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Hohe Brücke

moderne Eisenkonstruktion der Jahrhundertwende

die Hohe Brücke befindet sich in der Inneren Stadt und bildet eine Verbindung über den Tiefen Graben, das Jugendstiljuwel wurde in den Jahren 1903/1904 erbaut. Es ist an diesem Ort nicht die erste Hohe Brücke, Brücken haben hier eine lange Tradition und es gab hier schon zwei Vorgängerinnen:-), ihren Namen erhielt sie aufgrund ihrer hohen Lage.

die Geschichte der Hohen Brücke

Schon in der Römer- und Babenbergerzeit überspannte eine Brücke den Tiefen Graben, dieser war kein Stadtgraben wie sehr oft angenommen wird, er ist das ehemalige Bett des Ottakringerbaches, in das später ein Arm des Alser-Baches geleitet wurde. In der Zeit Babenberger befand sich zwischen Wipplingerstraße 21 und 22 ein Tor der Burgmauer, heute erinnert eine Tafel am Haus Wipplingerstraße 22 mit der Inschrift: „Hier stand zur Zeit der Babenberger ein Stadtthor“. Die ersten Aufzeichnungen über die Brücke stammen aus dem Jahr 1295, sie war damals eine Holzkonstruktion und wurde schon damals als Hohe Brücke bezeichnet. Erst im 15. Jahrhundert, seit der Ableitung des Alserbaches war sie eine gemauerte Brücke mit einem Spitzbogen.
Im 18. Jahrhundert, in der Zeit Leopold des I., wurden von den Theatinern die Statue des Schutzpatron der Brücken, der hl. Nepomuk, und auf der anderen Seite die Statue des hl. Kajetan von Tiene aufgestellt, dieser hatte 1524 den Theatinerorden gegründet. Das 1707 erbaute Kloster der Theatiner grenzte direkt an die Hohe Brücke, im Jahr 1725 wurde dann die Johanneskapelle erbaut, sie besaß an jeder Seite eine Tür, von dieser gelangte man über die überdachten Gänge zum Tiefen Graben, später wurden sie durch eine Stiege ersetzt, die zu dem Haus „Zum Bacchus“ führte. Nach dem Niedergang des Ordens im 18. Jahrhundert, wurde das Kloster unter Kaiser Joseph II. außer Kraft gesetzt.

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Da die Wipplingerstraße verbreitert wurde und die alte Brücke sehr desolat war, wurde sie im Jahr 1857/1858 durch eine neugotische Brücke ersetzt. Der Brückenbogen hatte die Form eines Tudorbogen, das Geländer war eine steinerne Brüstung, diese war an beiden Seiten mit den Wappen von Wien und Niederösterreich mit der Jahreszahl 1858 verziert, während dem neuen Bau wurde die Johanneskapelle entfernt. Diese Brücke hielt aufgrund des vermehrten Verkehrsaufkommens nur fünfundvierzig Jahre stand.

das heutige Jugendstil-Juwel

die neue Hohe Brücke wurde in den Jahren 1903/1904 nach den Plänen von Josef Hackhofer (Architekt des „Husarenhaus“ am Graben 18 / Kohlmarkt 1) und Karl Christl im Jugendstil erbaut, die Stahlkonstruktion wurde von Anton Biró (heute Waagner-Biro) und Hofbaumeister Heinz Gerl ausgeführt. Die Hohe Brücke ist eine Eisenkonstruktion mit einer Spannweite von 15 Metern, diese waren um die Jahrhundertwende sehr modern, wie am Beispiel des Eiffelturms oder des Wiener Riesenrades sieht, die neue Hohe Brücke war auch wesentlich länger und weiter als die Brücken. Am 11. März 1904 fand die Schlusssteinlegung mit Bürgermeister Dr. Karl Lueger statt, an einem der Brückenpfeiler befindet sich eine Gedenktafel.
Die Stirnflächen der Brücke sind mit Marmor verkleidet, sie wurden mit Gravuren der früheren Brücken, den Jahreszahlen 1782-1857 und 1858-1903, in denen sie entstanden und demontiert wurden, und den Wappenschilden von Wien und Niederösterreich versehen. Die inneren Seitenwände haben die Optik von Geschäftsportalen mit Rollläden, sie dienen aber nur der Verzierung. Die beiden Stiegenanlagen führen von der Wipplingerstraße hinunter auf den Tiefen Graben und umgekehrt.
In den Jahren 1979 bis 1981 wurde die Brücke saniert, 1996 erfolgte eine neuerliche Renovieung.

Die Hohe Brücke sieht in der Nacht besonders schön aus und erstrahlt den Tiefen Graben mit etwa 3.000 Watt, sie ist eines der schönsten technischen Jugendstilbauten und steht unter Denkmalschutz. Von dem Haus Wipplingerstraße 22 überblickt stolz ein großer Rauchfangkehrer die Hohe Brücke, Wipplingerstraße und den Tiefen Graben, man erwartet sich unter ihm die Innung der Rauchfangkehrer oder ein Geschäft desselben, weit gefehlt – der große Mann ist das Werbesymbol der Geschäftsstelle der Klassenlotterie „Hohe Brücke“ und soll symbolisch Glück bei einem Klassenloskauf bringen.

Wenn ihr auf der Hohen Brücke Richtung Donaukanal blickt, dann werft einen Blick auf die rechte Seite des Tiefen Graben, hier steht das bekannteste und älteste Stundenhotel von Wien, es wurde 1901 errichtet und 1912 im Jugendstil neu fassadiert.

Adresse

Wipplingerstraße 23, 1010 Wien

Wiener Linien: U1 und U4 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Literatur

Harald Jahn, Isabella Ackerl: Unbekanntes Wien: Verborgene Schönheit. Schimmernde Pracht,2010
ISBN 978-3854315131

Henriette Mandl: Wiener Altstadtspaziergänge, 2001
ISBN-13: 978-3800038282

Manfred Wehdorn und Ute Georgeacopol-Winischhofer: Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich, 1997
ISBN-13: 978-3205072027

wo die kuh am brett spielt,wien-bilder

allwo die Kuh am Brett spielt

oder auch „wo die Kuh am Brett spielt“

das nur mehr teilweise erhaltene Fresko befindet sich auf dem Haus in der Bäckerstraße 12, es war von 1374 bis 1386 im Besitz des Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf (nach ihm wurde die Vorlaufstraße in der Inneren Stadt benannt) war. Im Innenhof des Renaissance-Bürgerhaus sind Mauersteine aus dem 13. Jahrhundert und original erhaltener frühgotischer Verputz sowie eine rote Fugenmalerei zu sehen.
Das Fassadenfresko „allwo die Kuh am Brett spielt“ ist wahrscheinlich im 16. Jahrhundert entstanden und war bis ins 18. Jahrhundert ersichtlich, dann wurde die Fassade neu gestaltet und das Fresko verschwand unter dem neuen Fassadenputz, es wurde erst wieder bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1987 sichtbar.
In der Zeit als das Fresko zu sehen war, wurde es von den Wienern „allwo die Kuh am Brett spielt“ genannt, das Hauszeichen zeigt eine bebrillte Kuh die mit einem Wolf am Brett spielt, durch denn später angebauten Vorbau ist leider der Wolf fast verschwunden, es ist nur noch seine Schnauze zu sehen.

die Wiener Fabel über das skurille Fresko

oder die Kontroversen zwischen den Protestanten und Katholiken,
der Wolf sagt zur Kuh: „Ich wirf darein, Dein Haut g`hert mein.“ Die Kuh antwortet: „Pral nicht so g`schwind im Spielen! Dein Unglück kannst bald fühlen.“ Zwischen ihnen steht ein Kürschner mit einer Fliegenklatsche: „Ich weht, und leucht`, erwart die Zeit; Wie sich wird enden euer Streit.“ Die Inschrift spricht auch von einem Jäger mit seinem Hund, die beiden scheinen in dem dem heutigen Fresko leider nicht mehr auf.

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Auf den ersten Blick ist es nur eine amüsante Wiener Fabel, aber dieses Fresko hat eine tiefere Bedeutung und versinnbildlicht den Streit zwischen den Katholiken und Protestanten im 17. Jahrhundert. Die bebrillte Kuh stellt die Katholiken dar, der Wolf die Protestanten, der Kürschner, der Jäger und sein Hund stellen die gierigen, abwartenden Rechtsanwälte und Stadträte dar, die sich anschließend auf die Seite des Gewinners schlagen und die Fliege zeigt die Geistlichkeit, die hilflos dem Spiel der beiden zusieht. Die „geistliche“ Fliege ist neben dem Kopf der Kuh noch deutlich sehen.

beliebten Fresken in der Zeit der Reformation und Gegenreformation

Es muß in Wien mehrere Häuser mit ähnlichen Namen gegeben haben, wie z. B. die Hausbezeichnung „Wo der Wolf den Gänsen predigt“ in der Wallnerstraße 11 (das Original befindet sich im Wien Museum), in diesem Haus soll es auch zu geheimen protestantischen Treffen und Predigten gekommen sein, das Fresko ließ später ein katholischer Hauseigentümer anbringen und zeigt den protestantischen Wolf der vor naiven katholischen Gänsen predigt, um sie dann zu reißen.
Die Hausbezeichnung „Wo die Böck` aneinander stoßen“ war ab etwa 1690 in der heutigen Postgasse 1 angebracht, dieses Fresko bezog sich ebenfalls auf die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten, das Haus wurde 1803 abgeriessen.
Die Bezeichnung „Allwo der Esel in der Wiege liegt“ (es befand sich am Haus in der Kärntner Straße 21) erhielt das Haus im Jahr 1598, es gehörte dem protestantische Bäckermeisters Melchior Khlesl, zur Amtseinführung seines ältesten Sohnes Melchior Khlesl zum (katholischen) Bischof von Wien, hier dürfte es sich um Spöttereien der Protestanten handeln. Das Gebäude wurde 1945 im zweiten Weltkrieg zerstört.

Das Hauszeichen wurde leider bei der letzten Renovierung vor ca. 3 Jahren verunstaltet und ist nicht mehr wiederzuerkennen, nicht das schnelle Geld mit Luxus- und Dachgeschosswohnungen zeigen gelungene Sanierungen, es sind die Details die eine behutsame und gelungene Renovierung ausmachen.

Adresse

Bäckerstraße 12, 1010 Wien

Wiener Linien

U3 bis Stubenring, U1 bis Stephansplatz

Öffi-App

Literatur

Henriette Mandl: Wiener Altstadtspaziergänge, 2001
ISBN-13: 978-3800038282

Autoren Felix Czeike, Helga Czeike: Wien: Kunst, Kultur und Geschichte der Donaumetropole, 1999
ISBN: 9783770143481

Weblinks

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Allwo_die_Kuh_am_Brett_spielt

http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/wien/1_bezirk/kuh_am_brett.html

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Elise Richter

Romanistin und Universitätsprofessorin

ist einer der herausragenden Persönlichkeiten der österreichischen Frauengeschichte, die nicht nur als Frau mit Vorurteilen zu kämpfen hatte, sondern auch durch NS-Repressalien auf Grund ihrer jüdischen Wurzeln an ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten gehindert wurde.

Elise Richter wurde am 2. März 1865 in einen großbürgerlichen Wiener Haushalt einer assimilierten jüdischen Familie geboren, sie konvertierte später zum Protestantismus.

Sie war die erste Frau in der k. k. Monarchie, die 1897 die Matura (Reifeprüfung) am Akademischen Gymnasium in Wien absolvierte und im folgenden Wintersemester die Studienfächer Romanistik, Sprachwissenschaft, Klassische Philologie und Germanistik an der Wiener Universität aufnahm. Elise Richter war eine der ersten drei ordentlichen Hörerinnen und promovierte 1901 als dritte Frau, aber als erste „sub auspiciis“ ( Die Promotion sub auspiciis praesidentis ist eine spezifisch österreichische Form der Auszeichnung hervorragender Studienleistungen) zum Doktor der Philosophie, 1905 war sie die ersthabilitierte Frau im deutschsprachigen Raum und die erste Frau, der an einer österreichischen oder deutschen Universität die Lehrberechtigung erteilt wurde.

Ihre Lehrbefugnis wurde verzögert, da die zuständigen Herren und Minister Bedenken wegen einer negativen öffentlichen Reaktion hatten, im August 1907 war es dann doch soweit, Elise Richter wurde als unbezahlte Privatdozentin zugelassen.
Im Jahr 1921 war sie wiederum die erste Frau, die den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors vom Bundespräsidenten erhielt, allerdings ohne Funktion und Bezüge, 1927 erhielt sie einen zweistündigen bezahlten Lehrauftrag über „Allgemeine romanische Sprachwissenschaft“ und über „romanische bzw. französische Phonetik“ auf Grund ihrer persönlichen wissenschaftlichen Verdienste. Dieser Lehrauftrag war jeweils auf drei Jahre befristet und dieser mußte stets erneut beantragt werden, diese Bewilligung wurde bis 1938 erteilt und dann wurde sie als Jüdin von der Universität verwiesen.

die Wiener Universität und die Akzeptanz der ersten weiblichen Professorin

Die Romanisten Emil Winkler und Karl von Ettmayer beantragten für Elise Richter eine ordentliche Professur, aber auf Grund der Widerstände des Professorenverbandes, wie etwa wegen ihrer Kritik an der „Fremdwortkunde“ aus dem Jahr 1919 und ihrem Artikel vom 1. und 6. März 1923 in der „Neuen Freien Presse“ zu „Rasse, Volk, Nation“, sie schrieb: „Was ein ‚Volk ausmacht, ist die von gemeinsamer Sprache getragene gemeinsame Überlieferung gleicher Kultur und gleicher Schicksale in der Vergangenheit und die Verfolgung gleicher politischer und wirtschaftlicher Ziele für die Zukunft. Menschen, die die gleiche Sprache sprechen und ihr Leben in gleicher Weise in den Dienst der gleichen staatlichen und kulturellen Interessen stellen, die sind ein Volk. Volkszugehörig sind die auf dem tatsächlichen oder doch wenigstens auf dem ideellen Boden der Heimat Aufgewachsenen, die, großgezogen in den Kulturvoraussetzungen dieser Heimat und ihre äußeren Geschicke teilend, das Gefühl der Zugehörigkeit zu dieser Heimat mit allen daraus erwachsenden Pflichten und gegebenenfalls zu bringenden Opfern im Vordergrund ihres Bewusstseins tragen“, wurde der Antrag nicht beachtet. Der Romanist und Historiker Frank-Rutger Hausmann: „Elise Richter hatte das erreicht, was eine Frau in der männerbeherrschten akademischen Welt überhaupt erreichen konnte, und noch mehr als das. Selbst Feinde des Frauenstudiums mußten ihre wissenschaftliche Könnerschaft anerkennen.“
An der Universität vertrat sie aus taktischen Gründen eine traditionelle Position zu den Themen Gleichberechtigung, Frauenemanzipation und Mädchenerziehung, die nicht mit ihrer privaten Meinung ident war, sie sagte: „Als Frauenrechtlerin konnte ich meinen Weg in der Universität nicht machen, ich musste nicht nur meine Kraft auf die Arbeit richten, sondern auch den Schein des Frauenrechtlertums vermeiden.“
Elise Richter war von 1922 bis 1930 Vorsitzende in dem von ihr gegründeten Verband der Österreichischen Akademikerinnen, sie engagierte sich mit ihrer beruflichen und gesellschaftspolitischen Funktion für ein selbstbewußtes Auftreten der Frauen und dachte auch an die Gründung einer Frauenpartei.
Ihre Rolle an der Universität als Frau und Wissenschaftlerin war ein schwieriger Balanceakt, sie wurde in ihrer Lehrtätigkeit als angepasst,sachlich und schüchtern beschrieben, in ihrem privaten Leben war sie jedoch eine selbstbewußte, politisch engagierte und kulturell interessierte Frau. Politisch war sie bis 1927 in der Bürgerlich-Demokratischen Arbeiterpartei tätig.
Der Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich verschlechterte ihre Lebensbedingungen, der Antrag auf die Bewilligung eines Ruhegenusses wurde abgelehnt und die Auszahlungen ihres Lehrauftragshonorars wurden eingestellt.

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Die Wissenschaftlerin Elisa Richter hatte die Leitung des phonetischen Instituts der Universität Wien inne, sie entdeckte den Einfluss psychologischer Vorgänge auf die Sprache. Sie arbeitete auf dem Gebiet der sprachwissenschaftlichem Gebiet wie Semantik, Syntax, Phonetik, Phonologie und Einbeziehung psychologischer Komponenten, sie stand in der Tradition der Wiener romanistischen Schule, sie bezog aber in ihre Publikationen auch kulturelle und gesellschaftliche Hintergründe mit ein und veröffentlichte um die 300 Publikationen.

menschenverachtendes System

In ihr Tagebuch trug sie am 8. März 1938 ein Gespräch mit ihrer Schwester Helene zur Rede Schuschniggs ein: „Sonntags Volksentscheid Schuschnigg in Innsbruck erklärt, er muss wissen, ob er das Volk hinter sich hat. Else es gehört, sehr schön, großer Jubel dort. Sehr aufregend. Vieleicht meine letzte Vorlesung. Helene auch aufgeregt. Wir müssen sterben. Ich: wir können. Besser als unfreiwillig irgendwie zu krepieren. Frage mich, ob mein Morphinvorrat für 2 reicht, sage natürlich nichts davon. Glaube nicht, dass mehr als 4 Millionen „ja“ herauskommen.“
Hier sind schon die Unsicherheit und Ängste über die nahende, schreckliche Zukunft zu lesen.
Der 73-jährigen Elise Richter wurde im April 1938 die Lehrbefugnis an der philosophischen Fakultät wiederrufen, die angekündigte Vorlesung zur „Lautpsychologie“ wurde daher auch gestrichen und das betreten des Phonogrammarchivs wurde ihr verboten. Angesichts der vermehrten antisemitischen Sanktionen konnte sie ihre Arbeiten nur noch in den Niederlanden und in Italien veröffentlichen. Die beiden Richter-Schwestern hatten im Februar 1938 die Möglichkeit nach London zu emigrieren, doch anscheinend unterschätzten sie die Situation, wie so viele und blieben weiter in ihrem Haus in der Weimarer Straße 83. Ihre finanzielle Situation wurde immer misslicher, daher boten sie ihre 3.000 Bände umfangreiche Bibliothek der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln an, von dieser erhielten sie jedoch kein Geld. Im März 1942 mußten die zwei betagten Schwestern in das jüdische Altersheim, Seegasse 16 umziehen.
Was Elise Richter schon im Jahr 1938 geahnt hat, wurde fünf Jahre später zur noch schrecklicheren Realtiät, Elise und ihre ältere Schwester Helene Richter, die Privatgelehrte, bekannte Anglistin, Frauenrechtlerin, Theaterkritikerin und Schriftstellerin, wurden trotz ihres hohen Alters im Oktober 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, Elises Schwester Helene starb kurz danach im November 1942, Elise Richter verstarb am 21. Juni 1943.

Elise Richter wurde nach ihrem Tod mehrfach gewürdigt, wie etwa verpflichtende Lehrveranstaltungen zur Phonetik in den romanischen Sprachen, die Universität Wien hat es im Jahr 2005 geschafft, nach jahrhunderte langem Bestehen, eine anonymisierte Frauenbüste mit dem Gesicht von Elise Richter, sie ist repräsentativ für alle Frauen die an der Universität gewirkt haben, im Arkadenhof neben 154 Büsten männlicher Akademiker und einer einzigen! Gedenktafel einer Frau : Marie von Ebner-Eschenbach, zu platzieren. Allerdings war diese Büste nur temporär, während einer Ausstellung im Arkadenhof, zu sehen.
Im Hauptgebäuder am Universitätsring befindet sich im 1. Stock der Elise-Richter-Saal, im Institut für Romanistik befindet sich beim Eingang zum Stiegenaufgang eine Gedenktafel zu Ehren von Elise Richter.

In einer Zeit der patriachalischen männerdominierenden Welt und einer Universität mit nur männlichen Mitgliedern, gehörte sehr viel Mut und vorallem Ausdauer dazu denn vielen sexistischen Vorurteilen und der Ablehnung gegenüber Frauen standzuhalten. Im Jahr 2016 ist es zwar etwas besser, es studieren mehr Frauen als Männer, aber je höher die Funktion in einem Betrieb ist, umso weniger wird sie von Frauen belegt, das „Neandertalerdenken“ sitzt leider immer noch in einigen männlichen Gehirnen sehr fest.

Foto

© Bildarchiv Österreichische Nationalbibliothek

Literatur

Mitchell G. Ash,Wolfram Niess,Ramon Pils: Geisteswissenschaften Im Nationalsozialismus: Das Beispiel der Universitat Wien, 2010
ISBN: 3899715683

Waltraud Heindl-Langer: „Durch Erkenntnis zu Freiheit und Glück …“ Frauen an der Universität Wien, 1997
Universitätsbibliothek: http://bibliothek.univie.ac.at/

Verband der Akademikerinnen Österreichs: Elise Richter: Summe des Lebens Taschenbuch, (Autobiographie Elise Richter) 1997
ISBN-13: 978-2912626004

Weblinks

http://www.univie.ac.at/Geschichte/Neuverortung-Geschlechtergeschichte/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=82%3Atagebcher-von-elise-richter-19381941-digitale-gesamtausgabe&catid=5%3Aprojekte&Itemid=5&lang=de

http://www.oeaw.ac.at/online-gedenkbuch/gedenkbuch/personen/q-z/elise-richter/

http://richterbibliothek.ub.uni-koeln.de/portal/home.html?l=de

Todesfallanzeige, Ghetto Theresienstadt http://109.123.214.108/de/document/DOCUMENT.ITI.18629

Jewish Wominas Archive http://jwa.org/encyclopedia/article/richter-elise

http://derstandard.at/1227287400094/Apropos-Elise-Richter

weinkühler,porzellanmuseum augarten

Porzellanmanufaktur und Museum Augarten

die bewegte Chronik der Porzellanmanufaktur Augarten

Die Porzellanmanufaktur wurde 1718 von dem k. k. Hofkriegsagenten Clau­di­us In­no­cen­ti­us du Paquier in Wien gegründet, sie ist die zweitälteste Manufaktur Europas.
Über 250 Jahre spannt sich der Bogen der Tradition von Clau­di­us In­no­cen­ti­us du Paquier`s „Porcellain-Fabrique“ im Gräf­lich Kunst­ein’schen Haus in der Rossau bis zur Manufaktur im Wiener Augarten.
Die zweitälteste Pozellanmanufaktur Europas, nach Meißen, wurde in „verbotener Liebe gezeugt“, wie einer ihrer Historiker 1819 feststellte. Denn du Paquier bediente sich offensichtlich nicht ganz legaler Mittel um nur acht Jahre nach der Gründung der Meißner Manufaktur (sie wurde von Au­gust den Star­ken gegründet) in den Besitz des Arkanums ( Arkanum des Porzellans ist Masse, Glasur und Farben) zu kommen und diese geheime und streng behütete Kunst der Porzellanherstellung nach Wien zu holen. Es muß du Paquier zu Gute gehalten werden, dass er dafür hohen persönlichen Einsatz an Studien, Geld und Unternehmermut investierte.
Wie es du Paquier gelang das gut gehütete Arkanum nach Wien zu bringen, konnte bis jetzt nicht geklärt werden, das es aber nur mit Mithilfe Meißener Mitarbeiter geschehen konnte, trotz der stren­gen säch­si­schen Si­cher­heits­vor­keh­run­gen ( strengste Strafen bis zur Sippenhaftung), ist völlig klar.

Erste Periode: Die Wiener Porzellanmanufaktur unter Clau­di­us In­no­cen­ti­us du Paquier von 1718 bis 1744

Auf Grund des von Karl VI. in Laxenburg, im Jahre 1718, unterzeichneten „Spezialprivilegium“ hatten du Paquier und seine „Mit-Consorten“ Peter Heinrich Zerder, Christoph Conrad Hunger (Kunstarbeiter aus Meißen), und Martin Becker (vermutlicher Geldgeber) für 25 Jahre das alleinige Recht, innerhalb der österreichischen Erblande Porzellan zu erzeugen.
Ab dem Jahr 1719 arbeitete auch der Meißener Arkanist Samuel Stölzel in der Manufaktur mit, aus diesem Jahr stammt die erste datierte Porzellantasse, sie befindet sich heute in Hamburg und trägt die Aufschrift: „3 May 179, Gott allein die Ehr und sonst keinem mehr“.
Doch schon kurze Zeit später verließ Stölzel, enttäuscht von den nicht erfüllten Zusagen du Paquiers, die Wiener Manufaktur und fügte ihr vorher noch beträchtliche Schäden zu, er zerstörte das kostbare Gut Porzellanmasse und nahm Höroldt, den besten Wiener Maler, nach Meißen mit, auch Hunger verließ im gleichen Jahr die Wiener Porzellanmanufaktur. Da Stöl­zel ver­si­cher­te, er ha­be nie­man­dem das Ge­heim­nis der Por­zel­l­an­her­stel­lung „so weit of­fen­ba­ret, dass die Fa­bri­que allhier oh­ne ihn fort­ge­füh­ret wer­den kön­ne“, wur­de er im Ju­ni 1720 wie­der in Mei­ßen auf­ge­nom­men.
Al­ler­dings lag Stöl­zel mit die­ser Ein­schät­zung falsch: du Paquier be­saß in der Zwi­schen­zeit aus­rei­chen­des Wis­sen über das Arkanum, er dachte sogar an eine Vergrößerung der Manufaktur und im Jahr 1721 war es soweit, er erwarb das Breunersche Sommerpalais in der Rossau.
Par­al­lel zum wach­sen­den An­ge­bot stieg auch der Be­darf an Por­zel­la­ner­de, de­ren Be­schaf­fung äu­ßerst schwie­rig wur­de. Im Jahr 1729 ver­bot Au­gust der Star­ke, zum Schutz der Pro­duk­ti­on in Mei­ßen, die Aus­fuhr der wei­ßen Er­de aus dem säch­si­schen Aue. Er­satz für die „Schnorr’sche Er­de“, die ih­re Be­zeich­nung nach dem Gru­ben­be­sit­zer Veit Hans Schnorr von Ca­rols­feld er­hielt, wur­de in der Pas­sau­er Er­de ge­fun­den. Die­se im Baye­ri­schen Wald ge­gra­be­ne Er­de ver­lieh dem du Paquier-Por­zel­lan sein ty­pi­sch gräu­li­ches Er­schei­nungs­bild.

Manufaktur Augarten


Trotz des En­ga­ge­ments du Paquiers ge­riet der Be­trieb im­mer wie­der in fi­nan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten. Nach der Auf­nah­me ei­nes Dar­le­hens er­hielt er auf kai­ser­li­chen Wunsch eine finanzielle Un­ter­stüt­zung durch die Stadt Wien. Nach Ablauf des 25 -jährigen Privilegiums sah sich du Paquier nicht mehr in der Lage die Fabrik weiterzuführen, daher übergab er 1744 sein „porcellain-fabrique“ dem Staat.
Mit die­ser Um­struk­tu­rie­rung war zu­gleich ei­ne neue Stil­rich­tung in der Por­zel­lan­ge­stal­tung ver­bun­den, die mitt­ler­wei­le ver­al­te­ten Wa­ren­be­stän­de wur­den bei Por­zel­lan-Lot­te­ri­en ver­äu­ßert.
Das Sor­ti­ment der Pe­rio­de du Paquiers um­fass­te „kost­ba­re Ge­schir­re und Auf­sät­ze zu Früch­ten und Con­fi­tu­ren auf Taf­feln, die sehr theu­er be­zah­let wer­den“. Zu den wert­vol­len Lu­xus­por­zel­la­nen ge­hörte ein Ge­schirrsatz mit über 30 Ter­ri­nen und Kühl­ge­fä­ßen aus der Zeit von 1730/1735. Mit sol­chen kost­ba­ren Ge­schen­ken konn­ten nicht nur di­plo­ma­ti­sche Be­zie­hun­gen ge­pflegt, son­dern zu­gleich die Leis­tungs­fä­hig­keit und Mo­der­ni­tät der Wie­ner Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur in die Welt ge­tra­gen wer­den.

In dieser Periode nahmen die Künstler und Handwerker Anleihen aus der zeitgenössischen Ornamentik, wie aus dem Laub- und Bandelwerk, aber auch aus asiatischen Vorbildern, die ihnen von den adeligen Auftraggebern zur Nachahmung überlassen wurden. Den Modegetränken Kaffee, Tee und Schokolade wurde durch das neue Luxusmaterial Porzellan ideal gedient. Die Trembleuse, ein Schokoladenbecher der mit dem Untersatz in einem geformt wurde, war eine geniale Schöpfung für das vergnügliche sowie repräsentative Frühstück im Bett, wie man es im 18. Jahrhundert sehr schätzte.

Porzellanzimmer aus dem Palais Dubsky in Brünn, um 1740

Sogenannte „Porzellan-Cabinette“ kamen in Europa um 1700 in Mode, nach dem importierten chinesichen und japanischen Porzellan gab es mit dem Porzellanzimmer aus dem Brünner Palais Dubsky das erste europäische Porzellan. Es ist wohl das wichtigste Werk der Porzellanmanufaktur unter du Paquier und war für die Gräfin Maria Antonia von Czobor, geborene Fürstin von Liechtenstein, bestimmt. Dieses Porzellanzimmer umfasst um die 1450 kleine und kleinste Porzellanarbeiten und entstand in den Jahren 1720 bis 1735, Untersuchungen ergaben, dass es ursprünglich für einen anderen Raum bzw. Ort vorgesehen war und erst danach in das Palais Dubsky eingefügt wurde.
Das prächtige Porzellanzimmer wurde 1912 für die Sammlung des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (heute MAK) angekauft und ist dort zu besichtigen

Zweite Periode: Staatsmanufaktur unter Maria Theresia von 1744 bis 1784

Ab diesem Zeitabschnitt war die Manufaktur unter Aufsicht des Staates und unterstand ab nun der Hof-Banco-Deputation, deren erster Administrator Mayerhofer von Grünbühel war. in dieser Zeit waren Johann Joseph Niedermayer (er war Schüler von Georg Raphael Donner) und Ludwig Lücke Modellmeister in der Manufaktur. Eine der wichtigsten Änderungen in dieser Zeit war die Einführung des Bindenschildes, er war anfangs eingepresst, eingeritzt oder in den Farben rot, gold, schwarz, purpurrot über der Glasur angebracht, ab 1749 wurde der unterglasurblaue Bindenschild Vorschrift, Jahresstempel wurden erst ab dem Jahr 1784 eingeführt, daher ist es kaum möglich die Porzellane vor dieser Zeit einzuordnen.
Bedeutende Künstlerpersönlichkeiten waren für die Staatsmanufaktur tätig, wie Johann Gottfried Klinger oder der Porzallanbossierer Ludwig von Lücke aus Meißen. In dieser Zeit zeigte sich ein stilistischer Umschwung zum Rokoko, der anfangs durch die Meißener Künstler und der Übernahme von Meißener Modellen geprägt war, später war figurale Porzellanplastik ein zentrales Thema der Bildhauer dieser Epoche. Daher wird diese Periode auch „plastische Periode“ genannt, der „Zwettler Tafelaufsatz“ zeigt diese Periode in seiner schönsten Form der Wiener Figuren, wie Puttengruppen, Kaufrufe, Allegorien, Jahreszeiten uvm. Auch Hofzuckerbäcker und Theateringenieure prägten die Gestaltung der dekorativen „Gesellschaften“ aus Porzellan, die als vielfigurige Tafelaufsätze für den Dessertgang zum Einsatz kamen. Sie waren ein Abbild der höfischen Gesellschaft und ihrer Vergnügungen, außerhalb der Palaismauern waren es Kaufrufe und anderes Straßenvolk, die die Strukturen dieser Zeit dokumentieren.
Die figurale Porzellanplastik drängte die Tafelgeschirre des Rokoko in den Hintergrund, obwohl sie mit ihren typischen asymetrischen Formen wie Blumen- und Früchtedekore, reiche figurale Malereien und Watteaufiguren sehr hochwertig waren. Mit den 80er Jahren verabschiedete sich das Rokoko und der Klassizismus hielt mit dem Biskuitporzellan (unglasiert), ähnlich der Jasper-Ware Wedgewoods, Einzug.
Die Manufaktur hatte nach der Übernahme durch den Staat einen Aufschwung zu verzeichnen, doch das Mißverhältnis zwischen tatsächlichen und angegebenen Vernögen war derart unterschiedlich, das 1783 der letzte Ausweg eine öffentliche Versteigerung war, nach einer erfolglosen Versteigerung der Staatsmanufaktur wurde Sorgenthal zum Direktor ernannt.

Wiener Porzellanmuseum

Dritte Periode: Die Manufaktur unter Conrad Sörgel von Sorgenthal von 1784 bis 1805

Der große Umschwung und die Blütezeit der Porzellanmanufaktur kam mit Conrad Sörgel von Sorgenthal, es ist seinem Talent und Geschick auf künstlerischen und wirtschaftlichen Gebiet zu verdanken, dass die Manufaktur in der Ära Sorgenthal zu einem großen Erfolg wurde, die Künstler wurden akademisch ausgebildet und in Wettbewerben zu Neuschöpfungen inspiriert. Als Vorbild galt die Antike mit ihren klaren Formen, feingliedrigen Ornamenten und Mythologien. Auch die Produkte der königlich-französischen Manufaktur von Sèvres und der englischen Manufaktur Wedgewood beeinflussten die Ästhetik der klassizistischen Porzellane aus Wien. Zur Qualitätskontrolle der höchst anspruchsvollen „Prachtware“ führte Conrad von Sorgenthal Jahresstempel, Bossierer- (Figuren werden aus vorgeformten Einzelteilen zusammengefügt) und Malernummern ein.
Den qualitativ wohl bedeutendsten Anteil an der Porzellanmalerei des Klassizismus hatten die Dessinmaler. Das „Dessin“ in der Bedeutung von „Ornament“ hatte seine große Zeit, hunderte von Entwürfen und zahlreiche Musterbücher sind noch erhalten, das Bestellbuch weist sorgfältig ausgeführte Dessins auf, die verschiedenen Musterteller sind mit Akribie ausgeführt.
Die Wiener Porzellanmanufaktur bildete einige typische, unübertroffene „Dessins“ aus: der Reliefgolddekor gedieh zur höchsten Perfektion und wurde gerne auf kobaltblauen Porzellanen oder Kupferlüsterfonds aufgebracht. Das in mehreren Schichten aufgetragene und in mehreren Bränden gefestigte Reliefgold gehörte zu den berühmten Spezialitäten der Wiener Manufaktur. Das Kobaltblau (auch „Leithnerblau“ genannt) ist eine der schönsten und haltbarsten Porzellanfarben, es wurde von dem Obermaler Josef Leithner entdeckt und von anderen Manufakturen oftmals kopiert.
Die wichtigsten Figurenmaler sind Anton Schaller, Claudius Herr, Michael Weichselbaun, Carl Schweminger und Georg Lamprecht. In der Landschaftsmalerei ist der Obermaler Johann Weichselbaum oder in der Blumenmalerei sind Leopold Parmann, Josef Hinterberger zu erwähnen. Der Bildhauer Anton Grassi arbeitete als Porzellanmodellierer und war künstlerischer Leiter der Porzellanmanufaktur.
Unter der Direktion von Conrad Sörgel von Sorgenthal erlangte die Wiener Porzellanmanufaktur Weltruf und die Porzellane aus dieser Zeit erreichen heute bei Auktionen Höchstpreise.

Vierte Periode: Die Manufaktur unter Matthias Niedermayer von 1805 bis 1827

Matthias Niedermayer, der Sohn des Modellmeisters Joseph Niedermayer, übernahm nach dem Tod Sorgenthals die Manufaktur. Durch den österreichisch-französischen Krieg erlitt Österreich territoriale Verluste und die Zweigmanufaktur von Engelhartszell ging an Bayern verloren, die Produktion mußte reduziert werden da es durch die Donausperre an Rohmaterial mangelte und dadurch fleckiges Porzellan entstand. Etliche Mitarbeiter wurden zur Landwehr eingezogen, das waren alles negative Ereignisse für die ehemals sehr gut gehende Manufaktur und brachten sie an den Rande des Ruins.
Der Aufschwung begann wieder mit dem Wiener Kongress, die vielen rauschenden Feste ließen den Bedarf nach luxuriösem Porzellan wieder steigen und sehr gerne wurde die Prachtware als Präsent weitergereicht.
Das Biedermeier förderte den Sinn nach schönen Dingen und der Mensch begann sich auf persönliche Werte zu besinnen, zu dieser Zeit waren Tassen mit Sinnsprüchen und Widmungen die dem Freundschaftsideal huldigten sehr beliebt, die Tassensammlungen zeigten eine heile Welt fern aller Politik. Ebenso gehörten Blumenrätseln, die der Angebeteten zarte Geständnisse übermittelten, zu den beliebtesten Geschenken, die Motive der Blumenmalerei entstammten vorwiegend aus den Hausgärten, deren Pflege ebenfalls zu den beschaulichen Vergnügungen des Biedermeier gehörten.
Neben der Anfertigung großer Service und Tafelaufsätze brillierte die Porzellanmanufaktur in der Malerei auf großen Porzellantafeln.

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Niedergang und Schließung 1827 bis 1864

Trotz der großen Beliebtheit, der allerhöchsten Qualität und dem Privileg des k. k. Hoflieferanten konnte die Wiener Porzellanmanufaktur gegen die zunehmende Industrialisierung und der Überschwemmung von billigen und minderwertigen Produktionen (oder auch Kopien) aus Böhmen nicht standhalten und erlitt dadurch steigende Verluste. Weiters waren auch Zugeständnisse an neue Techniken notwendig und Drucktechniken ersetzten vielfach eine Bemalung von Hand. Die Zeiten einer „Kunstanstalt“ schienen sich zu neigen.
1864 gab Kaiser Franz Josef I. einem Auftrag des Abgeordnetenhauses nach, die k. k. Wiener Porzellanmanufaktur zu schließen. Der künstlerische Nachlass wurde dem damaligen Museum für Kunst und Industrie (MAK) übergeben. Wenig später wurde erkannt dass diese Schließung eine Fehlentscheidung war. Nach der Schließung wurde der Markt mit Fälschungen überschwemmt, die bis heute auf Flohmärkten, Online-Auktionsplattformen und bei Händlern zu finden sind. Als großer Glück für Fälscher erwies sich nach der Schließung die Versteigerung in der Sorgenthal-Ära mit unbemalten weißen Porzellan, da die Porzellane im späten 19. Jahrhundert oft nachträglich bemalt wurden, dieses weiße Sorgenthal-Porzellan hatte einen Original Bindenschild, Jahresstempel und Weißdrehernummer, die spätere Übermalung ist daher kein Kriterium für Echtheit und es ist somit eine Fälschung.
Jacob von Falke schrieb 1873 zur Wiener Weltausstellung, dass höfische Prunkobjekte der Vergangenheit angehörten und das Porzellan auf den zweckmäßigen, wenn auch schmückenden Gebrauch als Tafelgeschirr reduziert sei.
Die Gebäude der Porzellanmanufaktur wurden später abgeriessen und an ihrer Stelle steht heute das Gebäude der Generaldirektion der Tabakregie. Die Porzellangasse wurde im Jahr 1862 nach der Wiener Manufaktur benannt.

Ausstellungen „Wiener Wandlungen“ im Porzellanmuseum

Gründung der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten im Jahr 1923

Die gegründete Porzellanmanufaktur Augarten führte die Tradition der k. k. Porzellanmanufaktur fort und legte die bekanntesten figuralen Darstellungen und beliebtesten Servicedekore des Wiener Porzellans des Spätbarock, Rokoko und Klassizismus wieder auf. Weiters widmete Sie sich der handwerklich aufwändigen und somit kostenintensiven Herstellung von qualitativ hochwertigem Porzellan. Sowohl in der Wahl der Formen als auch für die Dekorationen schufen sowohl etablierte als auch junge Künstler neue Entwürfe für ihre Produktion.
Auf der „Jubiläumsausstellung Wiener Kunstgewerbe“ im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie im Jahr 1924 wurden Arbeiten von Franz Barwig, Hertha Bucher, Herma Gärtner, Otto Hofner, Josef Humplik, Mathilde Jaksch, Mela Köhler, Dina Khun, Jakob Löw, Carl Schwetz, Ida Schwetz-Lehmann, Vally Wieselthier und Franz von Zülow gezeigt. Walter Bosse übersetzte mit seinen vier für Augarten entworfenen Grotesken den Zeitgeist des Art déco in humorvoller Weise.
Für ihre Leistungen auf der Pariser Kunstgewerbeausstellung im Jahr 1925 erhielt die Manufaktur eine Goldmedaille, ausgezeichnet wurden die pastellfarben staffierte Uhr „Stadtbild“ von Hertha Bucher, die abstrahiert und farbintensiv bemalte Vase von Franz von Zülow, wie auch die dem damaligen Schönheitsideal entsprechenden schlanken Figuren „Erste Rosen“ von Ida Schwetz-Lehmann und „Mädchen mit Faun“ von Carl Schwetz.
Neue Formen und Dekore im Zeitgeist der Wiener Werkstätte brachten die Serviceentwürfe von Josef Hoffmann, Michael Powolny, Otto Prutscher und Ena Rottenberg. Meine persönlichen Favoriten sind das Melonenservice in schwarz/ weiß von Hoffman sowie das Service „Form 20“ von Ena Rottenberg, es besitzt anstelle der Deckelknäufe Exotenköpfe, wie den Inder, Malayen, Mohren und Chinesen. Das ist zwar politisch nicht korrekt, aber die Exotenköpfe nennen sich so:-)
Friedrich Ludwig von Berzeviczy-Pallavicini arbeitete im Winter 1935/36 an Entwürfen für Augarten, viele Ausformungen blieben Einzelstücke da sie durch den kobaltblauen Fond und Golddekor sehr kostenintensiv waren.

Die berühmte und sehr beliebte Serie der Lipizzanerfiguren Trab, Courbette, In den Pilaren, Levade und Piaffe wurde in den Jahren 1926 und 1927 von Albin Döbrich entworfen.
In den 50er Jahren zeigte sich eine Vorliebe für Schlichtheit wie an den Modellen von Ursula Klasmann zu sehen ist, die Modelle des Wolfgang Hutter und Arik Brauer zeigen die Symbiose Porzellankunst und die Wiener Schule des Phantastischen Realismus.
Das 21. Jahrhundert ist unter anderem mit den Künstlern Claudia Stuhlhofer-Mayr, Yu Feng, Kurt Spurey, Gottfried Palatin, Philipp Bruni, Mostlikely, Gregor Schmoll und Gundi Dietz vertreten, sie alle schließen mit ihren Entwürfen an die Tradition der Zwanziger Jahre.

Die Porzellanmanufaktur ist seit September 2003 ein Teil der Gesellschaft von Dr. Erhard F. Grossnigg, die Stadt Wien hätte das Traditionsunternehmen im Jahr 2003 in den Konkurs schlittern lassen, Werte und Tradition sind scheinbar für die Stadtregierung kein Thema…

Porzellan Museum Augarten

Seit 2011 beherbergt das Porzellanmuseum im ehemaligen kaiserlichen Lustgebäude im Augarten hervorragende Exponate aus den verschiedenen Epochen des Wiener Porzellans. Im Erdgeschoß des Porzellanmuseums ragt der 2-stöckige historische und imposante Brennofen aus dem Jahre 1923 über beide Ausstellungebenen, zur Zeit ist in seinem Inneren die Ausstellung „Wiener Wandlungen“ mit den Modellen von Bärbel Thoelke zu sehen.

Das Museum des weißen Goldes illustriert die Geschichte des Wiener Porzellans, es zeigt repräsentative Beispiele der verschiedene künstlerischen Phasen der Manufaktur. Im Erdgeschoß sind Modelle aus dem 20. und 21. Jahrhundert zu bewundern, wie unter anderem Exponate der Wiener Werkstätte und des Art Déco. Zur Zeit ist im Inneren des historischen Brennofen die Ausstellung „Wiener Wandlungen“ mit den Modellen von Bärbel Thoelke zu sehen.

Im Obergeschoß erfährt der Museumbesucher viel Wissenswertes über Porzellan und seinen Ursprung, der Gründung der Wiener Porzellanmanufaktur unter du Paquier bis zur Schließung im Jahre 1864 ist mit kostbaren Exponate ein großer Teil des Obergeschoßes gewidmet. Hier finden MuseumsbesucherInnen anschaulich die verschiedenen Produktionsschritte dargestellt, er oder sie kann auch die wichtigsten Ingredienzien des Porzellans: Kaolin, Feldspat und Quarz befühlen.
Die Exponate stammen zum Teil aus dem Bestand der Manufaktur und zum anderen Teil sind es Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen.
An dieser Stelle möchte ich mich für das sehr liebe Gepräch mit Frau Marina Yolbulur-Nissim, der Leiterin des Porzellanmuseums, bedanken sowie bei Mag. Andrea Stricker-Pokorn für die Genehmigung zu fotografieren.

Jedes Porzellan ist handgefertigt und daher ein Unikat, es besteht aus mehreren Einzelteilen, wie z. B. die Figur Courbette mit Reiter und Pferd, sie besteht aus 60 Einzelteilen.
Um 1860 wurde der Markt mit Billigprodukten aus Böhmen überschwemmt, heute ist es die noch minderere Massenware aus China, jedoch wird der Liebhaber des handgefertigten Porzellanes diese chinesische Ware nicht als Porzellan bezeichnen:-)
Die kostbaren Porzellanprodukte sind im Shop der Porzellanmanufaktur Augarten oder in einem der Flagshipstores zu erstehen.

Adresse

Obere Augartenstraße 1, 1020 Wien

Wiener Linien

U2 bis Taborstraße, 31er, 5A oder 5B bis Obere Augartenstraße

Öffi-App

Weblinks

http://www.augarten.at/
http://www.format.at/news/oesterreich/das-reich-sanierers-erhard-grossnigg-374628

http://www.mak.at/jart/prj3/mak-resp/main.jart?rel=de&reserve-mode=active&content-id=1343388632776&article_id=1339957565083&media_id=1342703965342&menu-id=1343388632776

Literatur

Waltraud Neuwirth: Porzellan aus Wien. Von du Paquier zur Manufaktur im Augarten, 1992
ISBN-13: 978-3811360846

Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan: Original, Kopie, Verfälschung, Fälschung, 1979
ISBN-13: 978-3900282073

Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellanmanufaktur Augarten – Kataloge 1926-1927, 2010
ISBN-13: 978-3900282639

Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan 1718-1864. Vom Barock zum Historismus Broschier, 1983
ISBN-13: 978-3900282219

Waltraud Neuwirth: Wiener Porzellan. Vom Spätbarock zum Art Deco. Gebundene Ausgabe, 1990
ASIN: B007WC4CNA

komponist gustav mahler,wien-bilder

Gustav Mahler

Genie und Perfektionist

er war Wegbereiter der Wiener Schule und der bedeutendste Komponist der romantischen Symphonie, als erster Kapellmeister und Direktor der Wiener Hofoper gelang ihm mit seiner Opernreform das Musiktheater zu entrümpeln und zu revolutionieren, Gustav Mahler gilt heute als einer der interessantesten Komponisten der Moderne.

Mahler wurde am 7. Juli 1860 in Mähren, in der Stadt Kalischt (heute Tschechische Republik) in eine jüdische Gastwirtfamilie hineingeboren. Er ist einer der wichtigsten Komponisten und Dirigenten seiner Zeit und erzielte neben seiner Musik durch zahlreiche Novellierungen am Musiktheater prägende Reformen. Er war einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor ein bedeutender Reformer des Musiktheaters.
Schon im zarten Alter von vier Jahren erhielt der kleine Gustav Akkordeonunterricht und später Klavierunterricht, schon zwei Jahre später komponierte er seine ersten Stücke, die aber leider nicht erhalten blieben. Das Kind Gustav Mahler war sehr belesen und hörte gerne Volks- und Tanzmusik, Militärmusik und jüdische Musik, diese prägte ihn und seine späteren Werke.

die ersten musikalischen Schritte

Sein Debüt als Pianist gab er mit zehn Jahren, mit zwölf Jahren gab er Konzerte mit anspruchsvollen Stücken von Franz Liszt und Sigismund Thalberg, hier zeigte erschon sehr früh sein großes Talent.

Drei Jahre studierte er am Wiener Konservatorium bei Julius Epstein Klavier und bei Franz Krenn Komposition, ein Jahr später gewann das junge Genie in beiden Fächern den ersten Preis.

Im Jahre 1878 schrieb er den Text für „Das klagende Lied“ nach dem Märchen in der Bechstein-Sammlung, im gleichen Jahr beendete er das Kompositionsstudium erfolgreich und gewann mit einem Klavierquintett den ersten Preis.

Gustav Mahler wohnte Vorlesungen von Bruckner bei und studierte einige Semester Musikgeschichte bei Eduard Hanslick.

Mahlers Werdegang von 1880 bis 1896

im Jahr 1880 trat er im Oberösterreicher Sommertheater Bad Hall die Stelle als Kapellmeister an, danach spielte er in Laibach, Olmütz, Kassel, Prag, Leipzig und Budapest. In Kassel lernte der junge Mahler die berühmte Mezzosopranistin der Wiener Hofoper kennen und lieben, später heiratete sie den sehr bekannten Musikkritiker Dr. Hans Paumgartner und auf Grund seiner Einflußnahme wurde Mahler nach Wien berufen. Im Jahr 1888 wurde er in Budapest Königlicher Operndirektor, hier begann auch sein großartiges Schaffen, er komponierte die 1. Symphonie und zwei Jahre später lernte er Johannes Brahms kennen. Im Sommer bevorzugte er Rückziehungsorte um dort ungestört zu arbeiten, unter anderem auch in den Komponierhäuschen in Steinbach am Attersee, Maiernigg am Wörthersee und in Toblach.
Ab 1891 war er sechs Jahre erster Kapellmeister am Stadttheater in Hamburg, hier erlebte er einen kometenhaften Aufstieg am Hamburger Opernhimmel und legte den Grundstein für einen neuen Musikthaterstil. Er dirigierte in den Jahren1894/95 138 von 367 Vorstellungen, weiters acht Philharmonische Konzerte und im selben Jahr wurde seine 2. Sinfonie fertig, in Berlin leitete er die Uraufführung der ersten drei Sätze und komponierte in nur wenigen Wochen fünf Sätze der 3. Sinfonie, heute würde Gustav Mahler als Workalcoholic bezeichnet werden.
In seiner Hamburger Zeit befreundete sich Mahler mit dem jungen Bruno Walter, dieser erhielt in dieser Zeit als Chorleiter ein Engagement am Stadttheater. Walter folgte ihm als zweiter Kapellmeister nach Wien und setzte sich sein ganzes Leben für die Musik Gustav Mahlers ein.

Wiener Jahre als Hofoperndirektor

Johannes Brahms war ein sehr großer Befürworter das der Posten des Hofoperndirektors mit dem Wagnerianer Mahler besetzt wird, aber Cosima Wagner setzte alle Hebeln in Bewegung damit der Jude Gustav Mahler diese Stellung nicht bekam. Mahler ließ sich aber 1897 taufen, somit stand den Verhandlungen nichts mehr im Wege und am 11. Mai 1897 war es soweit, Gustav Mahler hatte die großartige Stellung des ersten Kapellmeisters und Hofoperndirektors und dirigierte zum Debüt den Lohengrin.

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Karl Kraus äußerste zu Mahlers Antritt als Hofoperndirektot folgende Prophezeiung: „Mit Siegfriedsallüren ist in das Opernhaus dieser Tage ein neuer Dirigent eingezogen, dem man es vom Gesicht ablesen kann, dass er mit der alten Misswirtschaft energisch aufräumen wird…Der neue Dirigent soll bereits so effektive Proben seiner Thatkraft abgelegt haben, dass schon fleißig gegen ihn intrigiert wird.“

Mahler hatte bei einer Secessionsaustellung die Bühnen-Maquette zu dem ersten Tristan-Akt von Alfred Roller gesehen, daraufhin holte Alfred Roller den Secessionisten und bildenden Künstler an die Hofoper und setzte mit ihm seine Opernreform durch. Diese stieß natürlich auf heftigen Widerstand der Wiener, Mahlers Plan war es, die Vorführungen auf einer minimalistischen Opernbühne zu spielen, um den dramatischen Effekt und die Leidenschaft der Scenen in den Focus zu stellen. Roller setzte Mahlers Idee mit der ersten Stilbühne zu „Don Juan“ hervorragend um, sie wurde dann von allen Opernhäusern aufgenommen, und Wien war mit dieser Umsetzung in zwei fanatische Lager geteilt: die Mahlerianer und Antimahlerianer.

das Haus Auenbruggergasse 2 in dem Gustav Mahler 9 Jahre wohnte

auenbruggergasse 2 gustav mahler,wien-bilder

Was Mahlers Wirkung ausmachte, war seine leidenschaftliche Sehnsucht, eine tiefe und echte Kunstwahrheit sowie eine Ergriffenheit in den Sängern und Publikum zu wecken, er empfand die Oper aus dem Instrumentalen und nicht aus dem Arioso. Pathetische Gesten der Sänger in überladenen Kostümen und Bühnenbildern waren ihm zuwieder und mit Roller entrümpelte er jahrzehntelange Routine Schlamperei und Bequemlichkeit. In seiner zehnjährigen Zeit als Hofopernintendant genoß das Haus eine Hochblüte und den Beginn der neuzeitlichen Operninszenierung, in dieser Zeit unternahm Mahler zahlreiche Konzertreisen durch ganz Europa, hier gewann er enthusiastische Anhänger in Europa und auch in den USA.
Mahlers Ungeduld mit Sängern und Orchestermitgliedern, die seinen Ansprüchen nicht genügten, die Intrigen der vorhin genannten, besonders die des Orchesters, machten ein Zusammenwirken nicht einfach. Hindernisse und Streitigkeiten seiner Vorgesetzten, eine Pressekampagne gegen ihn mit antisemitischen Tendenzen veranlassten Mahler zu seinem Entlassungsgesuch.

Gustav Mahler wohnte von 1898 bis 1909 in der Auenbruggergasse 2, ab 1900 gemeinsam mit Alma, das Haus wurde von Otto Wagner entworfen.

Alma Schindler

Im November 1900 lernte Mahler die 21 jährige Alma Schindler, Stieftochter von Carl Moll, im Salon von Bertha Zuckerkandl kennen, der sonst sehr introvertierte und fast schon schüchterne Mahler, der kaum Einladungen wahrnahm, war von der Ausstrahlung der jungen und schönen Alma fasziniert. Alma wiederum fühlte sich von der Persönlichkeit Mahlers angezogen und es schmeichelte ihr dass sich der bekannte Dirigent und ihr Idol für sie interessierte, schon nach drei Wochen waren die beiden verlobt und der 19 Jahre ältere Mahler vergaß seine asketische Lebenseinstellung. Im März 1902 wurde geheiratet und Alma Mahler fügte sich den konservativen Vorstellungen ihres Mannes, dieser bestand darauf dass sie nicht weiter komponierte und sich ihren Aufgaben als Ehefrau und Mutter widmete.

Mahler hatte ein riesiges Arbeitspensum und daher sehr wenig Zeit für Besuche bei Freunden und anderen Vergnügungen, während der Ferien arbeitete er in dem für ihn gebauten Komponierhäuschen bis spät in die Nacht, Alma fühlte sich vernachläßigt und ging 1910 mit dem Architekten Walter Gropius eine Liason ein. Mahler erfuhr davon, aber die Beziehung zu Gropius führte sie dennoch weiter.
Alma und Gustav Mahler hatten zwei Töchter namens Maria Anna (1902) und Anna Justina (1904).

Übersiedlung in die USA

Da Mahler 1907 die Hofoper verließ und sehr gute Kontakte in den USA hatte, unterschrieb er einen Vertrag mit der Metropolitan Opera in New York, zu dieser Zeit verstarb ihre gemeinsame Tochter Maria Anna plötzlich an Diphtherie und bei Gustav Mahler wurde eine Herzkrankheit diagnostiziert, beides trieb ihn zu Verzweiflung. Trotzdem schonte er sich nicht, er verarbeitete seine Erlebnisse stets mit Musik und widmete sich wieder sehr intensiv der Musik und dem Komponieren, so entstand das „Das Lied von der Erde“, die 9. Sinfonie und ein Entwurf der 10.Sinfonie.
Die Mahlers reisten 1907 von Wien ab, im Jahr 1908 dirigierte er das erste Mal an der New Yorker Met, seine Musik wurde mit Begeisterung aufgenommen und gefeiert, was seiner in Wien verletzten Seele sehr gut tat.
1909 vollendete Mahler seine 9. Sinfonie, das einleitende Andante wird von vielen als das schönste Stück Mahlers bezeichnet, in diesem Jahr legte er, auf Grund seines schlechten Allgemeinzustands seine übrigen Verpflichtungen zurück und widmete sich nur mehr der Tätigkeit als Konzertdirektor.

Mahlers Neunte

Das „Lied von der Erde“ wäre Mahlers 9. Sinfonie gewesen, aber da er abergläubisch war, da weder Schubert, Bruckner, Beethoven oder Dvorak die 10. erreicht hatten, schrieb er 1908 das „Lied von der Erde“ als 9. Sinfonie, strich aber dann die Zahl wieder durch und meinte bei der 1909 folgenden Neunten: „Eigentlich ist es ja die Zehnte, weil das Lied von de Erde ja meinen Neunte gewesen ist.“ Im Jahr 1910 arbeitete er an der 10. Sinfonie und meinte dazu: „Jetzt ist für mich die Gefahr vorbei.“ Gustav Mahler erlebte weder die Uraufführung „Lied von der Erde“ noch die 9. Sinfonie, die 10. blieb unvollendet. Seine Furcht und sein Aberglaube, das kein großer Musiker die 10. Sinfonie erreicht, hatten sich leider erfüllt.

Gedenktafel Gustav Mahler am Haus Auenbruggergasse 2

gedenktafel gustav mahler,wien-bilder

das letzte Jahr

In seinem Todesjahr gab es auch in New York Schwierigkeiten mit dem Orchester, aber die Uraufführung der 8. Sinfonie im September 1910 in München war ein triumphaler Erfolg. In diesem Jahr erfuhr er von der Liebesaffäre Almas mit Walter Gropius, das wirkte sich sehr negativ auf seinen labilen psychischen Zustand aus und er konsultierte dafür sogar Sigmund Freud, es blieb aber bei einer Sitzung.

Schon todkrank kam Gustav Mahler mit Alma nach Wien, als die Presse verkündete das Mahler schwer krank sei, ergriff Wien eine tiefe Trauer, genau die Menschen die ihm in Wien das Leben schwer machten, trauerte jetzt um ihn.Ist das nicht typisch für die Wiener?

Am 18. Mai 1911 starb Gustav Mahler an Endokarditis im Sanatorium Loew in Wien, auf seinem Begräbnis gab es ein riesiges Blumenmeer und jede/r wußte nur gutes von dem Verstorbenen zu sagen.

Zitat Alexander Girardi (österreichischer Schauspieler 1850 bis 1918): „Ja, im Aufbahren waren die Wiener immer groß!“

Das Grab von Gustav Mahler befindet sich am Grinzinger Friedhof, Gruppe 6, Reihe 7, Nr. 1

Werke Gustav Mahlers

Foto
gemeinfreies Foto Gustav Mahler von Wikipedia

Literatur

Franz Willnauer: Gustav Mahler: die Hamburger Jahre. Hoffmann und Campe, Hamburg 2011
ISBN 978-3-455-50196-4

Franz Willnauer: Gustav Mahler und die Wiener Oper, Wien 1993
ISBN 3-85409-199-0

Helmut Brenner, Reinhold Kubik: Mahlers Welt. Die Orte seines Lebens, St. Pölten/ Salzburg 2011
ISBN 978-3-7017-3202-9

Hans Bankl: Kolumbus brachte nicht nur die Tomaten: Geschichten hinter der Geschichte Gebundene Ausgabe, 2002
ISBN: 978-3218007092

Bertha Zuckerkandl: Österreich intim: Erinnerungen 1892 bis 1942, 2013
ISBN-13: 978-3850028363

Weblinks

https://www.gustav-mahler.org/

monumentaler dampfschornstein parlament,wien-bilder

Dampfschornsteine

die vergoldeten Dampfschornsteine des Wiener Parlaments

Sie sind nur sehr wenig bekannt, obwohl die 32m hohen Dampfschornsteine von vielen Blickwinkeln prachtvoll (besonders bei strahlenden Sonnenschein) entgegenblitzen. Seit dem Jahr 2006 glänzen die beiden Dampfschornsteine, auf Grunde der Renovierung und Herstellung in den vergoldeten Originalzustand, wieder in voller Pracht und Herrlichkeit. Zuvor sind sie kaum jemanden aufgefallen, da sie leider grau übermalen waren.

Der Baumeister und Architekt Theophil Hansen erhielt 1873 den Auftrag für den Bau des Parlaments im griechisch-klassischen Stil, er entwarf auch die Dampfschornsteine, die gusseisernen Zieraufsätze wurden 1881 vom Bildhauer Hugo Härdtl modelliert und anschließend in der Fürst Salmschen Eisengießerei Blansko in Mähren gegossen.
Dampfschornsteine in der herkömmlichen Form hätten die Ästhetik des Gesamtkunstwerk Parlament gestört, sie waren aber für die Heizungsanlage sehr wichtig, daher war es für Theophil Hansen ein Anliegen ihnen eine prachtvolle elegante Gestaltung angedeihen zu lassen.
Jeder Zieraufsatz hat ein Gesamtgewicht von etwa 10 Tonnen, er besteht aus über einhundert Gusseisenteilen und besitzt einen Funkenfänger aus Schmiedeeisen.

Hephaistos und seine Gesellen

Theophil Hansen gestaltete die beiden Dampfschornsteine in Form von ionischen Säulen, auf die er monumentale gusseiserne, vegoldete 5,8m hohe Zieraufsätze in Form von Blattornamenten, Muscheln, Löwenköpfen und je vier vollplastische „Gesellen des Hephaistos“ setzte.
Hephaistos war der griechische Gott des Feuers und der Metallurgie, er war ein geschickter Schmied und der einzige Handarbeiter unter den griechischen Göttern, sein Arbeitsplatz lag direkt unter dem Krater des Vulkans Aetna in Italien, seine Symbole waren das Feuer, Axt, Zange und Hammer. Da die Zieraufsätze aus Metall angefertigt wurden, scheint es kein Zufall zu sein das Hephaistos und seine Gesellen auf den Eisenaufsätzen zu bewundern sind.
In seiner Schmiede entstanden so berühmte Werke wie der Zepter und Donnerkeil des Zeus, der Wagen des Helios, die Gestalt der Pandora oder die Waffen und das Schild des Achilles.

die Dampfschornsteine erstrahlen wieder in voller Pracht

wie schon oben geschrieben, wurden die Dampfschornsteine von dem Architekt Hansen mit einer Vergoldung entworfen und auch so ausgeführt. Dies ist einem Offert des Maler- und Anstreichermeisters Frankenstein aus dem Jahr 1882 zu entnehmen: „Sämtliche Gusseisenarbeiten an den beiden Dampfrauchfängen … 3-mal mit in gutem Ölfirnis geriebenen Minium, 2-mal mit gelber Oelfarbe streichen und echt Vergolden“.
Im Laufe der Zeit wurden aber bei den verschiedenen Renovierungsarbeiten viele Gusseisenteile mehrfach übermalen, Verschraubungen oft unsachgemäß und außen sichtbar monitert, Gussteile verkittet, ein fehlendes Abdeckblech am Rücken einer der Figuren ganz einfach mit Zement abgedeckt und ähnliche Fehler begangen, ohne Rücksicht auf sachgemäße Restaurierung wurde schnell und billig „gepfuscht“.
Auf einem Aquarell des Malers Hans Ranzoni aus dem Jahr 1942 sind die Dampfschornsteine vergoldet und ohne Funkenkörbe, diese wurden, wie der mausgraue Anstrich, wahrscheinlich erst in der Nachkriegszeit angebracht, ein zweites Mal wurden sie in den 1980er Jahren übermalen.
Im Jahr 2006 war es soweit, bei dieser Sanierung wurde das Bundesdenkmalamtes eingebunden und während der Renovierung kamen tatsächlich noch Reste der Blattvergoldung zum Vorschein. Es war eine sehr aufwendige, langwierige und kostspielige Renovierung um die beiden Dampfschornsteine wieder in ihren prächtigen Originalzustand glänzen zu lassen, für diese Pracht wurden 20.000 Blättern Dukaten-Doppelgold verwendet.

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Die Dampfschornsteine haben auch jetzt noch eine Funktion, einer der beiden ist ein Teil des Reservekesselhauses und der andere dient als Auspuff für das Notstromaggregat.
Zum Glück verstärken sich in den letzten Jahren die Bemühungen in Sachen Denkmalpflege und Sanierung, viel zu viel wurde entweder demoliert und unsachgemäß „restauriert“.
Theophil Hansen hätte heute seine Freude an den beiden prächtigen Gold-Riesen.

Adresse

Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1017 Wien

Wiener Linien: U2 bis Station Rathaus, U3 bis Station Volkstheater, Straßenbahnen 1, 2, 71 und D bis Station Stadiongasse/ Parlament

Öffi-App

Weblink

http://www.bda.at/

Literatur

Gabriela Krist: Metallrestaurierung – Metallkonservierung: Geschichte, Methode und Praxis (Konservierungswissenschaft. Restaurierung…, 2009
ISBN-13: 978-3205781967

wiener prater, wiener klischees

Wiener Klischees

Mythos oder Realität

was erwartet sich der Wien-Besucher von den WienerInnen, wie werden sie gesehen oder wie möchten sie die Wien-BesucherInnen sehen? Zu diesem Thema gibt es viele Meinungen und Erwartungshaltungen, eines ist aber sicher, die WienerInnen lassen sich nicht in eine Schablone pressen und sind so individuell wie auch der Rest der Menschheit.

Kommen wir jetzt zu den typischen Klischees, es mag wohl etwas überzogen klingen aber so ähnlich habe ich es tatsächlich schon gehört;-):
Die Wiener beginnen den Morgen ganz gemütlich mit einer Melange (Milchkaffee) im Cafehaus, nachher begeben sie sich zum Würstelstand und bestellen sich ein Paar Würsteln mit einem Bier, anschließend lassen sie sich mit dem Fiaker in die Arbeit bringen um dort notgedrungen einige Zeit zu verbringen, in der Mittagspause begeben sie sich in eines der Wiener Beisl um dort das obligate Wiener Schnitzel zu verspeisen. Nach der Arbeit führt sie der nächste Weg wieder in ein Cafehaus, um dort wieder eine Melange und eine Sachertorte, oder eine andere Mehlspeise, zu bestellen, danach treffen sie sich mit Freunden beim Heurigen um dort bei herzzerreißenden, todessehnsüchtigen Heurigenliedern ein paar Vierterl Wein zu trinken und um die Wiener Gemütlichkeit zu zelebrieren oder sie gehen in eines der vielen Museen, in den Wiener Prater oder auf den Friedhof. Den Abend verbringen sie in der Oper oder schwingen zu Schanis (Johann Strauß) Walzerklängen das Tanzbein.

Ist das nicht ein herrliches Leben? Arbeit wird zur Nebensache und das Vergnügen wird zur Hauptbeschäftigung, allerdings sollten dann wöchentliche Arztbesuche einkalkuliert werden, da die vielen Mehlspeisen, das tägliche Wiener Schnitzel und der Wein sicher gewisse körperliche Defizite hinterlassen.

die Realität sieht anders aus

Wiener Cafehaus und Sachertorte

Wien hat eine sehr große Cafehaus-Tradition, Peter Altenberg der Cafehaus-Literat chakterisierte „das Kaffeehaus als nicht zu Hause und doch nicht an der frischen Luft“. Ja es stimmt, die WienerInnen gehen gerne in das Cafehaus (jedoch nicht täglich) und der Cafe schmeckt auf Grund des weichen Wiener Wassers sehr gut. Wien hat noch sehr viele Cafehäuser, so sie nicht auf Grund der unternehmensfeindlichen Bestimmungen zusperren müßen, und können mit einer großen Kaffeevielfalt aufwarten wie z. B. den kleinen Mokka, Espresso oder auch „kleiner Schwarzer“, „großer Schwarzer“ genannt, großer Mokka, Wiener Melange, Cappuccino, türkischer Kaffee, Einspänner, Fiaker und einige mehr.
Wiener Mehlspeisen sind in keiner Konditorei und keinem Cafehaus wegzudenken, auf Grund des Vielvölkerstaates finden sich sehr viele süße Schmankerln aus Tschechien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei auf den Speisekarten. Ob warme Mehlspeisen wie den Kaiserschmarrn, Palatschinken, Buchteln oder kalte Mehlspeisen wie Torten, Strudel, Rouladen oder Petit Fours, diese süßen Herrlichkeiten sind ein Genuß für jeden Mehlspeistiger und die, die es in Wien noch werden. Die Sachertorte ist also nicht die einzige Mehlspeise, die (auch nicht täglich) gerne gegessen wird, gerade sie ist bei Wien-Besuchern sehr beliebt und wird in die ganze Welt versand.

Demnächst mehr über die Wiener Cafehaus-Tradition und Wiener Mehlspeisen

Würstelstand

von diesen gibt es nicht mehr sehr viele, heute essen die WienerInnen einen Fast Food Mix wie Falafel, Hotdogs, Würstel, Kebab, Noodles, Pizzen und Sandwiches. Der bekannteste Würstelstand ist der Bitzinger bei der Albertina mit einer großen Auswahl an verschiedenen Würsteln, hier muß ich leider auch wieder mit einem Klischee aufräumen: die Bestellung der WienerInnen erfolgt bei einem Würstelstand nicht mit dem überstrapazierten Satz im Wiener Dialekt „a Eitrige mit an Schoafn, an Buckl und an 16er-Blech“ (Käsekrainer mit scharfem Senf, einem Scherzel Brot und einer Dose Ottakringer Bier) wenn Du diese Bestellung aufgibst, weiß jeder dass Du ein Tourist bist:-)

Fiaker

sind eine Touristenattraktion die für mich allerdings mehr als fragwürdig ist (außer am Zentralfriedhof und in Schönbrunn), kaum ein/e WienerIn läßt sich mit einem Fiaker durch Wien kutschieren um Sisi und Franz Joseph I. zu spielen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen…

Wiener Beisl und Wiener Schnitzel

„echte“ Wiener Beisl gibt es nur mehr wenige und sie sind daher wieder sehr beliebt bei den WienerInnen, aber auch hier sind die „Eingeborenen“ nicht täglich zu finden und sie essen nicht jeden Tag ein Wiener Schnitzel. Das Original Wiener Schnitzel wird aus Kalbfleisch gemacht, heute besteht es oft aus Hühner- oder Putenfleisch oder aus Soja für Veganer oder Vegetarier.
Also wieder eine herbe Enttäuschung *gg*

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Heuriger und Wein

und nun die nächste Enttäuschung, die WienerInnen gehen nicht sooft zum Heurigen wie immer behauptet wird, wieder sind es sehr viele Wien-Besucher die einen Heurigen besuchen. WienerInnen trinken zwar gerne Wein, aber das geschieht auch nur ein paar mal im Monat und somit wurde auch dieses Klischee etwas entzaubert. Eine besondere Empfehlung ist der Wiener Wein, in Wien gibt es in etwa 612 Hektar Rebfläche, was für eine Großstadt einzigartig und ebenso einzigartig ist der kleinste Weingarten Wiens, er befindet sich im ersten Bezirk am Schwarzenbergplatz.

Demnächst mehr über den Wiener Wein

Freizeitvergnügungen

Auch hier sind es wieder nur Klischees, auch wenn nicht abzustreiten ist dass die WienerInnen Vergnügungen lieben, aber wer nicht? Diese Vergnügungen sind so vielfältig wie in jeder Großstadt, daher gehören Museen, Oper und Theater genauso dazu wie Vernissagen, Events und Musikveranstaltungen. Wien hat sehr viele traditionelle Ballveranstaltungen und trotzdem kann nicht jede/r WienerInnen Walzer tanzen, manche tun aber so wie wenn sie es könnten:-) Natürlich wird der Wiener Prater besucht, aber er zählt ebenso wenig zum Lebensinhalt der WienerInnen wie die anderen Klischees, ich bevorzuge lieber den grünen Prater, aber Geschmäcker sind bekanntlich sehr unterschiedlich. WienerInnen und der Tod sind ein eigenes Kapitel, es ist demnächst auf diesem Wien-Blog zu lesen.

Also sehr viel ist von den typischen Klischees nicht übrig geblieben, manche WienerInnen leben vieleicht diese Klischees oder sind schon selbst eines *gg*, aber das ist sicher eine Minderheit, der Rest sind Sagen und Legenden aus Wien. Wir WienerInnen sind, bis auf ein paar Eigenheiten, also nicht soo viel anders als viele meinen. Was meint Ihr dazu, schreibt mir Eure Erfahrungen.

Fotos

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Basiliskenhaus

in der Schönlaterngasse 7

das sagenumwobene Gebäude ist eines der ältesten Häuser in der Innenstadt und befindet sich neben dem verborgenen Heiligenkreuzerhof. Aber das Alter hat dieses Haus nicht so bekannt gemacht wie die Sage des Basilisken im Hausbrunnen.

Und nun zu einer meiner Lieblingssagen aus der Kindheit:-)

Wiener Sage „Basilisk im Hausbrunnen“

Es war einmal ein Bäckermeister namens Martin Garhiebel, er war böser und hartherziger Mensch, daher liefen ihm immer wieder seine Gesellen davon. Nur der junge Geselle Hans Gelbhaar hielt es bei ihm aus, denn er hatte sich in das hübsche Töchterchen des Meister verliebt. Das Liebespärchen hatte immer nur wenige gemeinsame Augenblicke, daher nahm sich Hans eines Tages ein Herz und hielt bei Appolonias Vater um ihre Hand an.
„Du erbärmlicher Habenichts und Lump!“ brüllte dieser den armen Hans an, „nichts da, mir aus den Augen!“ Als der Hahn im Hof dreimal krähte, sagte der Meister zu Hans: „Nicht eher, als dieser Hahn ein Ei gelegt hat, sollst Du meine Tochter haben, das schwör ich bei allen Teufeln!“
Hans verabschiedete sich sehr traurig von Appolonia und verließ das Haus, schon am nächsten Tag begann ein anderer Bäckergeselle, aber er hielt es bei dem hartherzigen Meister nicht sehr lange aus. Anscheinend verschwand mit dem Rausschmieß des Hans das Glück des Bäckermeisters und seinem Haus, als die Magd Wasser aus dem Hausbrunnen schöpfen wollte, kam aus der Tiefe ein furchtbares Krähen, Gackern und entsetzlicher Gestank drang empor, die zu Tode verängstigte Magd sah außerdem in dem Brunnenschacht ein eigenartiges Gefunkel blitzen.


Meister Garhiebel hatte dafür kein Verständnis und schalt die arme Magd aus, daraufhin mußte der Lehrbub in den Brunnen hinuntersteigen, kaum war er etliche Meter tief, begann er entsetzlich zu schreien und wollte nur mehr herausgezogen werden. Anschließend erzählte er, dass er ein furchtbar schreckliches Tier sah, das ein Aussehen eines Hahnes, einer Kröte und einer Schlange mit einem geringelten Schuppenschweif hätte. Dieses Untier hatte den armen mit seinem schrecklich glühenden Blick fast zu Tode erschrocken.
Die Menschen waren verängstigt und wußten sich keinen Rat, ein gelehrter Doktor erklärte ihnen, das dieses entsetzliche Ungeheuer ein Basilisk sei und jeder sterben müße dem es anblickt, dieser entsprang aus einem Ei das ein Hahn gelegt und eine Kröte ausgebrütet hat. Dieser Basilisk ist nur zu töten, indem man ihm einen Spiegel vorhalte, damit er sein eigenes Spiegelbild erblickt und über sein fürchterliches Aussehen vor Entsetzen und Abscheu zerberstet.

Bäckermeister Garhiebel bot viel Geld damit er von dem Ungeheuer befreit wird, aber niemand war dafür bereit. Diese Mär verbreitete sich sehr rasch, von der auch der junge Geselle Hans Gelbhaar erfuhr, er stieg mit einem großen Spiegel vorsichtig in den Brunnen hinab, ohne den Basilisken anzublicken, schließlich hielt er ihm den Spiegel vor, sodass dieser tatsächlich vor Wut zersprang. Der Brunnen wurde mit Erde gefüllt, damit sich nie wieder ein solches Untier einnistet. Zu guter letzt bekam der brave Geselle Hans seine Appolonia zur Frau und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Chronik des Basiliskenhaus

Es wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt und ist eines der ältesten Häuser Wiens, die verschiedenen Epochen aus Gotik, Barock und Biedermeier zeigen eine oftmalige Bautätigkeit und wurde durch die Enge der Altstadt geprägt. Im Innenhof befindet ein sehr enger und lang gestreckte Pawlatschenhof der leider nicht zu besichtigen ist.
Die Kellermauern des denkmalgeschützten Hauses stammen partiell aus dem 13. Jahrhundert, es hieß ursprünglich „Zum roten Kreuz“ und bekam angeblich ab 1212 die Bezeichnung „Basiliskenhaus“. Diese Bezeichnung und das Hausschild beruhen auf einer Sage, die das erste mal von dem Humanisten und Historiker Wolfgang Lazius in seiner „Vienna Austriae“ im Jahr 1546 erwähnt wurde, jedoch ist ein Bäckermeister Martin Garhiebl urkundlich nicht erwiesen.
An diese Geschehnisse erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahre 1577, sie wurde durch den damaligen Hausbesitzer Hans Spannring anlässlich einer Renovierung angebracht.

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Auf dieser stand: „Anno Domini MCCXII ward erweldt Kayser Friedrich II. Undter seynem Regiment ist von aynem Hann entsprungen ain Basilisc, welcher obstehender Figur gleicht, und ist der Brunn voll angeschütt worden mit Erden, darinnen selbiges Thier gefunden worden ist: ohn Zweifel weil ob syner gifftigen aygenschafft vill Menschen gestorben und verdorben seyndt.“

Während eines Hausumbaues im Jahr 1740 wurde sie entfernt, als das Basiliskenhaus 1932 renoviert wurde, brachte man wieder ein Freskobild mit einer Inschrift an die an das Unwesen des Fabeltieres erinnert. Im 2. Weltkrieg wurde das Haus durch Bomben beschädigt und anschließend wieder renoviert, das Fresko wurde nicht wieder hergestellt. Heute ist in einer Hausnische das Fabelwesen als Hauszeichen über einer Wandmalerei und Inschrifttafel zu bewundern.

Wie schon oben geschrieben, hatte sich sogar die Wissenschaft mit dem Fabeltier beschäftigt, im 19. Jahrhundert untersuchte der Geologe und Paläontologe Eduard Suess (Erbauer der Ersten Wiener Hochquellwasserleitung) den steinernen Basilisken, seiner Meinung nach war es eine Anhäufung von kugelartigen Gesteinskörpern und diese könnten im Mittelalter beim graben des Brunnens gefunden worden sein und beim hervorquellen des Wassers entwich dann betäubendes Gas. Dies könnte eine Erklärung für das schreckliche Fabelwesen namens Basilisk sein, allerdings klingt die Sage doch um einiges schöner:-)

Im Innenhof sind weder ein Brunnen noch Fragmente von diesem zu sehen, allerdings befindet sich im Hausflur ein Basilisk auf dem Grund eines tiefen Schachts, einer befindet sich in eine Nische an der Hausfassade, in der Schönlaterngasse 3 befindet sich ein Brunnen mit dem Fabelwesen der zu dem dem Restaurant „Zum Basilisk“ gehört, das Restaurant hat auch einen güldenen Basilisken als Hauszeichen.
Also sehr viel Ehr für das so schrecklichen Fabelwesen namens Basilisk.

Adresse

Schönlaterngasse 7, 1010 Wien

Wiener Linien: U4 und U1 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Literatur

Alt-Wiener Sagen und Legenden von Elisabeth Koller-Glück, 2014

ISBN-13: 978-3866805347

Weblinks

http://www.zumbasilisk.at/

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Wiener Seelen

was macht sie aus

Hier versuche ich als Wienerin die Wiener Seele halbwegs objektiv zu beschreiben, ob es mir als „Betroffene“ gelingt werden eure Reaktionen zeigen:-)

Den Wienern werden viele ihnen typische Eigenschaften zugeordnet, manche sind positiv und manche wieder sind negativ, aber gibt es wirklich einen so großen Unterschied zu den anderen Bundeslandbewohnern?
Ich denke dass es ihn gibt, da das Leben in der größten Stadt Österreichs mit ca 1,8 Millionen Einwohnern anders verläuft als in einem idyllischen Dorf mit 700 Einwohnern (nicht negativ gemeint), durch den großen Zuzug aus den Kronländern während der Monarchie erhielt Wien eine kulturelle Prägung, die bis heute in der Sprache, in der Küche und der Lebenseinstellung zu finden ist.

wie tickt die Wiener Seele

Die Wiener Seele ist gutmütig, etwas fatalistisch, lebenslustig, bequemlichkeitsliebend und läßt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen, Ruhe ist eine sehr wichtige Eigenschaft für die WienerInnen und daher wollen sie sich auch meist nicht mit Veränderungen anfreunden. Das Raunzen (nörgeln, jammern) hat in Wien Tradition und wird auch dementsprechend gepflegt;-), schon um die Jahrhundertwende waren die WienerInnen etwa mit architektonischen Veränderungen nicht zu begeistern, wie etwa das schnörkellose Looshaus am Michaelerplatz, es wurde „Haus ohne Augenbrauen“ genannt oder die Wiener Secession, diese wurde „Krauthappel“ (Kohlkopf) genannt. Eine der letzten großen Aufreger waren die Veränderungen der Mariahilferstraße zur Begegnungszone oder die Ampelpärchen in diesem Jahr, letztendlich wurden und werden jedoch die meisten Veränderungen vom Großteil der Wiener Bevölkerung doch angenommen und oft gefallen sie später sogar sehr gut.
Eine typische Eigenheit der Wiener Seele ist der Schmäh, einer der vielen Charakteristika der WienerInnen sind Humor, Lebenslust, Selbstironie, sich selbst und viele Situationen nicht als allzu wichtig zu betrachten. In gewisser Weise ist er ein Lebenskünstler, das zeigt sich in dem oft verwendeten Satz „schau ma mal“ und zeigt die Leichtigkeit des Seins, also ein gewisses Savoir-vivre;-)

Die WienerInnen sind im Grunde sehr friedliebend und gemütlich, da ihnen, wie schon oben erwähnt, ihre Ruhe sehr wichtig ist, aber die kleinen Unannehmlichkeiten des Alltags sorgen doch oft für kurzfristige Aufregungen. Die meisten lieben ihre Traditionen und sind auch sehr stolz daruf, diese ist aber nicht mit den üblichen Klischees zu verwechseln wie die der täglich Schnitzel essenden, Wein trinkenden und Walzer tanzenden WienerInnen.

Der Tod ist zwar ein Tabuthema, doch in keiner anderen Stadt wird so geliebäugelt mit ihm wie in Wien, aber keine Sorge, Ihr müßt das Thema nicht aufgreifen wenn Ihr mit WienerInnen ins Gespräch kommt.
Mehr zu diesem Thema in einem anderen Beitrag.

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Wiener Seelen lieben ihre Theater, Oper und Ihre Künstler (entweder hassen sie den Künstler oder sie lieben ihn), im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhundert war es fast schon eine kultische Verehrung, die heute zwar nicht mehr kultisch ist, aber eine gewisse Verehrung gibt es bis heute.

das goldene Wienerherz

manchesmal ist es sehr rasch zu finden oder macht sich gleich bemerkbar, manchesmal ist es etwas verborgen und es muß zuerst die rauhe Schale aufgekratzt werden bis es zum Vorschein kommt. Sehr oft ist bei den grantigen (schlecht gelaunt, mürrisch) und raunzenden Wienern sehr viel vom goldenen Herzen zu finden, daher lohnt es sich den Menschen hinter seiner raunzenden Schale oder seiner grantigen Fassade etwas besser kennenzulernen. Ihr werdet erstaunt sein, welch interessante und humorvolle Persönlichkeiten bei dem Grantler zum Vorschein kommen. Also lasst euch von der grantelnden Fassade nicht beirren, es steckt oft viel mehr Herzlichkeit dahinter als in der oberflächlich, vordergründigen Freundlichkeit mit dem aufgesetzten Dauergrinser.

Zitate über Wien

Karl Kraus „Der Wiener geht nicht unter.« Hoffnung oder Drohung? Vielleicht nur eine Höflichkeit, für »Unkraut verdirbt nicht“

Arthur Schnitzler „Die Kennworte des Wieners: Wie komm denn i dazu? Es zahlt sich ja net aus! Tun S‘ Ihnen nix an!“

Georg Kreisler „Wien bleibt Wien, das ist grad das Schöne dran. Wien bleibt Wien, daß man sich dran g’wöhnen kann“

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Heiligenkreuzerhof

befindet sich in einem der ältesten Stadtteile von Wien

Der denkmalgeschützte Heiligenkreuzerhof ist eines der schönsten und verborgensten barocken Innenhofensembles Wiens und besteht aus dem Stiftshof mit Prälatur und Kapelle sowie einem Zinshaus, der Hof liegt in der Inneren Stadt und die Zugänge befinden sich in der Grashofgasse und Schönlaterngasse. In der Grashofgasse befindet sich an der rechten Hausfront ein Wandbild mit einer Darstellung vieler kleinerer Inschriften des Stiftes Heiligenkreuz, sie stammen aus dem Jahr 1953, zu dieser Zeit wurde der Heiligenkreuzerhof renoviert.
Seine Geschichte führt weit zurück ins Mittelalter, das genaue Alter ist bis heute nicht geklärt, es wird vermutet das Teile des Hofes, die an das Haus Schönlaterngasse 7 angrenzen sogar bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Die ersten Aufzeichnungen gibt es ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert, der Heiligenkreuzerhof dürfte damals wahrscheinlich aus mehreren Häusern bestanden haben. Zu dieser Zeit erwarb das Zisterzienserstift Heiligenkreuz den Hof, dem er bis heute gehört, sie vereinigten ihn im 16. Jahrhundert zu einem großen Gebäude.

virtuelle Führung durch den Heiligenkreuzerhof

barockes Innenhofensemble und Bernhardikapelle

So wie Klöster wie z. B. in Zwettl oder Mailberg verfügte nun auch Heiligenkreuz über einen Ort in Wien an dem es seine wirtschaftlichen Produkte verkaufen konnte, gleichzeitig diente die Niederlassung den Äbten und anderen Stiftsangehörigen als Quartier während ihrer Wien-Aufenthalte. Seit 1221 besaß Wien mit dem Stadtrecht auch das Stapelrecht, das bedeutet dass jeder Kaufmann, der Waren nach Wien brachte, diese zum Verkauf anbieten mußte. Diese Güter wurden in den Besitzungen des Stiftes in tiefen Kellern gelagert, die im Laufe der Jahrhunderte riesige Ausmaße annahmen, unter dem Heiligenkreuzerhof befindet sich bis heute ein riesiges 5 Etagen umfassendes Kellernetz.

Die Bernhardskapelle liegt neben der Prälatur an der Schönlaterngasse und ist wegen ihrem hochbarocken Interieur bekannt. Abt Klemens Schäffer ließ von 1659 bis 1676 einen ausgedehnten Umbau durchführen und die seit langem bestehende „Kapelle zum heiligen Bernhard von“ neu erbauen, zu dieser Zeit wurde auch der „Prälathof“ durch eine niedrige Gartenmauer vom restlichen Hof abgetrennt und im Jahr 1730 wurde sie durch Abt Robert Leeb mit einem Hochaltarbild von Martino Altomonte geschmückt. Die Kapelle liegt ein wenig versteckt, aber ein Besuch des prachtvoll gestalteten Raums ist sehenswert (leider wird die Kapelle nur für mehr für Führungen geöffnet), in der Sakristei befindet sich der Basiliskenbrunnen, über den es eine bekannte Wiener Sage gibt. Das Portal mit der Büste des Heiligen und die geschnitzten Seitenaltäre stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und wurden von Giovanni Giuliani geschaffen. Der berühmte Künstler lebte als Familiar im Klosterverband und schuf dort das prachtvolle Chorgestühl der Kirche, sein bekanntester Schüler war Georg Rafael Donner (Donnerbrunnen am Hohen Markt). Die barocke Anlage wurde 1769/1770 und die Kapelle im Jahr 1780 nochmals erneuert und der im Innenhof befindliche Brunnen besitzt ein Wappen des Stiftes mit der Inschrift „ACSH 1670“.
Seit dieser letzten Erneuerung hat der Heiligenkreuzerhof sein heutiges Aussehen und die Häuser sind die ältesten Zinshäuser in Wien.

Künstler im Heiligenkreuzerhof

hier wohnten unter anderem Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, der Gründer der PanEuropa Bewegung und Vater der Journalistin Barbara Coudenhove-Kalergi, der österreichische Schauspieler Helmut Qualtinger (beide haben eine Gedenktafel im Hof), Martino Altomonte, er war wie Giovanni Giuliani Familiar der Zisterzienser und starb in seiner Wohnung im Heiligenkreuzerhof. Bischof Kollonitsch, in seinen Jugendjahren als Malteserritter im Kampf gegen die Türken an vorderster Front aktiv, Ignaz Franz Castelli, der Gründer des Wiener Tierschutzvereins und Eduard Pötzl, österreichischer Journalist und Feuilletonist.

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Im Heiligenkreuzerhof befindet sich das Ausstellungszentrum der Universität für angewandte Kunst, es steht für seine Absolventen und Absolventinnen mietkostenfrei für Ausstellungen zur Verfügung.

Die barocke Schönheit des Hofes wird leider durch die Anrainerparkplätze ein wenig getrübt, wie in vielen Gassen des ersten Bezirkes, jedoch ist eines der vielen verborgenen Juwele in der Wiener Innenstadt.

Adresse

1.Grashofgasse 3 / Schönlaterngasse 5, 1010 Wien

Wiener Linien: U1 und U4 bis Schwedenplatz

Öffi-App

Weblinks

https://bernardikapelle.wordpress.com/
https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Heiligenkreuzer_Hof

Literatur

Georg Hamann: Wien-Lexikon, 2007
ISBN-13: 978-3800071166