details die eine behutsame und gelungene Renovierung ausmachen.

Adresse

Bäckerstraße 12, 1010 Wien

Wiener Linien

U3 bis Stubenring, U1 bis Stephansplatz

Öffi-App

Literatur

Henriette Mandl: Wiener Altstadtspaziergänge, 2001
ISBN-13: 978-3800038282

Autoren Felix Czeike, Helga Czeike: Wien: Kunst, Kultur und Geschichte der Donaumetropole, 1999
ISBN: 9783770143481

Weblinks

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Allwo_die_Kuh_am_Brett_spielt

http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/wien/1_bezirk/kuh_am_brett.html

monumentaler dampfschornstein parlament,wien-bilder

Dampfschornsteine

die vergoldeten Dampfschornsteine des Wiener Parlaments

Sie sind nur sehr wenig bekannt, obwohl die 32m hohen Dampfschornsteine von vielen Blickwinkeln prachtvoll (besonders bei strahlenden Sonnenschein) entgegenblitzen. Seit dem Jahr 2006 glänzen die beiden Dampfschornsteine, auf Grunde der Renovierung und Herstellung in den vergoldeten Originalzustand, wieder in voller Pracht und Herrlichkeit. Zuvor sind sie kaum jemanden aufgefallen, da sie leider grau übermalen waren.

Der Baumeister und Architekt Theophil Hansen erhielt 1873 den Auftrag für den Bau des Parlaments im griechisch-klassischen Stil, er entwarf auch die Dampfschornsteine, die gusseisernen Zieraufsätze wurden 1881 vom Bildhauer Hugo Härdtl modelliert und anschließend in der Fürst Salmschen Eisengießerei Blansko in Mähren gegossen.
Dampfschornsteine in der herkömmlichen Form hätten die Ästhetik des Gesamtkunstwerk Parlament gestört, sie waren aber für die Heizungsanlage sehr wichtig, daher war es für Theophil Hansen ein Anliegen ihnen eine prachtvolle elegante Gestaltung angedeihen zu lassen.
Jeder Zieraufsatz hat ein Gesamtgewicht von etwa 10 Tonnen, er besteht aus über einhundert Gusseisenteilen und besitzt einen Funkenfänger aus Schmiedeeisen.

Hephaistos und seine Gesellen

Theophil Hansen gestaltete die beiden Dampfschornsteine in Form von ionischen Säulen, auf die er monumentale gusseiserne, vegoldete 5,8m hohe Zieraufsätze in Form von Blattornamenten, Muscheln, Löwenköpfen und je vier vollplastische „Gesellen des Hephaistos“ setzte.
Hephaistos war der griechische Gott des Feuers und der Metallurgie, er war ein geschickter Schmied und der einzige Handarbeiter unter den griechischen Göttern, sein Arbeitsplatz lag direkt unter dem Krater des Vulkans Aetna in Italien, seine Symbole waren das Feuer, Axt, Zange und Hammer. Da die Zieraufsätze aus Metall angefertigt wurden, scheint es kein Zufall zu sein das Hephaistos und seine Gesellen auf den Eisenaufsätzen zu bewundern sind.
In seiner Schmiede entstanden so berühmte Werke wie der Zepter und Donnerkeil des Zeus, der Wagen des Helios, die Gestalt der Pandora oder die Waffen und das Schild des Achilles.

die Dampfschornsteine erstrahlen wieder in voller Pracht

wie schon oben geschrieben, wurden die Dampfschornsteine von dem Architekt Hansen mit einer Vergoldung entworfen und auch so ausgeführt. Dies ist einem Offert des Maler- und Anstreichermeisters Frankenstein aus dem Jahr 1882 zu entnehmen: „Sämtliche Gusseisenarbeiten an den beiden Dampfrauchfängen … 3-mal mit in gutem Ölfirnis geriebenen Minium, 2-mal mit gelber Oelfarbe streichen und echt Vergolden“.
Im Laufe der Zeit wurden aber bei den verschiedenen Renovierungsarbeiten viele Gusseisenteile mehrfach übermalen, Verschraubungen oft unsachgemäß und außen sichtbar monitert, Gussteile verkittet, ein fehlendes Abdeckblech am Rücken einer der Figuren ganz einfach mit Zement abgedeckt und ähnliche Fehler begangen, ohne Rücksicht auf sachgemäße Restaurierung wurde schnell und billig „gepfuscht“.
Auf einem Aquarell des Malers Hans Ranzoni aus dem Jahr 1942 sind die Dampfschornsteine vergoldet und ohne Funkenkörbe, diese wurden, wie der mausgraue Anstrich, wahrscheinlich erst in der Nachkriegszeit angebracht, ein zweites Mal wurden sie in den 1980er Jahren übermalen.
Im Jahr 2006 war es soweit, bei dieser Sanierung wurde das Bundesdenkmalamtes eingebunden und während der Renovierung kamen tatsächlich noch Reste der Blattvergoldung zum Vorschein. Es war eine sehr aufwendige, langwierige und kostspielige Renovierung um die beiden Dampfschornsteine wieder in ihren prächtigen Originalzustand glänzen zu lassen, für diese Pracht wurden 20.000 Blättern Dukaten-Doppelgold verwendet.

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Die Dampfschornsteine haben auch jetzt noch eine Funktion, einer der beiden ist ein Teil des Reservekesselhauses und der andere dient als Auspuff für das Notstromaggregat.
Zum Glück verstärken sich in den letzten Jahren die Bemühungen in Sachen Denkmalpflege und Sanierung, viel zu viel wurde entweder demoliert und unsachgemäß „restauriert“.
Theophil Hansen hätte heute seine Freude an den beiden prächtigen Gold-Riesen.

Adresse

Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Wiener Linien: U2 bis Station Rathaus, U3 bis Station Volkstheater, Straßenbahnen 1, 2, 71 und D bis Station Stadiongasse/ Parlament

Öffi-App

Weblink

http://www.bda.at/

Literatur

Gabriela Krist: Metallrestaurierung – Metallkonservierung: Geschichte, Methode und Praxis (Konservierungswissenschaft. Restaurierung…, 2009
ISBN-13: 978-3205781967

basiliskenhaus schönlaterngasse,wien-bilder

Basiliskenhaus

in der Schönlaterngasse 7

das sagenumwobene Gebäude ist eines der ältesten Häuser in der Innenstadt und befindet sich neben dem verborgenen Heiligenkreuzerhof. Aber das Alter hat dieses Haus nicht so bekannt gemacht wie die Sage des Basilisken im Hausbrunnen.

Und nun zu einer meiner Lieblingssagen aus der Kindheit:-)

Wiener Sage „Basilisk im Hausbrunnen“

Es war einmal ein Bäckermeister namens Martin Garhiebel, er war böser und hartherziger Mensch, daher liefen ihm immer wieder seine Gesellen davon. Nur der junge Geselle Hans Gelbhaar hielt es bei ihm aus, denn er hatte sich in das hübsche Töchterchen des Meister verliebt. Das Liebespärchen hatte immer nur wenige gemeinsame Augenblicke, daher nahm sich Hans eines Tages ein Herz und hielt bei Appolonias Vater um ihre Hand an.
„Du erbärmlicher Habenichts und Lump!“ brüllte dieser den armen Hans an, „nichts da, mir aus den Augen!“ Als der Hahn im Hof dreimal krähte, sagte der Meister zu Hans: „Nicht eher, als dieser Hahn ein Ei gelegt hat, sollst Du meine Tochter haben, das schwör ich bei allen Teufeln!“
Hans verabschiedete sich sehr traurig von Appolonia und verließ das Haus, schon am nächsten Tag begann ein anderer Bäckergeselle, aber er hielt es bei dem hartherzigen Meister nicht sehr lange aus. Anscheinend verschwand mit dem Rausschmieß des Hans das Glück des Bäckermeisters und seinem Haus, als die Magd Wasser aus dem Hausbrunnen schöpfen wollte, kam aus der Tiefe ein furchtbares Krähen, Gackern und entsetzlicher Gestank drang empor, die zu Tode verängstigte Magd sah außerdem in dem Brunnenschacht ein eigenartiges Gefunkel blitzen.


Meister Garhiebel hatte dafür kein Verständnis und schalt die arme Magd aus, daraufhin mußte der Lehrbub in den Brunnen hinuntersteigen, kaum war er etliche Meter tief, begann er entsetzlich zu schreien und wollte nur mehr herausgezogen werden. Anschließend erzählte er, dass er ein furchtbar schreckliches Tier sah, das ein Aussehen eines Hahnes, einer Kröte und einer Schlange mit einem geringelten Schuppenschweif hätte. Dieses Untier hatte den armen mit seinem schrecklich glühenden Blick fast zu Tode erschrocken.
Die Menschen waren verängstigt und wußten sich keinen Rat, ein gelehrter Doktor erklärte ihnen, das dieses entsetzliche Ungeheuer ein Basilisk sei und jeder sterben müße dem es anblickt, dieser entsprang aus einem Ei das ein Hahn gelegt und eine Kröte ausgebrütet hat. Dieser Basilisk ist nur zu töten, indem man ihm einen Spiegel vorhalte, damit er sein eigenes Spiegelbild erblickt und über sein fürchterliches Aussehen vor Entsetzen und Abscheu zerberstet.

Bäckermeister Garhiebel bot viel Geld damit er von dem Ungeheuer befreit wird, aber niemand war dafür bereit. Diese Mär verbreitete sich sehr rasch, von der auch der junge Geselle Hans Gelbhaar erfuhr, er stieg mit einem großen Spiegel vorsichtig in den Brunnen hinab, ohne den Basilisken anzublicken, schließlich hielt er ihm den Spiegel vor, sodass dieser tatsächlich vor Wut zersprang. Der Brunnen wurde mit Erde gefüllt, damit sich nie wieder ein solches Untier einnistet. Zu guter letzt bekam der brave Geselle Hans seine Appolonia zur Frau und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Chronik des Basiliskenhaus

Es wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt und ist eines der ältesten Häuser Wiens, die verschiedenen Epochen aus Gotik, Barock und Biedermeier zeigen eine oftmalige Bautätigkeit und wurde durch die Enge der Altstadt geprägt. Im Innenhof befindet ein sehr enger und lang gestreckte Pawlatschenhof der leider nicht zu besichtigen ist.
Die Kellermauern des denkmalgeschützten Hauses stammen partiell aus dem 13. Jahrhundert, es hieß ursprünglich „Zum roten Kreuz“ und bekam angeblich ab 1212 die Bezeichnung „Basiliskenhaus“. Diese Bezeichnung und das Hausschild beruhen auf einer Sage, die das erste mal von dem Humanisten und Historiker Wolfgang Lazius in seiner „Vienna Austriae“ im Jahr 1546 erwähnt wurde, jedoch ist ein Bäckermeister Martin Garhiebl urkundlich nicht erwiesen.
An diese Geschehnisse erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahre 1577, sie wurde durch den damaligen Hausbesitzer Hans Spannring anlässlich einer Renovierung angebracht.

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Auf dieser stand: „Anno Domini MCCXII ward erweldt Kayser Friedrich II. Undter seynem Regiment ist von aynem Hann entsprungen ain Basilisc, welcher obstehender Figur gleicht, und ist der Brunn voll angeschütt worden mit Erden, darinnen selbiges Thier gefunden worden ist: ohn Zweifel weil ob syner gifftigen aygenschafft vill Menschen gestorben und verdorben seyndt.“

Während eines Hausumbaues im Jahr 1740 wurde sie entfernt, als das Basiliskenhaus 1932 renoviert wurde, brachte man wieder ein Freskobild mit einer Inschrift an die an das Unwesen des Fabeltieres erinnert. Im 2. Weltkrieg wurde das Haus durch Bomben beschädigt und anschließend wieder renoviert, das Fresko wurde nicht wieder hergestellt. Heute ist in einer Hausnische das Fabelwesen als Hauszeichen über einer Wandmalerei und Inschrifttafel zu bewundern.

Wie schon oben geschrieben, hatte sich sogar die Wissenschaft mit dem Fabeltier beschäftigt, im 19. Jahrhundert untersuchte der Geologe und Paläontologe Eduard Suess (Erbauer der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung) den steinernen Basilisken, seiner Meinung nach war es eine Anhäufung von kugelartigen Gesteinskörpern und diese könnten im Mittelalter beim graben des Brunnens gefunden worden sein und beim hervorquellen des Wassers entwich dann betäubendes Gas. Dies könnte eine Erklärung für das schreckliche Fabelwesen namens Basilisk sein, allerdings klingt die Sage doch um einiges schöner:-)

Im Innenhof sind weder ein Brunnen noch Fragmente von diesem zu sehen, allerdings befindet sich im Hausflur ein Basilisk auf dem Grund eines tiefen Schachts, einer befindet sich in eine Nische an der Hausfassade, in der Schönlaterngasse 3 befindet sich ein Brunnen mit dem Fabelwesen der zu dem dem Restaurant „Zum Basilisk“ gehört, das Restaurant hat auch einen güldenen Basilisken als Hauszeichen.
Also sehr viel Ehr für das so schrecklichen Fabelwesen namens Basilisk.

Adresse

Schönlaterngasse 7, 1010 Wien

Wiener Linien: U4 und U1 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Literatur

Alt-Wiener Sagen und Legenden von Elisabeth Koller-Glück, 2014

ISBN-13: 978-3866805347

Weblinks

http://www.zumbasilisk.at/

türkenbelagerungen wien, relikte

Relikte der Tuerkenbelagerungen

und ihre Spuren in Wien

Das Ende des byzantinischen Reiches trat mit dem Fall Konstantinopls im Jahre 1453 ein, das Osmanische Reich expandierte und begab sich auf die Suche nach neuem Land. Im Jahr 1529 stand Suleiman der Prächtige mit 300.000 Mann vor den Toren Wiens und war auf dem besten Weg die Stadt Wien zu vereinnahmen. Es ist dem Pfalzgraf Philipp als Oberbefehlshaber zweier Regimenter Reichstruppen in der Stadt, Graf Niklas von Salm, dem frühen Wintereinbruch und den daraus resultierenden Nachschubproblemen zu verdanken, das Suleiman den Rückzug antrat. An die heftigen Kämpfe beim alten Kärtnertor erinnert heute eine Wandtafel an der Ecke Kärtner Straße/ Walfischgasse.
Nach der ersten Türkenbelagerung (1521-1564) ließ Kaiser Ferdinand I. neue Wälle um die Stadt errichten und verlegte seine Residenz in die wieder aufgebaute Hofburg, in dieser Zeit entstand auch das prominente Schweizertor, auf dem die Titel Kaiser Ferdinands I. aufgezählt wurden.

Einen erneuten Ansturm gab es im Jahre 1679, der Anführer der 2. Türkenbelagerung war Großwesir Kara Mustafa mit 200.000 Mann. Dieser Heeresmacht stand eine, durch die im Jahr 1679 ausgebrochene Pestepedemie, geschwächte Garnison von nur 10.000 Mann gegenüber, zur großen Schlacht am Kahlenberg (dem heutigen Leopoldsberg) und Besiegung der Türken kam es unter anderem durch Herzog Karl von Lothringen und dem polnischen König Johann III. (Jan Sobieski), der Sieg im Jahre 1683 beendete die Expansion der Osmanen in Mitteleuropa.

Relikte aus der Zeit der Türkenbelagerungen

In Wien befinden sich nach wie vor Relikte die an die beiden erfolglosen Belagerungen erinnern, wie etwa der Türkenkopf am Stiegengeländer im ältesten Haus im Westen von Wien: dem Fuhrmannhaus in der Linzer Straße 404.
In der Strauchgasse/ Ecke Heidenschuß befindet sich ein türkischer Reiter mit gezücktem Krummsäbel, die Wiener Sage erzählt, dass ein Bäcker in seinem Keller einen Türken beim Tunnelgraben entdeckte, daraufhin die Wache rief und so die Stadt rettete, das ist zwar eine schöne Geschichte aber eben nur eine Geschichte und Legende:-)

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In einigen Wiener Häuser sind noch echte steinerne türkische Kanonenkugeln zu finden, wie am Portal des Wiener Neustädter Hofs in der Sterngasse 3, hier befindet sich der angeblich größte Steinbrocken und laut Überlieferung wurde er aus der Leopoldstadt abgefeuert.

Im Eingangsbereich des mittelalterlichen „Griechenbeisel“ am Fleischmarkt 11/Griechengasse 9 befinden sich drei Kanonenkugeln die in die Wand eingemauert und mit einer Inschrift versehen wurden. Der Inschrift zufolge wurden die Kugeln bei Renovierungen entdeckt, sie sollen aus der Zeit der ersten Belagerung Wiens im Jahr 1529 stammen.

Ebenfalls in der Innenstadt, genauer gesagt Am Hof 11, befindet sich das Haus „Zur goldenen Kugel“, seinen Namen verdankt es einer türkischen Kanonenkugel die während der zweiten Türkenbelagerung hier einschlug und später vergoldet wurde.

Etliche Türkenkugeln sind im Südturm, sowie in den Mauern des Staphansdoms eingemauert, der Dom wurde von mehr als 1000 Kugeln getroffen, eine davon ist im mittleren Pfeiler des Kirchenschiffs mit der eingravierten Jahreszahl „1683“ zu bestaunen. Aus dieser Zeit stammt auch die Pummerin im Stephansdom, sie ist die zweitgrößte frei schwingende Glocke Europas und wurde im Jahr 1711 aus 180 türkischen Kanonen, die man 1683 erbeutet hatte, gegossen. Die Turmspitze der Minoritenkirche wurde bei beiden Türkenbelagerungen durch diese Kanonen zertrümmert und kam so zu der heutigen stumpfen Form.

Fußball statt Relikt der Türkenbelagerung: bei der Errichtung des Hauses Linke Wienzeile 172/ Morizgasse 2 wurde an der Fassade zur Erinnerung an die beiden Belagerungen eine Türkenkugel angebracht, nachdem das Original und die Nachbildungen immer wieder entwendet wurden, sind seit der EURO 2008 statt der Türkenkugel ein kleiner Fußball zu sehen;-)

Die drei größten Türkenkugeln von Wien, mit einem Durchmesser von mehr als 40 Zentimetern, befinden sich vor dem „Dreikugelhaus“ am Gehweg eingemauert in der Sieveringer Hauptstraße 99, sie wurden angeblich von türkischen Gefangenen mithilfe von Schablonen aus einem „Pressstein“ gefertigt. Lt. Schwertbergers: ALLA TURKA_in WIEN „hätten die drei steinernen Kugeln am Tag der Entsatzschlacht, am 12. September 1683, über die Stadtmauer Wiens geschleudert werden sollen“, zum Glück kamen sie nie zum Einsatz.

Erinnerungen an die osmanischen Belagerungen

Das von Lukas von Hildebrandt für Prinz Eugen von Savoyen errichtete Obere Belvedere mit seiner exotische Silhouette und verschiedenen Dachformen spielt auf die Umrisse osmanischer Zelte an, Prinz Eugen drängte die Türken am 11. September 1697 in der Schlacht bei Zenta weit nach Ungarn zurück.

Der „Türkenritthof“ ist eine städtische Wohnhausanlage in der Hernalser Hauptstraße 190–192, sie wurde in den Jahren 1927 bis 1928 errichtet und erinnert mit der Figurengruppe „Türkenritt“ von Karl H. Scholz an den jährlichen „Hernalser Eselritt“. Sie zeigt einen als Kara Mustafa Verkleideten der verkehrt auf einem Esel sitzt und verspottet wird. Nach der zweiten Türkenbelagerung wurde der „Hernalser Eselritt“ ab 1683 eingeführt, dies war ein Maskenumzug der jährlich am Sonntag nach Bartholomäus gefeiert wurde, im Jahr 1783 wurde der Umzug von Joseph II. wegen massiver Auswüchse als „grober Unfug“ abgetan und verboten.

In der Neustiftgasse/Kellermanngasse befindet sich ein vergoldeter türkischer Reiter mit einer darunter liegenden Erinnerungstafel, sie weist auf das angebliche Zeltlager Kara Mustafas hin.

In Währing gibt es drei „Türkenhöfe“, alle drei erinnern mit ihrem Namen an die Wiener Türkenbelagerungen und sind in der Nähe der der sogenannten „Türkenschanze“ (Türkenschanzpark) zu finden. Der bekannteste „Türken-Hof“ befindet sich in der Gersthofer Straße 4/ Bäckenbrünnlgasse 1 und wurde in den Jahren 1910–1913 erbaut. Die beiden anderen befinden sich in der Gentzgasse 112 und 19.

Der Türkenschanzpark verdankt seinen Namen einem historisch belegten türkischen Befestigungswerk aus dem Jahr 1683 und einer nicht historisch belegten Schanze aus der ersten Türkenbelagerung. Eines der Denkmäler des weitläufigen Parks ist der Yunus-Emre-Brunnen, er wurde 1991 von der Republik Türkei gestiftet und ist dem türkischen Volksdichter Yunus Emre gewidmet. Eine andere Sehenswürdigkeit ist das Kosaken-Denkmal, es wurde 2003 zur Feier des 320-jährigen Jubiläums der Zweiten Wiener Türkenbelagerung errichtet. Das Denkmal zeigt einen Pfeife rauchenden Kosaken und sein grasendes Pferd, es erinnert an die ukrainische Kosaken-Armee bei der entscheidenten Schlacht vom 12. September 1683.

Am Leopoldsberg erinnert seit 1983 eine Gedenktafel an die Abwehr der Türken vor Wien und vor einigen Jahren wurde ein Denkmal für die ukrainischen Kosaken errichtet, sie haben bei der Befreiung Wiens mitgekämpft.
Auf dem Kahlenberg befindet sich die barocke Kirche St.Josef, auch Kahlenbergerkirche genannt, sie wurde während der 2. Türkenbelagerung Wiens zerstört und danach wieder aufgebaut. Diese historisch bedeutende Kirche ist auf Grund der schwarzen Madonna eine beliebte Wallfahrtskirche, sie erinnert mit ihren Relikten, Bildern und Erinnerungen an die Befreiung Wiens vor dem osmanischen Heer.

Ebenso erinnern zahlreiche Verkehrsflächen an die osmanischen Belagerungen, wie etwa die Türkenstraße und Sobieskigasse im 9. Wiener Gemeindebezirk, oder die Graf-Starhemberggasse im 4. Bezirk, im
Wien Museum sind sehr viele türkische Beutestücke zu sehen, unter anderem eine aus den Gedächntnis gezeichnete türkische Karte von Wien, die man 1688 im Geheimarchiv des Großwesirs in Belgrad fand, das Heeresgeschichtliche Museum zeigt ebenfalls eine sehenswerte Sammlung türkischer Trophäen, beide Musen sind in jeder Hinsicht einen Besuch wert und beherbergen viele historische Gegenstände und Sammlungen unserer Stadt.

Literatur und Quellen

Nur in Wien: Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten Taschenbuch von Duncan J. D. Smith, 2008
ISBN-13: 978-3854983965

Schwertberger, Gerald ALLA TURCA und Türkenkugeln. Türken-Bezüge im Stadtbild Wiens,
http://schwertberger.org/pdf-Dateien/ALLA_TURKA_in_WIEN.pdf

http://www.tuerkengedaechtnis.oeaw.ac.at

kleinster weingarten wien schwarzenbergplatz

kleinste Wiener Weingarten

der kleine Weingarten in der Wiener Innenstadt

Mit nur 100 m2 ist der Weingarten am Schwarzenbergplatz 2 der kleinste in Wien, er befindet sich neben dem repräsentativen Palais Erzherzog Ludwig Viktor in einem kleinen, von einer prunkvollen Steinbalustrade eingefaßten Vorgarten des Palais Wiener von Welten. Er ist letzte noch existierende Weingarten im Stadtzentrum Wiens.

Der kleine Stadt-Weingarten ist einem Hr. Gerdenitsch zu verdanken, er betreute das Haus am Schwarzenbergplatz Nummer 2 und setzte im Jahr 1924 erfolgreich den ersten Rebstock. Da dieser bald saftige Trauben trug, nannte er ihn „Ehrenstock der Stadt Wien“, dass auf dem Platz mitten in der Stadt etwas ungewöhnliches wuchs, blieb nicht unbemerkt und so kamen durch einen Inhaber mehrerer Weinrebschulen zwanzig Rebstöcke dazu. Sie gediehen ebenfalls prächtig und im Laufe der Zeit kamen immer mehr Weinbaustöcke dazu und so enstand in der Wiener Innenstadt ein kleiner aber feiner Weingarten, der in einem sehr guten Jahr bis zu 160 Kilogramm Trauben Ertrag oder etwa 50 bis 60 Flaschen Wein einbringt.

der älteste Weingarten in Wien

Der historische Weingarten am Wiener Schwarzenbergplatz wird durch das Weingut Mayer am Pfarrplatz betreut. Die Bedingungen im Stadtzentrum sind nicht mit jenen vom Nussberg zu vergleichen, da durch Temperaturen, Wasserhaushalt und dem Boden die Vegetationsphase der Reben völlig anders verläuft und die Sorten der 60 Rebstöcke, auf Grund ihres Alters, nicht bekannt sind. Das Endprodukt kann sich aber sehen lassen, oder in diesem Fall besser „schmecken“:-), es ist ein qualitativer, wunderbarer „Wiener Gemischten Satz“.

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In Wien sind ca 30 Prozent der Wiener Weißweinflächen mit dem „Wiener Gemischtem Satz“ bepflanzt. Etwas 30 Prozent des ältesten Wiener Weingartens bestehen aus der Sorte „Grüner Veltliner“der Rest besteht aus verschiedenen, früher üblichen Weinsorten.

Bei der jährlichen Weinlese legt seit dem Jahr 1999 Wiens Bürgermeister Michael Häupl, mit Unterstützung prominenter Helfer, Hand an, der Wein aus dem kleinsten Weingarten von Wien wird dann nach einjähriger Reife für wohltätige Zweck versteigert.

Adresse

Schwarzenbergplatz 2, 1010 Wien

Wiener Linien: Linie 2, D oder 71 bis Schwarzenbergplatz

Öffi-App

Weblinks

http://weinclub.verlagfranz.com/Weinclub/Weinclub-Web/Wein-News/Wien-Lese-im-kleinsten-Wiener-Weingarten

http://www.wienerwein.at/index.php?id=418&tx_ttnews[tt_news]=68&cHash=6d0587ec920a97dcdc38ef037e8d9556

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19370905&seite=8

wiener schneekugelmuseum,schneekugeln

Wiener Schneekugelmuseum

wie in Wien die Schneekugel entstand

Vor über 110 Jahren begann die wundersame Geschichte der Wiener Schneekugeln, die in die Welt zogen um die Menschen zu erfreuen.

Der traditionelle Gewerbebetrieb stellt in einem alten „Fuhrwerkhaus“ (das von außen nicht leicht zu erkennen ist, da ohne viel Werbung und Tam Tam) in der Schumanngasse 87 seit vier Generationen die weltbekannten Wiener Schneekugeln her, die in die ganze Welt exportiert werden. Das Unternehmen der einzigen „echten Scheekugelerzeugung“ der Welt ist in dem Haus der Fam. Perzy auf mehreren Etagen untergebracht,im Hinterhof befindet sich die Werkstätte in der die speziellen Maschinen untergebracht sind.

Im ersten Stock wird der Verkauf abgewickelt und es sind sehr viele Schneekugeln in den verschiedensten Größen zu sehen, da kommt bei mir wieder das Kind zum Vorschein und ich muß sie angreifen und schütteln:-)

Wer steckt hinter der fantastischen Idee der Schneekugeln?

Da war einmal der Erfinder Erwin Perzy I., im Jahr 1876 geboren, Spielzeug übte auf ihn schon als Kind eine große Faszination aus und später entwarf der gelernete Chirurgieinstrumentemacher Spielzeug für Groß und Klein. Im Haus seiner Eltern richtete er sich eine Werkstatt ein, in der er sich mit Erfindungen beschäftigte und hier erfand er auch den bekannten Wiener Silvestergruß, das Silvesterblei ist eine Zinnlegierung (nur so gelingt es auch mit einer Kerzenflamme) und ist bis heute als „Original Wiener Silvesterguß“ zu kaufen.

Erwin Perzy I. hatte auf Grund seines Berufes mit Spitälern zu tun und arbeitete auch an der Lösung der Beleuchtung für Operationssäle, daher experimentierte er mit einer Schusterkugel um die Lichtausbeute der Kohlenfadenlampe zu verstärken. Schuhmacher verwendeten diese Kugel um das Licht einer dahinter gestellten Kerze zu verstärken. Erwin Perzy I. fügte dem Wasser diverse Stoffe zu, welche das Licht reflektieren sollten, unter anderem verwendete er auch Grieß, dieser sank sehr langsam herab und erinnerte ihn an Schneefall.

In seiner Freizeit befasste er sich mit der Erzeugung von Miniaturen der Basilika Mariazell für einen Freund, dieser verkaufte diese Miniaturen auf einen Souvenirstand.

Durch das Experiment mit Grieß kam er auf die Idee, die Miniatur Basilika in eine Glaskugel zu geben und Grieß einzufügen – Voilà die erste Schneekugel erblickte das Licht der Welt.

Er nannte seine Erfindung „Glaskugel mit Schneeeffekt“ und meldete sie als Patent an. Auf Grund der Erfindungen Wiener Silvesterguß und Schneekugel gründete er mit seinem Bruder Ludwig um 1900 den Gewerbebetrieb an. Die ersten Schneekugeln wurden in einer kleinen Werkstatt in einem Hinterhof in der Schumanngasse 59 hergestellt und der rasche Verkauf ermunterte Erwin Perzy I. sein Produkt in Serie herzustellen. Da der Anklang sehr groß war, gab es sehr bald weitere Modelle, durch den großen geschäftlichen Erfolg erhielt er 1908 eine Ehrung von Kaiser Franz Joseph I. und in den 20er Jahren wurden die Schneekugeln sogar nach Indien exportiert. Die beiden Weltkriege brachten Rückschläge, da die Menschen in dieser Zeit kein Geld und existentielle Sorgen hatten.

Zu Beginn der 50er Jahre übernahm Erwin Perzy II. den väterlichen Betrieb und übersiedelte in das neu erworbene Haus Schumanngasse 87, wo der Betrieb bis heute angesiedelt ist. Nach dem Krieg ging es wieder bergauf, es entstanden neue Motive und die Menschen wollten sich mit schönen Dingen umgeben. Auf der Ausstellung der Nürnberger Spielwarenmesse konnte Erwin Perzy II. Kontakte in die USA knüpfen, diese wurden einer der größten Abnehmer der Schneekugeln „Made in Austria“.

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Der heutige Firmeninhaber Erwin Perzy III. übernahm 1987/1988 den (groß)väterlichen Betrieb, in den 80er Jahren waren die USA der größte Abnehmer und daher mussten andere Motive kreiiert werden, wie z. B. ein Elefant, das demokratische Maskottchen, der für den Wahlkampf des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan erzeugt wurde, oder einen Esel, der das Wappentier der Republikaner war – und das alles in einer Wiener Schneekugel.

Die Firma beschäftigte in den 80er Jahren um die 60 Mitarbeiter und erzeugte ca 200.000 Schneekugeln pro Jahr. Auf dem Schreibtisch des US-Präsidenten Bill Clinton stand eine Schneekugel aus Hernals, die mit Kunststoff-Konfetti aus der Wahlsiegesparade, statt „Schnee“ befüllt war. Erwin Perzy III. stellt die Werkzeuge, die für die Herstellung von Schneekugeln benötigt werden, selbst her.

Mit Sabine Perzy gib es die vierte Generation die denn Traditionsbetrieb weiterführen wird.

Wieviel Arbeit dahinter steckt sieht man den Plastikminiaturen nicht an, es erfordert jedoch sehr aufwendiges und präzises Arbeiten. Mit modernen Maschinen werden die Miniaturen aus Plastik hergestellt, der Rest ist aber Handarbeit, die Kunststoffmotive , von denen es heute an die 150 Vorlagen gibt, werden in Handarbeit mit wasserfesten und umweltfreundlichen Lack bemalen.

oft kopiert, nie erreicht

Die Zusammensetzung des „Schnees“ ist natürlich Familiengeheimnis, kopiert wurden und werden die Schneekugeln natürlich sehr oft, aber bei diesen Billigprodukten fällt der Schnee schon nach einigen Sekunden hinunter und die Kugeln sind aus Plastik (das Original ist aus Glas), bei den Wiener Schneekugeln – dem Wiener Original – schneit es, je nach Größe, bis zu zwei Minuten.

Heute gibt es die Wiener Schneekugeln in den Größen 25, 45, 80, 120 und 200mm, als Motive gibt es von Wiener Wahrzeichen bis zu Tiermotiven ein sehr vielfältiges Sortiment. Es werden auch auf Wunsch und Vorlage des Modells Sonderanfertigungen hergestellt.

Jeder von uns hat schon etliche Glücksbringer wie Glückschweinchen, Rauchfangkehrer oder Kleeblatt in der Hand gehabt, auch die werden von der Wiener Firma Perzy, sowie die Figuren und Gegenstände aus Zinn für das traditionelle „Bleigießen“, hergestellt. Die Wiener Schneekugeln sind in Internetshops, Museen, Souvenirläden, den Christkindlmärkten und natürlich in der Schuhmanngasse 87 erhältlich.

Das Schneekugelmuseum ist ein Museum das mit sehr viel Liebe, vielen Erinnerungen und natürlich mit vielen Schneekugeln eingerichtet wurde, ob Groß oder Klein, es ist ein Paradies für alle die Schneekugeln und Nostalgie lieben.

Adresse

Schumanngasse 87, 1170 Wien

Wiener Linien: Linie 42 bis Endstation Antonigasse oder Linie 9 bis Endstation Sommarugagasse

Öffi-App

Shop-Öffnungszeiten und Kontakt

Mo-Do 9-15 Uhr
Tel: 01 – 486 43 41

Museum-Öffnungszeiten und Kontakt

http://www.viennasnowglobe.at/index.php?page=museum&lang=ger

Weblink

http://www.viennasnowglobe.at/

wiener kriminalmuseum

Kriminalmuseum

Das Wiener Kriminalmuseum und seine mörderischen Sammlung

Wer Schauergeschichten von Mördern, Betrügern, Dieben und Heiratsschwindlern liebt, der ist im Kriminalmuseum gut aufgehoben um mehr über diese gruseligen und vor allem realen Geschichten zu erfahren.
Das Kriminalmuseum befindet sich im Keller des „Seifensiederhauses“ Große Sperlgasse 24 in 1020 Wien, einem der ältesten Häuser der Leopoldstadt aus dem 17. Jahrhundert. Ursprünglich hieß die Große Sperlgasse Herrengasse oder auch Hauptgasse, diese befand sich innerhalb des jüdischen Ghettos.
In dieser Zeit befand sich auf Nummer 24 das Haus des Kantors, bzw. das Gemeindehaus der selbstverwalteten Judenstadt. 1670 wurde das Ghetto aufgelöst und die Juden mussten das Land verlassen, das Gemeindehaus ging nun in den Besitz verschiedener bürgerlicher Gewerbetreibender über und war im Laufe der Jahrhunderte Seifensiederei, Ölerei, Tischlerei und ab dem 19. Jahrhundert Fleischhauerei.

Während der 2. Türkenbelagerung trug das vor der Stadtmauer liegende Haus schwere Schäden davon, bereits zwei Jahre später war das Gebäude wieder renoviert.
Um 1960 schloss die traditionsreiche Fleischhauerei Tschippan nach hundertjähriger Geschichte für immer sein Geschäft, das Haus gelangte immer wieder an wechselnde Besitzer und fand als Lagerhaus und ähnlichen eine unwürdige Verwendung. Ein Altwarenhändler wollte es als Geschäfts- und Wohnräume nutzen, Teile abtragen und gegen Neubauten ersetzen. Diese Pläne wurden zum Glück nie realisiert und das Gebäude gelangte wieder zur Veräußerung.

Im Jahr 1988 erwarb Dr. Regina Seyrl-Norman das sehr desolate Haus, die einbrechenden Dächer, das stürzende Mauerwerk und Unmengen an Geröll und Müll wurden in einer zweijährigen Renovierung liebevoll saniert. Die Renovierung wurde ausschließlich von Privaten, ohne öffentliche Zuschüsse, finanziert und konnte 1991 als „Wiener Kriminalmuseum“ eröffnet werden. Ein Besuch im Kriminalmuseum gibt nicht nur einen Einblick in die Polizei- und Kriminalgeschichte Wiens, es zeigt mit dem geschichtsträchtigen Seifensiederhaus ein liebenswertes Baujuwel mit einem wunderschönen sehenswerten Innenhof und ein Stück Alt-Wien.

Das Wiener Kriminalmuseum ist in Räume von A bis S aufgeteilt

Im ersten Raum A ist der Schwerpunkt Sicherheits- und Justizwesen im alten Wien
In lebensgroßen Darstellungen werden die Stadtguardia und die Rumorwache gezeigt. Hier befindet sich das barocke Portrait des hl. Petrus Canisius, es ist das letzte Relikt der Schranne (Sitz des Stadt- und Landgerichts) am Hohen Markt, weiters werden der Hexenprozess Plainacher aus dem Jahr 1583 und der ungeklärte Fall eines zerstückelten jungen Mädchens aus dem Jahr 1665 dokumentiert.

Raum B beschäftigt sich mit dem 18. Jahrhundert, im Justizwesen gab es in diesem Jahrhundert sehr große Veränderungen, von Folter bis zur humanen Weltanschauung der josefinischen Zeit. Die ersten Tatwerkzeuge werden als Beweissicherung aufbewahrt und sind in diesem Raum des Kriminalmuseums zu sehen, sowie gedruckte Dokumente, Moritaten und Todesurteile. Weiters ist der Fall Zahlheim zu sehen und der mumifizierte Kopf eines Hingerichteten, also Nerven bewahren:-)

Die Kriminalgeschichte des Biedermeier befindet sich in Raum C, trotz der restriktiven Maßnahmen gab es in dieser Zeit zahlreiche schwere Bluttaten, nicht von ungefähr wurde das Institut der Gerichtsmedizin im Jahr 1804 gegründet. Der Fall Grasl und seiner Bande, sowie der Fall Severin von Jaroschinsky waren aufsehenerreged und werden hier dokumentiert. Das Polizeiwesen durchlief ein Wandlung von der Stadtguardia und Rumorwache zu der k.k. Militärpolizeiwache, die Gerätschaft von Schwarzfischern und Wilddieben lassen die gesellschaftlichen und politischen Unruhen vor dem Ausbruch der Revolution erahnen.

Zeugnisse der Revolution 1848 befinden sich im Raum D, mit den berechtigten Forderungen der Revolution gingen auch sehr viele kriminelle Handlungen wie Plünderungen, Gewalttaten und Brandschatzungen einher. Im Jahr 1848 wurde Kriegsminister Latour ermordet, im Museum ist sein Säbel zu sehen, mit dem er von den Tätern getötet wurde. Die Hinrichtung des Offiziers und Schriftstellers Wenzel Messenhauser zeigt aber auch die Gewalt unter Ausnützung staatlicher Autorität.

Raum E beschäftigt sich mit dem Attentat am Kaiser, Im Jahr 1853 versuchte der ehemalige Husar ungarische Schneidergeselle János Libényi Kaiser Franz Joseph I. mit einem Dolch zu ermorden. Dieser Raum zeigt die Schatulle mit den Handschuhen des Grafen O`Donell die mit dem Blut des Kaisers befleckt sind, ebenfalls ist die Kartusche des Grafen zu sehen, sowie die Dokumentaion der Verurteilung und Hinrichtung des Täters.

Kriminelles aus den Sechziger bis Neunziger Jahren in den Räumen F – I, diese Jahre sind von gewaltigen Veränderungen im Sicherheitswesen und bedeutenden Kriminalfällen geprägt. Die Wiener Sicherheitswache wurde 1869 gegründet und löste die Militärpolizeiwache ab und ist hier dokumentiert. Weiters sind der Fall der Giftmörderin von Ebergenyi, Fälschungen von Kreuzer-Banknoten und eine Sammlung von Tatwerkzeugen zu sehen. In Vitrinen sind Banknotenfälschungen und Druckplatten zu sehen. Der Fall Francesconi wird ausführlich behandelt, da erstmalig die Hinrichtung nicht öffentlich stattfanden sondern mit dem Würgegalgen im Hof des Wiener Landesgerichtes.

Der verheerende Brand des Wiener Ringtheaters im Jahr 1881, die Bluttaten der Anarchisten aus dem Jahr 1883 – 1884, der Mädchenmord des Hugo Schenk und die Kriminalfälle Kreitter und Bednarik sowie Eigentumsdelikte und der Einbruch bei einem Juwelier am Graben im Jahr 1885 sind ebenfalls zu sehen, wie das Bombenattentat des Johann Fock, die Dienstmädchenmorde und der Schädel der hingerichteten Juliane Hummel.

Die Zeit um 1900 in den Räumen J – N, hier werden die sehr zugenommenen Kindesmißhandlungen und der 4-fache Kindesmord aus dem Jahr 1900 gezeigt, sie vermitteln eindrucksvolle, historische Beweisgegenstände. Im Jahr 1904 wird das neue Polizeigebäude an der jetzigen Rossauerlände fertiggestellt, es war damals das modernste der Welt. Erschütternd ist der Anblick der Lichtbilder des ermordeten kleinen Mädchens Mathilde von Scheiger, weiters wird der Giftmord des Oberstleutnants Adolf Hofrichter dokumentiert, der bis heute durch zahlreiche Filme und Publikationen internationales Interesse gefunden hat. Der Fall Beranek – er ist berührend, erschütternd und er zeigt die soziale Problematik dieser Zeit. Louise Weis leidet unter einer Rückgratverkrümmung und fällt der Betrügerin Marie Bartunek in die Hände. Bartunek verspricht den Buckel ihrer Arbeitskollegin zu heilen. Weis gibt ihre Ersparnisse aus, ohne dass sich etwas ändert. Als sie Bartunek zur Rede stellt, wird sie in ein Haus im 20. Bezirk gelockt, ermordet und teilweise zerstückelt.

Der Raum O widmet sich den Zehner Jahren, es ist ein gewaltbereites Jahrzehnt und beginnt im Jahr 1911 mit dem Attentat gegen Justizminister Hochburger und geht weiter mit dem Mord an dem sozialdemokratischen Abgeordneten Schuhmeier, dem Beginn des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 und dem Attentat gegen den Ministerpräsident Stürgkh im Jahr 1916. Die letzten Jahre des Friedens und relativen Wohlstands führen zu einer beträchtlichen Zunahme der Geheimbordelle, die als „toleranten Häuser“ und galante Salons bezeichnet werden. In diesem Raum befinden sich pornographische Farbgrafiken die beschlagnahmt wurden. Betrugskriminalität führt beim Verkauf von minderwertigen Schuhwerk an die kriegsführende Armee zu teilweiser Unbeweglichkeit der Soldaten, was sich als sehr tragisch auswirkte.

Im Raum P befinden sich Zeugnisse der Kriminalität und Moulagen aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg. Österreich war nach dem Weltkrieg zwar flächenmäßig sehr klein, aber durch den Wiener Polizeipräsidenten Johann Schober, er wurde 1918 von Kaiser Karl 1. zum Wiener Polizeipräsidenten bestellt, wurde es auf dem Gebiet des Kriminal- und Polizeiwesens zur Weltmacht. In Wien wurde im Jahr 1923 die INTERPOL gegründet, sie hatte bis zum 2. Weltkrieg ihren Sitz in Wien. Der organisierten Kriminalität in Chicago wurde man nur mit Hilfe der Wiener Kriminalisten Herr. Das „Moulagieren“, Abformung von Leichenteilen oder Objekten für erkennungsdienstliche Zwecke, ist dem im Wiener Polizeidienst stehenden Dr. Poller zu verdanken. In diesem Raum befinden sich einige Moulagen von Mordopfern, auch hier sind schwache Nerven nicht von Vorteil.

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Raum Q beschäftigt sich mit der Zeit der nationalsozial-istischen Herrschaft, die Machtübernahme der National-sozialisten im Jahr 1938 war auf dem Gebiet des Justiz- und Sicherheitswesens sehr rasch und besonders gründlich. Als erstes war es die Optik die ins Auge stach, anstelle des Wiener Wachmanns patroullierten peußisch uniformerte Schutzpolizisten durch die Wiener Straßen. Die neuen Machthaber brachten eine Maschine, die als Gerät F bezeichnet wurde, nach Wien und sie wurde im Wiener Landesgericht aufgestellt. Diese Gerät F war ein Fallbeil, eine perfektionierte Guillotine. Bis zum Ende des „tausendjährigen Reiches“ im Jahr 1945, wurden mehr als tausend Enthauptungen durchgeführt.

Die 2. Republik – die Jahre nach 1945 sind im Raum R zu finden, hier sind Fotos des zerstörten Polizeigebäudes zu sehen, „Wien des dritten Mannes“ war in den Nachkriegsjahren ein Paradies für Delikte jeglicher Art, wie z.B. Gewaltverbrechen, Plünderungen, Entführungen und Selbstjustiz. Etliche Gewaltverbrechen werden sehr anschaulich dokumentiert wie der Fall Johann Rogatsch, der Fall Adrienne Eckhard aus dem Jahr 1952 oder der Mord an dem Wiener Stadtrat Heinz Nittel im Jahr 1981, um nur einige zu nennen.

Dokumentationen über Todesstrafen in Österreich befinden sich im letzten Raum S, die Geschichte der Todesstrafe wird in eindrucksvoller und mahnender Form gezeigt, hier ist auch der Würgegalgen zu sehen der bis zum Jahr 1950 zur Praxis der österreichischen Justiz gehörte. Weiters sind Gerätschaften des Wiener Scharfrichters aus den Jahrzehnten vor 1950 zu sehen. Bei diesen Geräten des Todes läuft es einem kalt über den Rücken, dieser Anblick macht sehr nachdenklich.
Der Tod lässt sich nicht rückgängig machen.

Das Wiener Kriminalmuseum ist ein Muss für alle an Kriminal- Polizei- und Justizgeschichte Interessierte und natürlich für Krimifans:-)

Adresse
Große Sperlgasse 24, 1020 Wien

Wiener Linien: U2 oder Linie 2 bis Taborstraße

Öffi-App

Öffnungszeiten und Kontakt
Do – So 10.00 bis 17.00 Uhr
+43 664 300 56 77

Weblink
http://www.kriminalmuseum.at/

Literatur
Mörderisches Wien Ein Cityguide zur dunklen Seite Wiens,
Edition Seyrl 1997, ASIN: 3901697047

Tatort Wien I.: 1900 – 1924
Edition Seyrl,, 2004, ISBN: 3-911697-09-8

Dritte Mann Museum Wien

Dritte Mann Museum

Das Museum für Filminteressierte

Das Dritte Mann Museum ist ein privates Museum für Filmbegeisterte, das gilt insbesondere für den Film „Der dritte Mann“, sowie für die Nachkriegszeit in Wien.

Das Museum wird mit sehr viel Liebe und Engagement von Karin Höfler und Gerhard Strassgschwandtner finanziert, gestaltet und betrieben.

Hr. Strassgschwandtner`s umfangreiche Sammlung von Originalexponaten um den 1948 in Wien gedrehten Filmklassiker „Der dritte Mann“ wurde 2005 als privates Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ermöglicht eine neue, unkonventionelle Annäherung an die Wiener Nachkriegsgeschichte. Das ausgestellte Material ist ein wichtiger Beitrag zur Wiener Zeitgeschichte und Werdegang dieser Stadt.

Das Dritte Mann Museum repräsentiert einen Teil der Wiener Identität und Geschichte, indem es den im Ausland am meisten mit Wien assoziierten Film „Der dritte Mann“ und das damit verbundene Wien-Bild reflektiert.

Film-Kurzgeschichte Dritter Mann

Das zerbombte und in vier Besatzungszonen aufgeteilte Wien in der Nachkriegszeit. Autor Holly Martins wird von seinem Freund Harry Lime nach Wien eingeladen. Als er ankommt, stellt er fest, dass Lime bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei. Bei seinen Recherchen fällt ihm auf, dass fast alle am beim Unfall umgekommene, Bekannte von Lime waren. Ein Anrainer berichtet von einem „dritten Mann“, der der Polizei nicht bekannt ist, der Anrainer wird daraufhin ermordet.
Bei seinen Nachforschungen trifft Martins die Lebensgefährtin Anna Schmidt von Limes, verliebt sich in sie, doch Anna kann Harry Lime nicht vergessen. Sie ist gebürtige Tschechin, lebt mit gefälschten Pass in Wien lebt und wird von der Polizei gesucht. Als Martins in der Nacht verfolgt wird, stellt er fest, dass sein Verfolger der tot geglaubte Freund Harry Lime ist. Der britische Major Calloway weiht ihn daraufhin, in die Harry Lime zur Last gelegten Verbrechen, ein: Handel mit gestohlenem Penicillin, das gestreckt und unbrauchbar gemacht wurde, und bei Kindern zu Missbildungen führt. Ein Besuch in einer Kinderklinik überzeugt Martins davon, dass er nun der Polizei helfen muss.
Als Lockvogel der Polizei trifft Martins Harry Lime, der sich in der russisch besetzten Zone Wiens aufhält, in einem Kaffeehaus im westlichen Sektor. Anschließend kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd durch das verzweigte Kanalsystem Wiens, bei der Lime angeschossen und nach der Gefangennahme von Holly Martins erschossen wird.

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Die Highlights des Films, die ihn bis heute unvergesslich machen, sind die fantastischen Kameraperspektiven, das von Anton Karas auf der Zither gespielte Harry-Lime-Thema und die Verfolgungsjagd durch die Wiener Kanalisation.

Der erste Teil der Ausstellung zeigt den internationalen Erfolg des Films „Der dritte Mann“. Die verwendeten Drehbücher (u.a. das original Drehbuch von Trevor Howard), dieFilmzither von Anton Karas, auf der er in London die Filmmusik komponierte. Ton- und Filmaufnahmen in Hülle und Fülle: 60 Schellacks, Vinyl, CD, DVD, VHS, Laserdisc und Film. Über 400 Coverversionen des „Harry Lime Thema“ von Glenn Miller Orchestra bis Beatles, die Originalkappe des „Kleinen Hansel“, eine Ecke ist der „Dritte Mann Boom“ in Japan gewidmet, und jede Menge Poster und Fotos.

Der zweite Teil beherbergt den historischen Kinoprojektor Ernemann VIIb (Bj. 1936) der Firma Zeiss, er wiegt 270 kg! Mit solchen Projektoren wurde 1950 in Wien erstmals „Der dritte Mann“ vorgeführt. Hier wird mit dem historischen Kinoprojektor eine Filmsequenz der sehr bekannten Verfolgungsjagd gezeigt, sie macht große Lust sofort den kompletten Film zu sehen. Mit etwas Glück kann er im Burgkino in englischer Originalfassung gesehen werden.
Weiters sind Wecker und Nippes aus den 50er Jahren mit dem Thema „Der dritter Mann“ zu sehen, man sieht also Merchandising war schon damals ein Thema:-)

Das Museum für Interessierte der Wiener Zeitgeschichte

Im dritten Teil befinden sich mehr als 1.000 Originaldokumente ab 1918 bis zur Wiener Nachkriegszeit, Besucher können sich anhand von Briefen, Dokumenten, Zeitungen, Fotos, Plakaten, Interviews mit Zeitzeugen usw. ein Bild dieser bewegten Zeit machen. Dieser dritte Teil ist für Schulklassen und Zeitgeschichte Interessierte sehr zu empfehlen. Hier befindet sich auch ein nachgebauter Luftschutzkeller, der das Ambiente sehr gut unterstreicht.

Mehr Dritte Mann Museum Fotos

Das Dritte Mann Museum beeindruckt mit einem modernen Design das sich durch insgesamt 13 Ausstellungsräume bis hin zum Internet-Auftritt zieht. Die Ausstellung ist in klare Themen untergliedert, Installationen auf Monitoren (selbst gefilmte Interviews etc.) lockern die Präsentation der Großteils zweidimensionalen Exponate auf.

Was dieses interessante Museum so besonders hervorhebt, ist die persönliche „Betreuung“und der Enthusiasmus der zwei MuseumbetreiberIn.

Es gibt einen regulären Öffnungstag am Samstag Nachmittag. Einmal die Woche zusätzlich an einem Wochentag eine Führung auf Englisch für Einzelbesucher.
Alle Termine sind auf der Website ersichtlich.

Adresse

Preßgasse 25, 1040 Wien

Wiener Linien: U4 bis Kettenbrückengasse oder 59A bis Preßgasse

Öffi-App

Öffnungszeiten und Kontakt
Jeden Samstag 14.00 – 18.00 Uhr
+43-1-5864872

Weblinks
www.3mpc.net
www.drittemannmuseum.com
www.facebook.com/ThirdManMuseum

waldseilpark-kahlenberg-300

Waldseilpark

Waldseilpark beim Kahlenberg

Einer der größten Waldseilparks Österreichs befindet sich bei bei der Josefinenhütte zwischen Leopoldsberg und Kahlenberg.

Diese Attraktion für Sportliche und die, die es werden wollen, wurde im Jahr  2012 nach den modernsten und sichersten Richtlinien gebaut. In eine Höhe von 35 cm bis zu 20 Metern sorgen 14 unterschiedliche Parcours und Wichtelparcours für einen Adrenalinkick. Auf Grund meiner Höhenangst hat es bis jetzt nur für den Wichtelparcour gereicht;-)

Dabei können schwindelfreie Kletterfans nicht nur körperliche Grenzen überwinden, sondern auch den Wienerwald aus einer neuen Perspektive erleben.

Vor dem Spaß muss eine Haftungsausschlusserklärung unterschrieben werden, danach gibt es eine gut verständliche Einführung in die hauseigene Sicherungstechnik, anschließend sollten alle in der Lage sein den Waldseilpark zu erkunden und das Abenteuer zu genießen. Keine Bange wenn etwas nicht klappen sollte stehen Instruktoren zur Verfügung, die mit Rat und Tat zu Seite stehen. Es gibt 135 Übungen von sehr leicht bis sehr anspruchsvoll, es ist also für jeden Anspruch gesorgt.

Pro Natur: der Baumbestand wird durch den Waldseilpark nicht beschädigt, da alle Stationen mittels einer speziellen Technik an den bestehenden Bäumen angebracht wurden.

Nichts für Menschen mit Höhenangst

Sollte das Abenteur in den Höhen wider erwarten doch nicht gefallen oder einem die Höhenangst überkommen, kann kann bei jeder Station abgebrochen werden. Das gutes Schuhwerk erforderlich ist, sollte selbstredend sein. Der Waldseilpark darf von Kindern ab 1,10cm bis zum 14. Lebensjahr nur in Begleitung eines Erwachsenen benutzt werden.

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Nach dem luftigen Erlebnis kann man sich in der seit 80 Jahren bestehenden Josefinenhütte auf seinen Lorbeeren ausruhen und stärken oder wandert zum nahen Kahlenberg um den fantastischen Ausblick auf Wien zu genießen. Sollte das alles noch zu wenig sein, gibt es die Möglichkeit vom Kahlenberg in ca. einer Stunde nach Nussdorf hinunter zu wandern oder zum Cobenzl marschieren.

Der Waldseilpark hat täglich von 10:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

Ab 28. Juni gibt es jeden Freitag und Samstag die Möglichkeit seine Kletterkünste bis 23 Uhr zu erproben.

Adresse

Josefsdorf 47, 1190 Wien

Wiener Linien: 38 A bis Elisabethwiese

Öffi-App

Weblinks

Waldseilpark

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Bedürfnisse in Wien

Historische Wiener Bedürfnisanlagen

Bis die ersten öffentlichen Bedürfnisanstalten errichtet wurden, gab es den Beruf der Abtrittanbieter, die auch Buttenmänner, Buttenweiber oder Madame Toilette genannt wurden. Madame Toilette assoziiert man heute mit einem verlockend duftenden Parfum:-).

Die Antrittanbieter gingen mit Eimer und weiten Mäntel durch die Strassen und boten ihre Dienste an, unter dem Mantel konnten dann die Menschen ihre Notdurft verrichten.

Der Berliner Wilhelm Beetz entwickelte und realisierte eine Idee, mit der es zu einer verbesserter Hygiene kam. In Wien suchte er im Jahr 1880 beim Wiener Magistrat an, ihm den Bau und Betrieb von „Bedürfniß-Anstalten für Personen beiderlei Geschlechts“ zu genehmigen. Trotz der schlechten sanitären Zustände lehnte die Stadt Wien sein Ansuchen ab da die Stadt vorhatte selbst solche Bedürfnisanstalten zu betreiben. Nach zwei Jahren stellte Beetz einen neuerlichen Antrag, in dieser Zeit passierte in Wien in Sachen Bedürfnisanstalt nichts, er wies darauf hin das in anderen Städten Bedürfnisanlagen von privaten Unternehmen erfolgreich betrieben wurden. Diese mal war Beetz erfolgreich, im Jahr 1883 erteilte ihm die Stadt Wien die Bewilligung, gegen eine potenzielle Beteiligung der Stadt, Bedürfnisanstalten „aus Eisen mit Ziegelunterbau und Steinsockel in gefälliger Form“ zu errichten. Der Preis zu dieser Zeit waren 10 Heller für die Benutzung eines Klosetts erster Klasse und 6 Heller für die Benutzung der 2. Klassen.

Wien`s schönste Befürfnisanstalt am Graben

Das besondere an den Pissoires war das 1885 patentierte System der „Öldesinfektion“ und des „Ölgeruchverschlusses“. Hier werden die Wandflächen mit einem Mineralöl (Urinol) abgerieben, um ein haften von Urin zu verhindern. Der Geruchsverschluss besteht aus einem Syphon, indem an der Zulaufstelle die stehende Flüssigkeit mit einer Schicht Urinol abgedeckt wird. Da Mineröl leichter als Wasser ist, verbleibt es immer oben und deckt den Geruch ab.

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Im selben Jahr übersiedelte Beetz nach Wien und gründete die Firma „Wilhelm Beetz“, die sich ausschließlich mit der Errichtung öffentlicher Toilettenanlagen beschäftigte. Ende 1903 betrieb die Firma bereits 93 Pissoirs sowie 58 Bedürfnisanstalten.

Luxus endet nicht vor der Bedürfnisanstalt

Im Jahr 1904 wurde die unterirdische Bedürfnisanstalt am Graben errichtet, die feudale Jugendstil Anlage beeindruckt mit geschliffene Spiegel, Marmor, Messing und vergoldeter Schrift, jede Kabine hat einen Spiegel und ein Handwaschbecken. Diese Anlage befindet sich im Originalzustand und ist sicher die schönste Luxus Ausgabe einer Bedürfnisanstalt in Wien. Ich kann nur von den Damentoiletten berichten, aber die sehr nette Toilettenfrau sagte mir das die Ausstattung bei den Herren dieselbe ist.
Diese wunderschöne Bedürfnisanlage sollte man auf jeden Fall gesehen haben.

Es gibt in Wien noch sehr viele historische Bedürfnisanlagen und Pissoires

wie z. B. vier Bedürfnisanstalten aus dem Jahr 1908 im Schlosspark Schönbrunn, 1130 Wien (beim Meidlinger Eingang, Hietzinger Eingang, Menagerie Eingang und westlich des Gartenhauptparterres)
Bedürfnisanstalt Parkring, Ecke Weiskirchnerstraße / Stadtpark, 1010 Wien, aus dem Jahr 1901
Bedürfnisanstalt Türkenschanzpark, bei Gregor Mendel-Straße, 1190 Wien, aus dem Jahr 1902
Bedürfnisanstalt Schönbornpark, 1080 Wien, aus dem Jahr 1903
Pissoir Rabbiner Schneerson Platz 1020 Wien, aus dem Jahr 1901
Pissoir Sievieringerstraße, bei Fröschelgasse (St. Severin Kirche) 1190 Wien, aus dem Jahr 1902

Literatur

Wie kommt der Hirsch aufs Dach?, Wien 2013

ISBN 978-3993001452

Weblinks

Architektenlexikon